Motorradfahrer im plüschigen Osterhasenkostüm erregen Aufmerksamkeit, und das ist genau das, was die Mitglieder der Streetbunnycrew wollen.
Sie düsen nicht nur zu Ostern im Hasenoutfit auf Motorrädern durch Deutschland, sondern das ganze Jahr über. Der Verein Streetbunnycrew sammelt dabei Geld für einen guten Zweck. Mit den Kostümen ist den Mitgliedern eines sicher: Aufmerksamkeit.
„Die Leute sagen, könnt ihr mal anhalten, die sind alle funny begeistert darüber, dass wir in dem Outfit fahren“, sagte Silvia Haas, die in dem Verein die Regionen Berlin und Brandenburg leitet. „Es ist egal, ob es ein Fußgänger, Autofahrer, Fahrradfahrer ist - alle freuen sich, dass jemand so lustig unterwegs ist.“
400 Mitglieder seien es bundesweit, sagte Haas bei einem Stopp während einer Ausfahrt in Berlin. Immer wieder hielten Passanten an und machten Fotos von den Bikern. Auf diese Weise machen die Mitglieder auf Menschen aufmerksam, denen es nicht so gut geht.
Die Spenden gehen nach Haas' Worten an Einrichtungen, die mit Kindern arbeiten und selbst nicht genügend Mittel haben. Ein Jahr lang werde für ein Projekt gesammelt.
Easter Ride für guten Zweck
Ein ähnliches Konzept verfolgt der Easter Ride in Kiel: Als Weihnachtsmänner verkleidete Motorradfahrer, die kurz vor Heiligabend für den guten Zweck durch die Region fahren und Tausende Schaulustige an die Straße locken, sind bekannt: Der X-Mas-Ride in Kiel hat Tradition. In diesem Jahr startet nun zum zweiten Mal der Easter Ride.
Am Ostermontag rollen Osterhasen auf ihren lautstarken Maschinen durch die Landeshauptstadt und sammeln Spenden für die Hospiz-Initiative Kiel.
Ab 12 Uhr treffen sich die Osterhasen-Biker auf dem Parkplatz des Famila-Supermarktes in der Wik. Gegen 12.30 Uhr will sich der Tross in Bewegung setzen.
Organisatorin Beke Schmidt, die mit ihrem Mann Björn Portz den Easter Ride ins Leben gerufen hat, rechnet mit 150 bis 200 Teilnehmern.
„Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zum X-Mas-Ride. Wir glauben, dass beide Veranstaltungen nebeneinander funktionieren können“, sagt Organisatorin Beke Schmidt, die selbst regelmäßig an der Weihnachtstour teilnimmt. „Der Easter Ride ist für uns ein Start in die Motorrad-Saison.“
Die Route führt von der Prinz-Heinrich-Straße an die Kiellinie weiter Richtung Bahnhof und über die Kaistraße und Preetzer Straße auf den Ostring. Es folgt ein Abstecher nach Mönkeberg und Schönkirchen. Über die Werftstraße geht es zurück ins Stadtzentrum, vorbei am Exerzierplatz, durch die Rathausstraße zum Dreiecksplatz.
Über die Holtenauer Straße fahren die Osterhasen-Biker weiter auf der Bundesstraße 503 bis nach Schilksee und über die Fördestraße zurück zum Famila-Parkplatz. Wer mitfahren möchte, kann sich ohne Anmeldung anschließen. Voraussetzung ist eine Mindestgeschwindigkeit von Tempo 60.
Nachdem 2024 Geld für die Johanniter gesammelt wurde, sollen die Spendeneinnahmen aus diesem Jahr an die Hospiz-Initiative Kiel fließen. Der Verein wird sich und seine Arbeit am Montag auf dem Famila-Parkplatz vorstellen.
Für Kinder gibt es ein Rahmenprogramm, ein Imbisswagen ist aufgestellt.
Streetbunnycrew: Mehr als nur ein Gag
Die Hasenkostüme der Streetbunnycrew sind Berufsuniform. Wenn die Bunnys auf ihren Motorrädern unterwegs sind, dann in der Regel, um etwas Gutes zu tun. Auffallen und dabei Gutes tun. Das hat sich die Streetbunnycrew zur Aufgabe gemacht.
Bisher haben beispielsweise schon ein Kinderhospiz, das Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte Nürnberg und die Lebenshilfe Weißenburg finanzielle Hilfen erhalten.
Zwischen 25 000 und 35 000 Euro kommen, wenn nicht Corona die Einsätze verhindert, jährlich an Spenden zusammen. Ein Großteil davon wird auf Grillfesten oder Messen gesammelt oder über Flohmarktverkäufe generiert. Alles natürlich ehrenamtlich.
Immer wieder erhalten sie auch Unterstützung von Unternehmen und Einrichtungen, wie vom BFW. Dort wurden über eine eigene Spendenaktion und eine Tombola 700 Euro eingenommen und an die Streetbunnys übergeben.
Welche Vereine unterstützt werden, das entscheiden die Streetbunnys gemeinsam. In der allgemeinen Mitgliederversammlung oder in einer der elf Regionalgruppen vor Ort. Rund 150 aktive Mitglieder und 400 Mitwirkende hat der Verein.
Etwa 50 davon in und um Nürnberg. Hier ist momentan auch der Hauptsitz, da dort der erste Vorsitzende wohnt. Eine feste Geschäftsstelle hat der Verein noch nicht. Sie seien zwar auf der Suche nach einer festen Adresse, erklärt Werstat. "Aber wir wollen das Geld, das wir sammeln, nicht für Miete, sondern für den guten Zweck ausgeben. Wir machen das ja auch alles ehrenamtlich und auf eigene Kosten."
Sogar in Texas hat die Idee Anhänger gefunden. Seit einigen Jahren gibt es auch dort einen kleinen Ableger der Streetbunnycrew. Mitglied werden kann jeder, der ein Motorrad hat.
Mit Ostern hat das wenig zu tun. "Es geht vor allem darum aufzufallen", sagt der zweite Vorsitzende. Und das gelingt ihnen auch meistens ganz gut. Wenn die Männer in rosanen und die Frauen in weißen, plüschigen Anzügen auf der Autobahn unterwegs sind, da wird nicht selten die Kamera gezückt, berichtet er.
Denn Motorradfahrer haben oft auch nicht den besten Ruf, gibt Werstat zu. Doch dem will die Streetbunnycrew etwas entgegensetzen. Es wird sich strikt an die Straßenverkehrsordnung gehalten. Unter dem Kostüm muss immer vollständige Sicherheitsbekleidung getragen werden und auch wenn keine Motorradfahrt mehr ansteht, darf kein Alkohol getrunken werden, solange der Bunny angezogen ist.
Dass das nicht immer angenehm ist, verrät ein Aufnäher, der viele der Hasenkostüme ziert: "Wir schwitzen für den guten Zweck" ist drauf zu lesen. Doch das ist es ihm wert.
"Als Motorradfahrer ist man in einer glücklichen Lage. Man hat in der Regel Geld, um sich eine solche Maschine leisten zu können und die Zeit, das als Hobby zu betreiben. Und das kann man auch für was Positives einsetzten", findet er.
Ihm gehe es auch darum, sich immer wieder zu erden und darüber zu freuen, dass es ihm und seinem Umfeld gut geht.
Die Historie der Streetbunnycrew
Für die Historiker unter den Lesern: Die Mitglieder eines fränkischen Motorradforums, die bisher einfach nur mit ihrem Motorrad im Kreis gefahren waren, fuhren auf dem größten bayerischen Tuningevent (Streetculture) als rosa Hasen. Es war einfach nur Gaudi.
Hier eine chronologische Übersicht der Entwicklung:
- 2010: Forum / Abspaltung vom Forum
- 2010: Eigenes Forum
- 2011: Erstmals Nennung des Namens „Streetbunny-Crew“; Forum wächst von 8 auf 100 Mitglieder
- 2012: Fast wäre die Idee gestorben, das Forum lag quasi brach
- 2013: Neue Ära: Die Ende 2012 übriggebliebenen zirka 30 Leute wollten dennoch die Idee nicht aufgeben und waren weiterhin miteinander verbunden
- 04/2013: 1. Spendenfahrt (die rund 40 Mitglieder hatten nicht aufgegeben in der Region Nürnberg (heute Bayern Nord-Ost), Ingolstadt und Würzburg (heute Unterfranken))
- 08/2013: Es ist offiziell: „Streetbunnycrew e.V.“ wird gegründet
- 2014: Neue Regionen sind entstanden: Schwaben (heute Baden-Württemberg), Hamburg und Hessen
- 2014: Hasen tragen Rosa, für Hasenmädchen gibt es weiße Bunnykluft
- 2014: Spenden in Höhe von 17.200 €
- 2015: Neue Regionen sind entstanden: München und Oberpfalz
- 2015: Der junge Verein hat über 300 Mitglieder
- 2015: Bundesweit unfassbares Engagement: Die rosa Hasen sammeln über 26.000!
- 2016: Neue Regionen sind entstanden: Berlin und NRW
- 2016: Zunehmend war virtuelle Vernetzung gefragt, die gut gelungen ist. Die rosa Hasen haben bundesweit fast 32.000 € gesammelt.
- 2017: Bundesweit 360 Bunnys. - Die Streetbunnys werden immer bekannter ….
- 2017: Die rosa Hasen haben bundesweit fast 37.000 € gesammelt
- 2018: Das Finanzamt Nürnberg anerkennt die Gemeinnützigkeit der SBC
- 2018: Bundesweit werden über 26.000 € von den Hasen an Spendenziele weitergegeben.
- 2019: Die Region Allgäu wird gegründet und die Region Weser-Ems befindet sich im Aufbau - damit umfasst die Streetbunnycrew mittlerweile 11 Regionen und erstreckt sich vom südlichsten Punkt Deutschlands bis zur Nordsee.
- 2021: Für sein Engagement und im Namen des Vereins nimmt Andreas Groß-Hardt die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste entgegen.
- 2023: Die Region Bayern-West wird gegründet und aufgebaut - damit bekommt die Streetbunnycrew ihre 12 Region.
Die Streetbunnycrew hat mittlerweile knapp 400 Mitglieder, davon ca. 150 im e.V. Stand heute (April 2023) haben wir seit Beginn ca. 150.000 € an bedürftige zusammentragen.
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