Packliste Bikepacking Rennrad: Beispiele für deine nächste Tour

Bikepacking mit dem Rennrad stellt dich vor besondere Herausforderungen: wenig Platz, hohes Tempo, minimales Gepäck. Auch wenn Rennräder ursprünglich nicht fürs Gepäckfahren konzipiert wurden, lässt sich mit dem richtigen Setup problemlos eine mehrtägige Tour fahren. Beim Rennrad-Bikepacking steht die Maximierung von Effizienz und Reichweite im Vordergrund. Du hast weniger Stauraum, ein sportlicheres Fahrverhalten und musst minimalistischer packen.

Herausforderungen beim Bikepacking mit dem Rennrad

  • Begrenzter Stauraum: Ohne Ösen am Rahmen, Gabel oder Gepäckträger entfallen viele klassische Befestigungsmöglichkeiten.
  • Aero-Position & Komforteinschränkung: Die sportliche Sitzposition ist auf kurze, intensive Fahrten ausgelegt - nicht auf entspannte Langstrecken mit Gepäck.
  • Empfindliche Rahmenmaterialien: Viele moderne Rennräder bestehen aus Carbon.
  • Windschnittigkeit zählt: Bei hohen Geschwindigkeiten wirkt sich jeder zusätzliche Widerstand aus - vor allem am Lenker.

Grundausstattung für deine Bikepacking-Tour

Eine umfassende Bikepacking Packliste für mehrtägige Touren umfasst in der Regel die wichtigsten Taschen, ein Schlafsystem, Kochutensilien, Elektronik für Navigation und Licht sowie ein Reparaturset. Zusätzlich sind wetterfeste Kleidung und grundlegende Hygieneartikel unverzichtbar. Eine Basisausstattung sollte für unerwartete Wetteränderungen und Pannen gewappnet sein und alles bieten, was für das Übernachten im Freien und die Zubereitung einfacher Mahlzeiten erforderlich ist.

Optimal sind kompakte Bikepacking-Taschen, die sich direkt am Rahmen, Lenker oder Sattel befestigen lassen - ohne zusätzliche Halterungen. Je nach Körpergewicht, Streckenprofil und Fitness liegt ein guter Zielwert bei maximal 6-10 kg Gepäck, exklusive Wasser. Je leichter dein Setup, desto angenehmer das Fahrverhalten - vor allem bergauf und bei Wind.

Taschen für dein Rennrad-Bikepacking

Es gibt verschiedene Arten von Bikepacking-Taschen, die sich für Rennräder eignen:

  • Satteltasche (Arschrakete): Die großen, schlanken Satteltaschen kommen ohne Gepäckträger aus, was Gewicht spart.
  • Rahmentasche: Sie wird in der Regel an der Unterseite des Oberrohrs angebracht.
  • Lenkertaschen: Sie werden zwischen den Lenkerenden befestigt.
  • Oberrohrtaschen: Eignen sich hervorragend für Werkzeug und Kleinkram.
  • Food Pouch: Diese ist superpraktisch für Verpflegung während der Fahrt.

Tipps zum Packen deiner Taschen

  • Tipp: Packe schwere Gegenstände möglichst weit vorne in die Tasche (Richtung Sattelstütze), um Hebelwirkungen zu minimieren.
  • Tipp: Verwende kleine Drybags oder Zipbeutel, um Ordnung in der Tasche zu halten - das spart Zeit und schützt empfindliche Gegenstände.
  • Tipp: Stopfe die Tasche möglichst eng, damit nichts klappert.
  • Tipp: Verwende eine Trennung mit Packsäcken.
  • Tipp: Diese Tasche ist vor allem dann sinnvoll, wenn du bewusst mit minimalistischer Ausstattung fährst, aber unterwegs nicht auf Komfort verzichten willst.

Schlafsystem für unterwegs

Wer beim Bikepacking auf Hotels und Pensionen verzichtet und lieber in der Natur übernachtet, benötigt nicht viel mehr, als man an seinem Rad befestigen kann. Die wichtigsten Utensilien: ein kompaktes Zelt, eine Isomatte und ein Schlafsack. Oft gilt dabei jedoch: Je leichter und transportabler das Equipment sein soll, desto teurer wird es.

Beim Thema Nachtlager hat man diverse Möglichkeiten zur Auswahl. Manche Bike-Abenteurer schlafen im Zelt, andere im Biwaksack und wieder andere unter einem Tarp (Plane) in einer Hängematte oder auf einer Isomatte.

Zelt oder Tarp?

Das Wort Tarp ist die Kurzform des englischen Worts tarpaulin und bedeutet Plane oder Zeltplane. Ein Tarp ist kein ganzes Zelt, sondern nur eine Art Dach ohne Wände, das entweder mit Heringen am Boden oder mit Schnüren an Bäumen oder ähnlichem über dem Schlafplatz gespannt wird. Es schützt vor Regen, Hitze oder Morgentau und lässt sich je nach Gelände frei aufspannen - mit Trekkingstöcken, Ästen oder zwischen Bäumen.

  • Tipp: In Verbindung mit einem leichten Tarp bist du auch bei Regen auf der sicheren Seite - bei gutem Wetter brauchst du es nicht aufbauen.
  • Ultraleicht Tipp: Das meiste Gewicht kannst du einsparen, wenn du ganz auf deine Schlafausrüstung verzichtest. Schläfst du ausschließlich in Jugendherbergen oder Hostels, bist du ultraleicht unterwegs.

Isomatte

Bereits die Packmaße einer klassischen, eingerollten Isomatte sprechen gegen den Bikepacking-Einsatz. Aufblasbare Isomatten sind in Ausführungen erhältlich, bei denen das Volumen nur durch Luft entsteht sowie in Ausführungen, bei denen eine Schaumstofffüllung mit Luftdruck in Form gebracht wird. Während klassische Luftmatratzen mit einem sehr geringen Gewicht punkten, liegt man auf Luft-Schaum-Matratzen bei einer gleichen Dicke oftmals etwas komfortabler und auch stabiler. Auch eine rutschfeste Oberfläche kann den Schlafkomfort verbessern.

Um noch weiteres Gewicht zu sparen, sind manche Modelle auch in Varianten mit unterschiedlichen Torso-Längen erhältlich. Der R-Wert gibt die Isolationsleistung einer Isomatte an: Je höher, desto besser. Bei allen Modellen in diesem Testfeld ist er angegeben. Luftmatratzen schneiden hier schon konstruktionsbedingt weniger gut ab als Luft-Schaum-Matratzen. Allerdings sind viele reine Luftmodelle auch mit einer zusätzlichen Isolationsschicht erhältlich.

Schlafsack

Bei Nässe „verklumpten“ Daunen-Modelle früher häufig. Selbst Schweiß machte den Schlafsäcken zu schaffen. Seit einigen Jahren werden die Daunen jedoch einzeln mit einer wasserabweisenden Schicht überzogen. Ein zusätzlich imprägniertes Außenmaterial des Schlafsacks kann aber trotz eines erhöhten Gewichtes sinnvoll sein. Ein Kunstfaser-Schlafsack verzichtet ganz auf tierische Daunen.

Kleidung: Weniger ist mehr

Hier ist weniger mehr. Entscheidend ist die Vielseitigkeit - jedes Kleidungsstück sollte idealerweise mehrere Funktionen erfüllen. Zusätzlich zur Kleidung, die man trägt (Trikot, Funktions­unterhemd, kurze Radhose) sollte von jedem Teil ein weiteres ins Gepäck: besser farbige Trikots als weiße, besser schwarze oder dunkelblaue Radhosen als helle. Minimalisten sparen sich den Trikot-Hose-Unterhemd-Ersatz und waschen jeden Abend die getragenen, verschwitzten Teile mit der Hand im Waschbecken. Bis zum Morgen ist selbst das Sitzpolster der Hose trocken.

  • 1x ultraleichte Windjacke
  • 1x Daunenjacke
  • Buff oder Multifunktionstuch

Wichtiger als eine zweite Rad­hose ist eine kurze Regenhose, damit man bei einem Schauer einen trockenen Hintern behält und hinterher nicht stundenlang auf ­nassem Sitzpolster hockt. Gegen Wind und Kälte helfen Arm- und Knielinge; Beinlinge brauchen kälteempfindliche Radler höchstens bei Touren im Spätherbst. Eine dünne Weste schützt den Körper vor Wind auf den Abfahrten; wenn’s kälter ist, kann man noch die Regenjacke drüberziehen. Dünne Langfinger-­Handschuhe und eine Helmmütze wärmen im Herbst. Überschuhe halten auf morgendlichen Abfahrten die Füße warm und bei Regen Schuhe und Socken sauber. Apropos Socken: Nehmen Sie ein Paar dünnere und ein Paar wärmere mit - am besten in Schwarz. Weiße sehen schnell unansehnlich aus.

Eine dünne, leichte Baumwollhose - Jeans sind zu schwer -, maximal zwei T-Shirts, dazu ein Langarmhemd. Socken mit Merinowolle müffeln nicht so schnell: Ein Paar genügt für eine Tour von vier bis fünf Tagen. Zwei Unterhosen - je eine für je zwei Abende - sollte auch ­genügen. Packen Sie keine Extra-Jacke ein; ist es abends kühl, ziehen Sie die Rad-Regenjacke an.

Mit Mountainbike-Schuhen ist man auch zu Fuß gut unterwegs. Das spart extra Schuhe für den Abend. Tipp, falls die Schuhe nass sind: Hüttenschuhe sind leicht und brauchen wenig Platz. Wer im Tal nächtigt und zum Abendessen außer Haus muss, kann auch superleichte Laufschuhe (300 Gramm) mitnehmen; die brauchen aber Platz.

Reparaturset für unterwegs

Ein Reparaturset für das Bikepacking sollte mindestens ein Multitool, Ersatzschläuche, Flickzeug, eine Mini-Pumpe und Reifenheber enthalten. Für Kettenreparaturen sind ein Ersatz-Kettenglied und Kettenöl sinnvoll. Kabelbinder und Isolierband sind klein und leicht, können aber bei vielen Reparaturen hilfreich sein.

  • 1-2 Kabelbinder, etwas Panzertape

Tipp: Teste dein Reparaturset vor der Tour - z. B. einmal Schlauch wechseln, einmal Kette flicken.

Navigation und Elektronik

Eine Navigationsapp ist beim Bikepacking unverzichtbar. Sie hilft nicht nur, die Route im Blick zu behalten, sondern bietet oft Funktionen wie Karten-Downloads für die Offline-Nutzung, Echtzeit-GPS, und die Anzeige von Höhenprofilen und Streckendetails. Viele Apps ermöglichen es auch, unterwegs Versorgungspunkte, wie Supermärkte und Tankstellen und Alternativrouten zu finden sowie Wetterinfos einzusehen.

Sinnvoller für lange Bikepacking-Touren sind spezialiserte GPS-Devices beziehungsweise Fahrradcomputer. Sie bieten neben einer Vielzahl an Live-Daten, Navigations-Optionen und Analyse-Möglichkeiten in einem kompakten Gerät. Ihr großer Vorteil: sie sind robuster, akkulangelebiger und besser am Fahrrad anbringbar als ein Smartphone.

  • Powerbank, Ladekabel, ggf. Ladegerät mit 2 Ausgängen
  • Offline-Karten auf dem Smartphone
  • ggf. Stirnlampe mit USB-Ladefunktion

Tipp: Speichere alle Tourdaten offline - auch wenn du Empfang hast, schont es Akku und macht dich unabhängig.

Körperpflege und Gesundheit

Mit Shampoo kann man Kopf, Körper und Klamotten waschen. Shampoo und Sonnencreme in kleine Plastikfläschchen abfüllen oder kleine Reisegrößen kaufen. Reise-Zahnbürsten nehmen ­weniger Platz weg, auch Zahncreme gibt es in Reisegröße. Selbst wer normalerweise keine Sitzprobleme hat, sollte etwas Sitzcreme mitnehmen.

Seife in fester Form oder biologisch abbaubare Flüssigseife.

  • Dr. Bronner's Magic Soap
  • Nagelschere oder Mini-Nagelknipser, Pflaster, ggf.

Tipp: Verpacke alles wasserdicht in einem Ziploc oder leichten Drybag - am besten in der Lenkertasche oder seitlich im Zugang.

Auf kürzeren (Wochenend)-Touren kann die Reiseapotheke auch weniger umfassend ausfallen.

Packliste zum Abhaken

Die folgende Bikepacking-Packliste richtet sich an Radlerinnen und Radler. Die Packtaschen wiegen mit dem Set-Up ohne Zelt (bei Übernachtung in Unterkünften) insgesamt circa zehn Kilo. Du bist im Frühling oder Herbst auf einer zwei- oder mehrtägigen Tour unterwegs und schläfst in festen Unterkünften wie im Hotel? Dann hilft Dir unsere Packliste Bikepacking ohne Zelt weiter. Die Temperaturen können tagsüber schon recht warm sein. Wenn die Sonne weg ist, kann es aber auch kalt werden und mit Regen musst Du immer rechnen. Deine Verpflegung, bis auf ein paar Snacks, machst Du Dir in den Unterkünften selbst oder Du gehst essen.

Was ich bei allen Taschen wichtig finde: Sie müssen wasserdicht sein. So ersparst Du Dir viel Ärger bei Regen. Ich bin auf meinen Mehrtagestouren immer mit Gepäckträger und Packtaschen unterwegs.

Je schwerer ein Gegenstand ist, desto näher sollte er Richtung Radmittelpunkt befestigt werden. Eine Rahmentasche ist zum Beispiel für sehr schwere Teile geeignet.

Unterteile den Inhalt deshalb in verschiedenfarbige Packsäcke. Nutze Tape oder einen Aufkleber, um Deine Taschen zu markieren. Mit diesem System musst Du auf Tour nicht erst alle Taschen durchwühlen, wenn Du nur mal kurz ein Taschentuch brauchst.

Kleidung:

  • Radhose
  • Trikot
  • Funktionsunterwäsche
  • Regenjacke
  • Regenhose
  • Armlinge
  • Beinlinge
  • Handschuhe
  • Überschuhe
  • Socken
  • Mütze
  • T-Shirts
  • Hose
  • Unterhosen

Apotheke:

  • Erste-Hilfe-Set (inkl. Pflaster und Verband)
  • Wundspray
  • Zeckenkarte/Zeckenzange
  • Blasenpflaster
  • Kinesio-Tape
  • Fieberthermometer
  • Elektrolytepulver (bei Flüssigkeitsverlust)
  • Durchfallmittel (z.B. Kohletabletten)
  • Schmerzmittel
  • Antiallergikum (z.B.

Elektronik:

  • Stirnlampe (ggf. mit dazugehöriger Fahrradhalterung als Radlicht verwendbar, etwa die Petzl Actik Core)
  • Fahrradlicht (Front- und Rücklicht)
  • Fahrradcomputer
  • Solarladegerät, Powerbank und Ladekabel
  • Handy und Ladekabel
  • ggf. GPS-Uhr
  • Köpfhörer
  • ggf. Steckdosenadapter
  • ggf. Fotokamera
  • ggf. Satelliten-/GPS-Gerät wie das Garmin InReach (Notfallgerät zur Zwei-Wege-Satellitenkommunikation für Gegenden ohne Handyempfang)

Werkzeug:

  • ggf. Kabelbinder
  • alte Zahnbürste (zum Reinigen der Kette)
  • Gaffa-Tape
  • Multitool
  • Flickzeug
  • Reifenheber
  • Luftpumpe (evtl.

Campingausrüstung:

  • Zelt
  • Zeltunterlage (alternativ: Tyvek zuschneiden - günstig und klein packbar)
  • Reparatur-Kit fürs Zelt
  • Isomatte
  • Reparatur-Kit für die Isomatte
  • Schlafsack (z.B. Daunenschlafsack)
  • Schlafsack-Inlet
  • Kopfkissen (alternativ: mit Kleidung gefüllter Packsack unter dem Schlafsack)
  • evtl.

Weitere Tipps zum Bikepacking mit dem Rennrad

  • Gewichtsreduktion ist beim Bikepacking entscheidend. Setze auf multifunktionale Ausrüstung.
  • Wasserdichte Taschen sind das A und O bei Regen.
  • Bei wechselhaftem Wetter sind atmungsaktive, schnell trocknende und windabweisende Kleidungsstücke wichtig.
  • Beim Packen ist es wichtig, das Gewicht gleichmäßig zu verteilen und häufig benötigte Gegenstände griffbereit zu haben.
  • Die Verpflegung sollte sowohl leicht als auch energiereich sein.
  • Für kalte Nächte ist ein isolierender Schlafsack oder ein Daunen-Quilt wichtig.
  • Eine Powerbank mit Durchgangsladung oder ein Dynamo am Vorderrad können das Handy oder GPS-Gerät aufladen, während du fährst.
  • Eine saubere Umwelt ist ein wichtiger Grundsatz beim Bikepacking.
Ausrüstung Gewicht (ca.) Hinweise
Zelt 1.5 - 2 kg Packmaß < 40 cm Länge, schneller Aufbau
Schlafsack Variabel Je nach Temperatur und Komfortwunsch
Isomatte Variabel Auf R-Wert achten (Isolationsleistung)
Taschen Variabel Wasserdicht, robust und leicht
Werkzeug Variabel Multitool, Flickzeug, etc.
Elektronik Variabel Powerbank, GPS-Gerät, etc.

Mit der richtigen Planung und Ausrüstung steht deinem Bikepacking-Abenteuer mit dem Rennrad nichts mehr im Weg!

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