Der Lastenroller Piaggio Ape ist seit 1947 ein italienisches Kultfahrzeug. Das auf der Vespa basierende Rollermobil wurde 2024 in Europa eingestellt, lebt aber in Indien und Afrika weiter.
Ein zeitloser Mythos
Die Ape wurde der Öffentlichkeit am 23. vorgestellt. Ein “zeitloser” Klassiker, ein kulturelles Phänomen. Das «Original», sowie das verbreitetste Modell der gesamten Palette. Kein Nutzfahrzeug auf der ganzen Welt hat eine mit Ape vergleichbare Geschichte.
Die Ape lässt sich nicht übersehen
Die Ape 50 hat ihre typischen ursprünglichen Gebrauchsgrenzen schon lange überschritten und die Phantasie derjenigen angeregt, die ihr außerordentliches Potential im Hinblick auf Medien und Business erkannt haben. Dank der besonderen Eigenschaften, die sie zu einem weltweit einzigartigen Produkt machen, und dank ihrer Sympathie und ihrer Fähigkeit, sofort und überall die Aufmerksamkeit aller auf sich zu lenken, stellt die Ape 50 die perfekte Basis für verschiedenste Anwendungen dar, von Werbefahrzeugen bis hin zu Verkaufswagen, oftmals in der Branche des mobilen Verkaufs (Eis, Kaffee, Getränke, usw.). Ein wahrhaftiges Genie für Mini Startups, mit niedrigen Preisen und mit sicherem Erfolg.
Motorisierung der Piaggio Ape
Das Modell Ape 50 wird durch einen Einzylinder-Zweitakt-Benzinmotor angetrieben. Bei der Ape 50 entfällt das für Zweitakt-Motoren typische manuelle Mischen des Kraftstoffs aus Benzin und Öl. Dafür besitzt der Motor einen separaten Öltank und eine Ölpumpe. Mittels der Pumpe wird die notwendige Menge Öl in den Benzintank gepumpt.
Der Rückwärtsgang wird über einen Hebel im Boden eingelegt.
Abmessungen und Zuladung
Die Abmessungen des Piaggio Ape unterscheiden sich in Hinblick auf Modell und Aufbau sehr deutlich. Der Ape 50 Kasten ist mit einer Länge von 2,50 Metern das kleinste Modell. Bei der Höhe liegt er mit 1,37 Metern im Mittelfeld. Die maximale Zuladung beträgt beim Ape 50 bis zu 170 Kilogramm. Das Modell Ape Classic 400 ist mit bis zu 750 Kilogramm Nutzlast hingegen ein echter Leistungsträger.
Die Größe der Ladefläche der Ape 50 Pritsche beträgt 1,35 Meter in der Länge und 1,26 Meter in der Breite. Bei der Ape 50 Kasten ist die Ladefläche mit 1,19 Metern etwas kürzer. Die Breite beträgt auch hier 1,26 Meter und die Höhe 0,97 Meter. Damit beträgt das Kofferraumvolumen der Ape 50 Pritsche rund 1.450 Liter.
Alle Modelle sind ideal für die Stadt und ihre engen Gassen und Straßen und die perfekte Alternative für Motorräder und Vespas.
Varianten der Piaggio Ape
Seit Ende 2024 werden keine neuen Piaggio Ape mehr in Europa verkauft. Die letzten verfügbaren Modelle waren die Piaggio Ape 50 sowie die Piaggio Ape Classic 400. Beide Modelle sind mit Pritschen- und Kastenaufbau erhältlich. Daneben gab es nur auf Bestellung eine Variante ohne Aufbau. Diese konnte vom Käufer mit eigenen Aufbauten zu Werbezwecken versehen werden.
Die Piaggio Ape 50 war auch als Offroadvariante mit dem Namenszusatz Cross lieferbar. Das Ape Modell besitzt einen Überrollbügel sowie eine größere Bodenfreiheit für Fahrten ins Gelände.
2007 gab es das Sondermodell Calessino, das als Lifestyle-Fahrzeug konzipiert war.
Preis und laufende Kosten
Da die Produktion in Europa eingestellt wurde, sind nur noch Gebrauchtwagen verfügbar. Gebrauchtwagenpreise der Ape Classic 400 und der Ape 50 besitzen eine große Preisspanne. Preise können sich von 2.500 bis 12.000 Euro für Modelle mit dem gleichen Baujahr bewegen.
Bei den laufenden Kosten ist die Ape 50 sehr günstig, da für das Fahrzeug keine Steuern anfallen. Es benötigt jedoch ein Versicherungskennzeichen für Mofas, die im Schnitt 50 Euro pro Jahr kosten. Die Ape Classic wird in der Regel mit einer Trikeversicherung zugelassen. Hierfür muss mit Kosten von 250 bis 300 Euro im Jahr gerechnet werden.
Design der Piaggio Ape
Exterieur
Das Exterieur der Ape ist rein auf Zweckmäßigkeit ausgelegt und orientiert sich am Design der ersten Ape Modelle aus den 40er Jahren. Die letzten Modelle verfügten über moderne LED-Scheinwerfer für bessere Sicht und längere Haltbarkeit. Die Rundumsicht bei der Ape Pritsche ist gut, bei der Ape Kasten allerdings schlecht. Vor allem bei Rückwärtsfahrten muss vor allem in der Stadt aufgepasst werden, da die Fahrzeuge nicht über Sicherheitssysteme verfügen. Die Ape ist in vielen verschiedenen Farben erhältlich.
Interieur
Das Interieur des Piaggio Ape 50 und der Ape Classic ist sehr spartanisch gehalten. Die letzten Modelle der Euro 4 Serie erhielten ein verbessertes Armaturenbrett mit schönerer und besser lesbarer Grafik sowie eine neue Bremsanlage für besseren Komfort. Die Fahrzeuge sind in erster Linie Nutzfahrzeuge für kurze Strecken. Sonderausstattungen werden von Piaggio nicht angeboten.
Aufgrund der Beliebtheit des Ape 50 bei der italienischen Jugend, hat sich für dieses Modell allerdings ein Drittanbietermarkt entwickelt.
Sicherheit
Bei der Sicherheit schneiden alle Piaggio Ape Modelle schlecht ab. Da sie im Grunde Motorroller sind, besitzen sie keinerlei Knautschzone bei Unfällen.
Alternativen zur Piaggio Ape
Es gibt nur wenige Alternativen zu den Kabinenrollern von Piaggio. Dazu zählen Autorikschas des indischen Herstellers Bajaj und seit 2022 der Microlino der Schweizer Micro Mobility Systems AG. Neu hinzugekommen ist der Fiat TRIS, ein vollelelektrisches Dreirad, das als direkter Nachfolger der Ape konzipiert wurde. Der Fiat TRIS besitzt einen 48-Volt-Elektromotor mit 9 kW (12 PS), eine Reichweite von 90 Kilometern und kann 540 Kilogramm Nutzlast transportieren. Der in Marokko gebaute TRIS ist vorerst nur für Afrika und den Nahen Osten geplant, ein Europastart wird aber erwogen. Der Preis soll deutlich unter 10.000 Euro liegen.
Die Autorikscha basieren meist auf dem Vorbild des Piaggio Ape, spielen aber in Deutschland kaum eine Rolle. Anders sieht es beim Microlino aus. Dieses ebenfalls in Italien gefertigte Elektroauto basiert auf dem Design der BMW Isetta.
FAQ zur Piaggio Ape
Die Ape 50 darf auch mit einem Mofa-Führerschein gefahren werden. Allerdings musst Du darauf achten, dass die Höchstgeschwindigkeit auf 25 km/h begrenzt ist.
Die Piaggio Ape wird seit Ende 2024 nicht mehr in Europa gebaut. Die Produktion wurde aufgrund verschärfter EU-Abgasvorschriften eingestellt.
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