E-Bike unterwegs laden: Powerbank als Lösung?

Oft bekommen wir die Frage gestellt: Geht das eigentlich? Kann ich an einer mobilen Solar-Powerstation auch meinen E-Bike-Akku aufladen? Die klare Antwort: ja. Anders als einen E-Bike-Akku direkt an einer Solarzelle aufzuladen, geht das wunderbar. Es gibt wahrscheinlich sogar nichts Besseres, was du mit einer Solar-Powerstation anstellen kannst.

Eigentlich alle modernen Solar-Powerstations, die wir in letzter Zeit getestet haben, sind problemlos dazu in der Lage, einen E-Bike-Akku zu laden. Ob sie ihn auch vollständig laden können, hängt von der Kapazität der beiden Geräte ab. Hier haben wir als Beispiel die Powerstation Jackery Explorer 500 gewählt, die eine Kapazität von 518 Wh hat. Der E-Bike-Akku in unserem Beispiel hat eine Kapazität von 610 Wh. Das ist mehr, als die Powerstation überhaupt insgesamt liefern kann. Sie hat allerdings die notwendige Leistung in Watt, um den Akku zu laden. Was also passieren wird, ist: Die Powerstation wird den E-Bike-Akku laden.

Beachten musst du allerdings noch eine weitere Sache: Die Ladung deiner Powerstation lässt sich nicht 1 zu 1 in den E-Bike-Akku „überführen“. Nehmen wir mal einfachhalber an, dein E-Bike-Akku hätte eine Kapazität von 500 Wh und deine Solar-Powerstation - ach, wie passend - Auch 500 Wh. Also alles super, am Ende ist deine Powerstation halt leer, aber der Akku voll aufgeladen? Du musst mit „Reibungsverlusten“ rechnen.

Solar-Powerstations sind auf den Betrieb mit Gleichstrom (DC) ausgelegt - den sie auch direkt von Solarpanels erhalten. Mit einer Wechselstrom-Steckdose (AC) in deiner Powerstation kann diese auch Wechselstrom ausgeben, den sie allerdings zunächst dahin umwandeln muss. Dein E-Bike-Akku wird höchstwahrscheinlich ein Ladegerät mit Wechselstrom verwenden, das seinerseits den Strom wieder in Gleichstrom für den Akku umwandelt. Also kurz gesagt: Bauartbedingt wandeln Powerstation und Akku-Ladegerät Gleichstrom zunächst in Wechselstrom um, nur um ihn danach wieder in Gleichstrom umzuwandeln. Dabei entstehen Reibungsverluste von 10 bis 30 Prozent. Wie hoch genau der Wirkungsgrad ist, geben die Hersteller in ihren Handbüchern an (oder sehr oft leider auch nicht). Du musst also auf jeden Fall damit rechnen, dass Energie in Form von Wärme verloren geht.

In unserem Beispiel übersteigt die Kapazität der Powerstation (1.036 Wh) die des E-Bike-Akkus (610 Wh) deutlich. Hierzu muss natürlich auch die Ladeleistung (in Watt) stimmen. In unserem Beispiel ist das der Fall: Die Powerstation kann 1.000 Watt ausgeben, das Ladegerät des E-Bike-Akkus verlangt nach rund 166 Watt. Ja, du kannst deinen E-Bike-Akku auch dann an der Powerstation laden, wenn diese gerade selbst auflädt.

Powerstation lädt über Solarstrom - und kann gleichzeitig problemlos einen E-Bike-Akku und andere Geräte aufladen. Ob du den Akku aus deinem E-Bike-Akku herausnehmen musst, um ihn an einer Solar-Powerstation aufzuladen, hängt von deinem E-Bike ab. In sehr vielen Fällen kannst du den Akku direkt am E-Bike aufladen. Das ist auch das Gute an einer mobilen Solar-Powerstation: Dass du sie praktisch direkt an den Einsatzort tragen kannst. Bei einigen E-Bikes musst du das sogar, weil sich der Akku gar nicht herausnehmen lässt. Mobile Solar-Powerstation lädt Akku am E-Bike.

S-Pedelecs sind E-Bikes, mit denen du bis zu 45 km/h schnell fahren kannst und deswegen damit nicht auf den Radweg darfst. Die Geräte haben stärkere Motoren eingebaut als gewöhnliche E-Bikes (Pedelecs). Deswegen verwenden sie meist auch leistungsfähigere Akkus mit 1.000 Wh oder mehr. Wenn du diese an einer mobilen Solar-Powerstation aufladen willst, musst du ebenfalls die Werte vergleichen: Hat deine Powerstation eine Kapazität, die darüber liegt und bietet sie auch die geforderte Leistung (Wattzahl), die das Ladegerät beansprucht? Dann solltest du den Akku laden können. Ähnlich verhält es sich, wenn du ein E-Moped/E-Roller an einer Powerstation aufladen möchtest. Diese Fahrzeuge verwenden in aller Regel Akkus mit 1.000 Wh oder mehr. Deine Powerstation sollte diese Kapazität also überschreiten.

Dein Zigarettenanzünder ist meist mit 10A abgesichert, manchmal auch 20A. Die Autoladestation wäre da eher möglich, bei den langen Ladezeiten aber auch nicht wirklich praktikabel.

Unser klarer Rat: Erst studieren, dann probieren. Sammele alles an notwendigen Daten über deinen E-Bike-Akku, sowie über die Solar-Powerstation, mit der du laden möchtest. Deine Powerstation sollte ein ganzes Stück mehr Kapazität haben als dein E-Bike-Akku, wenn du ihn in einem Rutsch aufladen möchtest. Dabei muss die Powerstation genug Leistung (W) ausgeben, um das Ladegerät mit Strom zu versorgen. Dazu sind besonders kleine und mobile Powerstations nicht immer in der Lage. Die meisten Standard-E-Bikes verwenden einen Akku mit einer Kapazität von 400 bis 750 Wh. Die Klasse der Powerstations um 1.000 Wh sollte also die meisten E-Bike-Akkus laden können.

Rechne in jedem Fall damit, dass deine Powerstation so gut wie leer sein wird, nachdem du deinen E-Bike-Akku daran aufgeladen hast. Generell können wir aber nur dazu raten: Den E-Bike-Akku an einer Solar-Powerstation zu laden, den du davor mit Solarstrom geladen hast, ist der perfekte Einsatzzweck für diese Geräte.

Der Akku eures E-Bikes ist fast leer, aber ihr habt noch einige Kilometer vor euch? Keine Sorge: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, unterwegs Strom zu tanken, damit ihr nicht mit leerem Akku fahren müsst.

Spontan laden: Cafés, Gasthöfe oder Campingplätze

Die einfachste und oft schnellste Lösung: Fragt freundlich nach einer Steckdose. Viele Gastronomiebetriebe, fahrradfreundliche Unterkünfte und Campingplätze sind inzwischen auf E-Bike-Touristen eingestellt. Sie bieten euch oft eine Steckdose an - manchmal kostenlos, manchmal gegen eine kleine Gebühr oder einen Verzehr.

Am besten habt ihr immer euer originales Ladegerät dabei, idealerweise mit einem kompakten Kabel. Einige Anbieter haben sogar abschließbare Ladeschränke, in denen ihr den Akku sicher aufladen könnt, während ihr euch stärkt oder eine Pause einlegt.

Öffentliche Ladestationen für E-Bikes nutzen

In den letzten Jahren sind öffentliche E-Bike-Ladestationen in vielen Regionen stark ausgebaut worden - vor allem in touristischen Gebieten und entlang beliebter Radwege.

Die Stationen befinden sich oft:

  • an Bahnhöfen
  • in Parkhäusern oder Innenstädten
  • an Radfernwegen oder Naturparks
  • bei Fahrradgeschäften oder Infopoints

Solche Stationen erkennt ihr zum Beispiel am Symbol „Ladepunkt E-Bike“ oder an Info-Schildern mit Steckdosenpiktogrammen. Manchmal sind sie sogar wettergeschützt oder mit Sitzgelegenheiten ausgestattet.

Mit der passenden App könnt ihr unterwegs bequem Ladepunkte in eurer Nähe finden, eure Route danach planen oder sehen, ob die Station aktuell verfügbar ist. Das spart Zeit und Nerven - besonders auf längeren Touren.

Laden mit mobiler Powerbank - funktioniert das?

Mobile E-Bike-Powerbanks gibt es, aber sie sind nicht mit klassischen Smartphone-Powerbanks zu vergleichen. Sie wiegen oft mehrere Kilogramm, sind vergleichsweise teuer und liefern je nach Modell nur eine Teil- oder Notladung. Für Touren mit wenigen Kilometern bis zur nächsten Steckdose können sie hilfreich sein - für Tagesetappen mit Höhenmetern aber keine ideale Lösung. Als Alternative zur Powerbank kann es sinnvoll sein, einen zweiten Akku einzupacken.

Wenn es eine Powerbank für E-Bikes gäbe, dann wäre die so groß, dass es einfacher wäre, wenn man einen zweiten BikeAkku mitnimmt. Ich habe auch zwei Akkus. Der Akku von einem Ebike hat typischerweise etwa 500 Wattstunden, eine Powerbank hat vieleicht 10 Wattstunden und Teile die aussehen wie ein Ziegelstein auch mal etwa 20 Wattstunden, du merkst das bringt wirklich nichts.

Solarpanels fürs E-Bike? Theorie versus Praxis

Klingt verlockend: einfach unterwegs Solarstrom tanken. Faltbare Solarpanels für E-Bikes gibt es mittlerweile, doch der Ertrag ist stark wetterabhängig. Bei direkter Sonne und optimaler Ausrichtung habt ihr nach vier bis sechs Stunden genug Sonnenstrahlen gesammelt, um den Akku einmal zu laden.

Für mehrtägige Trekkingtouren oder Reisen mit dem Zelt sind Solarpanels eine interessante Option, wenn ihr ausreichend Zeit einplant. Für den Alltag oder spontane Tagesausflüge sind sie bisher eher ein Experiment als eine echte Alternative zur Steckdose.

Tipps zur Akkunutzung unterwegs

Ein leerer Akku kommt oft überraschend - muss aber nicht sein. Mit diesen Tipps verlängert ihr die Reichweite eures E-Bikes spürbar:

  • Nutzt sparsame Fahrmodi wie Eco oder Tour.
  • Schaltet bei Steigungen frühzeitig in kleinere Gänge.
  • Reduziert euer Zusatzgewicht.
  • Vermeidet ständiges Beschleunigen und Abbremsen.
  • Schaltet den Motor auf langen Abfahrten aus.

Mobile Ladelösungen im Überblick

Ein Szenario, das Ihnen auf einer E-Bike-Tour sicher auch schonmal durch den Kopf gegangen ist: Der E-Bike-Akku gibt auf halber Strecke auf - mitten im Nirgendwo, fernab jeder Hütte, Steckdose oder zivilisierten Rastmöglichkeit. Was bleibt, ist das volle Gepäck, ein plötzlicher Anstieg und die ernüchternde Erkenntnis, dass E-Bike ohne Motorunterstützung weniger Abenteuer als vielmehr Kraftakt bedeuten.

Solche Situationen entstehen schneller, als vermutet: eine zu ambitionierte Etappe, eine unterschätzte Steigung oder schlicht ein vergessener Ladezyklus. Besonders beim Bikepacking oder auf längeren E-Gravel-Touren, bei denen Flexibilität entscheidend ist, kann ein leerer Akku nicht nur lästig, sondern zum echten Problem werden. Abhilfe schaffen smarte, mobile Ladelösungen.

EcoFlow River Max - Der Alleskönner für unterwegs

Mit 576 Wh Kapazität, 600 W Ausgangsleistung (1200 W Peak) und zahlreichen Ladeports bietet die EcoFlow River Max eine echte Premiumlösung für E-Biker, Camper und Technikfans. Dank X-Boost-Technologie läuft sogar leistungshungriges E-Bike-Zubehör zuverlässig.

  • Lädt in nur 1 Stunde zu 80 % per Netzstrom - oder autark mit Solarpanel (optional).
  • Für wen? Für alle, die hohe Leistung und flexible Ladeoptionen brauchen.
  • Vorteil: Mehrere Akkuladungen möglich, starke Leistung, vielseitig einsetzbar.

Allpowers S700W Powerstation mit faltbarem Solarpanel

Diese Kombination aus 700W Powerstation und 100-Watt-Solarpanel macht das Nachladen auf Tour möglich - sogar mitten im Nirgendwo. Mit 230 V-Anschluss für Standardladegeräte, integriertem Display und Gummifüßen für sicheren Stand unterwegs.

  • Unabhängiges Solarladen und AC-Ausgang in einem System - erreicht bis zu 2/3 einer Akkuladung pro Tag.
  • Für wen? Ideal für Tagestouren und längere Pausen.
  • Vorteil: Solar-nachladbar, solide Leistung, überall einsetzbar.

Allpowers S200 Solar-Kit - Der ultraleichte Kompromiss

Mit nur 154 Wh Speicherkapazität und einem 60-Watt-Solarpanel liefert dieses Set zwar keine vollständige Akkuladung, aber genügend Energie für ein paar Zusatzkilometer - perfekt für kleine Notfälle oder als Ergänzung zu größeren Systemen.

  • Leicht, kompakt und passt in jede Packtasche - ideal für Solopausen oder Bikepacking.
  • Für wen? Radreisende mit minimalistischem Setup und ohne Schnellladegerät.
  • Vorteil: Tragbar, leicht, emissionsfrei.
  • Einschränkung: Reicht nicht für vollständiges Laden eines Bosch-Akkus, besonders bei hohem Ladebedarf.

Vergleichstabelle der Ladeoptionen

Produkt Energiequelle Mobilität Ladeleistung Besonderheit
EcoFlow River Max Netz, Solar, DC 🟡 Kompakt 🟢 Hoch, 600W/1200W Schnellladefähig & vielseitig
ALLPOWERS S700W + Panel Solar + Akku 🟡 Mobil 🟡 Mittel (150W AC) Solide Solarlösung für unterwegs
ALLPOWERS S200 Solar-Kit Solar, Netz 🟢 Sehr leicht 🔵 Schwach (max. 30W) Nur Teilnachladung möglich, extrem tragbar

E-Bike Ladegerät: Was ist zu beachten?

Es ist nicht nur wichtig, das korrekte E-Bike Ladegerät zu finden, sondern auch genau zu wissen, welche Art von Akku im eigenen Fahrrad verbaut ist. Die richtige Akkupflege unterscheidet sich bei den verschiedenen Typen - um so lange wie möglich Freude am neuen E-Bike zu haben, gilt es folgende Dinge beim Laden zu beachten:

  • Akkus, die auf Lithium-Ionen basieren: Heutzutage sind Lithium-Ionen-Akkus häufig vertreten und lassen sich beispielsweise auch in Smartphones finden. Bei diesen Akkus ist das E-Bike Ladegerät immer anzuschließen, bevor der Akku vollständig leer ist. Ansonsten kann es zu einer Tiefenentladung kommen, die den Akku des Geräts irreversibel schädigt. Der Akku ist regelmäßig zu kontrollieren, da auch während der Lagerung Energie verloren geht.
  • Akkus, die auf Nickel-Cadmium basieren: In diesem Fall ist das Ladegerät des E-Bikes anzuschließen, wenn der Akku fast vollständig leer ist. Wird der Akku häufig nur teilentladen, kann es zu einem Kapazitätsverlust kommen, eine Tiefenentladung ist jedoch zu vermeiden. Nickel-Cadmium-Akkus haben einen Memory-Effekt und sind meist nicht schnellladefähig, weswegen es genug Zeit zum Laden einzuplanen gilt.
  • Akkus, die auf Nickel-Metallhydrid basieren: Wie beim Nickel-Cadmium-Akku ist das E-Bike Ladegerät erst anzuschließen, wenn der Akku fast vollkommen entladen ist. Auch hier kann es bei häufiger Teilentladung zu Kapazitätsverlusten kommen - eine Tiefenentladung ist jedoch zu vermeiden.

Allgemein lässt sich sagen, dass die Akkus der E-Bikes mit allen gewöhnlichen 230-Volt-Steckdosen kompatibel sind - somit ist es ohne Probleme möglich, den E-Bike Akku an einer regulären Haushaltssteckdose zu laden.

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