Nur ein Motorradreifen mit ausreichend Profiltiefe garantiert eine sichere und gute Fahrt. Vor allem bei Nässe ist ein ausreichendes Reifenprofil elementar, um ein gutes Griplevel zu gewährleisten. Doch nicht nur in Hinsicht auf die Sicherheit, sondern auch bezüglich der gesetzlichen Vorschriften solltest du die Profiltiefe beim Motorrad immer im Auge behalten. Die Profiltiefe spielt bei jedem Reifen eine wichtige Rolle. Bei einem Motorrad eine noch viel größere wie beim Auto.
Das Profil eines Motorradreifens lässt den Motorradfahrer auch auf nasser Fahrbahn sicher vorankommen. Vor allem in Kurven muss sich der Motorradfahrer auf den Grip seiner Reifen verlassen können. Sowohl beim Vorder- aber auch beim Hinterreifen spielt das Profil eine wichtige Rolle. Der Hinterreifen sorgt für eine kraftvolle Traktion, der Vorderreifen für eine gute Übertragung der Lenkkräfte. Je weniger Profil, desto unkontrollierbarer und instabiler wird das Motorrad auf einer nassen Fahrbahn.
Das Profil des Motorradreifens ist so ausgelegt, dass es das Wasser, welches sich auf der Straße befindet, nach außen trägt und somit für Kontakt zum Asphalt sorgt. Ist zu wenig Profiltiefe gegeben kann der Reifen das Wasser nicht mehr ableiten und es entsteht eine hauchdünne Wasserschicht, auf der der Reifen „aufschwimmt“.
Aquaplaning: Was passiert, wenn die Profiltiefe nicht ausreicht?
Aquaplaning bezeichnet das Aufschwimmen des Reifens auf dem Wasserfilm einer nassen Fahrbahn. In diesem Fall schiebt sich ein Wasserkeil unter die Reifenaufstandsfläche und führt damit zum Verlust der Haftung. Im Moment des Aquaplanings können keine Führungs- und Bremskräfte auf die Fahrbahn übertragen werden.
Das Fahrzeug kann infolgedessen ins Schleudern (beim Auto) geraten oder stürzen. Besonders schnell geht das mit einem Motorrad, da du hier nur zwei Räder und eine extrem kleine Kontaktfläche zum Asphalt hast.
Gesetzliche Mindestprofiltiefe in Deutschland
Gemäß §36 StVZO muss das Profil des Motorradreifens mindestens 1,6 mm betragen. § 36 Abs. 2 StVZO gibt in Deutschland an, dass das Hauptprofil am ganzen Umfang eine Profiltiefe von min. 1,6 mm aufweisen muss. Als Hauptprofil werden die breiten Rillen im mittleren Bereich der Lauffläche bezeichnet - genauer 3/4 der Lauffläche im mittleren Bereich.
Wenn Motorradreifen am gesamten Umfang des Rades auf 3/4 der Lauffläche aus der Mitte heraus gesehen den gesetzlichen Mindestwert von 1,6mm unterschreiten, bekommt das zu prüfende Fahrzeug keine neue TÜV-Plakette.
Wie messe ich die Profiltiefe?
Messen kannst du die Profiltiefe mit einem Tiefenmesser, einer Schieblehre oder einem speziellen Profiltiefenmessgerät. Um die Profiltiefe bei Motorradreifen zu testen, brauchen Sie eigentlich nur eine 1-Euro-Münze. Dabei handelt es sich natürlich nicht um ein exaktes Maß, aber für einen Schnelltest genügt es: Der goldene Rand einer 1-Euro-Münze ist nämlich ganz genau 3 mm breit.
Schiebe die Münze in die Profilrillen und du kannst schnell auf Sicht prüfen, ob dein Reifen noch über dem gesetzlichen Mindestmaß liegt. Halten Sie die Münze also in das Profil und es übersteigt den Rand der Münze, wissen Sie, dass das Profil noch tiefer als 3 mm ist. Wollen Sie es genau wissen, ziehen Sie ein Streichholz, einen Bleistift und ein Lineal hinzu. Halten Sie das Streichholz senkrecht in die Profilrille, machen Sie dort, wo das Profil endet einen Strich am Streichholz und halten Sie dieses dann an das Lineal. So haben Sie einen fast perfekten Wert.
Schließlich gibt es auch noch Reifenprofilmesser, die Sie zur Hilfe ziehen können. Diese gibt es auch an Tankstellen zu kaufen.
Empfohlene Mindestprofiltiefe und Reifenzustand
In einem ist man sich einig: 1,6 mm ist ein Richtwert, der bereits gefährlich ist. Einige Quellen empfehlen, das Profil nicht unter 2 mm abzufahren. Insbesondere der ADAC empfiehlt jedoch, bei 3mm den Strich zu ziehen. Bei Winter- und Allwetterreifen empfehlen sie allgemein sogar schon einen Austausch bei einer Profiltiefe von 4 mm. Der Grund: Mit jeder Abnutzung der Reifen wird es in Extremsituationen gefährlicher. Insbesondere die Gefahr von Aquaplaning ist bereits bei einem Restprofil von 4 mm stark gestiegen und die Zugkraft auf Schnee hat sich bei 4 mm Profiltiefe auf unter die Hälfte verringert.
Viele verlassen sich lediglich auf die Mindestprofiltiefe, vernachlässigen aber die Kontrolle des Reifenalters. Auch wenn noch genügend Profil vorhanden, der Reifen aber zu alt ist, kann es zur deutlichen Verschlechterung der Fahreigenschaften kommen. Generell raten wir ab Zeitpunkt der Montage den Reifen nicht länger als 5 Jahre zu fahren bzw. montiert zu lassen.
Wenn du mit deinem Motorrad auf größere Touren gehst, dann solltest du unbedingt darauf achten, dass im Verlauf der Tour die Profiltiefe unter das gesetzliche Mindestmaß fallen kann. Je nach Fahrstil, Motorleistung und Reifenmodell kann dies sogar gegen Ende hin relativ schnell passieren und schon ist man im illegalen Bereich. Wenn du also Touren über 300 km planst, oder gar mehrtägige Ausfahrten, sollte das Reifenprofil aus unserer Sicht mindestens noch rund 4 mm betragen. Auf ganz langen Urlaubsausfahrten ist das Aufziehen von Neureifen aus dem Tourensportbereich empfehlenswert.
Neue Motorradreifen weisen je nach Modell und Einsatzzweck eine Profiltiefe von 4-9mm auf.
Spezielle Reifen: Slicks auf der Rennstrecke
Komplett anders in Hinblick auf das Profil sieht es hingegen auf der Rennstrecke aus. Hier bieten Hersteller spezielle Rennstreckenreifen an, welche zum Teil ohne Profil auskommen. Diese Art der Reifen nennt man Slicks. Slicks bieten aufgrund der speziellen Gummimischung und das fehlende Profil einen ausgezeichneten Trockengrip. Die Auflagefläche des Reifens wird aufgrund der durchgehenden Oberfläche ohne Profileinkerbungen größer, was für mehr Traktion sorgt. Diese Slicks können aber nur bei trockenen Bedingungen eingesetzt werden. Rennslicks können über kleine „Bohrungen / Löcher“ in den Reifen auf Restgummi geprüft werden.
Gesetzliche Bestimmungen in Europa
In Deutschland und vielen anderen Ländern in der EU muss der Motorradreifen mindestens über 1,6mm Profil verfügen. Sofern du diesen Wert einhältst, bist du eigentlich überall in der EU auf der sicheren Seite. Die Beachtung der gesetzlichen Mindestprofiltiefe von 1,6 mm ist wichtig, will der Motorradfahrer bei einem Unfall eine Mitschuld angelastet bekommen kann. Experten empfehlen bei schwierigen Wetterbedingungen (besonders bei Nassfahrten) sogar eine Profiltiefe von mindestens 2,0-2,5mm beim Motorrad.
Um die Sicherheit im Straßenverkehr europaweit zu gewährleisten, unterscheiden sich die Profiltiefen in europäischen Ländern kaum. Daher ist die vorgegebene Mindestprofiltiefe für ein Motorrad in der Schweiz genauso 1,6 mm. Sollten Sie jedoch nach Italien fahren, reicht ein Profil von 1 mm im Sommer. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe gilt auch in anderen Ländern Europas, um die Sicherheit grenzübergreifend zu gewährleisten.
- Österreich: Die Nichteinhaltung der Mindestprofiltiefe sanktioniert der Gesetzgeber in Österreich mit einem Bußgeld. Die ausgesprochene Geldstrafe beträgt mindestens 35 Euro. Gefährdest du dabei andere Verkehrsteilnehmer oder kommt es zu einem Unfall, droht neben rechtlichen Folgen sogar eine Strafe von bis zu 5.000 Euro. In Österreich ist bei Winterreifen eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern Pflicht. Das Profil von Sommer- und Ganzjahresreifen muss in Österreich wie in Deutschland mindestens 1,6 Millimeter tief sein.
- Schweiz: Eine ungenügende Profiltiefe hat eine Busse von 100 Franken pro fehlerhaftem Pneu zur Folge. Wer mit stark abgefahrenen Reifen unterwegs ist und deshalb eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellt (insbesondere bei nasser Fahrbahn), liegt eine zumindest mittelschwere Widerhandlung vor. Im Winter ist in der Schweiz bei Allwetterreifen eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern Pflicht. Im Sommer reicht eine Mindestprofiltiefe von drei Millimetern aus. Als Profiltiefe bei Sommerreifen sind 1,6 Millimeter vorgeschrieben.
- Frankreich: In Frankreich kostet Fahren mit abgefahrenen Reifen ca. 135 Euro.
- Spanien: In Spanien kostet Fahren mit abgefahrenen Reifen ca. 200 Euro.
Bußgelder und Konsequenzen bei Verstößen
Ist nicht mehr genügend Profiltiefe vorhanden und kommst du in eine Polizeikontrolle, so erwartet dich ein Bußgeld. Wer mit einem abgefahrenen Reifen unterwegs ist, begeht eine Ordnungswidrigkeit, welche mit mindestens 60 Euro und 1 Punkt in Flensburg geahndet wird. Wer in der Probezeit mit abgefahrenen Reifen unterwegs ist, begeht einen B-Verstoß. Zusammen mit einem weiteren B-Verstoß führt das zu einer Verlängerung der Probezeit und zur verpflichtenden Teilnahme an einem Aufbauseminar.
Dies gilt aber nur, wenn keine Gefährdung oder kein Unfall stattgefunden hat. Kommt es zu einer Gefährdung aufgrund des abgefahrenen Reifens werden 75 Euro Strafe fällig, kam es zum Unfall mit einem abgefahrenen Reifen kostet das Bußgeld satte 90 Euro. Damit aber noch nicht genug. Neben den Bußgeldern und Punkten in Flensburg erwarten dich im schlimmsten Fall auch noch weitere Konsequenzen. Besonders im Falle eines Unfalls musst du damit rechnen, dass dir eine größere Schuld zugesprochen wird.
Die Nichteinhaltung der Mindestprofiltiefe bei einem Motorrad kann ein Bußgeld nach sich ziehen. Wird die Mindestprofiltiefe beim Motorrad unterschritten, droht weiterhin ein Punkt in Flensburg. Zudem besteht eine Gefahr für Leib und Leben. Das Bußgeld beträgt mindestens 35 Euro. Kommt es zu einer Gefährdung der Verkehrsteilnehmer oder kommt es zu einem Unfall, droht neben rechtlichen Folgen wie Schadensersatz eine Geldstrafe bis zu 5.000 Euro.
Fahrer, die mit abgefahrenen Reifen im Straßenverkehr unterwegs sind und kontrolliert werden, erhalten ein Bußgeld von 60 Euro und einen Punkt in Flensburg (Stand Juni 2022). Wurden aufgrund der abgefahrenen Reifen andere Verkehrsteilnehmer gefährdet oder kommt es zu einem Unfall, fällt das Bußgeld höher aus.
Abgefahrene Reifen: Kann es zu Problemen mit der Kfz-Versicherung kommen? Das kommt auf die Unfallursache an. Wäre der Unfall auch mit neuen Reifen passiert, gibt es normalerweise keine Probleme mit der Kfz-Versicherung. Ist es zu dem Unfall gekommen, weil die Reifen des Fahrzeugs abgefahren waren, sind Leistungskürzungen möglich.
Zusammenfassung der Bußgelder und Punkte
| Verstoß | Bußgeld | Punkte in Flensburg |
|---|---|---|
| Abgefahrene Reifen | 60 Euro | 1 |
| Abgefahrene Reifen + Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer | 80 Euro | 1 |
| Abgefahrene Reifen + Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer | 100 Euro | 1 |
| Abgefahrene Reifen + Unfallfolge | 120 Euro | 1 |
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