Race Face Laufräder im Test: Eine umfassende Analyse

Race Face ist seit Jahren eine feste Größe im Mountainbike-Bereich und kann in seinem Portfolio mit zahllosen Produkten aufwarten, von Bekleidung über Protektoren bis hin zu Komponenten. Der Hersteller aus Vancouver hat sich vor allem mit Vorbauten, Kurbeln und Laufrädern einen Namen gemacht.

Race Face Era: Neue Maßstäbe im Enduro- und Trail-Bereich?

Mit dem Race Face Era will der kanadische Komponentenhersteller neue Maßstäbe im Bereich der Enduro- und Trail-Laufräder setzen. Mit den neuen Era-Carbon-Laufrädern will Race Face eine neue Benchmark setzen und ein Produkt bieten, das auf hohe Haltbarkeit setzt und gleichzeitig starke Trail-Performance liefert. Carbon-Felgen kombiniert mit der bewährten Vault-Nabe und eine lebenslange Garantie sollen den Laufradsatz zum ultimativen Begleiter für jeden Trail machen. Doch wie schlägt sich das Race Face Era-Laufrad in der Praxis?

Der Laufradsatz wiegt gerade einmal 1.754 g in der getesteten 29″-Ausführung und geht für ca. 1.809 € über die Theke. Damit sind sie natürlich keine Budget-Option, aber in etwa auf einer Linie mit High-End Carbon-Laufrädern von anderen Herstellern.

Technische Details und Besonderheiten der Era-Laufräder

Die Felgen der Race Face Era-Laufräder bestehen aus einem Carbon-Lay-up, das nicht nur für hohe Steifigkeit sorgen soll, sondern laut Hersteller auch eine gewisse Nachgiebigkeit bewahrt, um Schläge effizient zu dämpfen. Die Felgenflanke ist sehr breit gehalten, wodurch Reifenpannen durch Durchschläge vermieden werden sollen. Optisch wirken sie trotz ihrer Standard-Innenmaulweite von 30 mm recht breit und dadurch bullig und robust.

Wie viele andere moderne Laufräder kommen auch die Race Face Era mit einer asymmetrischen Felgenform, die den unterschiedlichen Ansprüchen an die Bremsen- und Nicht-Bremsen-Seite gerecht werden soll. Zudem ist die Form der Felge spezifisch für das Vorder- und Hinterrad. Um das niedrige Gewicht von 1.754 g pro Satz halten zu können, setzen die Era auf nur 28 Speichen an beiden Laufrädern.

Die Race Face Era sind mit hauseigenen Vault-Naben ausgestattet, die sich bereits an den anderen Laufrädern der Marke bewiesen haben. Das Freilaufsystem ist sehr voluminös, da die Sperrklinken im äußeren Bereich der Nabe sitzen, statt innen wie bei den meisten anderen Herstellern. Es bietet einen feinen 3°-Eingriffswinkel, was für wenig Verzögerung sorgt, sobald man in die Pedale tritt. Allerdings kann durch den niedrigen Winkel auch der Pedal-Kickback erhöht werden.

Das Race Face Era-Laufrad ist in 29 Zoll, als Mullet-Laufradsatz oder in 27,5 Zoll erhältlich.

Praxistest: Wie schlägt sich das Era-Laufrad auf dem Trail?

Um die Performance des Race Face Era auf Herz und Nieren zu prüfen, haben wir es ein ganzes Jahr hinweg auf einer Vielzahl von Trails getestet - von flowigen Singletrails über grobe Wurzelteppiche bis hin zu harten Bikepark-Runs. Rollt man in den ersten Trail hinein, fällt sofort der feine Freilauf-Sound auf, der durch den geringen Einrastwinkel entsteht und angenehm klingt.

Auf Flowtrails bieten die Race Face Era eine hohe Präzision und gute Steifigkeit, die einen aus Anliegern förmlich hinausschießen. Hier dürfte auch das geringe Gewicht seinen Teil dazu beitragen. Trotzdem fühlen sie sich nicht zu steif an, sondern ermöglichen eine angenehme Compliance, die auch auf ruppigen Trails für Komfort und Kontrolle sorgen und eure Unterarme vor Armpump bewahren.

Während des gesamten Testzeitraums haben sich die Race Face Era-Laufräder als äußerst zuverlässig erwiesen: Keine einzige Speiche lockerte sich, und die Nabe lief durchgehend problemlos. Selbst nach harten Einschlägen und langen Tagen im Bikepark hielt das Era-Laufradset ohne Murren.

Die neuen Race Face Era-Laufräder haben sich im Langzeittest eindeutig bewährt. Die Kombination aus hoher Präzision und angenehmer Compliance sorgt für ein direktes, aber komfortables Fahrverhalten. Besonders beeindruckend ist die Haltbarkeit, die sich über ein Jahr hinweg bewährt hat - keine losen Speichen, eine zuverlässige Nabe. Auch harte Einschläge steckt die robuste Felge weg.

Race Face Aeffect R: Preiswerte Alternative mit solider Leistung

Race Face bietet mit der Aeffect-R-Serie Bike-Komponenten an, die durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen sollen. Dazu gehören auch die entsprechenden Laufräder. Selbige bringen modernste Features mit und sind in den gängigen Größen und Nabenmaßen erhältlich. Wir haben die 27,5-Zoll-Ausführung der Race Face Aeffect R im Enduro-Einsatz getestet.

Im Sortiment von Race Face finden sich zahlreiche Produkte, die einen breiten Preisbereich abdecken. Neben absoluten High-End-Ausführungen aus Carbon, werden auch günstigere Lösungen angeboten, die trotzdem hochwertig und performant sind. Zu letztgenannten gehören auch die Produkte der Race Face Aeffect R-Serie. Diese Baureihe umfasst Lenker, Vorbauten und Laufradsätze.

In diesem Test stellen wir euch die Race Face Aeffect R Laufräder vor, die mit einem aktuellen Marktpreis von unter 500 Euro und den gebotenen Features recht attraktiv wirken. Wir haben die Laufräder über mehrere Monate an unserem Enduro getestet und waren dafür im Bikepark und unseren Hometrails unterwegs.

Design und technische Merkmale der Aeffect R Laufräder

Race Face liefert die Aeffect R in einem recht neutralen Karton aus. Im Inneren stecken neben den Laufrädern selbst, noch fünf Ersatzspeichen. Optisch wirken die Race Face Aeffect R aufgrund des Stealth-Designs mit den dunklen Decals erfreulich unaufällig. Damit passen die Laufräder an nahezu jedes Bike und harmonieren mit vielen Farben sowie Formen.

Das Herzstück der Laufräder bildet die Trace-Nabe im Boost-Format. Diese sind als Straight-Pull-Version ausgeführt und ermöglichen einen werkzeuglosen Wechsel der Endkappen sowie des Freilaufs. Ansonsten setzt der Hersteller auf Industrielager. Bremsscheiben lassen sich an der 6-Loch-Aufnahme befestigen.

Die Verbindung zwischen Nabe und Felge übernehmen insgesamt 28 doppelt konifizierte Speichen, die alle eine Länge haben. Die Felge aus 6061-Aluminium ist mit 30 Millimetern Innenweite recht breit und entspricht so dem aktuellen Trend. Dadurch baut der Reifen recht breit und wird besser abgestützt.

Die Race Face Aeffect R Laufräder wiegen zusammen mit XD-Freilauf 1.885 Gramm. Das Vorderrad in 15×110 kommt dabei auf 850 Gramm. Die Ausführung für hinten wiegt 1.035 Gramm. Eine Gewichtsbeschränkung ist leider nirgends zu finden.

Fahrtest und Performance der Aeffect R

Für unseren Test haben wir die Race Face Aeffect R mit den Maxxis High Roller II und den Ethirteen TRS(+) ausprobiert. Beide Reifen-Versionen wurden direkt als Tubeless-Konfiguration genutzt, da die Laufräder ohnehin ab Werk mit entsprechendem Felgenband und den Ventilen ausgestattet sind.

Auf unseren Hometrails konnten wir die Race Face Aeffect R Laufräder gleich nach der Installation ausprobieren. Dabei fiel direkt auf, wie leicht sich das Bike beschleunigen ließ. Trotz moderatem Gewicht von fast 1,9 Kilogramm war die Rotationsmasse gefühlt gering. Im Downhill-Einsatz mussten die Laufräder dann auch zeigen, wie die Stabilität ausfällt, denn mit 120 Kilogramm Systemgewicht war eine ordentliche Belastung da. Dabei überzeugten die Modelle mit einer hohen Agilität und Spurtreue.

Steifigkeit, Lenkpräzision und Komfort, sind auf einem angenehmen Niveau. Das Fahrgefühl ist insgesamt sehr gut, denn die breite Felge stützt den Reifen an der Flanke gut ab, erzeugt aber immer noch eine brauchbare Rundung an der Lauffläche, was Burping und das Einknicken der Seitenwand auf ein Minimum reduziert.

Die Race Face Aeffect R Laufräder überzeugen gemessen am aktuellen Marktpreis von unter 500 Euro, denn das Gesamtpaket passt: Die Performance auf dem Trail ist wirklich gut und das Gewicht moderat. Insgesamt betrachtet bietet Race Face mit diesen Laufrädern ein solides Paket an, das bei den wichtigsten Eigenschaften durchweg überzeugt und ohne offensichtliche Schwächen auskommt.

Race Face Turbine R: Ein schicker Laufradsatz mit kleinen Schwächen

Der Race Face Turbine R ist ein auffallend schicker Laufradsatz mit massiven Nabenkörpern, Boost-Standard und 30 mm breiten Felgen. Mit rund 1.800 g geht das Gewicht für einen 29er Aluminium-Laufradsatz voll in Ordnung. Dank des vormontierten Tubelessbands und der im Lieferumfang enthaltenen Ventile bedarf es nur noch etwas Dichtmilch, um die Reifen ohne Schläuche zu montieren.

Race Face setzt auf ein asymmetrisches Felgendesign mit einem 4,5-mm-Offset der Nippel für eine ausgewogene Verteilung der Speichenspannung. Bei ihnen setzen die Kanadier auf 28 gleich lange Straightpull Doublebutted-Speichen mit einer Konifizierung von 2,0 mm auf 1,5 mm. Im Lieferumfang sind 5 Ersatzspeichen enthalten.

Langzeittest und Haltbarkeit

Testfahrer Benjamin hatte den Race Face Turbine R 29er-Laufradsatz über 7 Monate und 1.300 km im Einsatz. Durch die Breite der Felgen fuhr er die Reifen mit geringem Luftdruck (ca. 1,5 bar v/h bei 70 kg Gewicht), ohne dabei Ärger mit ständig wegknickenden Reifen zu haben.

Die Haltbarkeit der Felgen überzeugte über den kompletten Testverlauf, trotz einiger Durschläge kam es zu keinen Dellen - top! Doch nicht alles lief rund: Nach knapp 1.000 km mussten die Speichen nachzentriert werden.

Nach 1.300 km begann das Hinterrad, unter Last laut metallisch zu knacken. Nach vergeblicher Spurensuche sandten wir das Laufrad für einen Service zum Hersteller. Ohne Erfolg! Schon nach den ersten Kilometern stellte sich das nervige Knacken wieder ein und wurde zunehmend lauter. Nach weiteren Rückfragen wurde uns gesagt, dieses Problem trete nur bei der allerersten Charge der Laufräder auf - wir sind auf weitere Tests gespannt.

Der Race Face Turbine R-Laufradsatz hätte Potenzial zum Rundum-Sorglos-Paket.

Vergleich von Alu- und Carbon-Laufrädern

Laufräder gelten als das beste Tuning fürs MTB. Doch stimmt das wirklich? Und was bieten aktuelle Nachrüstsätze? Wir haben 13 Modelle ab 430 Euro getestet.

Bei den Carbon-Laufrädern sichern sich die Acros Enduro-Carbon-LSR 29" den Testsieg. Acros liefert ein superleichtes und klasse aufgebautes Paar Carbon Rundlinge. Toll für Nachrüster: der Satz ist auch für Non-Boost erhältlich!

Den Kauftipp bei den Alu-Laufrädern holen sich die Race Face Aeffect R, dank grundsolidem Laufradaufbau, guten Steifigkeitswerten und ordentlichem Tempo.

Die Newmen Advanced SL A.30 sichern sich den Kauftipp unter den Carbon-Laufrädern. Optisch machen die superleichten Sätze eine Menge her und auch die Beschleunigung kann voll punkten.

Alu-Laufräder im Test (ab 430 Euro)

Wir haben acht Alu-Laufradsätze ab 430 Euro getestet und verglichen:

  • Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy (600 Euro)
  • DT Swiss XM 1700 Spline (719 Euro)
  • Mavic Crossmax XL S 29 (750 Euro)
  • Newmen Evolution SL A.30 (680 Euro)
  • Race Face Aeffect R (600 Euro)
  • Shimano Deore XT WH-M8120 (430 Euro)
  • Spank 350 Vibrocore (699 Euro)
  • Veltec ETR Extradrei (549 Euro)

Carbon-Laufräder im Test (ab 1199 Euro)

Wir haben fünf Carbon-Laufradsätze ab 1199 Euro getestet und verglichen:

  • Acros Enduro-Carbon-LRS 29" (1199 Euro)
  • Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon (1699 Euro)
  • DT Swiss XMC 1501 Spline One (1599 Euro)
  • Newmen Advanced SL A.30 (1450 Euro)
  • Race Face Next R31 (1699 Euro)

Einmal mehr haben uns pandemiebedingt nicht alle angefragten Hersteller einen Laufradsatz zur Verfügung stellen können. Dennoch konnten wir 13 Laufradsätze, acht mit Alu-Felge ab 430 Euro, fünf mit Carbon-Felge ab 1199 Euro, auf unsere Prüfstände stellen. Dabei wählten wir keine speziellen Race-Modelle, sondern solche mit einem sehr breiten Einsatzspektrum von Tour über Trail und All-Mountain bis hin zu Enduro. Allen gemein sind daher grundsätzliche stabile Aufbauten und moderne Eckdaten: "Boost"-Achsen vorne/hinten (siehe Lexikon), Freiläufe für 12-fach-Kassetten sowie Felgen mit rund 30 mm Maulweite - ideal für angesagte 2,35"-2,5" breite Reifen.

Warum Laufräder ein ideales Tuning sind

Laufräder sind, wenn hochwertig, nur positive Effekte bringen. Sie sparen Gewicht und damit Massenträgheit, was das Bike leichter, agiler im Handling und spurtfreudiger macht. Gleichzeitig gehen sie in Sachen Steifigkeit und Langlebigkeit keinerlei Kompromisse ein. So zumindest das Versprechen.

Leicht und mit viel Speed

Tatsächlich: Die getesteten Laufräder weisen zumeist attraktive Gewichte auf, die deutlich unter denen eines "08/15-Satzes" in einem 3000-Euro-Fully liegen dürften. Logo, die Carbonis wiegen dabei weniger als die Alu-Modelle: im Schnitt 265 g pro Satz. Wobei die beiden Kohlefaser-Wheels von Acros und Newmen mit unter 1600 g Paargewicht echte Traumwerte erreichen - bei voller Enduro- und hoher Gewichtsfreigabe (Acros nennt gar keine Beschränkung).

Dass auch Alu leichte Laufräder erlaubt, zeigen Newmen und Veltec, deren Sätze auf je rund 1800 g kommen - klasse. Mit den Alu-Rädern von Crankbrothers, Shimano und Spank überbieten drei Sätze jedoch die kritische Zwei-Kilo-Marke. Das passt zur jeweiligen Philosophie der Hersteller (robust, komfortabel, langlebig ...), geht aber kaum als Gewichts-Tuning durch und hat entsprechend Punktabzüge zur Folge.

Je leichter, desto beschleunigungsfreudiger? In der Regel trifft dies zu. Aber auch sehr schwere Laufräder können eine vergleichsweise geringe Massenträgheit aufweisen. Denn es kommt vor allem auf das Gewicht der Felge an, da diese bei der Rotation den längsten Weg zurücklegt. Eine schwere (robuste) Nabe fällt buchstäblich nicht so sehr ins Gewicht. Beispiel: Der Race-Face-Aeffect-Satz wiegt fast zwei Kilo, rollt aber dennoch bei den Alu-Modellen am drittschnellsten durch die Lichtschranke und ist damit flotter als andere.

Testergebnisse im Überblick:

Laufradmodell Material Preis pro Paar Gewicht v./h. Max. Systemgewicht Maulweite v./h. Speichenanzahl Testurteil
Race Face Aeffect R Alu 600 Euro 923,5 g/1070 g Keine Beschränkung 30/30 mm 28 Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Kauftipp)
Race Face Next R31 Carbon 1699 Euro 816 g/912 g Keine Beschränkung 31/31 mm 28 Sehr gut
Veltec ETR Extradrei Alu 549 Euro 827,5 g/964,5 g Keine Angabe 30/30 mm 32 Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Testsieger)
Acros Enduro-Carbon-LRS 29" Carbon 1199 Euro 731 g/819 g Keine Beschränkung 29/29 mm 28 Überragend (MOUNTAINBIKE-Testsieger)

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