Rad Rollentrainer Test: Ihr umfassender Ratgeber für Indoor-Training

Der Blick auf das Thermometer und vor allem aus dem Fenster macht es momentan unmissverständlich deutlich: Kalt+nass+dunkel= Zeit für Indoortraining auf der Trainingsrolle. Wer im Herbst und Winter nicht auf sein Training verzichten und das schlechte Wetter meiden will, der schaut sich nach einem Rollentrainer um.

Mit einem Rollentrainer holt man sich die Straße ins Haus und kann in der kalten Jahreszeit seine Fitness für die nächste Radelsaison halten. Ob man ein Mountainbike oder Rennrad in den Trainer einbaut, spielt dabei keine Rolle.

Verschiedene Arten von Rollentrainern

Rollentrainer ist nämlich nicht gleich Rollentrainer. Im Grunde hat diese Renaissance schon früher begonnen, als vor einigen Jahren die ersten »smarten« Radtrainer auf dem Markt eingeführt wurden.

Freie Rolle

Sie sind das klassische Mittel, um “auf der Stelle” zu fahren. Simple freie Rollen schlagen mit rund 160 Euro zu Buche, werden heute allerdings fast ausschließlich zum Warmfahren vor Wettkämpfen verwendet.

Ein riesiger Vorteil von freien Trainingsrollen ist, dass sie super simpel auf- und abzubauen sind. Radstand einstellen, Rad drauf, losfahren (zugegeben, das ist die ersten Male etwas kniffelig).

Auf einer freien Trainingsrolle wird das Rad nicht eingespannt. Vorder- und Hinterrad drehen sich beide und man fährt auf 3 Walzen. So trainiert man nicht nur die Kondition, sondern auch die Koordination und Muskelgruppen, die bei einem eingespannten Rad vernachlässigt würden.

Mit der Zeit erschließt sich eine faszinierende, virtuelle Trainingswelt mit ständig wechselnden Herausforderungen. Langweilig wird einem hier garantiert nicht!

Ein Vorurteil, das freien Rollen immer anhängt, ist, dass der Widerstand der Rollen nicht groß genug ist für ernsthafte Intervalle, weswegen sie meist nur zum Aufwärmen vor Rennen, gerade auf der Bahn, genutzt werden.

Smarte und Semi-freie Rollen

Inzwischen gibt es auch einige wenige smarte und semi-freie Geräte mit variablem Widerstand, die sich via ANT+ und Bluetooth mit Trainings-Apps koppeln lassen. Darunter zum Beispiel der Elite Nero oder der Wahoo Kickr Rollr. Da sie mit dem eigenen Rad angetrieben werden, braucht es keine zusätzlichen Teile und kaum Montageaufwand.

Für die Messung der Tretleistung benötigt man ein zusätzliches Powermeter in Kurbel oder Pedalen. Bis zu zehn Prozent simulierte Steigung und maximal 1500 Watt Ausgangsleistung sind möglich.

Wheel-On-Trainer

Heute weitgehend durch Geräte mit Direktantrieb abgelöst, besitzt das Konzept aufgrund der geringeren Anschaffungskosten noch immer Fans. Das Hinterrad verbleibt im Renner, sodass die Kraftübertragung zum Gerät direkt über den Reifen stattfinden kann.

Um Verschleiß und Lautstärke zu minimieren, empfiehlt sich ein spezieller Trainingsreifen. Wer mit demselben Rad oft zwischen draußen und drinnen wechselt, profitiert von einem Zweitlaufrad. Für Grundlagen-Fahrten ist das weniger relevant.

Einfache Wheel-On-Trainer ohne App-Kompatibilität starten bei 250 Euro. Dank kompaktem Schwungrad bleibt das Gerät verhältnismäßig leicht und lässt sich platzsparend lagern. Für 100 Euro mehr gibt’s zum Beispiel den Garmin Tacx Flow Smart, welcher das Training in eine Software, wie My Whoosh oder Zwift, übersetzen kann.

Für sehr hohe Kraftspitzen bei intensiven Sprints ist das Gerätekonzept aufgrund des potenziellen Schlupfs nicht ideal. Auch mit der Messgenauigkeit eines Direktantriebs kann die Hinterradrolle nicht mithalten.

Rollentrainer mit Direktantrieb

Diese Rollentrainer sind “state of the art”. Hinterrad raus, Gerät rein. Hohe Kompatibilität und Messgenauigkeit ermöglichen seriösen Rennsport.

  • Elite Direto XR-T: Preiswert und leistungsstark eröffnet der Direto Einsteigern die Welt des smarten Direktantriebs-Trainings. Mit 2300 Watt maximaler Bremsleistung und bis zu 24 Prozent Steigungssimulation lässt sich nach Herzenslust trainieren. Die Messungenauigkeit kommt mit 1,5 Prozent nahe an die Bestwerte heran. Preis 599 Euro.
  • Wahoo Kickr Moove: In der inzwischen sechsten Ausbaustufe ermöglichen WLAN-Konnektivität und ein neues Odometer die exakte Erfassung und schnelle Übertragung von Daten. 20 Prozent maximale Neigungssimulation und 2200 Watt Spitzenleistung sind möglich. Preis 1600 Euro.
  • Garmin Tacx Neo 3M Smart: Das Top-Modell aus dem Hause Garmin verspricht hohe Genauigkeit bei Leistung, Geschwindigkeit und Trittfrequenz mit Abweichungen von unter einem Prozent. Bei 25 Prozent Maximalsteigung und 2200 Watt Spitze können die Beine für extreme Sprints trainiert werden. Preis 1999 Euro.

Smart-Bikes

Standsichere und komplett ausgestattete Luxus-Variante - wenn man den Platz dafür hat.

  • Zwift Ride: Software-Spezialist Zwift hat deshalb ein Fahrgestell im Programm, das auf dem Trainer verbleiben kann, weniger kostet als ein richtiges Rad und fürs Indoor-Training optimiert ist. Preis: 799 Euro (1299 Euro inkl. Wahoo Kickr Core).
  • Tacx Neo Bike Plus: Aufwendig konstruierte Indoor-Bikes wie das 3999 Euro teure Tacx bieten ein ganz eigenes Fahr- bzw. Trainingserlebnis. Dank Display und zusätzlicher Tablet-Halterung inklusive Ladebuchse sind Animationen und alle Zahlen stets im Blick.

Rollentrainer-Zubehör

Klar, kann man sich einfach eine Rolle kaufen und lostrainieren. Mit dem passenden Zubehör wird das Erlebnis aber besser.

  • Elite Rizer: Mit eingehängter Gabel hebt und senkt der Rizer die Front bei virtuellen Anstiegen (bis 20 Prozent Steigung) und Gefällen (bis zu 10 Prozent). Preis 769 Euro.
  • Ventilator: Wahoo Kickr Headwind: Der smarte Ventilator kann mittels Herzfrequenz oder Geschwindigkeit gesteuert werden und pustet mit bis zu 48 km/h. Preis 279,99 Euro.
  • Trainingsanzug: The Aeroready Onesie von Adidas: Speziell fürs hochintensive Indoor-Workout entwickelt, leitet der Einteiler Wärme und Schweiß ab. Preis 140 Euro.
  • Rollentrainer-Schuhe: Der Nike Super Rep Cycle 2: Luftdurchlässiges Obermaterial verbessert die Kühlung, eine steife Sohle die Kraftübertragung.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Im Rollentrainer Test hat dieses Gerät (Rollentrainer Tacx Smart Flow) bei uns einen guten Eindruck gemacht, leider kann die APP jedoch nur genutzt werden, wenn man sich ein TACX Profil anlegt. Dafür werden die Trainingsdaten jedoch abgespeichert und können später ausgewertet werden.

Damit Schall und Vibrationen absorbiert werden, kann das ganze Konstrukt auf einer dünnen Schaumstoffmatte aufgebaut werden. Teppichboden sorgt auch für eine gewisse Geräuschdämmung.

Vergleichstabelle der Rollentrainer

Produkt Typ Konnektivität Max. Steigung Max. Leistung Reifengröße Geräuschpegel
Elite Tuo Wheel-on Smart ANT+ / Bluetooth 10 % 1250 W 24″ - 29″ Mittel
JetBlack VOLT EMS Direct Drive Smart ANT+ / Bluetooth 16 % 1800 W 700c / 27,5″ / 29″ Sehr leise
Elite Arion Mag Magnetroller Nein - 520 W 24″ - 29″ Mittel

Die Vorteile des Rollentrainers

Ein Vorteil liegt sofort auf der Hand. Es wird mit dem eigenen Fahrrad trainiert. Alle Einstellungen, der Fahrradsattel, der Lenker, die Gangschaltung, einfach das ganze Setup ist exakt das, was uns auch auf der Straße begleitet.

Fazit

Der richtige Rollentrainer macht den Unterschied. Wer im Sommer viel mit dem Fahrrad fährt und dies wegen der niedrigen Temperaturen im Winter nicht macht, kann mit dem Rollentrainer am Ball bleiben, seine Ziele weiter verfolgen und auch Fahrradfahren im Winter einen neuen Stellenwert geben.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0