Beim Blick aus dem Fenster wird klar: Die heißersehnte und lange geplante Radtour fällt wortwörtlich ins Wasser. Dennoch: Regenwetter ist vielleicht nicht ideal, aber keinesfalls ein Hindernis. Ob Tipps zur Ausrüstung oder wichtige Verhaltensregeln: Wir bei Simplon wissen, was es beim Radfahren im Regen zu beachten gilt. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung. Ein Sprichwort, das wohl jeder von uns kennt. Bereit für unsere Top Five? Je fünf Ausrüstungstipps und Verhaltensregeln für verregnete Touren warten darauf, von dir gelesen zu werden.
Die richtige Ausrüstung für Regentouren
Auch bei feuchtem und kühlem Wetter ist das Radfahren problemlos möglich, wenn man sich richtig kleidet. Mit der richtigen Regenbekleidung bleibst du trotz Schauer trocken. Regenschutz gibt es von Kopf bis Fuß.
Ausrüstungstipps
- Regenjacke: Eine hochwertige Regenjacke ist ein Must-have für deine Bike-Tour an nassen Tagen. Das ideale Kleidungsstück punktet mit hervorragenden wasserabweisenden Eigenschaften wie auch mit Atmungsaktivität und Temperaturregulierung.
- Regenhose: Die perfekte Ergänzung zu Regenjacken sind spezielle Regenhosen. Weiter geschnitten, mit praktischen Reißverschlüssen und Druckknöpfen werden sie über die Alltags- oder Sporthosen gezogen. Einige Hersteller bieten sportliche Modelle an, die solo getragen werden.
- Handschuhe: Mit kaltnassen Fingern die Bremsen betätigen? Kaum möglich! Die Lösung: Handschuhe aus einem wasserabweisenden Material, die gleichzeitig volle Bewegungsfreiheit garantieren.
- Fahrradhelm mit Blendschutz: Nicht nur an sonnigen Tagen empfiehlt sich das Tragen eines Fahrradhelms mit Blendschutz. Denn: Bei Regen hält die Blende zumindest ein bisschen Wasser von den Augen ab. Zudem verhindern spezielle Regenüberzüge das Eindringen von Nässe und Kälte durch die Lüftungsschlitze.
- Schutzbleche: Auf regennassen Straßen machen Schutzbleche ihrem Namen alle Ehre. Abgesehen von den Reifen bist auch du selbst auf der Spritztour gut geschützt unterwegs. Schmutzwasser und anderer aufgewirbelter Dreck haben weniger Chancen, dich direkt zu erreichen. So bleibt es dir zwar nicht erspart, nach der Tour dein Simplon-Bike gründlich zu reinigen.
Weitere wichtige Ausrüstungsgegenstände
- Überschuhe: Falls nicht, sollten Überschuhe dabei sein, um die Schuhe vor Nässe und die Füße vorm Auskühlen zu schützen.
- Helmüberzüge: Für Fahrradhelme gibt es wasserdichte Helmüberzüge, aber auch Jacken mit Kapuzen, die groß genug für einen Helm sind und sich auch anpassen lassen, wenn der Helm nicht getragen wird.
- Brille: Wenn Regentropfen auf den Brillengläsern die Sicht einschränken, wird es schnell nervig, wenn die Brille andauernd geputzt werden muss. Brillenträger:innen kann eine Schirmmütze helfen, die auch unter einem Helm getragen werden kann. Auch Fahrradhelme mit großen Visieren können hier Erleichterung bringen.
- Regenhülle / Smartphone Case: Deine Lenkertasche und dein Smartphone schützt du mit entsprechenden Hüllen oder Smartphone Cases. Die transparenten Kunststoffüberzüge halten den Regen draußen und die Funktion drinnen.
- Wasserdichte Packsäcke: Es ist immer gut, ein paar wasserdichte Packsäcke im Gepäck zu haben. Zur Not tun es auch Müllsäcke oder Plastiktüten. Es geht lediglich darum, dass du deine Ersatzkleider, Ladegeräte, etc. wasserdicht verpacken kannst.
Das Zwiebelprinzip
Auf die starken Temperaturschwankungen stellt man sich am besten ein, indem man mehrere dünne Schichten Kleidung trägt. So kann man eine Schicht ablegen oder mehr anziehen, je nachdem, wie das Kälteempfinden ist. Das Zwiebelprinzip bringt einen auch gut durch den Winter. Wird es sehr kühl, sollte die oberste Schicht winddicht sein. Sie verhindert auch bei starken Herbstwinden zuverlässig ein Auskühlen des Körpers.
Verhaltensregeln für das Radfahren im Regen
Vorsicht ist besser als Nachsicht - auch in diesem Sprichwort steckt viel Wahres. Damit Regen kein Hindernis beim Fahrradfahren darstellt, sind zwei Dinge entscheidend: die richtige Ausrüstung und eine angepasste Fahrweise. Von besserer Sichtbarkeit bis zur Vermeidung von plötzlichen Bremsmanövern - jeder Faktor zählt.
Wichtige Verhaltensregeln
- Licht an: Verregnet, wolkenverhangen, grau in grau - die Sichtbarkeit bei schlechtem Wetter ist stark eingeschränkt. Daher gilt beim Radfahren im Regen zu jeder Tageszeit: Licht an! So behältst du alles im Blick und wirst von anderen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig wahrgenommen.
- Längerer Bremsweg: Nicht nur für dein Auto, auch für dein Bike gilt: Bei Nässe verlängert sich der Bremsweg. Gründe dafür: die geringere Reifenhaftung auf nassen Straßen und die verzögerte Bremswirkung bei nassen Felgen.
- Pfützen umfahren: Wo Regen ist, da sind meist auch Pfützen - auf Straßen genauso wie am Wegesrand. Je stärker der Regen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du auf deiner Radtour auf solch stehendes Wasser triffst. Bei Wasseransammlungen gilt: Unbedingt umfahren, wenn du nicht auf den Grund sehen kannst!
- Reifendruck verringern: Weiße Fahrbahnmarkierungen, Gullideckel, Kopfsteinpflaster und Laub werden bei Nässe zu rutschigen Angelegenheiten. Dir ist es nicht möglich, diese potenziellen Gefahrenquellen zu umfahren? Mach es wie die Profis - und verringere den Reifendruck vor der Regenfahrt um 5 bis 10 bar. Denn: Weniger Luft bedeutet mehr Auflagefläche und Reifenhaftung auf der Straße und damit letztlich mehr Fahrkomfort und Sicherheit.
- Reinigung und Pflege: Nach der Tour ist vor der Tour: Deshalb solltest du dein Simplon-Bike vor allem nach Fahrten im Regen richtig reinigen und pflegen.
- Frühzeitig Bremsen: Auf nasser Fahrbahn verlängert sich der Bremsweg. Um ungewollte Rutschpartien zu vermeiden, solltest du: Zu Beginn sanft bremsen, um das Wasser von der Bremsfläche zu entfernen. Danach mit mehr Druck bremsen, um sicher zum Stehen zu kommen. Plötzliche starke Bremsungen vermeiden, um nicht die Traktion zu verlieren.
- Vorsichtig Fahren: Regen reduziert die Bodenhaftung der Reifen. Vermeide abrupte Lenkbewegungen und reduziere deine Geschwindigkeit. Außerdem ist es wichtig: Kurven möglichst senkrecht zu nehmen, um ein Wegrutschen zu verhindern. Während einer Kurve nicht zu bremsen, um die Traktion zu bewahren. Besonders vorsichtig auf Fußgängerüberwegen und weißen Straßenmarkierungen zu fahren, da diese sehr rutschig sind.
- Pfützen vermeiden: Pfützen können versteckte Gefahren wie Schlaglöcher oder rutschige Untergründe verbergen. Meide sie, wenn möglich. Falls du sie nicht umfahren kannst, fahre langsam hindurch oder steige ab, um das Risiko eines Sturzes zu minimieren.
Zusätzliche Tipps für die kalte Jahreszeit
Der Winter verlangt von uns Radfahrern allerhand ab: Kälte, Schnee und häufig Regen. Bei einem derartigen Schmuddelwetter wird's schnell ungemütlich auf dem Rad. Eiseskälte, Schneematsch und gegebenenfalls frierende Nässe erfordern erhöhte Aufmerksamkeit. Auch im Winter ist die jahreszeitlich bedingte feuchte Witterung gut für die Natur, keine Frage! Jedoch für uns Radfahrende eine große Herausforderung. Im Vergleich zum Sommer ist der Winterschauer besonders unangenehm.
Wetterbeobachtung
Egal, ob du nur ein paar Kilometer pendeln musst oder am Wochenende auf dem Rad entspannen willst. Gerade im Winter ist die Wetterbeobachtung das A & O. Bleiben die Temperaturen über 0° C oder gehen sie darunter. Ist das Wetter wechselhaft oder stabil ungemütlich?
Fahrradfahren bei verschiedenen Bedingungen
- Trockene 0 - 5° C: Ist es überwiegend trocken auf der Straße, kann es hinter jeder Kurve oder auf Brücken plötzlich glatt werden und Pfützen an derart neuralgischen Stellen gefroren oder der Untergrund mit Reif belegt sein. Deshalb: Sei wachsam! Kommst du ohne Spikes auf eine Eisplatte, keine Panikbremsung machen, keine Kurve einleiten und aufrecht auf dem Rad sitzenbleiben, ruckartige Körperverlagerung meiden und das Rad langsam ausrollen lassen. Auf Schotter kannst du halbwegs sicher Radfahren.
- Feuchte 0 - 5° C: Ist es bei diesen Temperaturen feucht, eignet sich Schotter als Untergrund noch besser als Asphalt: Der ist griffiger und der Regen wird nicht so gleichmäßig durch die Reifenrotation hochgeschleudert wie auf Asphalt. Du musst geeignete Regenkleidung und wärmendes darunter tragen.
- Trockene Minusgrade: Fährst du von vorneherein bei Temperaturen unter null, kannst du dich gleich darauf einrichten: Luftdruck etwas ablassen und Geschwindigkeit anpassen. Gas geben kannst du nur, wenn alles trocken ist und du einen großen Bereich vor dir einsehen kannst. Bei der Ausrüstung empfehlen wir Vielfahrern ggf. auf Spikes umzurüsten.
- Schnee: Macht lediglich auf festgefahrener Schneedecke mit montierten Spikes oder grobstolligen Mountainbike-Pneus Spaß, ist aber anstrengend und erfordert eine geübte Radbeherrschung. Alle anderen Reifen sind raus.
Must-have: Wetterfeste und wasserdichte Ausrüstung
Im Winter wie im Sommer schwitzt du auf dem Rad. D.h. auf längeren Ausfahrten muss auch im Winter der Schweiß die Möglichkeit haben, abzuziehen. Du ziehst dich nach dem Zwiebelprinzip mit sportgeeigneter Kleidung am besten mit Membranen an. Im Zweifel lieber erst einmal zu viel warme Sachen - ausziehen kann man immer was. Nimm dir für Regentouren ein zweites Paar Handschuhe und eine Wechselmütze unter den Helm mit.
Goldene Regeln für die perfekte Fahrtechnik bei Regen!
- Passe den Luftdruck der Reifen an! Im Nassen senkst du den Luftdruck etwas, um den Grip zu erhöhen.
- Trage Schuhe mit rutschfester Sohle! Prüfe vor der Tour, dass deine Schuhe auch bei Nässe ausreichenden Grip auf dem Pedal bieten.
- Kleide dich möglichst grell! Um im grauen Dunst eines Regentages rechtzeitig als Radfahrer erkannt zu werden, kleide dich möglichst grell.
- Eine Brille schützt die Augen vor Schmutz und Graupel! Aufspritzendes Regenwasser, herumfliegender Dreck oder Steinchen, Graupel- oder Hagelschauer können deine Sicht trüben und vor allem direkt ins Auge fliegen.
- Fahre umsichtig! Im Regen mutieren Kopfsteinpflaster, Fahrbahnmarkierungen, Straßenbahnschienen, Laub oder auch Hundekot plötzlich zur Schmierseifenrutschbahn.
- Die richtige Kurventechnik im Regen! Fährst du in eine Kurve, achte darauf, dass du auch hier die Geschwindigkeit reduzierst und dich so wenig wie möglich und so viel wie gerade nötig in die Kurve legst.
- So kannst du einen Sturz verhindern! Wenn das Vorderrad (oder Hinterrad) wegrutscht, kannst du den drohenden Exodus abfangen, in dem du blitzartig das Bein vom Pedal auf die Straße setzt.
- Benutze Schotter- und gesplitterte Wege! Auf gut geschotterten oder gesplitteten Wegen läuft einerseits das Wasser von der Oberfläche besser ab und bietet andererseits durch die griffige Oberflächenstruktur besseren Halt.
- Bremse frühzeitig und vorsichtig! Bedenke, dass sich beim Bremsen im Regen der Bremsweg verlängert.
- Nicht absichtlich durch Pfützen fahren! Läuft es blöd, liegt in der Pfütze ein Stein, den man natürlich nicht sehen kann: der Abflug ist vorprogrammiert.
- Halte mehr Abstand als sonst! Gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmer solltest du etwas mehr Abstand halten als im Trockenen.
- Lass dein Bike nicht im Regen stehen! Gib nach einer Regenfahrt deinem Rad die Chance abzutrocknen.
- Steig um auf Bus und Bahn! Auch wenn du aufgrund schlechten Wetters, deine Tourenplanung anpassen musst, kann es praktisch sein, mitsamt des Fahrrads in den Zug zu steigen und eine Teilstrecke mit dem Zug zurückzulegen.
- Du darfst auch mal das Auto benutzen. Wer ein Auto zur Verfügung hat, darf auch bei heftigem Regen mal darauf zurückgreifen.
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