Sicher Radfahren bei Sturm und Gewitter

Eine Radtour im Sommer kann schnell ins Wasser fallen. Ein kräftiges Sommergewitter macht dabei nicht nur nass, sondern kann auch gefährlich werden. Neben einem Blitzschlag sind auch Starkregen und Sturmböen eine Gefahr für Radfahrende. Es ist daher ratsam, sich vorab zu informieren, ob Gewitter angekündigt sind. Wer es trotzdem überrascht, sollte wissen, dass auch Fahrräder vom Blitz getroffen werden können.

Was tun, wenn ein Gewitter aufzieht?

Entfernter Donner kann auf ein sich näherndes Unwetter hindeuten. Blitzt es, kann man die Sekunden zwischen Blitz und Donner zählen und durch drei teilen, so erhält man die ungefähre Entfernung des Gewitters in Kilometern. Da ein Gewitter im Freien gefährlich werden kann, sollte man möglichst rechtzeitig Schutz suchen. Für Badende heißt es raus aus dem Wasser, denn Wasser leitet. Einen Regenschirm sollte man bei Gewitter auch nicht nutzen.

Aber was ist mit dem Fahrrad? Das hat doch gummierte Griffe und Reifen. Ja, aber sie bieten keine ausreichende Isolierung. Fahrräder ziehen Blitze nicht unbedingt an, aber sie leiten. Deshalb sollten Radfahrende, die von einem Gewitter überrascht werden, absteigen und das Fahrrad nicht festhalten, sondern es abstellen und Abstand halten. Schlägt ein Blitz tatsächlich ins Fahrrad ein, kann er sich über die Erde weiterverbreiten. Daher: mindestens 10 Meter und mehr Abstand halten.

Wo kann man Schutz suchen?

Wer kann, sollte Schutz in Gebäuden mit Blitzableitern, unter Brücken aus Stahlbeton (ohne Fahrrad und keine Geländer berühren) oder in Autos suchen. Nicht alle Schutzhütten haben Blitzableiter und können, wenn sie höher sind als die Umgebung oder Metallanteile haben, Blitze anziehen. Das gilt auch für Türme, Masten, Überlandleitungen und Bäume, daher sollte man sie meiden.

In einem Wald mit gleichmäßig hohen Bäumen gilt man als relativ sicher. Aber man sollte sich vom Waldrand und Baumstämmen fernhalten und auf den Regenschutz der Äste verzichten. Einzeln herausragende hohe Bäume sind zu meiden. Von allein stehenden Bäumen auf freiem Feld sollte man sich ebenfalls entfernen. Gefahr besteht auch durch böigen, stürmischen Wind und Totholz in den Bäumen: Äste können herunterfallen oder abbrechen, Bäume können umstürzen.

Im freien Feld sollte man an der tiefsten Stelle des Geländes mit geschlossenen Beinen in die Hocke gehen, Arme eng anlegen und die Füße zusammenhalten. Wenn ein Blitz in der Nähe einschlägt, soll die Gefahr in dieser Stellung am geringsten sein.

Viele dieser Situationen lassen sich mit Vorsicht und Vernunft vermeiden. Häufig machen Fahrradfahrer den Fehler, ein aufziehendes Gewitter nicht richtig einzuschätzen.

Idealerweise ist es so, dass Fahrradfahrer frühzeitig erkennen, dass ein Gewitter für Probleme sorgen kann und entsprechend darauf reagieren. Kein guter Ratschlag ist es, auf Biegen und Brechen das angedachte Tagesziel während einer Fahrradtour zu erreichen, bevor das Unwetter tobt. Nasse Fahrradkleidung trocknet meist schnell, doch bei gesundheitlichen Schäden sieht das anders aus.

Wer eine Radtour plant, sollte vor dem Start den Wetterbericht checken und auch über den Tag im Blick behalten. Wenn die Wetterlage auf Regen oder Unwetter hindeuten, macht es Sinn, sich vorab geeignete Orte wie Brücken oder Gebäude zu suchen, um dort Schutz vor einem Gewitter zu finden.

Verhalten bei Sturm und Windböen

Starker Wind und Sturmböen stellen für Radfahrer im Verkehr eine erhebliche Gefahr dar. Sehr windige Tage können bereits durch den Dauergegenwind zu einer starken Belastung werden, wenn man kein E-Bike fährt. Sturmböen oder Sturm hingegen sind richtig gefährlich. Am besten fährt man bei diesem Wetter gar nicht mit dem Fahrrad.

Starke Seitenwinde und plötzliche Böen können Radfahrer leicht aus der Bahn werfen und das Gleichgewicht stören. Dies ist besonders gefährlich, wenn man dadurch in den benachbarten Verkehr gedrängt wird. Viele werden bereits Erfahrungen mit der Sogwirkung von Lkws oder Bussen gemacht haben, die zu nah überholen.

Bei Sturm besteht die Gefahr von herumfliegenden Objekten, wie Dachziegeln, Staub/Krümel, losen Gegenständen, Blumentöpfen (von Balkonen) oder weggeworfener Müll, die Radfahrer treffen und verletzen können. Die Gefahren von oben wird man kaum vorhersehen können. Der Helm kann hier eventuell etwas schützen.

Wenn es irgendwie geht, sollte man als Radfahrer bei einem plötzlichen Unwetter oder bei starken Windböen vorübergehend die Fahrt unterbrechen und Schutz suchen. Das kann auch dazu führen, dass man mehrere Stunden warten muss.

Tipps für sicheres Radfahren bei Wind

  • Planen Sie Ihre Fahrt im Voraus: Vermeiden Sie offene Felder, auf denen der Wind freie Bahn hat.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihr Fahrrad gut gewartet ist: Achten Sie darauf, dass Ihre Fahrradreifen richtig aufgepumpt sind.
  • Angemessene Kleidung: Wählen Sie warme Kleidung, die eng anliegt und nicht zu sehr herumflattert.
  • Vorsicht vor Sturmböen: Achten Sie aufmerksam auf Windböen, die Ihren Lenker erschüttern und Sie aus dem Gleichgewicht bringen können.
  • Benutzen Sie die Gänge: Fahren Sie nicht unnötig in einem schweren Gang, da dies zusätzliche Energie kostet.
  • Benutzen Sie keinen Regenschirm im Regen: Dies kann zu sehr gefährlichen Situationen führen, vor allem wenn es windig ist.

Was tun nach dem Gewitter?

Ist das Gewitter vorbeigezogen, heißt es: kein Risiko eingehen, sondern erst mal abwarten. Rund 30 Minuten kann es nach dem letzten Blitz und Donner dauern, bis die Gefahr endgültig vorüber ist. Man sollte dann nicht den Fehler machen und die Radtour in Zugrichtung des Gewitters weiterführen, sondern sich in die Gegenrichtung bewegen. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass nach Starkregenereignissen Bäche Straßen und Wege überfluten können.

Zusammenfassung

Radfahren bei Gewitter und Sturm kann gefährlich sein. Eine gute Vorbereitung, das richtige Verhalten und die Beachtung der Wetterwarnungen sind entscheidend, um sicher unterwegs zu sein. Suchen Sie rechtzeitig Schutz und vermeiden Sie riskante Situationen.

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