Radfahren gegen Depressionen: Studien und Erkenntnisse

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. Menschen mit einer Depression leiden unter innerer Leere, starker Antriebslosigkeit, negativen Gedanken und Emotionen. Es findet ein Rückzug aus sozialen Kontakten statt, das Interesse an Aktivitäten und Hobbys geht verloren. Sie oder eine Person in Ihrem nahen Umfeld leidet an Depressionen? Dann informieren Sie sich über mögliche Therapieformen.

Doch genau das, was in der Depression so schwerfällt - die Überwindung sportliche Aktivitäten aufzunehmen - kann dabei helfen, die Krankheit besser in den Griff zu bekommen. Wer regelmäßig Sport treibt, kann das Risiko, eine Depression zu entwickeln deutlich verringern.

Präventiver Nutzen von Sport

Der präventive Nutzen von Sport wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen. Bei diesen Untersuchungen wurde deutlich, dass es bereits bei geringfügiger körperlicher Betätigung einen positiven Effekt gibt. Es muss kein Leistungssport sein, viel wichtiger ist die Regelmäßigkeit der Einheiten.

Die positive Auswirkung von Sport geht aber über den präventiven Nutzen hinaus. Denn auch in der akuten Phase einer depressiven Episode kann körperliche Aktivität zu einer Besserung der Symptome führen und damit zur Genesung beitragen. Auch wenn es für die Betroffenen zunächst meist ein gewisses Maß an Überwindung kostet, wird regelmäßig von einer Aufhellung der Stimmung, mehr Energie und gesteigerter Unternehmungslust nach dem Sport berichtet.

Viele Menschen bekommen erst beim Sport den Kopf frei und können negative Gedanken loslassen. Sport bietet also die Möglichkeit der Ablenkung von Grübelschleifen und negativen Denkspiralen. Auch kann Sport den Selbstwert eines Menschen steigern.

Depressiv Erkrankte leiden unter einer Störung der Vitalgefühle, also einer Beeinträchtigung der gefühlten Lebendigkeit und Energie des eigenen Körpers. Regelmäßiger Sport hält nicht nur körperlich, sondern auch psychisch bzw. geistig auf Dauer fit. Körperliche Bewegung sorgt dafür, dass die mentalen Fähigkeiten verbessert werden.

Radfahren als Therapieform

Auch Radfahren als Ausdauersport hilft, die Symptome einer Depression zu lindern oder das Wiederauftreten zu verhindern. Auch hier gilt, dass die gleichmäßige Bewegung wichtiger ist als Belastungsspitzen. Wie auch beim Joggen werden Neurotransmitter freigesetzt, die eine positive Wirkung auf psychisches wie physisches Empfinden haben. Insbesondere die konstante Dauerbelastung des kardiovaskulären Systems hat sich als hilfreich erwiesen.

Bereits nach ca. 30 Minuten Radfahren werden Körpergefühl und Stimmung positiver. Fahrradfahren ist eine umweltfreundliche Art der Fortbewegung und hält dich körperlich fit. Doch wusstest du auch, dass Radfahren dir auch mental hilft? Eine Studie der Universität Zürich untersuchte an 9.000 Probanden, ob Menschen, die im Alltag mit dem Fahrrad unterwegs sind, sich weniger gestresst fühlen, als Menschen, die andere Verkehrsmittel nutzen.

Die Antwort: Ja, Fahrradfahren reduziert Stress. Eine Psychologie-Studie, die in “Frontiers in Psychiatry” veröffentlicht wurde, bestätigt, dass sich Ausdauersport (allgemein, also nicht nur Radfahren) positiv gegen Angstgefühle auswirkt.

Weitere Sportarten zur Linderung von Depressionen

Joggen ist eine der Sportarten, die dabei helfen kann, die Symptome einer Depression zu lindern, da sie viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit und die Psyche hat. Alleine durch das mehrmals wöchentliche Laufen kann eine nachhaltige Veränderung bewirkt werden, da Botenstoffe wie Serotonin und Noradrenalin vermehrt ausgeschüttet werden.

In vielen wissenschaftlichen Studien konnte belegt werden, dass Yoga eine maßgebliche Verringerung von Stress und Angst mit sich bringt. Gerade in der Behandlung der Depression hat sich Yoga als äußerst wirksam erwiesen. Es gibt viele, zum Teil sehr verschiedene Arten von Yoga, die ihren Schwerpunkt ganz unterschiedlich auf die geistige Konzentration, körperliche Übungen und Positionen oder Atemübungen legen.

Therapeutisches Bogenschießen ist mehr als nur eine Sportart, die dazu beitragen kann, die Symptome einer Depression zu lindern. Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, leiden unter störenden negativen Gedanken, innerer Unruhe und haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Beim Bogenschießen erfahren depressive Patienten kontrollierte Anspannung und Loslassen und lernen, die Gegensätze von Anspannung und Entspannung sowie Festhalten und Loslassen besser zu steuern. Wesentlich ist außerdem, dass therapeutisches Bogenschießen neben dem therapeutischen Nutzen Spaß macht!

Empfehlungen für sportliche Aktivität

Welche Sportart sich am besten eignet und am effektivsten ist, hängt von den individuellen Bedürfnissen und Ressourcen ab. Man sagt jedoch, dass Betroffene über acht Wochen hinweg mindestens dreimal die Woche für 30 Minuten sportlich aktiv sein sollten.

Wichtig ist vor allem in der Anfangsphase, dass die körperliche Belastung nur vorsichtig gesteigert wird, da viele depressive Menschen ein gesundes Gefühl für die Leistungsgrenzen ihres Körpers verloren haben und vor allem bei ersten Erfolgen zu Überforderung neigen und ein erhöhtes Verletzungsrisiko haben. Sport und Bewegung schützen davor, eine Depression zu entwickeln, sie helfen aber auch, aus einer depressiven Episode herauszukommen. Wichtiger als die Intensität und die Dauer der sportlichen Aktivität ist die Regelmäßigkeit der Anwendung.

Jeder Sport der über die alltäglichen Bewegungsmöglichkeiten hinausgeht, ist empfehlenswert - die Wahl der Sportart steht dabei nicht im Vordergrund, solange eine körperliche Anstrengung erforderlich ist. Es sollte lediglich darauf geachtet werden, dass keine zu hohen Ansprüche an sich gestellt werden, denn zu viel Leistungsdruck stellt wiederum einen Belastungsfaktor dar.

Sport und Körpertherapie sind geeignete komplementäre Therapien, welche Psychotherapie und pharmakologische Ansätze ergänzen und erweitern können.

Interview mit Dr. Rosalie Weigand

Um zum internationalen Tag der seelischen Gesundheit einmal tiefer in die Materie einzusteigen, haben wir uns mit Dr. Rosalie Weigand, Psychologische Psychotherapeutin für Verhaltenstherapie, über die positiven Effekte des Radfahrens auf die Psyche unterhalten.

Fahrradfahren ist nach meiner beruflichen und persönlichen Erfahrung in mehrfacher Hinsicht förderlich für das psychische Wohlbefinden: Zum einen handelt es sich um einen moderaten Ausdauersport, bei dem das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet wird, was stimmungsaufhellend wirkt. Darüber hinaus erzeugt die gleichmäßige, rhythmische Bewegung einen Flow-Zustand, der es erleichtert, im Hier und Jetzt zu verweilen und Grübeleien über Vergangenheit oder Zukunft loszulassen. Auch seine Alltagstauglichkeit ist ein weiterer Vorteil des Radfahrens - es kann als Fortbewegungsmittel genutzt werden, was bedeutet, dass die positiven Effekte dieser Bewegung auch ohne zusätzlichen Zeitaufwand in den Tagesablauf integriert werden können.

Die Natur hat viele positive Effekte auf unser psychisches Wohlbefinden. Beim Radfahren in der Natur wird Stress reduziert, das Selbstwirksamkeitserleben gesteigert und Kreativität gefördert. Außerdem hilft die Bewegung im Freien, die Schlafqualität zu verbessern, da frische Luft und körperliche Aktivität die Erholung unterstützen. Die Natur gibt uns viele neue Impulse und Eindrücke, die uns helfen, präsenter und fokussierter zu sein.

Ja, Radfahren kann tatsächlich helfen, Symptome von Angst und Depression zu lindern. Tatsächlich legen zahlreiche Studien nahe, dass regelmäßige Bewegung die Symptome von Depressionen signifikant lindern kann, mit ähnlicher Wirksamkeit wie medikamentöse Behandlungen. Insbesondere Ausdauer- und multimodale Sportarten, die verschiedene Bewegungsarten kombinieren, zeigen große Effekte bei der Verbesserung der depressiven Symptome. Hierzu gehört ebenso der Radsport.

Die positiven Auswirkungen von Radsport auf die Psyche umfassen unter anderem die Freisetzung von Endorphinen, eine bessere Schlafregulation und die Förderung sozialer Interaktion. Außerdem könnte die Bewegung beim Radfahren auch neurobiologische Anpassungsprozesse fördern, wie etwa die Bildung neuer Nervenzellen und die Verbesserung kognitiver Prozesse im Gehirn.

Radfahren senkt den Blutdruck und verbessert die Lungenkapazität. Durch diese beiden Parameter wird der Herzschlag als ruhiger und die Atmung als regelmäßiger wahrgenommen, was die Psyche direkt als „kein Stress“ interpretiert. Wenn man akut gestresst ist und sich aufs Fahrrad schwingt, ist es zudem möglich, negative Emotionen schneller zu verarbeiten, da durch die zyklische Bewegung ein Flow-Zustand erleichtert wird.

Mental erschöpfte Menschen erleben oft einen Überfluss an Stresshormonen, was die Konzentration beeinträchtigt. Durch das Radfahren wird dieses Gleichgewicht wiederhergestellt, da durch die regelmäßige Bewegung Cortisol abgebaut wird und zugleich Serotonin ausgeschüttet wird, welches zu mentaler Ruhe und Wohlbefinden führt. Zudem wird während des Radfahrens die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn erhöht, was die kognitive Leistungsfähigkeit verbessert.

Durch Radfahren wird chronischem Stress vorgebeugt, da durch die Senkung des Stresshormons Cortisol alltäglicher Stress abgebaut wird und sich kein Zustand einstellen kann, in dem der Organismus über eine lange Zeit gestresst ist. Zudem wird durch regelmäßiges Radfahren das Risiko für die Entwicklung von Angststörungen und Depressionen verringert, da die Selbstwirksamkeit durch den Sport erhöht wird und die Routine Struktur und Ausgleich im Alltag bietet.

Radfahren mit anderen schafft gemeinsame Erlebnisse, die das Gefühl von emotionaler Nähe verstärken und somit Einsamkeitsgefühle verhindern. Außerdem kann man sich beim Radfahren in der Gruppe gegenseitig motivieren und unterstützen. Wer in Gruppen aktiv ist, ist tendenziell öfter aktiv, da durch die soziale Komponente ein Commitment zur Aktivität geschaffen wird.

Es gibt einige psychische Erkrankungen, bei denen ich das Radfahren besonders empfehlen würde:

  • Depressionen: Zahlreiche Studien legen nahe, dass regelmäßige körperliche Bewegung wie Radfahren, depressive Symptome lindern kann. Vor allem bei leichten bis mittelschweren Depressionen kann Radfahren helfen.
  • Angststörungen: Bei Angststörungen, insbesondere der Generalisierten Angststörung (GAS), kann Radfahren helfen, da es den Fokus in die Gegenwart lenkt und eins der Hauptsymptome bei der generalisierten Angststörung das Sorgen über mögliche zukünftige Ereignisse ist.
  • Schlafstörungen: Radfahren kann durch körperliche Erschöpfung und Stressabbau und Bewegung am Licht zu einer Verbesserung der Schlafqualität beitragen. Da Schlafstörungen oft von anderen psychischen Erkrankungen wie Depression und Angst gefolgt werden, wirkt sich eine bessere Schlafqualität auch direkt positiv auf die Gesamtheit der psychischen Symptome aus.

Erstens wirken die gleichmäßigen, wiederholten Bewegungen beim Radfahren beruhigend auf das autonome Nervensystem, insbesondere auf den parasympathischen Teil, der für Entspannung und Regeneration zuständig ist. Ähnlich wie rhythmisches Atmen oder Gehen kann das gleichmäßige Treten der Pedale dabei helfen, den Körper und Geist in einen Zustand der Ruhe zu versetzen. Zweitens ist der Körper beim Radfahren in einer rhythmischen Aktivität eingebunden, die den Fokus auf den Moment lenkt.

Ich würde die Person in diesem Beschluss bestärken, denn Radfahren ist eine leicht im Alltag verfügbare Strategie, um schnell eine Stimmungsverbesserung herbeizuführen und innere Ruhe zu erwirken. Es wäre hilfreich, zeitnah eine Routine beim Radfahren zu etablieren, damit sich eine Regelmäßigkeit einstellt. Daher würde ich empfehlen, das Rad entweder als Fahrzeug zum Pendeln zu benutzen oder aber, falls das aufgrund zu langer Fahrtwege oder aus anderen Gründen nicht möglich ist, mehrfach pro Woche eine regelmäßige Tour durchzuführen. Ich würde aber zudem betonen, dass es sich beim Radfahren zwar um eine stabilisierende Maßnahme handelt, bei schweren psychischen Problemen aber eine Psychotherapie ergänzend durchzuführen ist.

Wie Dr. Rosalie Weigand eindrucksvoll erörtert hat, ist Radfahren also nicht nur gut für unser körperliches Wohlbefinden, sondern auch ein echter Booster für unsere Psyche. Egal, ob du Stress abbauen, deine Stimmung aufhellen oder dich einfach wieder mehr mit der Natur und dem Hier und Jetzt verbinden möchtest - schnapp dir dein Fahrrad und entdecke die positiven Effekte selbst!

Radfahren gegen Stress, Ängste und Depressionen

Fahrradfahren ist nicht nur ein Mittel, um von A nach B zu kommen. Es ist auch eine wahre Wunderwaffe für die Psyche. Ob in der Natur oder in der Stadt, das Fahrrad bietet zahlreiche Vorteile. Doch es kann auch der mentalen Gesundheit einen enormen Schub geben. In einer Welt voller Krisen und Unsicherheiten sind Ängste allgegenwärtig. Doch es gibt eine einfache Lösung: Fahrradfahren.

Studien belegen, dass Ausdauertraining wie Radfahren die Reaktivität des sympathischen Nervensystems senkt. Das bedeutet, dass der Körper weniger empfindlich auf Stress reagiert. Ein weiterer Pluspunkt: Das Radeln aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn und sorgt für einen erhöhten Ausstoß von Glückshormonen wie Dopamin.

Stärkung des Selbstbewusstseins durch Radfahren

Kann Radfahren das Selbstbewusstsein stärken? Die Antwort lautet tatsächlich: Ja! Eine Studie aus dem Jahr 2014 zeigt, dass regelmäßiges Ausdauertraining, zu dem auch Radfahren gehört, das Selbstwertgefühl steigern kann. Die Teilnehmer der Studie, die über drei Wochen hinweg regelmäßig trainierten, berichteten von einem gesteigerten Selbstbewusstsein. Und das Beste daran: Mit dem Fahrrad lassen sich neue Gegenden entdecken und persönliche Ziele erreichen - Erfolgserlebnisse, die das Selbstbewusstsein weiter stärken.

Radsport macht glücklich - diese Erfahrung machen viele Rennradfahrer. Jetzt untermauern Forschungsergebnisse diesen Eindruck: Ein US-amerikanisches Forscherteam kam in seinen Untersuchungen zu dem Schluss, dass sportlich Aktive nicht nur körperlich, sondern auch psychisch gesünder sind. Die Daten von fast 1,3 Millionen US-Amerikanern im Alter von mehr als 18 Jahren flossen in die Auswertung ein. Sie wurden in den Jahren 2011 bis 2015 befragt. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und psychischer Gesundheit. Die Forscher beachteten dabei Sportart, Trainingszeit, -häufigkeit und -intensität ebenso wie soziale und individuelle Merkmale der Befragten.

Das Ergebnis: Während nicht sportlich Aktive pro Monat im Durchschnitt an 3,5 Tagen mentale Probleme hatten, waren es bei den Sportlern nur zwei. Die Forscher sahen alle Sportarten als hilfreich an, doch nicht alle erschienen gleich effektiv. Am wirkungsvollsten waren Mannschaftssportarten wie Fußball, sie waren mit 23,3 Prozent weniger Tagen mit mentalen Problemen verbunden. Gleich auf dem zweiten Platz folgt der Radsport, mit 21,6 Prozent weniger Tagen mit psychischen Problemen.

Radfahren als Mittel gegen Angstzustände und Depressionen

Die Forschenden analysierten die Daten von fast 380.000 Menschen, die in Edinburgh und Glasgow lebten, und kreuzten die Informationen der schottischen Volkszählung von 2011 mit den Verschreibungsunterlagen des NHS (National Health Service) aus den folgenden fünf Jahren. Die Ergebnisse waren auffällig und eindeutig: Wer mit dem Fahrrad unterwegs war, hatte eine um 15 % geringere Wahrscheinlichkeit, Antidepressiva verschrieben zu bekommen.

Frauen schienen besonders von dieser Art der Fortbewegung zu profitieren und zeigten deutlichere Verbesserungen als Männer.

Die Vorteile des Radfahrens

Die Vorteile des Radfahrens beschränken sich nicht nur auf die Verbesserung der psychischen Gesundheit. Wer regelmäßig in die Pedale tritt, bewegt sich nicht nur schnell und praktisch fort, sondern erlebt auch ein echtes Gefühl der Erfüllung. Ob ein Ausflug aufs Land oder eine kurze Fahrt durch die Stadt - der Erfolgsmoment zählt und wirkt. Es fühlt sich gut an, zu wissen, dass man gerade eine gewisse Distanz mithilfe körperlicher Anstrengungen zurückgelegt hat. Man hat etwas geschafft!

Für viele Radfahrer ist das Fahrrad nicht nur ein praktisches Transportmittel, sondern ein regelrechter Frischekick im Alltag. Wie die Sportpsychologin Josephine Perry betont, “kann Sport genauso wirksam wie Antidepressiva sein, um die Symptome einer Depression zu lindern”. Außerdem wird bei körperlicher Aktivität das Glückshormon Dopamin freigesetzt, das für ein sofortiges Wohlgefühl sorgt.

Wenn Sie gerade eine schwere Zeit durchmachen, kann also schon eine kurze Radtour viel bewirken. Sie kann mit einer beruhigenden Atemübung, dem Betrachten der Natur oder dem Austausch mit anderen Radfahrer:innen einhergehen. Vor allem das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe wirkt oft besänftigend und kann eine Schlüsselrolle bei der mentalen Genesung spielen. “Radfahren verbindet einen auch mit anderen, selbst wenn es nur ein Kopfnicken im Vorbeifahren oder ein kurzes Gespräch beim Nebeneinanderfahren ist”, fügt Perry hinzu.

Wie bei jeder Aktivität ist es jedoch wichtig, dass man es nicht übertreibt. “Radfahren ist toll für die geistige Gesundheit”, räumt Perry ein, “aber wenn es zur Besessenheit avanciert, können die Risiken des Übertrainings oder der Sportsucht aufkommen.” Ein gesundes Gleichgewicht ist essenziell. Das Radfahren soll entspannen und nicht zusätzlichen Druck erzeugen.

Radfahren und die Empfehlungen der WHO

Die WHO empfiehlt fünfmal in der Woche 30 Minuten moderate bis anstrengende Bewegung für Erwachsene, um dem Bewegungsmangel entgegenzuwirken. Für Kinder und Jugendliche (5 bis 17 Jahre) setzt die WHO ein Aktivitätsziel von mindestens 60 Minuten am Tag.

Radfahren stärkt die mentale Gesundheit

Studien zeigen, dass regelmäßige körperliche Aktivität Depressionen, Angststörungen und sogar Demenzerkrankungen entgegenwirkt sowie das Selbstwertgefühl, das Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeit verbessert. Studien belegen, dass sich auch hier 30 Minuten Radfahren positiv auf die mentale Gesundheit der Studienteilnehmer:innen auswirkt. Als Ursache wird die verstärkte Ausschüttung sogenannter Glückshormone wie Endorphine und Adrenalin aufgrund der gleichmäßigen, zyklischen Bewegung des Radfahrens gesehen und die damit entspannte Wirkung. Bereits nach einer kurzen Fahrt mit dem Fahrrad verstärkt sich das positive Körpergefühl und der Radfahrerende empfindet emotionale Harmonie.

Radfahren im Alltag

Auch beim Abbau des Stresshormons Kortisol ist das Radfahren effektiver als die meisten anderen Bewegungsformen, da schonende Haltung und körperliche Belastung in guter Balance stehen. Der Stressabbau funktioniert am besten bei einer entspannten Fahrt, denn forderst du deinen Körper zu stark, schüttet er Kortisol aus, um mit der Belastung fertig zu werden. Und es geht noch weiter. Ein niedriger Kortisolspiegel und die regelmäßige Bewegung verbessern deine Stimmung und lindern depressive Symptome. Tatsächlich kann Radfahren sogar viele psychische Krankheiten vorbeugen. In einer Studie fand die Universität Tübingen heraus, dass nur 30 Minuten auf einem Ergometer zu einer signifikanten Verbesserung der mit Depression in Verbindung stehenden Blutwerte, wie dem Serotonintransporter (SERT), führen.

Radfahren wirkt sich außerdem positiv auf deine kognitiven Funktionen, also Wahrnehmung, Informationsverarbeitung und dein Gedächtnis aus. Tatsächlich kannst du dir selbst helfen, indem du zum Beispiel zum Einkaufen fährst, anstatt dich ins Auto zu setzen. Moderates Radfahren reduziert die Reaktivität des sympathischen Nervensystems, insbesondere der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA), welche Stresshormone ausschüttet und so Angst und Wutgefühle erzeugt.

All diese Faktoren führen dazu, dass du den Kopf frei hast, um dich mit den wichtigen Dingen zu beschäftigen. Selbst am Fahrradständer des Discounters kommt man ins Gespräch - über das Rad, das Wetter oder irgendein anderes Thema. Fahrradfahren ist eine inhärent soziale Aktivität. Ob du in der Gruppe radelst, du mit deinem FS200 Life eine Familientour machst oder du einfach nur draußen unterwegs bist, du bist stets in Kontakt mit der Natur und anderen Menschen. Radfahren vermittelt ein Gefühl der Zugehörigkeit, was dann zusätzlich auf den Sense of Accomplishment einzahlt und damit das Gefühl von Isolation verringert. Radfahren schafft als gemeinsame Aktivität eine Plattform für Austausch und soziale Bindungen.

Schon fünf Fahrten von dreißig Minuten die Woche helfen deiner Gesundheit, und das schon ab einer Geschwindigkeit von 15 Stundenkilometern. Für das moderate Radfahren empfehlen inzwischen immer mehr Mediziner, ein E-Bike oder einen E-Lastenrad zu nutzen. Es ist weniger der sportliche Aspekt, der die psychologischen Vorteile bringt, als das Gefühl, sich aus eigener Kraft zu bewegen, dabei schneller zu sein als zu Fuß und die Umgebung ohne sensorische Barrieren wahrnehmen zu können.

Regelmäßig Rad zu fahren kann dich zum Beispiel dabei unterstützen, Stress zu reduzieren, selbstbewusster zu werden oder weniger Ängste zu haben. Mindestens in fünf mentalen Problembereichen kann dir - so der Stand der Wissenschaft - Radfahren eine gute Hilfe sein.

Die gute Nachricht: Gegen diese Angst kannst du aktiv etwas tun. Ausdauertraining wie Radfahren senkt, so die Wissenschaft, die Reaktivität des sympathischen Nervensystems und macht uns also, vereinfacht gesagt, weniger empfindlich gegen Stressoren wie Ängste und Co. Eine Schlüsselrolle bei diesen Mechanismen spielt die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA). Sie reguliert den Ausstoß von Stresshormonen, der zu einem Anstieg von Angst- und Panikgefühlen führen kann. Zudem führt moderates Ausdauertraining zu einem erhöhten Ausstoß von Glückshormonen wie Dopamin.

Sowohl die Senkung unseres Kortisolspiegels als auch die gleichförmige Tretbewegung beim Radfahren kann nicht nur Stress reduzieren, sondern unter Umständen auch Menschen mit Depressionen helfen. Dazu ließen die Forscher:innen ältere Menschen mit Depressionen gut 30 Minuten auf einem Ergometer fahren. Vor und nach der Radfahrt wurden die Blutwerte gemessen, die bei der Entstehung von Depressionen eine zentrale Rolle spielen.

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