Radfahren im Alter: Umfassende Gesundheitsvorteile

Fürs Radfahren ist man nie zu alt: Der Sport an der frischen Luft hält Körper und Geist jung, stärkt die psychische und soziale Gesundheit, fördert die Mobilität und erleichtert das alltägliche Leben. Fahrradfahren ist gesund und lässt sich ideal in den Alltag integrieren.

Wer sein Fahrrad regelmäßig für alltägliche Aktivitäten nutzt, bleibt fit, ohne intensive Trainingseinheiten absolvieren zu müssen.

1. Positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System

Die medizinische Forschung zeigt: Das Radfahren hat positive Auswirkungen auf die kardiovaskuläre Fitness, also auf die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems. Regelmäßiges Radfahren bringt den Blutkreislauf auf Trab.

Herz und Kreislauf werden weniger belastet und arbeiten fortan ökonomischer. Auch die Durchblutung des Herzmuskels in den Koronararterien wird positiv beeinflusst. Vor allem wer länger als 30 Minuten Rad fährt, verbessert seine Herzfunktionen.

Zudem wird Cholesterin abgebaut, das die Blutgefäße verkalken lässt. Die Adern werden wieder flexibler, das Herz-Kreislauf-System insgesamt wird trainiert und erreicht eine höhere Leistungsfähigkeit.

Regelmäßige körperliche Aktivität reduziert die Gefahr eines Herzinfarktes um bis zu 50 Prozent.

2. Erweiterung des Aktivitätsraums und soziale Kontakte

Das Fahrradfahren im höheren Alter erweitert den Aktivitätsraum, stärkt soziale Kontakte und verbessert die psychische Gesundheit. Wer aktiv und mobil bleibt, ist unabhängiger und hat die Möglichkeit, an sozialen Aktivitäten und Events teilzunehmen.

Dadurch kannst du Kontakte zu knüpfen und soziale Beziehungen aufrechterhalten.

3. Verbesserte Körperliche Fitness und Gleichgewicht

Eine Längsschnittstudie hat gezeigt: Wer zehn Minuten pro Tag mit dem Rad fährt, erfreut sich später besserer körperlicher Fitness und bleibt länger jung. Darüber hinaus verbessert Fahrradfahren das Gleichgewicht und das Gefühl für den eigenen Körper.

4. Training der Gehirnleistung

Radfahren trainiert die Gehirnleistung und stärkt kognitive Funktionen. Dazu müssen es keine intensiven Trainingseinheiten sein.

5. Gelenkschonende Aktivität

Ein großer Vorteil des Radfahrens, insbesondere im Alter, ist die gelenkschonende Natur dieses Sports. Im Gegensatz zu anderen Aktivitäten, wie Laufen oder Aerobic, übt das Radfahren weniger Druck auf die Gelenke aus.

Das bedeutet, dass du auch bei Knie- oder Hüftproblemen weiterhin aktiv bleiben kannst. Durch seine zyklischen Bewegungsabläufe ist Radfahren besonders gelenkschonend.

Weil das Gewicht des Körpers zu 70 bis 80 Prozent im Sattel lagert, werden die Kniegelenke beim Radfahren wesentlich weniger belastet als etwa beim Joggen.

Durch die kreisförmige, regelmäßige Beinbewegung können die Gelenkknorpel optimal mit Sauerstoff versorgt werden - und werden vor Arthrose geschützt.

Drei Tipps um Gelenke beim Radfahren zu entlasten:

  • Die Handgelenke am Lenker nicht abknicken. Das vermindert eine Dehnung von Muskeln und Nerven an der Außenseite der Hand und damit das unangenehme, nach einiger Zeit auftretende Kribbeln.
  • Zur Entlastung der Handgelenke öfter die Griffposition wechseln.
  • Nicht mit durchgedrückten Ellenbogengelenken fahren.

6. Muskelaufbau und Stärkung

Schon eine Woche Inaktivität kann die Kraft der Muskulatur um die Hälfte herabsetzen. Ab 30 Jahren schrumpfen Muskeln. Radfahren kann das aufhalten. Wer richtig radelt, kann fast die gesamte Muskulatur des Körpers trainieren:

Die fürs Treten zuständige Beinmuskulatur, die den Körper stabilisierende Rumpfmuskulatur an Bauch und Rücken sowie die Schulter-Arm-Muskulatur, die den Körper am Lenker abstützt. Durch regelmäßiges, moderates Ausdauertraining steigt die Fettverbrennungskapazität der Muskulatur.

Neue Blutgefäße wachsen in die Muskulatur ein, die dadurch besser durchblutet und leistungsfähiger wird.

7. Ankurbelung des Fettstoffwechsels

Wer viel im Sitzen arbeitet, hat oft mehr Fettreserven als notwendig. Mit Radfahren ist es möglich, diese Reserven als Energiequelle anzuzapfen.

Wer sportlich aktiv ist, erhöht das „gute“ HDL-Cholesterin, das als Schutzfaktor vor Herz-Kreislaufkrankheiten gilt. Das gefährliche LDL-Cholesterin - verantwortlich für die Verkalkung der Blutgefäße - wird hingegen abgebaut.

Leichtes Radfahren verbraucht rund vier bis fünf Kalorien pro Minute. Wer 45 bis 60 Minuten moderat Rad fährt, kann den Fettstoffwechsel ankurbeln.

8. Glücksgefühle und psychisches Wohlbefinden

Das seelische Wohlbefinden wird auch von physischen Funktionen und der Leistungsfähigkeit beeinflusst. Wer oft Ausdauersport treibt, ist psychisch stabiler und weniger anfällig bei Stress. Bewegungsmangel, Übergewicht oder Fettleibigkeit können hingegen mit psychologischen Probleme einhergehen.

Fachleute schreiben dem Radfahren aufgrund seiner gleichmäßigen, zyklischen Bewegungsform eine hohe entspannende Wirkung zu: Es werden sogenannte Stressoren abgebaut - eine emotionale Harmonie und ein positives Körpergefühl breiten sich aus, manchmal sogar schon nach kurzer Fahrt.

Denn: Bei Ausdaueraktivitäten wie Radfahren werden nach 30 bis 40 Minuten die Glückshormone Endorphin und Adrenalin ausgeschüttet.

Tipps für sicheres Radfahren im Alter

  • Entspannte Sitzposition: Beim Fahren sollte der Rücken möglichst gerade sein, um die Wirbelsäule zu entlasten und Verspannungen und Schmerzen vorzubeugen.
  • E-Bike nutzen: Ein E-Bike hilft, die Gelenke zu schonen und die Belastung für das Herz zu reduzieren. Die Motorunterstützung hilft, wenn die Anstrengung zu groß werden könnte. Außerdem kann ein E-Bike die Motivation steigern und helfen, den inneren Schweinehund zu überwinden.
  • Ruhetage einlegen: Im Alter benötigt der Körper mehr Zeit, um sich zu regenerieren. Deshalb sollten ältere Radfahrer mindestens zwei Ruhetage pro Woche einlegen. Auf dem Fahrrad genügt eine mäßige Intensität.
  • Hohe Trittfrequenz: Du solltest eine hohe Trittfrequenz von etwa 100 Umdrehungen pro Minute beibehalten.
  • Mäßige Trainingseinheiten: Ältere Radfahrer ohne Sporthistorie sollten das Training im anaeroben, also sehr intensiven, Bereich reduzieren und stattdessen mäßige Trainingseinheiten bis zur aeroben Schwelle (75 bis 80 Prozent des Maximalpulses) einlegen.
  • Kraftübungen: Auch Senioren dürfen (und sollten) ihre Muskeln mit geeigneten Kraftübungen stärken, die sie an ihre persönliche Fitness (Koordinationsfähigkeit, Balance, Kraft etc.) anpassen sollten.

Das richtige Fahrrad finden

Welches Fahrrad das richtige ist, hängt von der persönlichen Situation und den individuellen Zielen ab. Möchte man beispielsweise ganz gemütlich Touren entlang der zahlreichen Radwege fahren, eignet sich ein Tracking- oder Tourenrad.

Menschen, die es gerne sportlich mögen und vor allem auf asphaltierten Straßen unterwegs sind, sind mit einem Rennrad gut bedient. Und alle, die gerne querfeldein fahren und die Schotterpiste nicht scheuen, sollten zum Mountainbike greifen.

E-Bikes für sanfte Unterstützung

Seit einigen Jahren sind E-Bikes stark im Kommen. Die Fahrräder mit Elektromotor sind ideal für längere Stecken und bergige Routen, denn sie unterstützen den Fahrer, indem der bei Bedarf ganz einfach den elektrischen Antrieb hinzuschalten kann.

So kommen auch ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Fitness ganz entspannt ans Ziel.

Radfahren im Winter

Niedrige Temperaturen sind kein Grund, auf das Radfahren zu verzichten. Im Gegenteil, Radfahren ist genau richtig! Im Winter bekommt Ihr Körper ohnehin kaum Sonne ab und Sie fühlen sich vielleicht öfter schlapp.

Fahrradfahren an der frischen Luft bringt den Kreislauf in Schwung. Außerdem stärken die Kälte- und Wärmereize Ihre Immunabwehr: Durch das Radfahren an der kalten Luft werden auch die Schleimhäute Ihrer Atemwege trainiert und durch die Anstrengung gut befeuchtet.

Ein weiterer Grund, wieso Fahrradfahrer widerstandsfähiger gegen Erkältungen sind. Um Ihren Körper nicht zu belasten, sollten Sie Ihre sportliche Intensität bei starken Minusgraden aber verringern.

Was auch nicht fehlen darf: die passende Fahrradkleidung.

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