Das Tessin, die italienische Schweiz, ist ein wahres Paradies für Radfahrer. Mit seinen tiefblauen Seen, den beeindruckenden Bergen und den mediterranen Städten wie Ascona, Locarno und Lugano bietet der Kanton eine beeindruckende Vielfalt für Radfahrer aller Art. Ob gemütliche Genusstouren oder herausfordernde Alpenpässe - im Tessin findet jeder die passende Route.
Vielfältige Radrouten im Tessin
Auch für Genuss-Radfahrer gibt es im Tessin einige geeignete Strecken. Mal geht es ein bisschen hügeliger durch die Weinberge, mal geht es flach an Flüssen wie dem Ticino entlang. Auch die Wege an Lago Maggiore und Luganersee warten auf Radler aus aller Welt. Das Mendrisiotto ist die ideale Destination für Fahrrad-Fans.
Eine erholsame Radtour durch die Magadino Ebene, über ruhige Landstrasse und durch wertvolle Feuchtgebiete, mit grasenden Pferden und Wasserläufen. Durch den ertragsreichen Piano di Magadino, das betriebsame Locarno am Lago Maggiore und die Gärten des Pedemonte erreicht man das romantische Valle Maggia.
Hier findest Du eine Übersicht von kinderfreundlichen Radtouren im Kanton Tessin. Lass Dich inspirieren und probier einfach mal eine mit Deinen Kindern aus!
Beispiele für Radtouren im Tessin:
- Faido - Bellinzona: Die Abfahrt durch die Leventina verspricht Hochgenuss pur. Denn statt in die Pedale zu treten, kann man auf diesem Teilstück der Veloland-Route Nr. 3 das Velo fahren lassen. Und dann ein Gelato in Bellinzona!
- Bellinzona - Ascona: Kinderfreundliche Radtour durch die Magadino-Ebene verbunden mit einer Einkaufstour bis nach Ascona.
- Maggiatal: Die Velotour durch das Maggiatal beginnt in Cavergno, einem kleinen Dorf am Ende des Tals, und führt hinab nach Locarno, am Ufer des Lago Maggiore gelegen. Auf dieser rund 35 Kilometer langen Strecke radelt man stets entlang des Flusses Maggia, der das Tal prägt.
Detaillierte Routenbeschreibungen
Radreise durch die Magadino-Ebene
Die von Veloland Schweiz ausgeschilderte Radtour 31 von Bellinzona nach Locarno wird die 2. Etappe unserer 3-tägigen Tessin-Radtour mit den Kindern. Heute fahren wir die 1. Etappe der 31-er Route und verlängern diese bis Ascona. Wir planen die kinderfreundliche Tour an einem Mittwoch und treffen uns um 9 Uhr am Gleis 1 vom Bahnhof Bellinzona beim Veloverleih. Dort bietet Marcello Stivan eine wirklich tolle Tour durch die Magadino-Ebene mit Halt an 6 Bauernhöfen und Landwirtschaftsbetrieben - „Spesa in Fattoria". Wer ins Tessin fährt und die Velos mitnimmt, sollte sich unbedingt einmal diese kinderfreundliche Radtour anschauen. Sie ist der perfekte Einstieg in den Urlaub und bietet sich idealerweise für den Anreisetag an.
Entlang der Maggia nach Foroglio
Insgesamt 80 km und 650 Hm von Locarno nach Foroglio (und zurück). Am Ufer des Lago Maggiore gelegen - am Schweizer Ufer, und Italien ist nur ein paar Kilometer entfernt. Man spricht italienisch, die Supermarktregale sind voll mit Ovomaltine, Toblerone, Schokolade. Es wachsen Palmen, ein schmaler Streifen am Seeufer ist flach, dann geht es gleich steil nach oben. Radweg in Locarno - deutlich zu erkennen, aber fast alles ordentlich steil. Am Bahnhof starten wir unsere Mountainbike Tour. Vom Seeufer geht es auf einem Schotterweg zum Flussufer, der Maggia werden wir bis Cavergno folgen. Auf einer ersten Brücke überqueren wir eine überraschend felsige Schlucht. Eine Brücke über die Maggia und relativ flach bis zum nächsten Dorf.
4,5 Stunden nach Abfahrt in Locarno (incl einiger Pausen!) biegen wir schließlich von der Straße ab, queren eine letzte kleine Brücke über den Fluss Bavona, stellen die Räder ab, lassen uns im Garten eines Grotto nieder, an einem großen Steintisch, strecken die Füße unter den Tisch und die Gesichter in die Sonne. Nach einem köstlichen, tessin-typischen Mittagessen im Grotto La Froda (www.lafroda.ch) (Polenta und Risotto, Braten, Bohnen und Wein) durchstreifen wir dieses einsame Dörfchen, zu Fuß. Die Gassen sind kaum 2 m breit, Strom gibt es im Dorf keinen, bewohnt ist es nur noch im Sommer.
Viele aus dem Tal waren arm, wanderten nach Amerika aus, kamen reich zurück und bauten prachtvolle Villen weiter vorne im Tal, wo es breiter ist, näher am See und der Stadt. Foroglio - Tessiner Steinhäuser am Ende des Tals. Idyllisch und irgendwie gespenstisch. Zwischen Locarno und Foroglio sieht man vor allem Wald und Felsen und die Flüsse Maggia und Bavona. Es sind wenig Menschen unterwegs, ganz im Gegensatz zum Trubel der Flaneure in Locarno oder Ascona.
In unserem Fall: den Garten des kleinen Hotels Casa Martinelli im Ort Maggia. Wir setzen uns in den Garten vor dem 330 Jahre alten ehemaligen Zollhaus, trinken Cappucino und essen Panettone (ja, im September, im Tessin gibt es Panettone tatsächlich nicht nur an Weihnachten sondern das ganze Jahr über). Der ausgeschilderte Radweg endet in Cavergno, nach 257 Hm. Die Flüsse Maggia und Bavona fließen hier zusammen. Wir stoppen an einer steilen, wunderschönen Steinbrücke, machen kurz Pause, bevor es bergauf am Bavona-Ufer entlang geht und anstrengend wird.
Endlos scheint die Asphaltstraße nach Foroglio hinauf, von den E-Bike Fahrern unserer Gruppe ist nichts mehr zu sehen, wir Schlusslichter schalten in immer niedrige Gänge herunter, beißen die Zähne zusammen, wischen den Schweiß ab, der unterm Helm herausfließt. Erst einmal der Genuss der 400 Hm bis Cavergno. Ach, so steil war das am Hinweg? Und dann flussabwärts, mit der Maggia in Richtung Lago. Von Nordwesten rollen wir in die Stadt hinein, geben am Bahnhof die Fahrräder zurück und steigen zufrieden in die Funicolare, die Standseilbahn.
Übernachtung: Hotel La Barca Blu, ein 3-Sterne-Hotel im maritimen Stil in Orselina, fast 200 Hm über dem See gelegen. Gutes kleines Frühstücksbuffet mit Sitzgelegenheit auf der Terrasse, Zimmer mit Küchenzeile und Balkon mit Seeblick, MTB Verleih.
Weitere Radrouten und Tipps
Die sogenannte Wanderroute Piano di Magadino spricht alle Genuss-Biker und Radwanderer an, die sich einmal in der Magadino-Ebene westlich von Bellinzona ausgiebig umschauen wollen. Sei es nun mit Rennrad, Tourenrad oder E-Bike, die 42 Kilometer lange Runde begeistert jeden von uns. Über einsame Landstraßen geht es durch Wiesen und Feuchtgebiete vorbei an grasenden Pferden und gurgelnden Wasserläufen. Das Ganze in Kombination mit zahlreichen Möglichkeiten, sich zu stärken und alle Akkus frisch zu laden. Und für den Heimweg schlagen wir den Exkurs über die Höhenstraße Fortini della Fame vor die uns zu den berühmten über 150 Jahre alten Tessiner Hungertürmen führt.
Lugano und sein gleichnamiger See sind eine der touristischen Perlen des Tessins. Sie zu erkunden ist ein tagesfüllender Genuss sowohl für Rennrad- und Tourenradfahrer wie auch E-Biker. Wir starten die Lugano-Rennrad-Tour zum Beispiel an der Seepromenade von Lugano und schwingen über den Vorort Paradiso hinauf nach Carona zu beeindruckenden Panoramaausblicken über den See. Morcote direkt am Seeufer war immerhin schon einmal schönstes Dorf der Schweiz und lädt zum Boxenstopp ebenso wie Ponte Tresa. Über die bewaldeten Hügel des Malcantone geht es retour und wir haben fast erinnerungswürdige 100 Kilometer mehr auf dem Tacho.
Radfahren in der Schweiz allgemein
Du willst die Schweiz mit dem Fahrrad entdecken? Dann hast du dir ein echtes Paradies ausgesucht! Nicht umsonst bezeichnen die Schweizer ihre Heimat liebevoll als Veloland. Die Schweiz begeistert mit einer beeindruckenden Vielfalt: gemütliche, flache Routen entlang idyllischer Seen wechseln sich mit sanften Hügellandschaften und herausfordernden Alpenpässen mit spektakulären Ausblicken ab - darunter 17 Pässe auf über 2000 Meter Höhe sowie atemberaubende Singletrails für Mountainbike-Fans. Insgesamt wartet ein hervorragend ausgeschildertes Netz mit über 12.000 Kilometern an Radwegen auf dich!
Radfahren in der Schweiz bedeutet eine einzigartige Mischung aus alpiner Kulisse, gepflegter Infrastruktur und abwechslungsreicher Routen. Die schönsten Fernradwege der Schweiz führen entlang mächtiger Flüsse wie dem Rhein, der Aare oder der Rhone, durch die stillen Täler des Jura, vorbei an Gletschern und Seen oder auf der Alpenüberquerung mitten durch das Hochgebirge.
Die 5 schönsten Fernradwege der Schweiz:
- Aare-Route
- Rhône-Route
- Rhein-Route
- Jura-Route
- Alpenüberquerung
Die beste Reisezeit fürs Fahrradfahren in der Schweiz liegt zwischen Ende Mai und Anfang Oktober - in den höheren Lagen idealerweise ab Mitte Juni, wenn die Pässe schneefrei und die Temperaturen angenehm sind.
Tipps für Ihre Radreise im Tessin
Ein Radurlaub in der Schweiz lässt sich dank der hervorragenden Infrastruktur gut planen und entspannt umsetzen. Die nationalen Routen wie der Aareradweg oder die Juraroute sind durchgehend beschildert und führen durch einige der schönsten Landschaften Europas. Für die Planung empfiehlt sich die kostenlose App SchweizMobil, die detaillierte Karten, Höhenprofile, GPS-Tracks und Informationen zu Unterkünften bietet. Bei der Etappenplanung solltest du nicht nur auf Kilometer, sondern auch auf Höhenmeter achten. Oft lohnt es sich, etwas kürzere Tagesetappen einzuplanen, um genügend Zeit für Pausen, Besichtigungen und Fotostopps zu haben. Wenn du einmal eine Etappe abkürzen oder bei schlechtem Wetter pausieren möchtest, kannst du fast überall bequem auf die Bahn umsteigen.
Auch unterwegs bist du in der Schweiz gut versorgt: In den meisten Ortschaften findest du Supermärkte und Restaurants. In abgelegeneren Regionen lohnt es sich aber, einen kleinen Snack dabei zu haben. Die Auswahl an Unterkünften reicht von Campingplätzen über Gasthöfe bis hin zu Hotels. Planst du eine Radreise während der Hochsaison solltest du frühzeitig reservieren.
Die beste Reisezeit für ein Radabenteuer in der Schweiz ist von Mai bis September. Im Frühling profitierst du von angenehmen Temperaturen und weniger Andrang, während der Sommer mit geöffneten Alpenpässen und perfekter Infrastruktur punktet.
Das Tessin: Ein Paradies für Radfahrer
Die zahlreichen und abwechslungsreichen Fernradwege, die durch atemberaubende Bergwelten, historische Städte und entlang malerischer Seen und Flüsse führen, machen die Schweiz zum wahren Paradies für alle Radfans. Egal, ob du ein entspannter Genussradfahrer bist, der die Natur in vollen Zügen erleben möchte oder ein ambitionierter Bergfahrer, der die sportliche Herausforderung sucht - die Schweiz hat die passende Route für dich parat.
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