Radfahren in der Slowakei: Tipps und Routen für unvergessliche Touren

Die Slowakei und Tschechien sind beliebte Ziele für Radfahrer. Bei einer Radtour nach dem Fall des Eisernen Vorhanges war die damalige Tschechoslowakei für viele ein Radlland der Träume: Äußerst rücksichtsvolle Autofahrer auf ziemlich leeren Straßen. Seit 1993 sind die beiden Bruderstaaten voneinander getrennt. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen die Hauptstädte Prag und Bratislava. Tschechien ist zudem für das bergige Böhmen und das durch Hoch- und Flachland geprägte Mähren bekannt. Die Slowakei ist von den West- und den Waldkarpaten geprägt. Angenehm flach ist das Land in der Donauebene und im Südosten.

Bratislava mit dem Fahrrad erkunden

Zahlreiche Parks, ein beinahe autofreies Zentrum und ein wunderschöner Radweg entlang der Donau laden förmlich zum Radeln ein. Noch dazu gibt es Routen, die weitgehend flach sind.

Die slowakische Hauptstadt wird als City-Trip Reiseziel immer beliebter, und das nicht umsonst. Zwar ist sie nicht so bekannt und groß wie die “Schwestermetropolen” an der Donau, Wien oder Budapest, aber trotzdem hat die Stadt, die du von Wien aus in rund einer Stunde erreichen kannst, so einiges zu bieten. Hier erwarten dich ein bezauberndes Flair und einladende Cafés, in der Altstadt und im Zentrum. Bestaune atemberaubend schöne Architektur, die Burg, das beliebte Zuckermandel-Viertel und genieße den Charme der Einheimischen.

Stadtführung Bratislava Highlights mit dem Fahrrad: Lass dich von einem einheimischen Guide mitnehmen. Die Highlights Tour ist eine tolle Idee, um deinen Aufenthalt in der Slowakei zu beginnen und dich mit der Stadt vertraut zu machen. Die Route verläuft entlang der Donau, durch Parks bis hin zum einstigen Eisernen Vorhang. Ein kompetenter, gut gelaunter Guide bringt der Gruppe die Geschichte, Traditionen und Kultur auf kurzweilige Art näher. Ihr radelt in einem entspannten Tempo durch die Stadt. Entdecke Bratislava im eigenen Tempo während einer privaten Stadtführung für dich und deine Familie oder deine Gruppe.

Vervollständige deinen Städtetrip mit einer unserer Fahrradtouren! Bei unseren geführten Ausflügen ist Spaß garantiert, unsere Guides sind bestens ausgebildet und es gibt kaum einen besseren Weg, um etwas Sightseeing zu genießen. Sichere dir jetzt deinen Wunschplatz. Buche jetzt, denn die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Unser Tipp: Buche eine Fahrradtour gleich für einen Tag zu Beginn deines Aufenthaltes.

Radweg von Wien nach Bratislava

Der Weg ist unser Ziel und das tatsächliche Ziel kann mit dem Aufdemwegsein kaum mithalten. Wir lieben Radtrips. Wir sind mit dem Fahrrad bis nach Bratislava geradelt. Und das war für unsere allererste längere Fahrradreise überraschend angenehm!

Die Strecke des Donauradwegs von Wien nach Bratislava könnt ihr eigentlich kaum verfehlen - ihr braucht einfach nur den gelben Schildern mit der Aufschrift “Velo 6” zu folgen. Sie eignet sich für jedes Radler-Können, vom Wochenend-Strampler bis zum Radlerhosen-Profi, weil sie hauptsächlich gerade und eben verläuft, manchmal sogar ein bisschen bergab geht. Einerseits kann das schon mal eintönig werden, andererseits eignet sie sich so ganz gut zum Plaudern. Sie führt euch durch den wunderbar idyllischen Nationalpark Donau-Auen, die meiste Zeit auf dem Marchfeld-Schutzdamm entlang. Wenn euch der Weg an sich noch nicht Ziel genug ist, zweigen links und rechts immer wieder Wege zu nahe gelegenen Ortschaften und ihren Sehenswürdigkeiten ab, wie etwa nach Schloss Orth oder Eckartsau.

Kurz vor Hainburg zweigt der Weg nach links ab und führt über die große Donaubrücke auf die andere Seite der Donau und damit nach Hainburg. Auf dem Horizont zeichnet sich bereits die Skyline von Bratislava ab. Ein letztes Mal sind wir hier kurz auf der Donaulände unterwegs, bevor wir ins Zentrum von Hainburg abbiegen. Hier halten wir unsere etwas längere Mittagspause ab. Der hübsche Hauptplatz wartet mit einer Eisdiele und einer Bäckerei auf. In der Bäckerei bekommt ihr jede Menge Snacks und Backwaren, und wahlweise den Kaffee sogar mit veganer Milch. Frisch gestärkt geht’s danach weiter über Feldwege, schließlich über Nebenstraßen durch das beschauliche Wolfsthal und über die Grenze. Ab hier beginnt sich der Weg schon ein wenig zu ziehen, aber bald habt ihr’s geschafft. Neben der Autobahn radelt ihr entlang, passiert dabei auch den einen oder anderen Bunker, die ihr sogar besichtigen könnt.

Bratislava eignet sich wunderbar zum Flanieren. Besonders wenn ihr unter der Woche kommt, sind die Straßen der pittoresken Altstadt zwar gut belebt, aber nicht überfüllt von Tagestourist*innen. In jeder Ecke surrt das hippe, urbane Leben. Bunte Lichterketten wechseln sich ab mit stilisierten Backsteinwänden in den Lokalen und gemütlichen Gastgärten.

Ausrüstungstipps für die Radtour

  • Fahrrad: Die Route ist mit so ziemlich jedem Fahrrad zu befahren, da sie weitestgehend asphaltiert und nur durch ein paar Schotter-Passagen unterbrochen ist.
  • Fahrradhose und Sattelpolster: Polstert euren Allerwertesten unbedingt so stark wie möglich.
  • Fahrradhandschuhe: Keine schlechte Investition für längere Fahrradstrecken.
  • Snacks: Der einzige Radlertreff, der uns aufgefallen ist, ist Hermis Radlertreff in Schönau an der Donau. Davor und danach kommt lange nichts.
  • Mistsackerl: Ebenfalls rar sind die Mistkübel entlang des Weges.

Radfahren in der Slowakei: Allgemeine Tipps

Generell würde ich die größeren Straßen - wo möglich - vermeiden, da diese zum Teil stark befahren sind und es unter den Slowaken so einige Möchtegern-Rennfahrer gibt. Eine Planung vorher unter Einbeziehung der kleinen Sträßchen ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Die Slowakei hat deutlich östlicher Flair, da sind auch wenige Radwege oder so. Ich würde sagen, solange du auf kleinere Straßen unterwegs bist, ist auf jeden Fall weniger Verkehr als die Kustenstraße in Kroatien.

Achtung: du solltest etwas aufpassen, was die Bezeichnung Radweg betrifft. Wir hatten mehrere Fälle wo ich persönlich ehrlich gesagt, es mehr als MTB Route als international gekennzeichnete Radweg sehen würde. Und selbst mit MTB wäre es nicht ganz einfach gewesen. Stattdessen würde ich lieber auf Nebenstraßen fahren. Steigungen gibt es auch reichlich, obwohl ich extra versucht habe eine Steigungsarme Route auszuwählen. Aber die Landschaft ist wundervoll, und die Städte fand ich auch sehr schön (die meiste mindestens).

In der Slowakei ist das etwas schwieriger, nicht weil die Leute so unfreundlich sind, sondern weil das Höhenprofil des Landes nur entweder große vielbefahrene Straßen mit wenig Steigung oder kleine wenig befahrene Straßen mit mörderischer Steigung hergibt. Ich weiß nicht, ob das wirklich liegeradtauglich ist.

Routenempfehlungen

Es gibt in der Slowakei sehr langweilige (aus meiner Sicht) und flache Stücke und dann landschaftlich schöne Bereiche, wie das Slowakische Paradies, die Niedere und Hohe Tatra, die Fatra usw. In diesen Gebieten ist - wie in den bergigen Regionen Tschechiens - mit steilen Anstiegen zu rechnen .

  • Tvrdosin über Cadca nach Vsetin: Die Hauptstraße E50 würde ich eher meiden, ibs zwischen Martin und Zilina. Der hohe Teil der Passstraße bei Oravská Lesná ist weniger steil.
  • Umrundung der Hohen Tatra über Polen: Das ist defintiv ziemlich befahren. In die Hohe Tatra (höchster Teil der Karpaten) wollen sie alle. Es gibt genug andere schöne Gebrige dort.
  • Zakopane auslassen: Das muss zwischen Zakopane und Nowy Targ leicht auf Nebenstraßen zu machen sein.
  • Tal zwischen Muszyna und Piwnicna: Das Tal ist meiner Erinnerung nach sehr schön. Bei Spsska Stara Ves solltest Du auch einen Besuch des "Roten Klosters" (Červený Kláštor) und eine Floßfahrt auf dem Dunajec in Betracht ziehen.

Kulinarische Tipps

Die lokale Sorte in der Westslowakei ist Zlatý Bažant (Goldener Fasan). Die machen auch ein sehr ordentliches Schwarzbier, nicht zu süß wie so manche, und auch nicht zu lasch. Die lokale Sorte in der Ostslowakei ist Šariš (Scharosch - eine Landschaft). Das Pils ist durchaus trinkbar, das Schwarzbier war mir zu süß.

Slowakische Weißweine sind durchaus trinkbar, mit den deutschen, österreichischen und ungarischen vergleichbar. Rotweine sind eher etwas spritziger bzw. herber, erwarte bitte keinen Rioja oder Bodeaux. Schau nach Frankovka (Blaufränkisch - rote Sorte). Besondere Weißweine sind Pálava und Muškat moravský. Die sind ähnlich aromatisch wie ein Muskateller. Es gibt sie von herb bis süß.

Die geräucherten Käse (oscypki) in Polen sind Klasse. Die werden im Gebirge überall verkauft, schmecken tun sie am besten an den Ständen und nicht aus dem Supermarkt. Es gibt sie in großen Rollen, die man schneiden muss oder in kleinen mundgerechten Formen.

5-Tages-Tour durch Tschechien, Österreich, Slowakei, Ungarn und Wien

Diese spannende Tour führt Sie durch fünf Länder in nur fünf Tagen, beginnend in Tschechien, weiter nach Österreich, der Slowakei, Ungarn und schließlich nach Wien. Auf der insgesamt 360 km langen Strecke erwarten Sie beeindruckende kulturelle Höhepunkte und wunderschöne Natur. Die gesamte Route ist bestens für Radfahrer geeignet, da sie vorwiegend auf ruhigen Nebenstraßen und Radwegen verläuft.

Etappen:

  • Brno nach Mikulov (Tschechien) - 76 km
  • Rajka nach Wien (Österreich) - 59 km

Weitere Tipps

Fürs Smartphone kann ich für Tschechien und die Slowakei die App Mapy.cz empfehlen. Die ist detailreicher als die meisten OSM-Karten. Online zum angucken hier: Cykloserver (Radwege sind lila, Wanderwege rot/gelb/grün/blau), nur Tschechoslowakei - die Top-Adresse für Detailkarten!

Tschechien ist aus meiner Sicht das logistisch (aber nicht höhenmetertechnisch) am unkompliziertesten zu bereisendste Land Europas. Und das zu vernünftigen Preisen, zumindest für die Kasse eines Österreichers oder Deutschen. Es gibt überall Kneipen, Gaststätten und Einkaufsmöglichkeiten. Die Dichte an Übernachtungsmöglichkeiten ist ist ziemlich hoch. Es gibt überall (außer an Touristenhotspots) gutes Bier, je einsamer die Gegend, desto besser.

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