Jedes sechste Todesopfer im Straßenverkehr war mit dem Fahrrad unterwegs, wie das Statistische Bundesamt in seiner vorläufigen Unfallstatistik mitteilte.
Im vergangenen Jahr starben nach vorläufigen Ergebnissen insgesamt 441 Radfahrerinnen und Radfahrer bei einem Unfall.
Die Zahl der getöteten Radfahrer lag 2024 um 11,4 Prozent höher als 2014. So kamen vergangenes Jahr insgesamt 18,3 Prozent weniger Menschen im Straßenverkehr ums Leben als vor zehn Jahren.
Die Zahlen der im Straßenverkehr getöteten Fahrradfahrer entwickeln sich im Zehnjahresvergleich gegenläufig zur Gesamtstatistik.
Radverkehr im Aufwind: Produktionszahlen und Lieferanten
Wenn pandemiebedingt Sportvereine ihre Tore schließen und viele weitere Aktivitäten nicht oder nur eingeschränkt möglich sind, bleibt doch zumindest eines möglich: Rauf aufs Rad und los.
Die Produktion klassischer, also unmotorisierter Fahrräder, ging jedoch hierzulande nach vorläufigen Angaben um 14 % zurück, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.
2020 wurden in Deutschland 1,3 Millionen Fahrräder produziert, 2019 waren es noch 1,5 Millionen Stück.
Der Gesamtwert der hergestellten Räder verringerte sich um 13 % auf 695 Millionen Euro.
Aus Kambodscha kamen 2020 gut 593 000 Fahrräder nach Deutschland mit einem Wert von rund 144 Millionen Euro.
Der asiatische Staat war damit wichtigster Fahrrad-Lieferant - gemessen sowohl an den Stückzahlen als auch am Warenwert.
Auf der Stückzahlen-Rangliste folgen auf Platz zwei Polen (261 000) und auf Platz 3 Bangladesch (214 000).
Die wichtigsten Abnehmer von Fahrrädern aus Deutschland - sowohl in puncto Menge als auch Warenwert - waren die Niederlande (283 000; Wert: rund 195 Millionen) und Österreich (102 000; Wert: 59 Millionen Euro).
Unfallursachen und Risikofaktoren
Die größte Gefahr für Fahrradfahrende stellen der Auswertung nach Autos dar: 70,7 Prozent der 92.882 Fahrradunfälle mit Personenschaden waren Kollisionen mit Autos.
Bei Unfällen mit einem Pkw war der Radfahrer nur zu 24,8 % und bei Unfällen mit Güterkraftfahrzeugen nur zu 19,4 % der Hauptverursacher des Unfalls.
Bei Unfällen mit Fußgängern wurde dagegen dem Radfahrer häufig (56,7 %) die Hauptschuld angelastet.
Auch Kollisionen mit Krafträdern wurden überwiegend von Radfahrern verschuldet (54,1 %).
Von insgesamt 91 533 Fahrradunfällen mit Personenschaden waren 28,3 % Alleinunfälle.
Insgesamt galten 49,4 % aller unfallbeteiligten Radfahrer als Hauptverursacher ihres Unfalls.
Unfälle mit abbiegenden Kfz und geradeausfahrenden Radlern passierten zu zwei Drittel beim Rechtsabbiegen.
Anteil der Lkw und Lieferwagen unter den Unfallgegnern: 11 Prozent.
E-Bikes und Pedelecs: Ein wachsendes Risiko?
43,5 Prozent der Verkehrstoten auf dem Fahrrad waren mit E-Bikes unterwegs.
Es kamen 192 Pedelec-Fahrer ums Leben.
Von den 2024 getöteten Fahrradfahrern waren 192 mit einem E-Bike unterwegs. 2014 habe diese Zahl noch bei 39 gelegen.
Die Statistiker sehen dafür einen klaren Grund: "Der Anstieg ist vor allem auf die steigende Zahl an getöteten Pedelec-Nutzenden zurückzuführen", führten die Statistiker aus.
Unfälle mit Pedelecs führten häufiger zu schweren Verletzungen als solche mit nichtmotorisierten Rädern.
Pedelecs seien schwerer, beschleunigten stärker und seien "daher nicht ganz leicht zu handhaben", so Zeidler.
Besonders gefährdete Gruppen
Vor allem Menschen, die 65 Jahre oder älter sind, sind demnach einem besonders hohen Risiko ausgesetzt.
Auch hier stellt das E-Bike einen zusätzlichen Risikofaktor dar.
Unter den tödlich Verletzten Radfahrern waren knapp zwei Drittel 65 Jahre alt oder älter.
Während der Anteil der verunglückten Seniorinnen und Senioren bei Fahrrädern ohne Motor bei 59,4 Prozent lag, waren es bei den E-Bikes 68,8 Prozent.
ADFC: Einsatz für mehr Sicherheit im Radverkehr
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 240.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit.
Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.
Radfahren muss sicherer und komfortabler werden.
Wir nehmen dafür - auch Dank Ihrer Mitgliedschaft - nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein.
Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen.
Verkehrssicherheit: Was Radfahrer beachten sollten
Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern.
Sie haben keine Knautschzone - deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten.
Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.
Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen.
Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen.
Empfehlungen der Unfallforschung der Versicherer (UDV)
An die Autofahrer appelliert Brockmann angesichts der oft unübersichtlichen Abbiegesituationen, den Schulterblick konsequent anzuwenden und im Zweifel auch mehrmals zu schauen.
„Radfahrer sollten an Kreuzungen besonders aufmerksam sein und zur eigenen Sicherheit auch einmal auf ihr Vorfahrtsrecht verzichten“, rät Brockmann.
Bei den Kraftfahrzeugen sollten nach Ansicht der UDV Abbiegeassistenten weiterentwickelt und die Chancen der Vehicle-to-Vehicle-Kommunikation (Informationsaustausch zwischen Fahrrad und Auto) genutzt werden.
Schließlich müssen die Verkehrsräume so gestaltet werden, dass im Kreuzungsbereich eine freie Sicht auf die Radfahrer gegeben ist.
Der Radverkehr sollte daher auf Radwegen nahe an der Fahrbahn oder auf Radfahrstreifen auf der Fahrbahn geführt werden.
Wo möglich, sollten eigene Ampelphasen für Radfahrer geschaltet werden.
Statistische Übersicht: Radunfälle in Deutschland
Die folgende Tabelle fasst wichtige statistische Daten zu Radunfällen in Deutschland zusammen:
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Todesopfer 2024 | 441 |
| Anstieg der Todesopfer (2014-2024) | 11,4% |
| Anteil der E-Bike-Fahrer unter den Todesopfern (2024) | 43,5% |
| Hauptunfallgegner | Autos (70,7% der Unfälle mit Personenschaden) |
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