Die Emilia Romagna in Italien ist ein wahres Paradies für Radsportler. Mit ihrer abwechslungsreichen Landschaft, den anspruchsvollen Anstiegen und den malerischen Straßen bietet die Region eine ideale Kulisse für spannende Rennen und unvergessliche Erlebnisse. Von legendären Gran Fondos bis hin zu professionellen Etappenrennen - hier kommt jeder Radsportfan auf seine Kosten.
Gran Fondos: Die Königsdisziplin für Amateur-Rennradler
Der Gran Fondo, was so viel wie "Große Ausdauer" bedeutet, ist die beliebteste Renn-Gattung für Amateur-Rennradler. Diese Rennen zeichnen sich durch eine Länge von mindestens 120 km und zahlreiche Höhenmeter aus. Bei einem italienischen Gran Fondo geht es nicht nur um den Wettstreit mit anderen, sondern auch um den Kampf gegen sich selbst und das Ausloten der eigenen Grenzen. Die Teilnahme an einem Gran Fondo bedeutet das Eintauchen in die wahre Bike-Kultur Italiens. Egal ob im äußersten Norden oder ganz weit im Süden - Gran Fondos locken regelmäßig eine Vielzahl von passionierten Rennradlern an, die es kaum erwarten können, sich auf den schönsten Straßen und Anstiegen Italiens zu messen.
Die Geschichte des Gran Fondos reicht auf den Morgen des 5. Mai 1971 zurück, an dem um 5 Uhr eine Gruppe von 17 Freunden von der Bar del Corso in Cesenatico aufbrachen um auf Ihren Rädern die Nove Colli, neun Hügel der Emilia Romagna, zu bezwingen und damit den Grundstein für den ersten Gran Fondo legten. Schon wenig später wurden Gran Fondos unter italienischen Rennradler*innen sehr beliebt, so dass es heute eine Vielzahl an Veranstaltungen dieser Art in jeder Region gibt.
Bekannte Gran Fondos in Italien
- Nove Colli: Der mit Abstand bekannteste Gran Fondo der Welt. Der Rundkurs beinhaltet Anstiege mit insgesamt 3840 Höhenmetern und startet am Hafen von Leonardo in Cesenatico. Die Strecke führt durch das Hinterland und über die Hügel der Provinzen von Forlì und Cesena. Dabei gilt es während des Rennens exakt 9 Hügel zu bewältigen. Barbotto, Polenta und Tiffi sind die anspruchsvollsten Anstiege mit teilweise mehr als 18% Steigung.
- Maratona delle Dolomiti: Ein Gran Fondo bei dem auf einer Länge von 138 km insgesamt 4230 Höhenmeter zu überwinden sind. Dabei führt die Route über die Pässe Campolongo, Gardena, Pordoi, Sella, Giau und Falzarego. Start und Ziel des Rennens ist Corvara, stets begleitet von der atemberaubenden Szenerie der Dolomiten und seiner spektakulären Berggipfel, die als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes einmalig auf der Welt sind.
- Strade Bianche: Das Rennen (auch bekannt als Europas südlichster Klassiker im Norden) ist Teil der UCI World Tour, aber es gibt auch eine einfachere Variante für Amateure: den Gran Fondo Strade Bianche. Start und Ziel der Rundfahrt ist Siena, wobei der Streckenverlauf, dem der weiblichen Profis gleicht: die Distanz beträgt 139 km, wovon 31 km Schotterpisten sind - die berühmten Schotterwege der Toskana.
- Gran Fondo Stelvio Santini: Auf einer Länge von 151 km und mehr als 4000 Höhenmetern stellt dieser Gran Fondo jede*n Fahrer*in auf eine Bewährungsprobe und ist daher nur den begnadetsten Bergziegen vorbehalten. Nach der Abfahrt in Bormio müssen nicht nur die 48 Haarnadelkurven des Stilfser Jochs bezwungen werden, sondern auch die 12 km lange Auffahrt auf den Mortirolo Pass, die oftmals 18% Steigung beinhaltet.
- Gran Fondo Pinarello: Führt auf 152 km Strecke von Treviso über die Prosecco Hügel (Teil des UNESCO-Weltkulturerbes) vorbei an den Schauplätzen der Weltkriege. Natürlich gibt es auch hier einige ordentliche Anstiege wie die Mauer von Cà del Poggio, einen traditionsreichen Anstieg des Giro d’Italia mit einer Länge von 1,3 km und einer durchschnittlichen Steigung von 15% - gleichzeitig der einzige vom italienischen Radsportverband zertifizierte Anstieg.
- Gran Fondo Colnago: Hält auf einer Strecke von 145 km 2130 Höhenmeter bereit. Dabei müssen die Rennfahrer*innen viele der unter den Lokalmatadoren bekannten Anstiege, wie der Valvestino mit seinen 8,3 km Länge und durchschnittlich 6,5% Steigung (in der Spitze 13%) meistern.
- Granfondo Squali: Mit einem Hai als Wahrzeichen, die in der Adria-Region durchaus im Meer und im Aquarium in Cattolica schwimmen, gibt sich die Region mit dem Granfondo Squali jährlich Anfang Mai die Ehre. Es sei kein Radrennen, sondern ein Event, so wirbt der Veranstalter im Chef Filippo Magnani für das Spektakel.
- Gran Fondo Via del Sale: Die Granfondo Via del Sale bietet vier Strecken zur Auswahl. 77, 118, 178 km und Gourmet. Die kurze Runde über 77 km ist der perfekte Einstieg für Granfondo Neulinge. Ein kleiner Berg mit 230 Höhenmeter und einer durchschnittlichen Steigung von 5%.
Granfondo Squali: Ein Radmarathon an der Adriaküste
Der Granfondo Squali an der Adriatischen Küste ist einer der schönsten Granfondos. Trotz seiner "erst" neunten Austragung konnte sich der 2015 zum ersten Mal durchgeführte Granfondo mit Festcharakter als einer der beliebtesten Radmarathonveranstaltungen der Emilia Romagna etablieren.
Für weniger Fitte kommen die 85 km mit "bloß" 1393 hm infrage und wer gar mit der Familie angereist ist, kann die Familientour mit 46 km genießen. Um dem ganzen eine Art "Volksfestcharakter" zu verleihen, wird in der Shark-Arena in Cattolica jede Menge Trubel rund um den Radsport geboten: Trikothersteller bieten ihre schönsten Stücke an, etliche der Sponsoren sind mit eigenen Ständen vertreten und eine große Leinwand überträgt live von den einzelnen Veranstaltungen. Natürlich kommt auch das Kulinarische nicht zu kurz.
"Mehr als 3500 Teilnehmer nehmen wir in den kommenden Jahren nicht an", klärt uns Orga-Chef Magnani auf. "Mehr können wir organisatorisch einfach nicht stemmen."
Die Strecke ist herrlich, wird nicht langweilig und die Höhenmeter gut verteilt. Löblich: Dank der ausgeklügelten Streckenführung waren am Sonntag tatsächlich nur wenige Autos unterwegs. Der Grandfondo ist vom Sportlichen her nicht so knallhart wie ein Alpenmarathon und gerade deshalb faszinierend. Man kann die Runde mit den drei Bergen und der Panoramastraße richtig genießen. Organisatorisch zieht die Crew um Fillipo Magnani alle Register und stellen ein lupenreines Radsportevent auf die Beine: Strecke, Sicherheit und Verpflegungsstationen sind bestens geplant.
Tour de France in der Emilia Romagna
Die 2. Etappe der Tour de France beginnt in der Heimatstadt von Marco Pantani, dem Giro- und Toursieger von 1998, und führt von der Adria quer durch die Emilia Romagna nach Bologna. Vorbei an den Stränden der Adria führt der Etappenbeginn in Richtung Ravenna, wo das Feld in westlicher Richtung abbiegt. Erinnerungen an die Weltmeisterschaften von 2020 werden wach, denn es geht dann in Richtung Faenza und Imola.
Das Etappenfinale wird gut 60 Kilometer vor der Ziellinie eröffnet, wenn es zur Cote de Botteghino di Zocca (4. Kat, / 1,9 km) hinauf geht. Im knappen Abstand folgen dann die Cote de Montecalvo (3. Kat. / 2,7 km) sowie die Cote de San Luca (3. Kat. / 1,9 km). Vor allem den Sprintern werden nach diesen Anstiegen die Beine ordentlich brennen und vom letzten Hügel bis ins Ziel sind es nur mehr zwölf Kilometer bis ins Ziel.
Giro dell'Emilia: Ein italienischer Herbstklassiker
Tadej Pogacar hat sechs Tage nach seinem WM-Triumph von Zürich auch beim Giro dell'Emilia (1.Pro) die Konkurrenz in Grund und Boden gefahren. Der Weltmeister aus Slowenien entschied im strömenden Regen die 107. Ausgabe des italienischen Herbstklassikers über 215,3 Kilometer von Vignola nach San Luca als Solist für sich und triumphierte nach zwei zweiten Plätzen in Serie erstmals an der berühmten Basilika.
Für den Weltmeister war es zudem der 24. Saisonsieg und der dritte Erfolg in Serie bei einem Eintagesrennen.
Italy Divide: Ein anspruchsvolles Bikepacking-Abenteuer
Der Italy Divide ist eines der anspruchsvollsten Offroad Bikepacking Abenteuer, das man in Europa unternehmen kann. Der Track führt einmal längs durch Italien. Du passierst dabei die schönsten und sehenswertesten Städte wie zum Beispiel Rom, Neapel, Florenz, Sienna, Bologna, Verona und viele mehr.
Was erwartet Dich beim Italy Divide?
- Speed Sight-Seeing Italien
- Abwechslungsreiche aber auch sehr anspruchvolle Trails
- Perfektes Vorbereitungs-Rennen für noch größere Abenteuer
Der Italy Divide ist ein unsupported Bikepacking Rennen und führt von Pompeji bei Neapel nach Torbole am Gardasee.
Empfehlungen für den Italy Divide
- Ein leichtes MTB oder Gravelbike mit sehr breiten und schnell rollenden Reifen
- Ein gutes Vorderlicht und eine sehr starke Helmlampe
- Eine gute Planung der Übernachtungen
Fazit
Die Emilia Romagna ist ein wahres Paradies für Radsportler. Egal ob ambitionierter Amateur oder Profi - hier findet jeder die passende Herausforderung. Die abwechslungsreiche Landschaft, die anspruchsvollen Anstiege und die malerischen Straßen machen die Region zu einem unvergesslichen Erlebnis für jeden Radsportfan.
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