Die Geschichte des Radrennens "Rund um den Henninger-Turm"

Das Traditions-Radrennen am 1. Mai, bekannt als "Rund um den Henninger-Turm", hat eine lange und bewegte Geschichte. Was ursprünglich als Werbekampagne für den neuen Brauerei-Turm mit integriertem Drehrestaurant ins Leben gerufen wurde, entwickelte sich bald zu dem deutschen Radsport-Klassiker schlechthin.

Die Anfänge und Entwicklung

"`Rund um den Henninger-Turm` wurde das erste Mal 1962 geradelt. Auf Veranlassung von Bruno H. Schubert nahm die Brauerei unverzüglich Kontakt zum Hessischen Radsportverband und zum Radsport-Bezirk Frankfurt auf. Ein Jahr später, das war 1962, fiel dann zum ersten Mal der Startschuss zum Radrennen „Rund um den Henninger-Turm“."

Der belgische Weltmeister Rik van Looy reiste mit seiner Mannschaft an und Armand Desmet gewann die Premiere. Im Hause Henninger war man zufrieden mit diesem Auftakt, denn das Rennen brachte die Menschen direkt zum Hainer Weg, und immer wieder wurde der Henninger-Turm automatisch in der Berichterstattung genannt.

Mit jedem weiteren Rennen gewann der Henninger-Turm an Popularität und Zuspruch, bis ihn schließlich die Frankfurter als neues Wahrzeichen ihrer Stadt akzeptierten. Mit vielen internationalen Prädikaten (1964 - Coupe du monde, 1968 - Super-Prestige-Pernod, 1980 - Hors categorie) konnte sich „Rund um den Henninger-Turm“ schmücken.

Die Strecke führte über einen ausgewählten Kurs durch das Rhein-Main Gebiet und den Taunus. Start und Ziel waren bis 2001 am Hainer Weg und bis 2008 in der Darmstädter Landstraße in Frankfurt-Sachsenhausen.

Jahrzehntelang sei Sachsenhausen Treffpunkt für namhafte Radprofis dieser Welt gewesen, etwa für Rudi Altig, Eddy Merckx oder Erik Zabel. Wie viele andere Teams und Teambegleiter hätten sie damals Sachsenhäuser Hotels bezogen und jedes Jahr Anfang Mai das Viertel belebt.

„Der unmittelbare Kontakt der internationalen Fahrer zur Sachenhäuser Bevölkerung war sagenhaft und machte das Rennen auch bei Nicht-Radsportbegeisterten sehr populär.“

Die Ära nach dem Henninger-Turm

2008 lief der Vertrag mit dem Titelsponsor aus. Das Traditions-Radrennen am 1. Mai "Rund um den Henninger-Turm" wurde 2009 nach dem Ausstieg des Hauptsponsors umbenannt in „Eschborn-Frankfurt City Loop“, 2010 dann in "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt".

Name und Logo geändert - die Klasse bleibt: 2017 zählte das Rennen erstmals zur UCI WorldTour, nachdem es im Sommer 2016 vom Radsportweltverband UCI in diese Eliteliga der Radsportveranstaltungen hochgestuft worden war.

„Das Original hat immer noch in den Köpfen vieler Frankfurter seinen Platz. Auch wenn der original Henninger Turm mittlerweile Geschichte ist - sein Neubau ist nicht weniger markant. Mit einer Neuauflage 2023, weiteren Sponsoren, einem Begleitprogramm ‚rund ums Fahrrad‘ und einer Streckenführung, die an die alte Tradition anknüpft, könnte die alte Leidenschaft für das Rennen wieder entflammen.

Die CDU-Fraktion setzt sich mit einem Antrag für die Wiederbelebung des Rennens ein. „Wir fordern den Magistrat auf, sich dafür einzusetzen, die Strecke des Frankfurter Radsport-Klassikers ab dem Jahr 2023 wieder durch Sachsenhausen zu führen. So kann das Traditionsrennen wieder an seinen legendären Ruf beim Frankfurter Publikum anknüpfen.“

Besondere Ereignisse und Anekdoten

Kuriose Rennen, bekannte Sieger, ungekrönte Könige: Das bedeutendste deutsche Radrennen am 1. Mai ist reich an ungewöhnlichen Geschichten. Auch wenn es mittlerweile nicht mehr „Rund um den Henninger-Turm“ heißt.

Die Siegerliste liest sich wie das „Who is who“ des Berufsradsports: Eddy Merckx, Gerri Knetemann oder Walter Godefroot, Rudi Altig, Hennes Junkermann oder Erik Zabel. Legenden des Radsports, die Geschichte schrieben und am 1. Mai manch kurioses Rennen hingelegt haben.

Ein Sieg am 1. Mai beim wichtigsten deutschen Eintagesrennen ist und bleibt eben ein ganz besonderer Prestigeerfolg. Seit fünf Jahrzehnten fährt die Weltklasse durch Eschborn, Frankfurt und den Taunus. Jahr für Jahr am 1. Mai.

Hier einige Anekdoten:

  • 1970: Rudi Altig bestand auf eine Extra-Zahlung für seinen Start und gewann das Rennen.
  • 1978: Gregor Braun feierte einen Doppelsieg, weil er sich verzählt hatte und zu früh jubelte.
  • Didi Thurau: Der Sossenheimer blieb der Sieg bei seinem Heimrennen verwehrt, obwohl er zweimal Zweiter wurde.

Das Rennen heute

Beim Radklassiker 2024 siegte der Belgier Maxim Van Gils (Lotto Dstny) vor dem Spanier Alex Aranburu (Movistar Team) und Riley Sheehan aus den USA (Israel - Premier Tech). Bester Deutscher war Jonas Rutsch (EF Education - Easy Post) auf Platz 17.

Neben dem Römerberg war der Campus Bockenheim in den 1960er Jahren der Ort des Protestes in Frankfurt - auch vor den Zeiten des AfE-Turms.

Seit Jahren bringt das Rennen nicht nur internationale Profis, sondern auch Hobbysportler, Nachwuchstalente (Süwag Energie-Nachwuchs-Cup) und Kinder (kinder+Sport bike parade und mini tour) sowie hunderttausende Zuschauer am Fahrradfeiertag zusammen.

Seit 1962 findet das Rennen ununterbrochen statt und wurde nur im Jahr 2015 (Terrorgefahr) und 2020 (Covid-19-Pandemie) kurzfristig an der Austragung gehindert.

Die ŠKODA VELOTOUR

Im Jahr 2002 öffneten sich die Tore bei „Rund um den Henninger-Turm“ neben dem Eliterennen und den Jugendwettbewerben auch den Hobby-Fahrern. An der ŠKODA VELOTOUR 2022 haben rund 6.200 Radsportbegeisterte teilgenommen und den 1. Die ŠKODA VELOTOUR 2024 hatte mit rd.

Weitere Informationen

Der Zielbereich an der Alten Oper ist mit S- und U-Bahn hervorragend zu erreichen. Die S-Bahnstation Taunusanlage, an der mehrere Linien halten, ist nur wenige Meter entfernt.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0