Radtour Gepäck Gewicht Tipps: Clever Packen für Ihre Radreise

Ob gemütliche Mehrtagestour auf einem der wunderbaren Flussradwege oder Rekordfahrt über die Alpen: Vor der Abreise steht die große Frage, was eingepackt wird. Damit auch eine längere Radreise Spaß macht sollte man möglichst viele Packtaschen nutzen, um das ganze Gepäck klar zu trennen. Damit wird auch der Überblick leichter und die Zugriffszeit effektiver.

Es gibt zwei Pole der Radreise: Langsam dahingleiten, den Blick schweifen lassen, die Landschaft genießen, ohne Zeitdruck und Stress. Oder viel Tempo, die Oberschenkel brennen lassen, Passstraßen erklimmen oder neue Entfernungsrekorde aufstellen. Klar, keiner strebt danach, möglichst viele überflüssige Kilos ans Rad zu packen.

Die Packliste: Ihr Schlüssel zum Erfolg

Schreiben Sie eine Packliste, damit Sie vorab einen Überblick haben, was alles mit muss. Mit einer guten Packliste fängt alles an - von A wie Ausrüstung bis Z wie Zelt. Reduzieren Sie Ihr Gepäck auf das Nötigste. Umso weniger, umso besser auf Tour. Statt stundenlang Packlisten zu schreiben, sollte die Basis stimmen.

Was brauche ich auf meiner Radreise? Jede Fahrradreise ist anders - und damit auch die Packliste. Wenn Sie zum Beispiel eine Tagestour planen, brauchen Sie natürlich eine andere Ausrüstung als für eine mehrtägige Fahrradtour über 3 oder 7 Tage. Auch die Art der Übernachtung bestimmt das richtige Gepäck. Wenn Sie mit leichtem Gepäck radeln möchten, sollten Sie eher im Hotel übernachten. Für eine Radtour mit Camping - also Bikepacking - benötigen Sie mehr Stauraum für Zelt, Schlafsack & Co.

Gewicht Verteilen und Packen

Beachten Sie das zulässige Gesamtgewicht von Packtaschen, Gepäckträger und Rad. Welches Gepäck eignet sich für all die Dinge auf der Fahrradtour-Packliste und wie viel Gewicht ist überhaupt möglich? Einen ersten Hinweis liefert das maximal zulässige Gewicht Ihres Fahrrads. Das finden Sie in der Bedienungs- oder Montageanleitung. Das Maximalgewicht schließt das Gewicht des Rades und Ihr eigenes Gewicht mit ein. Folglich sollten die Gepäcktaschen so leicht wie möglich sein.

Dank ausgeklügelter Befestigungssysteme lassen sich heute schwere Taschen so am Rad anbringen, dass ihre Pfunde kaum ins Gewicht fallen. Am Berg aber spürt man dann schon, dass da etwas gehörig in Richtung Tal zieht. Dafür wissen wir, dass am Ende der Tour ein sauberes Hemd, eine frische Hose und das eine oder andere mehr auf uns warten.

Schweres und wenig benötigtes Gepäck nach unten in die Packtaschen verlagern. Leichtes und viel benötigtes nach oben. Beim Montieren der Taschen vorhandene, tiefe Montageebenen nutzen. Taschen klapperfrei montieren. Voll bepackte Taschen immer erst auf der Ständerseite anbringen und auf der gegenüberliegenden Seite abnehmen.

Wer seinen Schlafplatz mitbringt und auch die Mahlzeit noch selber bereitet, der braucht natürlich mehr Stauraum. Zelt, Schlafsack, Luftmatratze, Campingkocher, Topf, Spülmittel, Besteck - womöglich noch Hocker, Tisch oder eben den halben Hausstand. Laut ADFC steigen aber 70 Prozent der Radreisenden abends vor einem Hotel ab. Dort wird höchstwahrscheinlich auch kein Kocher ausgepackt oder der Wasserkocher zur Suppenküche umfunktioniert, sondern ein Restaurant besucht.

Ausrüstung und Zubehör

Verschiedene Themen können lauten: Kochen, Proviant Schlafen, Bekleidung, Werkzeug, Büro (Fotoausrüstung, Laptop…). Packgruppen können zusätzlich in verschieden farbige Beutel sortiert werden. Damit sind sie klar getrennt und leicht erkennbar was sich wann und wo befindet. Am nächsten Morgen wird das Rad wieder gepackt und weiter geht die Fahrt. Auch beim täglichen Auf- und Abladen freut man sich über Minimalgepäck.

Für mich sind drei Dinge tatsächlich essenziell: Geldbeutel mit Dokumenten, Smartphone und Schlüssel. Alles andere lässt sich zur Not verschmerzen oder nachkaufen. Ein modernes Smartphone taugt für die Navigation, als Kamera, als digitale Geldbörse, als Unterhaltung und - als Telefon, auch für Notfälle. Die wenigsten Routen werden fernab jeglicher Zivilisation verlaufen.

Ein zusätzlicher Seitenständer am Lowrider stützt das Gepäck deutlich besser ab.

Tabelle: Packliste für Radreisen

Kategorie Ausrüstung
Aufbewahrung & Packen Rucksack, Vorder-/Hinterradtasche, Lenkertasche, Rahmentasche, wasserdichte Schutzhüllen, Packsäcke
Bekleidung Fahrradhelm, Regenjacke und -hose, Radhose mit Polster, Radoberbekleidung, Funktionsunterwäsche, T-Shirt, Fleece-Pullover oder -Jacke, dicke und dünne Socken, Radhandschuhe, Badehose, Handtuch
Pflege & Hygiene Kulturbeutel, Reisehandtuch, Outdoor-Sandalen/FlipFlops/Badeschuhe, Insektenschutz, evtl. Wassersack mit Duschadapter, Wäscheleine & -klammern
Sonnenschutz Sonnenbrille, Schirmmütze, Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor
Reiseapotheke Kleines Erste-Hilfe-Paket mit Pflaster, Verbandspäckchen, Mullbinde, elastische Binde, Desinfektionsmittel, Schmerztabletten, Durchfallmittel, Salbe gegen Insektenstiche, evtl. Medikamente
Orientierung & Navigation Karten, GPS-Gerät oder Smartphone mit Navigations-App, Kompass
Sonstige Radlerutensilien Fotoausrüstung, Fernglas, Reiseunterlagen, Auslandskrankenschein, Personalausweis, Reisepass, kleines Nähset, Tagebuch
Ausrüstung für das Fahrrad Tacho, Trinkflaschen/-halter, Luftpumpe, Schloss, Multitool, Speichenspanner, Reperaturwerkzeug, Reifendruckmesser, ggf. Ersatzteile
Übernachten & Verpflegen Trekking-Zelt, Unterbodenschutz-Folie, Heringe, Gummihammer, Isomatte, Schlafsack, wasserdichte Schutzsäcke für den Schlafsack, Campingstuhl/-hocker, Biwacksack, Campingkocher/-brenner und Brennstoff, Trekking- oder Camping-Geschirr und -Besteck, Taschenmesser oder Multitool, Trinkflasche, Klopapier, Taschentücher, Müllbeutel, Waschutensilien

Sicherheitshinweise

Vor einer großen Tour sollten Sie die Bremsanlage unbedingt überprüfen lassen. Diese wird durch das hohe Gesamtgewicht aus Rad, Fahrer und Gepäck extrem belastet und muss in einem einwandfreien Zustand sein. Vor allem die Bremsbeläge sowie die Felgenflanken (bei Felgenbremsen) und die Bremsscheiben sollten ganz genau auf Beschädigungen, Verschleiß und Funktion geprüft werden. Vor der Tour die Übersetzung checken. Gegebenenfalls hilft ein Umbau der Kettenblätter oder des Ritzelpakets für leichtere Berggänge.

Der Luftdruck der Reifen sollte an das hohe Gesamtgewicht angepasst werden. Je nach Felgen- und Reifenbreite den Reifen mindestens mit einem halben bar mehr befüllen. Fahren Sie vorausschauend. Das hohe Systemgewicht hat einen deutlich längeren Bremsweg. Nutzen Sie beide Bremsen gleichzeitig. Das entlastet jede einzelne Bremse und bringt mehr Power auf den Boden.

Flüssige und gleichmäßige Lenkbewegungen in Kurven anstreben. Hecktische Bewegungen lassen das Rad aufschaukeln und ausbrechen. Bergab entspannt angehen lassen. Bergauf wandert der Schwerpunkt durch die zusätzlichen Pfunde nach hinten. Bergauf langsam angehen lassen und in kleinen Gängen mit schneller Trittfrequenz fahren.

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