Berühmt und viel befahren, ist allein sein Name eine Verheißung. Und wahrlich: mit den sanften Hügeln, Obstbaumplantagen, malerischem Alpenpanorama und begleitet von tiefblauem Wasser gehört er zu den schönsten Radwegen Europas.
Im Gepäck der Radelnden wiegt die Vorfreude leicht. Was wartet auf der anderen Seite des Sees? Worüber stolpere ich im nächsten Ort? Was liegt hinter diesem Hügel, abseits des Weges? All die möglichen Erfahrungen sind wie unausgepackte Geschenke, die entlang der 270 Kilometer des Bodensee-Radwegs den Unternehmungslustigen entgegensehen. Und dabei ist es egal, ob man sich als Familie, E-Biker, Sport- oder Genussmensch auf die Reise macht.
Der Bodensee-Radweg ist 260 Kilometer lang und wird im Uhrzeigersinn (als rechts herum) geradelt. Der gesamte Radweg besteht aus 8 Etappen, jedoch kann man den Bodensee auch in kürzerer Zeit umrunden.
Wir beginnen die Umrundung des Überlinger Sees in Konstanz, dem Zentrum der Bodenseeregion und fahren zunächst auf der Mainaustraße oder am Ufer entlang (siehe Obersee-Tour) nach Staad zum Fährehafen. Im Kursverkehr von März bis Oktober bringen wir Sie an zahlreiche Orte rund um den Bodensee.
Von der Anlegestelle der Fähre fahren wir erst ein Stück bergauf in Richtung Allmannsdorf, aber schon gleich in die erste Straße rechts (Hoheneggstraße). Auf dem gut ausgeschilderten Radweg geht es seenah nach Egg, dem Stadtteil unterhalb der in den 70er Jahren auf dem Gießberg gebauten Universität. Nach dem Wassersportgelände der Universität (am Ortsrand, rechts unterhalb des Radwegs) beginnt die schöne Allee mit den großen, alten Bäumen zur Mainau.
Unter diesem ist auch die „Fahrrad-T(r)ankstelle“, bei der die Radler sich ihre Flaschen mit einem Gutschein der Bodensee-Radweg Service GmbH kostenlos mit Apfelsaftschorle auffüllen können. Für einen Besuch der Insel sollte man die Räder hier stehen lassen und gemütlich zu Fuß über die Brücke gehen. Von der Mainau geht die Allee weiter, zwischen Wald und ausgedehnten Schilfflächen nach Litzelstetten. Der weiter in Richtung Bodman führende Uferweg ist den Spaziergängern und Wanderern vorbehalten.
Der reizvolle Weg unter den Bäumen ist für Radfahrer nicht nur verboten, sondern durch entsprechende Sperren auch unpassierbar. Von Wallhausen geht der Radweg zuerst steil aufwärts auf der Straße nach Dettingen, am Waldrand aber rechts Richtung Burghof, mit sehr schöner Sicht hinüber nach Überlingen, bis nach dem höchsten Punkt dieser Straße. Nach dem Ortsende von Langenrain gibt es eine Alternativstrecke über den höchsten Rücken des Bodanrücks: Auf einer schmalen Straße oberhalb des Hofes Höfen vorbei, dann auf einem ungeteerten Waldweg langsam weiter Höhe gewinnend.
Dabei sieht man zuerst weit in den Hegau, später gelegentlich zwischen den Bäumen durch auf den Überlinger See. Nach einer Lichtung zweigt ein breiter Weg ab, auf dem man einen schönen Abstecher zum akustisch und landschaftlich beeindruckenden Echo-Tal machen kann. Von Liggeringen verläuft der Radweg auf der Kreisstraße nach Bodman (siehe Tour "Am Westende des Überlinger Sees"), zuerst noch ein Stück auf der Höhe und dann im Tal des Dettelbachs durch den Wald hinunter in die Ebene der Stockacher Aach.
Wer jetzt nicht Bodman besichtigt, kann gleich am Ortsanfang links abbiegen Richtung Ludwigshafen. Das Nordufer zwischen Überlingen und Stockach lässt sich ab Ludwigshafen in einen großen Bogen durch das Hinterland nach Überlingen ausweiten. Hier besteht aber auch die Möglichkeit, nach einem kurzen, aber steilen Aufstieg parallel zum See durch das Nesselwanger Tal zu fahren.
Trotz der B 31 (neu) ist das immer noch eine landschaftlich schöne Variante, die mit Nesselwangen (580 m) etwa den höchsten Punkt erreicht. Von der Höhe geht es mit immer wieder neuen See-Blicken nach Hödingen (540 m), wo man zu Fuß noch einen Abstecher in den Hödinger Tobel machen kann, eine tief eingeschnittene Schlucht im Wald. Ab Ludwigshafen ist die einfachste Variante natürlich der Bodensee-Radweg, der an der B 31 entlangführt, nach dem Pfaffental aufwendig angelegt oberhalb der Straße.
In Sipplingen wird der Bodensee-Radweg oberhalb des Sees durch den Ort geführt und bleibt dann noch ein paar hundert Meter auf der Höhe, bevor er bei der Süßenmühle, wo das Pumpwerk der Bodensee-Wasserversorgung für die Fernleitung nach Stuttgart steht, wieder das Seeniveau erreicht. Kurz danach verlässt die Bundesstraße den See, und wir erreichen den Stadtrand von Überlingen. An der romanischen Sylvester-Kapelle Goldbach vorbei, wo die kleine Straße von Hödingen herunterkommt, führt der Radweg ins Stadtzentrum von Überlingen.
Die Strecke bis Meersburg, die durch herrliche Landschaft meist sehr nah am See läuft, ist nun ein reines Vergnügen (in der Tour "Steinzeit, Barock und Natur" in umgekehrter Richtung ausführlicher beschrieben). Von Nußdorf aus verläuft der Bodensee-Radweg auf der kleinen Kreisstraße unterhalb der Birnau, der bedeutendsten Rokokokirche am Bodensee, zum Schloss Maurach (heute ein Tagungszentrum, links daran vorbei). Kurz danach geht es in Obermaurach rechts hinab in die Seehalde und über Seefelden (dort an der spätgotischen Dorfkirche vorbei erst links, dann gleich rechts) auf Unteruhldingen zu.
Wir fahren nahe bei den rekonstruierten Pfahlbauten (Freilichtmuseum) vorbei durch den Ort Unteruhldingen (siehe Tour "Steinzeit, Barock und Natur"), von wo wir einen schönen Blick auf die Mainau genießen, dann nur teilweise geteert neben der ehemaligen B 31, auf der leider die Geschwindigkeitsbeschränkung (auf 70 km/h) wieder aufgehoben wurde, direkt am Ufer nach Meersburg.
Etappen des Bodensee-Radwegs
Die erste Etappe des Bodensee-Radweges führt von Konstanz an der Insel Mainau vorbei und anschließend über den Bodanrück bis hinunter nach Bodman. Die zweite Etappe führt zunächst am Bodensee entlang, vorbei an der Wallfahrtskirche Birnau, den Pfahlbauten in Uhldingen und der Burg Meersburg. Durch malerische Weingärten geht es schließlich bis nach Friedrichshafen.
Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke
Jährlich entführt sie über eine Millionen Besucher mit ihrer Blumenpracht in eine Welt aus Duft, Botanik und Leichtigkeit: die Insel Mainau. Die Bisonstube Bodenwald oberhalb Bodman-Ludwigshafens begeistert mit Biergarten-Atmosphäre und zu bestaunender Bisonzucht ein paar Meter weiter.
Wallfahrtskirche Birnau: Die Basilika Birnau zählt zu den wichtigsten barocken Wallfahrtskirchen der Region. Sie erhebt sich inmitten der Weinberge des Überlinger Sees zwischen Überlingen und Uhldingen.
Die Pfahlbauten in Unteruhldingen: Besucher erwartet hier eine Zeitreise in über 6.000 Jahre Geschichte. Auf Stegen über dem Wasser gelangt man in die nachgebaute Siedlung aus der Stein- und Bronzezeit, immer mit großartigem Seepanorama.
Tipps für die Planung
- Startpunkt: Grundsätzlich kann die Radtour an jedem Punkt entlang der Strecke gestartet werden.
- Fahrtrichtung: Rund um den Bodensee radelt man am besten im Uhrzeigersinn, also rechts herum.
- Etappen: Um Landschaft, Kultur und Freizeitangebote richtig auskosten zu können, umfährt man den Bodensee idealerweise in acht Etappen.
- Beschilderung & Radweg-Karte: Der gesamte Bodensee-Radweg ist mit Schildern in den Farben Schwarz, Weiß und Blau inklusive Radler-Symbol gekennzeichnet.
- Gepäcktransport: Der wohl bequemste Aspekt im Rahmen einer Radreise besteht in der Möglichkeit des Gepäcktransports. Einfach und flexibel am Vortag bis 16:00 Uhr buchen, das Gepäck an der Rezeption des Hotels oder Campingplatzes bereitstellen und direkt zum Zielort der Tagesetappe geliefert bekommen!
- Reisezeit: Die schönste Zeit, um den Bodensee-Radweg ausführlich zu genießen, ist zwischen März und Juni sowie im September und Oktober.
Hinweise
Einlösung der Bodensee Card PLUS Gutscheine (ausgestellt ab Dez. 2023) aktuell nur im Webshop möglich! Rolls-Royce Automobilmuseum: Das Museum ist ab sofort aufgrund von Instandsetzungsarbeiten auf unbestimmte Zeit geschlossen. Kloster Schussenried: Bis 31.10.2025 ist der Eintritt mit der Bodensee Card PLUS nicht möglich!
Die wichtigsten Fakten zum Bodensee-Radweg
| Faktor | Details |
|---|---|
| Länge | 260 Kilometer |
| Ideale Etappen | 8 |
| Beste Reisezeit | März bis Juni, September und Oktober |
| Geeignet für | Alle Altersgruppen und Könnerstufen |
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