Radtour Neuruppin-Rheinsberg: Eine Entdeckungsreise durch das Ruppiner Seenland

Diese schöne Tagestour führt durch Stadt und Land von Fürstenberg/Havel nach Neuruppin. Ein Tag, eine Tour, abwechslungsreiche Landschaften. Stadt und Land sowie Seen und Kultur reihen sich wie die Perlen einer Kette aneinander. Die hier beschriebene 3-Tages-Tour basiert auf dem Ruppiner Seen-Kultur-Radweg, eine von vielen empfehlenswerten Radwandertouren Brandenburgs.

Die Route und ihre Besonderheiten

Diese Tour führt durch die drei historischen Stadtkerne von Rheinsberg, Neuruppin und Kremmen über flache, herrliche Landschaften, an baumgesäumten Alleen und waldreichen Ufergürteln entlang. Start ist in der Stadt Rheinsberg mit dem Wasserschloss und dem dazugehörige Schlosspark, die Kurt Tucholsky als „Bilderbuch für Verliebte“ literarisch verewigt hatte. Weiter geht es über den Seen-Kulturradweg in die klassizistisch angelegte Stadt Neuruppin, der Geburtsstadt von Fontane und Schinkel.

  • Rheinsberg: Besuchen Sie Rheinsberg und nehmen Sie sich Zeit, diesen Ort zu erkunden. Da Rheinsberg recht klein und übersichtlich ist, dauert das nicht lange; man findet leicht hinein und leicht auch wieder heraus. Rheinsberg ist ein Kontrast mit seinem herrschaftlichen Charme. Das Schloss dominiert das Bild. Unten am Wasser stehen Skulpturen.
  • Zippelsförde: Erster Halt ist Zippelsförde, ein Dorf mit großer Fischzucht und Angelteichen. Zippelsförde: eine kleine Siedlung, eine Art Versorgungsposten und Rad- und Kanuverkehrsknotenpunkt inmitten der Natur mit Fischzuchtbetrieb, Imbiss und Naturschutzstation.
  • Molchow: Dem nächsten Halt der Radtour in Molchow widmete Fontane viel Aufmerksamkeit - er erfreute sich an der „hellen und lichten“ Atmosphäre der Siedlung, in dessen Mitte ein einzelner Glockenturm steht.
  • Neuruppin: Am Ende dieser kurzen Etappe wartet die Geburtsstadt Fontanes: Neuruppin. Kurz vor der Altstadt liegt eine der ältesten Seebadeanstalten Deutschlands, die Seebadeanstalt Neuruppin. Bei kaltem Wetter wärmt die Fontane-Therme mit ihrer in den See gebauten Sauna. Die Stadt bietet zahlreiche Einblicke in das Leben und Wirken Theodor Fontanes. Die 3,5 Kilometer lange Fontane-Stadttour ist nur eine davon. Sie startet direkt am Rheinsberger Tor.

Die erste Tagesetappe führt von Tegel nach Neuruppin. Vom Waidmannsluster Damm biegt man auf die Karolinenstraße und danach rechts auf die Ruppiner Chaussee. Über Schulzendorf und Heiligensee gelangt man nach Hennigsdorf. Hier geht es auf verschiedenen Fahrradwegen durch die Stadt bis man schließlich auf dem von anderen Touren bekannten Bötzower Weg bis zum Jungferndamm (L20) gelangt. Rechts entlang geht es über die Brücke und anschließend über Bötzow nach Marwitz. Hier biegt man links auf die Breite Straße und folgt dem Verlauf der L17 bis nach Eichstädt.

In Eichstädt wird rechts nach Bärenklau abgebogen. Vom Wendemarker Weg wird links in die Vehlefanzer Straße abgebogen. Noch vor Vehlefanz geht es rechts in einen Wirtschaftsweg, der durch Wiesen und Wald nach Schwante führt. In Schwante geht es links auf die Kremmener Chaussee (B273) bis nach Kremmen. In Kremmen geht es etwas zickzackartig durch den Ort bis zur L19 (hier Ruppiner Straße) der man rechts über Sommerfeld nach Beetz folgt. In Sommerfeld kann man sehr gut am Beetzer See rasten.

Ausgeruht und gestärkt geht es von Neuruppin weiter nach Rheinsberg. Nachdem man die Stadt über diverse Fuß/Radwege verlassen hat, geht es auf dem ersten Stück vorbei am Molchowsee ausnahmsweise etwas hoppelig zu. Hier haben Querrisse den Asphalt nach oben gedrückt. Auf dem parallelen Waldweg fährt es sich besser. Nach Rheinsberg führt die Route meist auf separaten Fahrradwegen schnurgerade durch den Wald. Passiert werden die Ortschaften Molchow, Krangen und Zippelsförde.

Nach Zippelsförde verläuft der Radweg mehr oder weniger parallel zum Rhin. Allerdings zu weit weg, als dass man den Gewässerverlauf sehen würde. Über Zechow gelangt man schließlich nach Rheinsberg. Von Rheinsberg aus folgt die Strecke sehr lange der L15 auf einem straßenbegleitenden Radweg. Hier geht es auch ab und zu hügelauf und hügelab. Nahezu unsichtbar gibt es unterwegs eine kleine Abfahrt nach links zum Großen Barschsee. Nach ca. 100m befindet sich ein kleiner Moorlehrpfad mit Informationstafel und einem Schichten-Modell über den Aufbau eines Moores.

Schließlich erreicht man Stechlin am Roofensee. Gleich anschließend folgt die Ortschaft Menz. Hier kann man an der Kirche rasten. Theoretisch biegt der Seen-Kultur-Radweg hier nach Neuglobsow ab und verfolgt einen Bogen über Fürstenberg und Himmelpfort. Diese Schleife ist 35 km lang und würde die Strecke von Neuruppin bis Zehdenick auf ca. 90 km verlängern. Um drei ungefähr gleichlange Tagesetappen zu erhalten, wurde dieser Bogen mit einer Direktverbindung von 11 km abgeschnitten. Die Abkürzung führt von Menz bis knapp vor Dannenwalde. Auch diese Strecke ist als Radweg ausgeschildert, nur halt ein anderer. Die Wegbeschaffenheit ist sehr gut. Der Streckenabschnitt verläuft auf verkehrsarmen Gemeindestraßen und Fahrradstraßen.

Bei Dannenwalde quert man die B96 und befindet sich dann wieder auf dem Seen-Kultur-Radweg, der hier gleichermaßen verläuft, wie die Route Historische Stadtkerne, der Radweg Berlin-Kopenhagen, der Havel-Radweg und die Königin-Luise-Route. Der Radweg passiert den langgestreckten Großen Wentowsee südlich und führt über Wentow, Zabelsdorf, Marienthal und Burgwall nach Zehdenick.

Weitere Details zur Tour

Diese schöne Tagestour führt uns durch Stadt und Land von Fürstenberg/Havel nach Neuruppin. Sie sehen den glasklaren Stechlinsee, Rheinsberg mit Schloss und Park, das klassizistisch angelegte Neuruppin mit Fontane und Schinkel und immer wieder Natur. Ich hatte ja in Radtour 45 schon erwähnt, wie reich an kleinen und größeren Seen die Gegend um Fürstenberg, Lychen und Templin ist - hier ist das auch so. Viele, die hier schon mal geradelt sind, können sich vielleicht noch erinnern, dass genau auf diesem Streckenstück der Asphalt an Hunderten von Stellen durch die von unten heraufdrückenden Baumwurzeln verformt war. Radweg endlich saniert - und gut geworden!

Auf dieser dritten Etappe der FONTANE.RAD-Route ziehen alte Mischwälder und Ackerflächen vorüber. Am Binenbach wird es wild: Im Bachbett geht es drunter und drüber, Stämme legen sich quer, hier, wo sich das Flüsschen tief in die Ruppiner Schweiz gearbeitet hat. Wurzelballen groß wie Sonnenschirme flankieren den Wegesrand, während sich Bäume an die Hänge krallen und gegen die Schwerkraft wehren. Wenn jemand auf der Fahrt nach Thüringen eingeschlafen wäre, man heimlich den Kurs geändert und ihn hier am Binenbach geweckt hätte, wäre die Begeisterung groß gewesen.

Willkommen auf der 56 Kilometer langen MAZ-Tour durch das Ruppiner Land. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Die Wege sind exzellent, es gibt mehrere Radstraßen und für das knifflige Teilstück am Binenbach eine Alternativstrecke gleich nebenan. Die Seepromenade verströmt maritimes Flair - hier befindet sich auch die Klosterkirche Sankt Trinitatis, eines der Wahrzeichen der Stadt. Wir schieben die Räder an einen Eisstand, den Zeitplan beiseite, gönnen uns zwei Kugeln Eis und rollen dann über Alt Ruppin Richtung Norden nach Krangen.

Der Weg führt durch Nadelwälder, endlos lang wie in Skandinavien. Unten am Wasser stehen Skulpturen, phantasievoll, filigran und oben, am Eingang zum Park, erklärt uns Tony Torrilhon, der 88 Jahre alte Bildhauer, der auf seinem Fahrrad vorbeiradelt, als wir zur Windmühle am Rande der Stadt kommen.

Es geht von dem kleinen Ort mit seiner schönen Dorfkirche weiter zum Kalksee. Die Sonnenstrahlen liegen nun ganz schräg auf dem Land, wie ein Segelboot im Sturm und funkeln auf dem Wasser. Die Badestelle duckt sich unter Bäume und sorgt für Waldbaden der ganz speziellen Art. Wenn es einen Fotowettbewerb mit dem Motto Best-of-Brandenburg geben würde, dürfte ein Sonnenuntergangsbild vom Kalksee nicht fehlen.

Informationen zur Tour

Aspekt Details
Länge 59 km (Rheinsberg nach Kremmen) / 56 Kilometer (MAZ-Tour)
Dauer 4 Stunden (Rheinsberg nach Kremmen) / 4,5 Stunden (MAZ-Tour)
Start Rheinsberg / Bahnhof Neuruppin (MAZ-Tour)
Ziel Kremmen / Neuruppin Bahnhof (MAZ-Tour)
Logo/Wegzeichen Logo mit Stadtsilhouette / FONTANE.RAD auf gelbem Grund
Anreise Ab Berlin Hbf. mit dem RE 5 bis Löwenberg (Mark), dann mit RB 54 nach Rheinsberg (ca. 1,5h)
Abreise Ab Kremmen mit dem RE 6 bis Spandau, dann mit dem EC (Prag) bis Berlin Hbf.
Streckenbeschaffenheit Flache Landschaften, baumgesäumte Alleen, waldreiche Ufer
Karten/Literatur "Radkarte Ruppiner Land", 1:75.000, Esterbauer Verlag

Zusätzliche Radwege im Ruppiner Seenland

  • FONTANE.RAD-Route: Begeben Sie sich auf der 300 Kilometer langen FONTANE.RAD-Route auf die Spuren Theodor Fontanes.
  • Havel-Radweg: Erkunden Sie den Havel-Radweg - immer entlang der lieblichen Flusslandschaft.
  • Radweg Berlin-Kopenhagen: Dann wagen Sie sich auf den internationalen Radweg Berlin-Kopenhagen, der längs durchs Ruppiner Seenland verläuft.
  • Königin-Luise-Route: Die ca. 220 km lange Königin-Luise-Route folgt den Spuren der im Jahre 1810 verstorbenen preußischen Königin Luise.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0