Radtour Potsdam Werder Route: Entlang der Havel zur Blütenstadt

Draußen wird es wärmer, die Parks sind gut besucht und die Radfahrer sind auf der Suche nach der nächsten Route. In Potsdam und der Umgebung finden sich zahlreiche schöne Routen für Radfahrer, die an der Havel entlang, durch grüne Parks und über historisches Kopfsteinpflaster führen. Ob nach Caputh, Ferch oder Werder - jeder Weg bietet nicht nur grüne Landschaft, sondern auch erholsame Zwischenstopps.

Die Route Potsdam - Werder (Havel)

„Immer dem Wasser nach!“, heißt es auf dieser Etappe. Vom herrschaftlichen Potsdam bis in die Blütenstadt Werder schlängelt sich der Radweg parallel zur Havel. Er führt durch verwunschene Dörfer, entlang idyllischer Flusslandschaften und Seen. Wo einst Einstein im Sommerhaus residierte, geht es mit einer Seilfähre ans andere Ufer. Das hügelige Gebiet rund um Werder an der Havel ist durch seine lange Obst- und Weinbautradition geprägt. Auf den Gütern und Höfen darf probiert werden.

  • Länge: 18 km
  • Dauer: 2,5 h
  • Start: Potsdam
  • Ziel: Werder (Havel)
  • Verlauf: Potsdam, Caputh, Geltow, Werder (Havel)
  • Markierung / Logo: Radfahrer vor gelber Blume mit Brandenburger Tor

An- und Abreise

  • ÖPNV (ab Potsdam Hbf): Mit RE1 oder RB23 bis Berlin Hbf (ca. 22 Minuten) oder mit S7 bis Berlin Hbf (ca. 37 Minuten)
  • ÖPNV (ab Werder (Havel)): Mit RE1 bis Berlin Hbf (ca. 35 Minuten)

Sehens- und Wissenswertes entlang der Strecke

  • Potsdam: Historischer Stadtkern, Schlösser und Gärten brandenburgisch-preußischer Könige
  • Caputh: Sommerhaus von Albert Einstein
  • Fähre Caputh-Geltow: Seilfähre Tussy II
  • Geltow: Älteste noch produzierende Handweberei Deutschlands
  • Werder (Havel): Historische Altstadt, Bockwindmühle, Heilig-Geist-Kirche

Die Radtour startet am Hauptbahnhof Potsdam und verläuft überwiegend auf gut ausgebauten Radwegen sowie wenig befahrenen Straßen in Richtung Caputh. Schon kurz nach dem Start bieten sich erste Ausblicke auf die Havel und die umliegenden Seenlandschaften, die diese Strecke besonders reizvoll machen. In Caputh angekommen, laden das barocke Schloss direkt am Seeufer, die imposante Dorfkirche sowie das berühmte Einsteinhaus, das Albert Einstein als Sommerresidenz diente, zu einer Besichtigung ein. Auch die malerische Uferpromenade und die historische Seilfähre „Tussy“ sind einen Abstecher wert.

Die Route führt weiter durch das Künstlerdorf Ferch, das für seine malerische Lage am Schwielowsee und die Tradition der Havelländischen Malerkolonie bekannt ist. Hier können Besucher auf dem Kunstpfad die Werke regionaler Künstler entdecken und das Museum im Kossätenhäuschen besuchen.

Anschließend geht es nach Petzow, wo sich ein Abstecher in den idyllischen Schlosspark und zur von Schinkel entworfenen Dorfkirche lohnt. Die Parkanlage am Ufer des Schwielowsees bietet nicht nur botanische Vielfalt, sondern auch einen herrlichen Blick auf die umliegende Landschaft.

Über die sanften Hügel der Glindower Alpen, die mit ihren Obstplantagen besonders im Frühjahr zur Blütezeit ein Höhepunkt sind, führt der Weg weiter bis zur Inselstadt Werder (Havel). Hier empfiehlt sich ein Bummel durch die historische Altstadt auf der Insel, bevor die Tour am Bahnhof Werder (Havel) endet.

Der Havelradweg von Potsdam nach Werder

Der Teilabschnitt des Havelradwegs, den wir fahren, beginnt in Potsdam am Bahnhof und endet etwa 30 Kilometer weiter in Werder/Havel. Eine Strecke, die wir mit den E-Bikes Zing+ und Zouma Deluxe+ problemlos durchfahren können. Sie führt entlang der Havel, die sich hier zu großen Seen ausweitet, durch eine relativ flache und idyllische Landschaft. Die Eiszeit hat hier perfekte Bedingungen für das Radfahren geschaffen.

Erster Abschnitt: Von Potsdam in die Pirschheide

Unsere erste Etappe des Havelradwegs ist die Strecke von Potsdam zum Templiner See. Potsdam gilt vielen als die schönste Landeshauptstadt Deutschlands. Kaum gestartet, fahren wir schon an den ersten Sehenswürdigkeiten vorbei: Landtag, Lustgarten und Filmmuseum, außerdem das historische Pumpenhau in Gestalt einer Moschee - das stellt das Wasser für die Brunnen von Schloss Sanssouci bereit. Heute geht es erstmal weiter Richtung Templiner See: Wir halten uns links am Ufer der Havel und finden uns auf Radwegen vorbei am Potsdamer Yachthafen in Richtung Bahnhof Pirschheide. Der Name spricht Bände: Die Pirschheide war ein Jagdgebiet der preußischen Monarchie.

Zweiter Abschnitt: Zu Gast bei Einstein in Caputh

Weiter am Templiner See entlang, laden die vielen kleinen Strandbuchten zum Baden ein. Unsere Strecke überquert den mystischen, urwaldartigen Wentorfgraben, obwohl eine Fahrradstraße hier eine Abkürzung nach Werder erlaubt. Wir wollen aber nach Caputh. Dafür nutzen wir eine Fähre, denn eine Brücke wurde hier nie gebaut. Die Tussy II - so heißt die Fähre tatsächlich - trägt zu dem Gefühl bei, dass Caputh noch viel vom Charme von früher behalten hat. Auch wenn am Rad nichts kaputt ist, lohnt sich eine Pause bei Kaffee, Kuchen oder Brandenburger Fischspezialitäten im Fährhaus Caputh.

Caputh liegt zwischen Templiner See und Schwielowsee. Zu ihnen gehörte auch Albert Einstein, der hier gerne segelte. Sein eigenartiges Holzhaus kann bis heute (mit Einschränkungen) besichtigt werden.

Dritter Abschnitt: Rund um den Schwielowsee in die Alpen

Es geht kürzer, aber wir empfehlen eine Runde um den Schwielowsee. Die Havel selbst fließt nur durch den Nordteil des Sees. An der Südspitze des Sees fahren wir durch Ferch, wo im frühen 20. Jahrhundert eine expressionistische Malerkolonie entstand. Auch zur Abkühlung eignet sich das Strandbad Ferch.

Bis in den nächsten Ort, Petzow, bleiben wir immer auf dem Radweg entlang der Landstraße. In Petzow biegen wir links ab Richtung Yachthafen und gleich vor dem Yachthafen noch einmal nach links. Die Straße macht einen Schlenker nach rechts und begleitet nun den Glindower See, der besonders ruhig und naturbelassen ist. Links der Straße türmen sich die Glindower Alpen auf. Unter der Oberfläche verbirgt sich der über Jahrhunderte angesammelte Schutt der Ziegelei in Glindow. Die Ziegelei lieferte einst das Material für das Wachstum von Berlin, produziert in kleinem Rahmen immer noch, aber ist heute ein Museum für brandenburgische Industriekultur.

Vierter Abschnitt: Das Baumblütenfest in Werder

Wir bewegen uns auf Werder zu und stehen nach exakt 30km auf dem Marktplatz. Einzelne Obstbäume am Wegesrand deuten daraufhin, dass sich westlich von Werder eines der größten Obstanbaugebiete des Landes erstreckt. Auch Wein wird auf dem Wachtelberg im Werderaner Stadtgebiet schon seit Jahrhunderten angebaut - es war lange Zeit das nördlichste Gebiet für zertifizierten Qualitätswein in Deutschland.

In normalen Jahren ist deshalb im Frühjahr in der Insel-Stadt Werder einiges los. Das Baumblütenfest feiert den Obstwein und war bis 2019 das zweitgrößte Volksfest in Deutschland - fast 500.000 Besucher strömten in die brandenburgische Kleinstadt. Das einwöchige Fest bot Programme für jeden Geschmack: Auftritte verschiedener Künstler, Obstwein-Verköstigungen von Gärtnern aus der Region sowie ein großes Angebot an unterschiedlichsten Imbissen und Speisen.

Für diejenigen, die das Fest in vollen Zügen auskosten möchten, bietet Werder natürlich auch einige Übernachtungsmöglichkeiten. Das lohnt sich auch ohne Fest, weil die weitläufige Altstadt von Werder noch hinter jeder nächsten Ecke eine neue romantische Atmosphäre zaubert. Sehr empfehlen können wir auch das leckere Brot und den Kaffee der Landbäckerei Kirstein direkt am Ende der Brücke, die auf die Werderaner Insel führt.

Für viele Ausflügler geht es mit dem Dampfer über die Seen und Havel zurück nach Potsdam. Die Fahrradmitnahme bei der Weißen Flotte Potsdam kostet 5,- Euro. Ein Zug fährt vom Bahnhof Werder am nördlichen Stadtrand.

Weitere Radtouren in Potsdam und Umgebung

  • Holzbalkenweg bei Ferch
  • Havelradweg: An der Heilandskirche Sacrow vorbei
  • Vom Bahnhof Park Sanssouci nach Caputh
  • Die Schwielowseerunde mit Beachbar-Stopps

Was brauche ich für eine Fahrradtour?

Auch für Tagestouren mit dem Rad lohnt sich ein wenig Vorbereitung.

  • Aufgeladene Akkus: Stelle sicher, dass dein E-Bike Akku komplett aufgeladen ist.
  • Wasser und Snacks: Wer sich bewegt, braucht Wasser.
  • Fahrradschloss: Für Pausen und Stopps zwischendurch ist es unerlässlich, Fahrradschlösser mitzunehmen.
  • Sonnenschutz: Insbesondere im Sommer oder an sehr heißen Tagen musst du dich ausreichend vor der Sonne schützen.
  • Fahrrad Check-up: Bevor es losgeht, prüfe nochmal die Bremsen, Schaltung, Kette, Beleuchtung und Satteleinstellung.

Zusammenfassung der Routeninformationen

Route Länge Start Ziel
Potsdam - Werder (Havel) 18 km Potsdam Werder (Havel)
Havelradweg Potsdam - Werder (Teilstück) ca. 30 km Potsdam (Bahnhof) Werder (Havel)
Havelradweg Potsdam - Brandenburg 59 km Potsdam Brandenburg/Havel

Mit diesen Tipps und Routenbeschreibungen steht einem erlebnisreichen Fahrradausflug von Potsdam nach Werder und durch das schöne Brandenburger Umland nichts mehr im Wege. Viel Spaß beim Radfahren!

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