Radtour Schweden: Erfahrungen und Tipps für Dein Abenteuer

Entdecke Schweden auf zwei Rädern! Das Land ist wie geschaffen für Radfahrer, mit moderaten Steigungen, einem gut ausgebauten Netz an Radwegen und wenig befahrenen Straßen.

Anderswo zeigt, wo Du tagsüber entspannt entlang des Göta-Kanals radeln und abends die schwedische Lebensart genießen kannst. Anderswo-Autorin Sabine Gräter hat die Radwege entlang des Göta-Kanals einmal quer durch Schweden getestet und nimmt Dich in ihrem Reisebericht mit:

Der Göta Kanal: Ein Paradies für Radfahrer

Der Göta-Kanal erstreckt sich über 190 Kilometer und verfügt über 58 Schleusen. Für Radfahrer*innen bietet der Kanal einen 220 km langen Fernradweg, der in sieben Etappen unterteilt ist.

In der frühen Morgensonne teile ich mir den schmalen Schotterweg mit einigen Enten. Ansonsten ist es still auf dem Treidelpfad, der von Sjötorp am Vänernsee am Göta-Kanal entlang führt. Der Kanal ist ein Jahrtausendbauwerk.

Er verbindet den Vänernsee im Südwesten Schwedens mit der Ostsee. Das sind mehr als 190 Kilometer und 58 Schleusen. Früher war der Göta-Kanal eine der wichtigsten Handelsstraßen Schwedens. Heute ist er ein beliebtes Ziel für Urlauber - besonders für Fahrradfahrer*innen.

Am Abend zuvor hat mich Johan Storm mit Leihrad, Packtaschen und Karte versorgt. Er führt das Gästehaus und die Touristeninformation in Sjötorp. Vor allem aber verleiht er Fahrräder und bietet Touren an.

"Wir setzen vermehrt auf ökologischen Tourismus", erzählt er beim Abendessen in seinem kleinen Restaurant. Seit Juni 2010 gehört der Vänern-Schärengarten zu den Biosphärenreservaten der UNESCO.

Die Stimmung am Kanal ist friedlich und verträumt. Das Wasser fließt gemächlich, Uferbäume spiegeln sich. Kleine Häuschen liegen nahe der Schleusen, Dorfstraßen kreuzen den Kanal. Außerhalb der Dörfer sieht man riesige Getreidefelder und Kühe, die direkt neben dem Weg grasen.

Fahrräder sind allgegenwärtig, Kinder und Hunde werden damit transportiert, Angler sind mit dem Rad auf der Suche nach einem geeigneten Platz und in Sjötorp radelt der Schleusenwart von einem Tor zum nächsten.

Meine Geschwindigkeit hat sich dem fließenden Wasser angepasst. Die Atmosphäre ist so von Ruhe geprägt, dass mir die Jogger schnell vorkommen.

Das Bimmeln der Glocke im nächsten Ort Hajstorp verrät, dass einige Schiffe die Schleuse passieren wollen - eine Abwechslung für die Einwohner und für mich ein willkommener Anlass, Pause zu machen.

Im Café beobachte ich bei hausgemachtem Kuchen das Manöver zwischen den Schleusentoren.

Schleusen passieren

Der Göta-Kanal ist nur zwischen Mai und September geöffnet. Der Schleusenwart ist, wie alle seiner Kollegen, Student und arbeitet hier in den Semesterferien. Er kümmert sich nicht nur um Schranken und Tore, sondern erteilt auch Auskünfte.

"Ruhig geht es hier zu", erzählt er, "es nimmt höchstens mal ein Radfahrer ein unfreiwilliges Bad, wenn er fasziniert und abgelenkt vom Geschehen ist."

Die Schiffe haben die Schleuse passiert, Kaffeetasse und Kuchenteller sind leer und es geht weiter auf dem Treidelpfad. Nach 20 Kilometern erreiche ich Töreboda. Das Städtchen mit 9000 Einwohnern erscheint nach einem Tag am Göta-Kanal fast hektisch. Die Nacht verbringe ich in einem umgebauten Pfarrhof.

Zu den Gästen gehört eine schwedische Familie mit vier Kindern, das kleinste gerade ein Jahr alt. Ein paar Tage Radeln am Kanal gehören seit Jahren zum Ferienprogramm der Familie - die Kleinsten sitzen im Anhänger, die Größeren auf Kinderrädern.

Sie fühlen sich hier sicher ohne Autos und mit vielen Möglichkeiten, Pause zu machen und einzukehren. Zurück fahren sie mit dem Ausflugsdampfer.

Sie ist die kleinste Fähre der Welt, wird von Hand betrieben und bringt schon am frühen Morgen Menschen zur Arbeit. Sie verbindet die Ufer des Göta-Kanals und ist ein besonderes Highlight für Radfahrer*innen.

In Tåtorp übernachte ich im Gästehaus von Margarete und Jonas Fällström - eine ökologische Idylle, entworfen von Architektin Margarete und gebaut von Jonas. Für ihre Gäste kochen die Fällströms tolle Fischgerichte mit Kräutern aus eigenem Anbau.

Dazu kann man, in Schweden nicht gerade üblich, Biowein trinken. In den Sommermonaten verkauft das Paar im kleinen Laden des Gästehauses ökologische Produkte aus der Umgebung: Brote, Marmeladen, eingelegte Kräuter und natürliche Farbpigmente.

Seitdem Jonas alle Malerarbeiten im Gästehaus mit diesen Farben ausgeführt hat, hofft er, dass viele seinem Beispiel folgen.

Weiter mit Bus und Zug

Ab Tåtorp ist Schluss mit dem gemächlichen Radeln auf dem Treidelpfad. Rund um den Vikensee führt der Weg über Land, durch Wälder und vorbei an Dörfern mit riesigen Pferdekoppeln. Ziel ist Karlsborg am Vättersee.

Leider gibt es von dort aus keine Schiffsverbindung auf die andere Uferseite nach Motala, wo der Göta-Kanal weiter Richtung Ostsee führt. Wer mit eigenem Rad unterwegs ist, hat 90 Kilometer Strecke um den Nordzipfel des Vättersee vor sich.

Ich lasse mein Leihrad in Karlsborg zurück - gegen einen Aufpreis wird es abgeholt - und fahre mit Bus und Zug.

Etappe Motala-Söderköping

Für die touristisch bekanntere Strecke Motala-Söderköping habe ich wieder ein Leihrad gebucht. Im Depot am Hafen bei der Schleuse steht es bereit.

Die Etappen auf der anderen Seite des Vätterns sind länger und führen abwechselnd über Land oder entlang des Kanals. Die Kanalwege sind beschaulich und leicht zu fahren.

Die Landstrecken hingegen sind anstrengend. Sie verlaufen oft gemeinsam mit dem Sverigeleden, der längsten schwedischen Fahrradroute.

Ich treffe dort häufig auf voll ausgerüstete, sportliche Radfahrer. Aber zu meiner Beruhigung fahren auch drei ältere Schwedinnen mit Leihrädern nach Söderköping. Wann immer wir uns treffen, gestehen wir uns, dass wir wieder etwas schieben mussten.

Weitere Radwege in Schweden

Schweden ist fürs Radfahren wie gemacht. Die Steigungen sind (meist) moderat, es gibt ein breit ausgebautes Netz an Radwegen, und wo es keine Radwege gibt, sind die Straßen oft klein und kaum befahren.

Wer am Meer entlangradelt oder durch eine seenreiche Landschaft - und davon gibt es mehr als genug -, der kann immer wieder Rast machen und ins Wasser springen. Unterwegs laden Cafés zur Stärkung ein.

Und ganz nebenbei kommt man, wenn man mit dem Rad unterwegs ist, viel eher mit den Leuten ins Gespräch - und erfährt dabei noch mehr über das Land und den Ort, den man gerade durchquert.

Ganz unabhängig davon, mit welchem Rad du unterwegs sein willst - Tourenrad, Rennrad, Mountainbike -, egal, ob du nur einen Tag oder mehrere Wochen unterwegs sein willst, du findest von Skåne im Süden bis nach Lappland im Norden überall passende Routen für dich.

Der Sverigeleden

Ganz Schweden ist durchzogen vom Sverigeleden. Die Hauptstrecke dieses gesamtschwedischen Radweges erstreckt sich über 2620 Kilometer von Helsingborg bis Karesuando an der schwedisch-finnischen Grenze hoch oben in Lappland.

Davon zweigen viele weitere Teilstrecken und -runden ab, die weitere 3980 Kilometer umfassen. In Norwegen und Finnland finden die Radwege des Sverigeleden ihre Fortsetzung.

99 Prozent des Sverigeleden sind asphaltiert und leicht zu befahren, da der Fernradweg gut und deutlich ausgeschildert ist. Hellgrüne Schilder lotsen dich durch alle schwedischen Landschaften.

Neben diesem zentralen Radweg durch ganz Schweden gibt es unzählige lokale und regionale Wege, die hier nicht alle vorgestellt werden können. Ein paar besondere haben wir aber für dich herausgesucht. Wir beginnen im Süden:

1. Sydkustleden

Drei Fernradwege in Schweden erreichen das höchste Qualitätslevel und werden offiziell als nationale Touristenradwege klassifiziert. Der Sydkustleden und die beiden folgenden erreichen als einzige diese Ansprüche.

Das bedeutet, dass sie gut ausgeschildert und die Wege in Schuss gehalten werden, sie müssen sicher sein, ein hohes Erlebnis- und Serviceangebot haben und sie müssen zumindest von Mitte April bis Mitte Oktober befahrbar sein.

Meerverliebte werden am 260 Kilometer langen Sydkustleden ihre wahre Freude haben, denn er führt von Simrishamn im südöstlichen Skåne bis nach Helsingborg und dabei fast immer direkt am Meer entlang, vorbei an herrlichen Stränden zum Beispiel auf Skanör und Falsterbo, durch gemütliche Städtchen wie Ystad und auch durch Schwedens drittgrößte Stadt Malmö.

Da ist also viel Abwechslung geboten. Der Sydkustleden ist zudem das Verbindungsstück zwischen Kattegattleden und Sydostleden, die beiden anderen offiziellen Touristenradwege Schwedens.

2. Sydostleden

Mit 274 Kilometer Länge ist dieser Radweg etwas länger als der Sydkustleden, den er in Simrishamn, einem kleinen, im Sommer sehr gemütlichen Fischerstädtchen, ablöst.

Von dort geht es durch die leichten Hügel der Landschaft Österlen gen Norden. Man erreicht Kristianstad, Sölvesborg und Karlshamn, wo man das Meer verlässt und sich den småländischen Wäldern nähert.

Wer den Weg in diese Richtung fährt, muss mit einigen moderaten Anstiegen rechnen, wird aber auch mit großen Highlights belohnt. Zum Beispiel mit der Fahrt durch den Nationalpark Åsnen mit seinen vielen Seen und unzähligen Inseln. In Växjö ist dann das Ziel erreicht.

Am Åsnen kann ein Abstecher rund um den See und durch den Nationalpark gemacht werden.

3. Kattegattleden

Der Radweg zwischen Helsingborg und Göteborg ist ein Traum und daher sicherlich nicht zu Unrecht zum europäischen Radweg des Jahres 2018 erwählt worden.

Auch er führt über 390 Kilometer fast immer am Meer entlang, durch mehrere Städte wie Halmstad, Falkenberg und Varberg, vorbei an endlos langen Stränden, an Schlössern und alten Mühlen.

Es gibt eigentlich immer etwas zu sehen und zu entdecken. Der Weg ist extrem kurzweilig und macht - vom Gegenwind abgesehen, der am Meer einem gefühlt ständig entgegenweht - großen Spaß.

Anfangs ist die Uferlandschaft noch sanft und flach. Sandstrände reihen sich aneinander. Doch irgendwann wird die Küste steiniger, felsiger. Dann kündigen sich Göteborg und Bohuslän an.

Nach 390 Kilometern und - je nach Fitness und Ehrgeiz - vier bis sieben Etappen ist dann die zweitgrößte Stadt Schwedens erreicht. Wer hier noch weiterradeln möchte, dem seien die Göteborger Schären empfohlen. Hier kann man herrliche Tagestouren mit Inselhopping verbinden.

Der Kattegattleden eignet sich besonders, wenn Du mit dem Zug anreist. Denn entlang der Westküste fährt der Öresundszug, ein Lokalzug, in dem man Räder problemlos mitnehmen kann. Somit sind auch Teiletappen ohne Schwierigkeiten umzusetzen.

4. Runt Vätternleden

Einmal im Jahr im Juni sollte man den Runt Vätternleden meiden. Denn wenn die Vätternrundan ansteht, dann ist hier die Hölle los. Das Radrennen, das einmal um den Vättern, Schwedens zweitgrößten See, herumführt, ist ein Klassiker in Schweden, in weiten Teilen deckt sich die Streckenführung mit dem Runt Vätternleden.

Dieser eine Tag im Jahr sollte also gemieden werden. Ansonsten fährt man auf meist kleinen Sträßchen und Wegen entspannt um den See. 75 Prozent der insgesamt 420 Kilometer langen Wegstrecke sind asphaltiert.

Sie führen durch alte schwedische Kulturlandschaft. Man passiert die wunderschöne kleine Holzstadt Hjo, die mächtige Karlsborgsfestung, das alte Industriedenkmal Forsvik, den Nationalpark Tiveden, das Kloster Vadstena, das Vogelparadies Tåkern, die Zuckerstangenstadt Gränna und schließlich Jönköping.

Kultur, Natur, Geschichte, Süßigkeiten, alles dabei - und natürlich ganz viel Wasser, denn der See ist fast immer im Blick und oft nur einen beherzten Sprung ins kühle Nass entfernt.

5. Dalslandsleden

Dalsland ist besonders bei Kanuten bekannt, erfährt ansonsten aber oft nicht die Beachtung, die es verdient. Denn die Region zwischen Vänern und Norwegen bietet traumhafte Landschaften, Seen im Überfluss, tiefe Wälder, sogar schon das erste Fjäll - damit ist Dalsland nicht nur zum Kanufahren perfekt, sondern auch zum Radeln.

Der Dalslandsleden beginnt und endet in Vänersborg. In mehreren Schlaufen durchzieht er in insgesamt 360 Kilometern große Teile Dalslands. Mehrere Dörfer und kleine Städtchen liegen am Weg, auch der weltbekannte Aquädukt von Håverud kann besucht und bestaunt werden.

Wer es etwas sportlicher mag, kann hier auch das Mountainbike nutzen. Die beliebtesten Routen über Stock und Stein beginnen entweder in Åmål am Vänern oder in Bengstfors.

6. Sankt Olofsleden und Åre

Fahren wir weiter nach Norden, nach Jämtland. Auch hier kannst Du sowohl Rennrad, Tourenrad oder Mountainbike zum Einsatz bringen.

Von Selånger, das ist ein Vorort von Sundsvall, führt der Sankt Olofs-Pilgerweg hinauf in die Berge, an Östersund vorbei, in den Skiort Åre und weiter nach Norwegen bis Trondheim. Eigentlich ist es ein Weg für Pilger, aber das bedeutet ja nicht, dass dieser Weg nicht auch für Radfahrer eine besonders schöne Strecke sein kann.

Bereits kurz hinter Sundsvall wird es einsam. Einzelne Dörfer und Gehöfte tauchen hier und da auf, mehr aber nicht. Durch tiefe Wälder geht es allmählich hinauf in die Berge.

Mit Östersund wird schließlich eine größere Stadt erreicht, ehe es wieder in die Einsamkeit geht. Rechts und links erheben sich nun die Berge, während man unten im Tal bei größtenteils moderater Steigung hinauf nach Åre strampelt.

Klar, wir befinden uns jetzt im Fjäll, weshalb vereinzelte knackigere Anstiege nicht ausgeschlossen sind. Die fantastischen Aussichten und längeren Abfahrten machen das aber sofort wieder wett.

Åre ist vor allem als Skiort bekannt. Im Sommer aber verwandeln sich die Skipisten in schier endlose Mountainbikerouten. Der Åre Bike Park ist ein Mekka für Downhillbiker. Auf 35 Pisten in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen kann man hinunter ins Tal schießen - und sich dann bequem vom Lift wieder nach oben bringen lassen.

7. Vindelälvsleden

Mächtig, spannend, imposant, einzigartig - mir fallen leicht noch weitere Adjektive ein, um die Landschaft entlang des wilden Flusses Vindelälven zu beschreiben.

Der etwa 400 Kilometer lange Radweg beginnt (oder endet) in Vännäsby nur wenige Kilometer von Umeå entfernt. Kurz nach dem Startpunkt gelangt man an die Stromschnellen des Vännforsen. Ein Auftakt nach Maß, denn so wird es entlang des Vindelälven ständig weitergehen.

Der Fluss ist ungebändigt, frei, wild - und dadurch atemberaubend schön. Neben dem Fluss, viel Wald und vielleicht dem einen oder anderen Rentier auf der Straße begegnet man hier weit oben im Norden aber nicht mehr viel. Selbst Ammarnäs, der Zielort, ist sehr überschaubar.

Im Winter ist hier der Startpunkt eines Hundeschlittenrennens, das am Vindelälven entlang wieder Richtung Küste führt und in Vännäsby endet.

Der Vindelälvsleden kann mit einem gewöhnlichen Tourenrad gefahren werden. Es gibt aber auch einen Mountainbiketrail, der meist auf der Südseite des Flusses entlangführt und deutlich schweißtreibender ist.

Packliste und Tipps für Deine Radtour in Schweden

Das Gepäck ist bei jeder Radtour eine heikle Sache. Jedes Kilo mehr am Rad erhöht den Widerstand, jede weitere Tasche bremst im Fahrtwind.

Wer also auf Gepäck verzichten will, kann sich entlang der Strecke Unterkünfte suchen, zum Beispiel in den Vandrarhem von STF, in Bed and Breakfasts oder natürlich auch in gewöhnlichen Hotels.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Man spart beim Gepäck, die Betten sind weich und man kann morgens bereits früh aufbrechen und muss dabei nicht mit einem vom Tau nassen Zelt hantieren.

Die Radtour wird so aber auch deutlich teurer. Und auf den beliebten Routen wie dem Kattegattleden sollte man zumindest in der Hochsaison vorbuchen, wodurch man unflexibler wird.

Auf Campingplätzen hingegen bekommt man sein Zelt, das bei Radurlaubern normalerweise ja klein ist, eigentlich immer irgendwo unter. Dadurch ist man flexibler und kann je nach Wetter und Tagesform eine Etappe mal länger, mal kürzer ausfallen lassen.

Außerdem liegen die meisten Campingplätze ziemlich schön, oft direkt am Wasser, sodass man abends nach einer anstrengenden Tour noch einen Sprung ins Meer oder in den See wagen kann.

Schwedische Campingplätze sind fast alle ziemlich gut ausgestattet. Herdplatten gibt es eigentlich überall, weshalb Du, wenn Du magst, auf den Kocher verzichten kannst und so zumindest ein bisschen Gepäck einsparst.

Wer Zelt und Schlafsack mit dabei hat, hat zudem die Möglichkeit, an den besten Plätzen einfach wild zu campen (natürlich nur, solange die Grundsätze des Jedermannsrecht berücksichtigt werden). Für diese Freiheit benötigt man dann aber eben etwas mehr Gepäck.

Ob Zelt oder Bett im Hotel bzw. in der Jugendherberge, das ist daher nicht klar zu beantworten. Es liegt ganz an dir, welche Form des Unterwegsseins du am meisten liebst.

Mit dem Rad im Zug

Eine Herausforderung bei der Planung Deiner Radtour in Schweden kann der Transport mit dem Zug sein. SJ-Züge nehmen grundsätzlich keine Fahrräder mit, es sei denn, es handelt sich um Klappräder oder sie sind vollständig verpackt.

In den regionalen Verkehrsverbünden sieht es hingegen anders aus, aber leider nicht einheitlich. In vielen Regionalzügen kannst Du das Fahrrad mitnehmen, zum Beispiel im Öresundståg und in den Zügen von Västtrafik. Mancherorts geht sogar die Mitnahme in den Bussen, meistens ist dies aber nicht möglich. Bei manchen kostet die Radmitnahme etwas, bei anderen ist sie gratis.

Einen vernünftigen Überblick findest Du auf der Seite von Cykelfrämjandet.

Was muss mit aufs Rad?

Je nach Länge und Art der Übernachtung fällt die Packliste für die Radtour sehr unterschiedlich aus. Hier findest Du unsere Packliste, die Du dann an deine Tour anpassen musst.

Bei den Gepäcktaschen schwören wir aber auf den Klassiker, also auf die Taschen von Ortlieb. Sie sind einfach so unglaublich stabil und widerstandsfähig, halten Regen konsequent draußen und sind damit der perfekte Tourenbegleiter.

Das Zelt muss ein kleines Packmaß haben und leicht sein. Hier können wir die HubbaHubba-Zelte von MSR sehr empfehlen. Kinderleicht und schnell aufzubauen sind sie auch noch.

Bei den Schlafsäcken setzen wir bereits seit Jahren auf Mountain Equipment und sind damit außerordentlich zufrieden.

Wenn Du im Sommer unterwegs bist, solltest Du für alle Wetter gewappnet sein. Es kann in Schweden locker 30 Grad haben und die Sonne kann dabei gnadenlos vom Himmel brennen.

Sommerliche Kleidung, aber eben auch Sonnenschutz und Sonnencreme sind daher Pflicht, wenn Du nicht knallrot am Ziel ankommen willst. Genauso gut kann es aber auch lange und ausgiebig regnen, weshalb Regenklamotten ebenfalls ins Gepäck müssen.

Weitere Tipps für Deine Radreise

  • Reisezeit: Besonders geeignet für eine Radtour in Schweden sind die Sommermonate von Juni bis September. Auch der Mai und Oktober können eine gute Zeit sein, insbesondere für den Süden des Landes. Der Mai ist zudem statistisch gesehen relativ trocken und oft schon ausreichend warm.
  • Fahrradwahl: Von Rennrad bis Fatbike kann man mit so ziemlich jedem Rad in Schweden unterwegs sein - entsprechende Routenplanung vorausgesetzt.
  • Anreise: Der Süden Schwedens ist ziemlich einfach (und umweltfreundlich) per Zug und Fähre zu erreichen. Fährverbindungen gibt es von Kiel, Rostock, Travemünde und Sassnitz.
  • Unterkünfte: Besonders praktisch für Radreisende sind die schwedischen Vandrarhem, also Jugendherbergen, wobei diese mit „Jugend“ nicht wirklich viel zu tun haben.
  • Wildcampen: Eine tolle Sache in Schweden ist auch, dass es über das ganze Land verstreut kleine Schutzhütten und Shelter gibt - für Angler, Jäger und Outdoor-Abenteurer aller Art.
  • Wasserversorgung: Unterwegs die Wasserflaschen aufzufüllen ist in Schweden überhaupt kein Problem. Im Süden, wo es relativ viel Landwirtschaft gibt und man deswegen lieber nicht aus Flüssen und Seen trinken sollte, gibt es eine relativ hohe Dichte an Supermärkten, öffentlichen Toiletten usw.
  • Verpflegung: In Südschweden kommt man in der Regel mehrmals täglich an Supermärkten, Restaurants und Cafés vorbei, sodass man sich dort so gut wie keine Gedanken ums Proviant machen muss. Je weiter nördlich man sich begibt, desto größer werden die Abstände zwischen den Versorgungsmöglichkeiten.
  • Sicherheit: Schweden gehört in jeglicher Hinsicht zu den sichersten Ländern der Welt, Rad fahren kann man hier also allgemein ziemlich unbesorgt.

Routenvorschläge für Deine Radtour in Schweden

  • Immer auf dem Damm - quer durch Südschweden: Diese einfache Tour entlang stillgelegter Bahngleise hat ihren ganz eigenen Reiz: Zwischen Halmstad und Karlshamn warten malerische Dörfer, alte Bahnhöfe, Wälder und Seelandschaften auf Dich.
  • Eine Tour wie aus dem Kinderbuch: Der Astrid-Lindgren-Pfad: Auf einer reizvollen Tagestour von 52 Kilometern Länge radelst Du durch eine abwechslungsreiche Mischung aus Natur- und Kulturlandschaft bis Mariannelund.
  • Rund um Göteborg. Und rund um schön: Fahre auf einem 142 km langen, gut ausgeschilderten Radweg entlang der einmaligen Schärengärten einmal um Göteborg herum.
  • Radfahr-Pilgern in Östergötland: In der Region Östergötland gibt es einen 95 km langen Pilgerradweg rund um den See Tåkern, der nicht nur leicht zu radeln ist, sondern auch an zwölf sehenswerten Kirchen vorbeiführt.
  • Für sportliche Entdecker: Der Mälardalsleden: 444 km rund um Schwedens drittgrößten See, der in der Nähe Stockholms liegt - eine sehr gut ausgeschilderte Route, die zu 90% über asphaltierte Straßen führt, aber dennoch sportlich recht anspruchsvoll ist.
  • Zu Rade, zur Schiene und zur See: Der Nynäsleden: Diese Route führt Dich aus dem Zentrum Stockholms bis nach Nynäshamn, von wo aus die Fähren nach Gotland ablegen - durch die aufregende und historisch sehr interessante Landschaft Södertörns.
  • Schären-Hopping: Auf dem Archipelago-Radweg: Erkunde die unvergleichliche Schärenlandschaft an der südlichen Ostküste Schwedens auf einer abwechslungsreichen und ganz individuellen Tour per Rad und Fähre.
  • Für die große oder kleine „Kanalfahrt“: Besonders beliebt bei Radwanderern sind die Ufer des Göta-Kanals. Hier werden organisierte Touren für die einzelnen Abschnitte angeboten.
  • Reif für die Insel? Mit dem Rad auf Gotland: Schwedens größte Insel bezaubert mit ihrer artenreichen Naturlandschaft und lässt sich von ambitionierten Radlern auf dem Gotlandsleden mit dem Rad in zirka einer Woche umrunden.

Nützliche Informationen

  • Detaillierte Karten dazu erhältst Du in den Touristeninformationen vor Ort - und per Post über die schwedische Fahrradgesellschaft: Svenska Cykelsällskapet
  • Im Aufbau befindet sich das Portal Bed & Bike, das in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Fahrradverband Cykelfrämjandet entsteht und das sich an Fahrradfahrer wendet, die komfortabel nächtigen wollen.

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