Radtour um die Müritz: Tipps für eine unvergessliche Tour

„Was ist ein Radfahrerleben ohne je eine Tour um die Müritz gemacht zu haben?” - fragten wir uns und erkoren kurzerhand den gute zwei Bahnstunden nördlich von Berlin liegenden See zu unserem diesjährigen Radtourenziel.

Die Müritz bildet den Mittelpunkt der Mecklenburgischen Großseen. Eine endlos erscheinende Weite machen den Reiz dieser Gegend aus. Die Müritz steht beispielhaft für die Besonderheit und Vielseitigkeit dieser Region. Für die Umrundung der Müritz sollte man sich nicht spontan entschließen, sondern genügend Zeit einplanen. Der Rundweg hat eine Länge von ca. 90 km.

Die meisten Touren starten in Waren an der Müritz. Einige enden auch wieder dort. 645 Kilometer gut ausgebaute und beschilderte Radwege warten darauf, von dir erfahren zu werden. Auf der Route lernst du bedeutende Städte und deren Geschichte kennen. Alle Toure in der Region sind durch eine gute ausgebaute und größtenteils flache Strecke für Anfänger und Familien genauso geeignet wie für Radfahrer mit mehr Übung und Kondition.

Alle Fahrradwege sind bestens ausgeschildert, aber wir müssen ja auch nur darauf achten, dass immer links von uns die Müritz liegt. Die Strecke ist gut zu bewältigen, sieht man von gelegentlichen Steigungen ab. Ebenso unangenehm sind die doch recht häufigen sandigen Teilstrecken auf den Radwegen. Nicht ganz so geübte Radfahrer, besonders wenn auch noch Gepäck mitreist, sollten kein Risiko eingehen und sich nicht scheuen, gelegentlich zu schieben.

Als Fahrtrichtung empfehlen wir die Tour gegen den Uhrzeigersinn zu fahren. Wer in Ludorf startet hat, dann das längste Teilstück durch den Müritz-Nationalpark bereits hinter sich, wenn er die kleine Müritzmetropole Waren(Müritz) erreicht. Beim Mittagessen oder Eisbecher am Hafen oder in der Altstadt lässt sich gut eine Pause machen.

Besondere Anforderungen an das Fahrrad bestehen nicht, nur auf einen bequemen Sattel ist zu achten. Der Radweg ist relativ eben, große Steigungen sind nicht vorhanden. Trotzdem kann die eiszeitlich geprägte Landschaft manchmal recht hügelig erscheinen, was dann auch in den Waden zu spüren ist. Auf der Strecke, die im Sommer durchaus gut frequentiert sein kann, gibt es jede Menge Einkehrmöglichkeiten. Sie führt mal durch kleine Dörfer, mit ihren urigen, alten Kirchen, mal durch unberührte Natur wie den dichten Wald des Müritz-Nationalparks. Immer wieder scheint das Blau der Müritz durch und man sieht wie fern das gegenüberliegende Ufer liegt.

Entlang der Müritz und auf der Mecklenburgischen Seenplatte hast du eine große Auswahl an verschiedenen Radtouren, aus denen du dir deine Favoriten auswählen kannst.

Empfohlene Radtouren rund um die Müritz

  • Idyllische Tour durchs Land der 1000 Seen
  • Highlight-Runde Seenplatte
  • Rundtour Müritz
  • Rundtour Plauer See
  • Rundtour Drewitzer See

Etappenbeispiele für mehrtägige Radtouren

Familienradtour

  1. 1. Etappe: Waren (Müritz) bis Boek
  2. 2. Etappe: Boek bis Kleinzerlang
  3. 3. Etappe: Kleinzerlang bis Zielow
  4. 4. Etappe: Zielow bis Gotthun
  5. 5. Etappe: Gotthun bis Waren Müritz

Rundtour Plauer See

  1. 1. Etappe: Waren bis Plau am See
  2. 2. Etappe: Plau am See bis Waren

Idyllische Tour durchs Land der 1000 Seen

  1. 1. Etappe: Waren bis Neu-Strelitz
  2. 2. Etappe: Neu-Strelitz bis Feldberg
  3. 3. Etappe: Feldberg bis Lychen
  4. 4. Etappe: Lychen bis Rheinsberg
  5. 5. Etappe: Rheinsberg bis Mirow
  6. 6. Etappe: Mirow bis Waren

Highlight-Runde Seenplatte

  1. 1. Etappe: Waren bis Röbel
  2. 2. Etappe: Röbel bis Dobbin-Linstow
  3. 3. Etappe: Dobbin-Linstow bis Bredenfelde
  4. 4. Etappe: Bredenfelde bis Neustrelitz
  5. 5. Etappe: Neustrelitz bis Waren

Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

Auf deiner Rundtour passierst du unter anderem folgende Orte und deren Sehenswürdigkeiten:

  • Klink mit seinem Schloss
  • Waren mit der St. Marienkirche (13. Jh.) mit Turmbesteigung, St. St. Marien Kirche mit Aussichtsplattform & St. Nikolaikirche (13. Jh.)
  • Federow
  • Schwarzenhof
  • Boek
  • Rechlin
  • Ludorf
  • Röbel
  • Gotthun

Bevor Sie Waren verlassen, sollten Sie das MÜRITZEUM (in eigener Regie) besuchen, das Ihnen einen Einblick in Flora und Fauna der Region gewährt. Richtung Müritz-Nationalpark ist Federow ein erster Anlaufpunkt um mehr über den Nationalpark Müritz und die im nahe gelegenen Adlerhorst lebenden Adler zu erfahren.

Wussten Sie, dass Mirow der Geburtsort der englischen Königin Charlotte ist? Die Stadt Charlotte in North Carolina ist nach ihr benannt. An der Mirower Schleuse kann man Schiffe gucken und radelt dann um den Müritzarm zur kleinen Müritz.

Die Route führt uns über Schloss Klink, vorbei an Schloss Klink, nach Sietow, wo wir eine kleine, sehr einfache, aber hübsche Fachwerkkirche besuchen. Weiterhin gibt es hier eine Fischräucherei, eine der vielen, die uns unterwegs immer wieder begegnen werden. Gefischt wird nämlich noch, in der Müritz - und geräuchert. Schloss Klink, im Stil der Neorenaissance erbaut, beherbergt heute ein Hotel.

Bald darauf erreichen wir schon Röbel, ein kleines Städtchen mit farbigen Fachwerkhäusern, einer Kirche (St. Marienkirche), die auf einem Berg liegt und einen begehbaren Turm hat, mit einer großartigen Aussicht. Leider war der gerade wegen Bauarbeiten geschlossen. Bei einem Rundgang um die Kirche hatten wir jedoch schon einen schönen Blick auf die Müritz und können uns vorstellen, dass es vom Turm aus noch viel schöner sein muss.

Gar nicht weit weg befindet sich eine echte Windmühle. Der Besuch dort lohnt sich aus zwei Gründen: Erstens aufgrund der herrlichen Sicht über die Dächer von Röbel. Zweitens finden dort regelmäßig Ausstellungen statt. Aufgrund ihres Stils - in der Backsteingotik sind achteckige Grundrisse sehr selten - eine Rarität unter den Kirchen, mit einer langen und spannenden Geschichte. Wenn man außerhalb der Öffnungszeiten vorbei kommt, findet man im Schaukasten eine Telefonnummer und eine Adresse (Haus Nr. 6, gegenüber) und mit etwas Glück gibt es dann eine sehr interessante Führung. Eine sehenswerte Rarität - die Dorfkirche in Ludorf mit ihrem achteckigen Grundriss.

Wir radeln weiter in Richtung Zielow, und der geneigte Leser wird es schon ahnen: Auch hier erwartet uns eine keine, wunderschöne Fachwerkkirche aus Backstein. Innen ist es die gemütlichste kleine scharz-weiße Fachwerkkirche, die wir je gesehen haben. Fast sieht es aus wie in einer alten, kleinen Schulklasse. Eine Kirche mit Wohlfühlcharakter.

Über Vipperow geht es weiter in Richtung Rechlin, über „Bolter Schleuse“, wo wir vom Wege abfahren: nach rechts, zur Fischräucherei. Mit Hilfe vieler interessanter Schautafeln erfahren wir dort, welch vielfältiger Fisch- und Vogelreichtum hier herrscht. Anschließend genießen wir mit wunderbarem, friedlichem Blick über die Teiche köstliche Fischsuppe und Brötchen mit frisch mariniertem Hecht.

Steil bergab geht es, nachdem die Route uns auf den Käferberg geführt hat, auf dem ein Aussichtsturm auf Schwindelfreie wartet. Hier werden wir durch einen Plattfuß - es geht über Schotterwege - etwas ausgebremst, aber den „heilen“ wir im Radumdrehen.

Unser Weg in Richtung Federow führt an einer großen Beobachtungswand vorbei, hinter der sich, in weiter Entfernung, der Horst eines Fischadlerpärchens befindet. Mit unseren Ferngläsern sehen wir, wie die Fischadlereltern ihre drei Sprösslinge versorgen. Eine Videokamera über dem Horst filmt das Geschehen, und in Federow können wir die Livebilder im Informationszentrum dann ganz in Ruhe am Fernsehbildschirm und aus nächster Nähe genießen.

Der Müritz-Nationalpark

Das Fahrrad ist unangefochten das Fortbewegungsmittel Nummer eins in der weiten Natur des Müritz-Gebietes. Über 230 km ausgeschilderte Radwanderwege gibt es im und um den Müritz-Nationalpark. Dabei müssen Sie mit den örtlichen Gegebenheiten einer durch die Eiszeit geformten Landschaft, das heißt mit teilweise sandigen und nicht immer leicht zu befahrenden Steckenabschnitten in hügeligem Gelände rechnen.

Abgesehen von den Radrundwegen innerhalb des Nationalparks, führen auch einige Fernradwege durch das Gebiet. Der Havel-Radweg beginnt an der Havelquelle bei Ankershagen im Nationalpark. Auch der Radweg Berlin-Kopenhagen führt durch das Gebiet. Mit den Bussen und Schiffen des Müritz-Nationalpark-Tickets sowie den Regionalzügen ist ein Fahrradtransport möglich. Dies erlaubt reizvolle kombinierte Touren, um wieder an den Ausgangspunkt zurück zu kommen. Die markierten Wanderwege sind den Fußgängern vorbehalten.

Startest du in Waren, kommst du erst einmal durch den westlichen Teil des Parks. Von Neustrelitz aus geht es zuerst durch den östlichen Teil des Nationalparks. Im Park verteilt gibt es verschiedene Informationszentren. Diese sind u.a. in Schwarzenhof, Federow, Kratzeburg, Boek, Blankenförde, Neustrelitz und Serrahn. Von diesen Informationszentren aus starten auch verschiedene Touren.

Mit coolen E-Mountainbikes fuhren wir rund 7 Stunden durch den Müritz Nationalpark und kamen an vielen schönen Aussichtspunkten und Seen vorbei. Die Natur zeigte sich von ihrer wohl schönsten Seite, das Wetter war nahezu perfekt und die herbstlichen Farben ließen unsere Fotografenherzen höher schlagen. Auf der Karte siehst du unsere Route inkl. Haltepunkte. Am Ende des Tages hatten wir rund 67km auf dem Tacho und eine volle Speicherkarte in der Kamera.

Vom Stadthafen aus fuhren wir los in Richtung Nationalpark. Dabei kamen wir am Campingplatz Ecktannen vorbei und an unserem ersten Aussichtspunkt. Die Beobachtungshütte Schnakenburg ist einer von insgesamt 25 Beobachtungsständen und ermöglichte uns den ersten Ausblick über die Müritz. Wir stellten die Fahrräder kurz vorher an den dafür vorgesehenen Holzbalken ab und spazierten über den 50 Meter langen Bohlensteg aus Holz zur kleinen Hütte. Außer uns war weit und breit niemand zu sehen. So langsam kämpften sich die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke.

Zurück auf den Bikes fuhren wir zur Hütte am Warnker See. Dabei ging es durch den üppigen Wald, welcher in den schönsten Herbstfarben strahlte. Der Warnker See ist nur etwa 1070 Meter lang und 550 Meter breit. Damit gehört der von Wald und Weiden umgebende See sicherlich zu den eher kleineren Seen im Nationalpark. Zwischen August und Oktober kannst du hier verschiedene Enten beobachten, wie zum Beispiel die Reiherente oder auch und Kolbenente.

Nachdem wir die Beobachtungshütte am Warnker See hinter uns ließen, kamen wir an einer großen Weide mit Kühen vorbei. Anschließend wurden wir von der Schönheit der Natur regelrecht geblendet. Der Himmel strahlte im schönsten Blau, die Blätter der Bäume in Orange-, Gelb- und Rottönen, die Wiesen in einem saftigen Grün.

Wir radelten gemütlich weiter durch die wunderschöne Natur an der Mecklenburgischen Seenplatte. Der Weg führte uns durch Schwarzenhof und Speck, vorbei am Specker See und am Hofsee. Ehe wir den Priesterbäkersee erreichten, entdeckten wir eine 700-Jährige Eiche. Diese Stelle ist auch bei Google Maps markiert. Wow! 700 Jahre! Man kann sich gar nicht vorstellen, was dieser Baum schon alles miterlebt haben muss. Wir setzten uns auf die Bank, genossen die warmen Sonnenstrahlen im Gesicht und waren dankbar für diesen wunderschönen Tag. Der See ist übrigens deutlich größer wie die anderen, besitzt eine Länge von rund 2,4 Kilometern und eine Breite von rund 1 Kilometer. Durch eine nur 220 Meter breite Seeenge gliedert sich der See in ein Nord- und ein Südbecken.

Wir fuhren vom See aus zurück zur 700-jährigen Eiche und weiter zu unserem nächsten Highlight. Nun ging es in schwindelerregende Höhe auf den rund 55 Meter hohen Käflingsbergturm. Dieser dient als Mobilfunksendeturm, als Aussichts- und Feuerwachturm. Wir schlossen die Fahrräder an und gingen die 167 Stufen bis zur Plattform. Schon auf unserem Weg nach oben konnten wir erahnen, welch wunderschöne Aussicht gleich auf uns warten würde. Die Aufstieg hatte sich gelohnt, die Aussicht vom Käflingsbergturm war gigantisch! Wir konnten mehrere Seen entdecken, u.a. den Priesterbäker See, Hofsee, Specker See und die Müritz. Die bunten Farben des Herbstes machten dieses Bild perfekt. War das dieser „Indian Summer“ wovon in Nordamerika so oft die Rede ist?

Wir entschieden uns, vom Käflingsbergturm bis nach Boek zu fahren. Dank der guten Radwege im Müritz Nationalpark ließen sich die knapp 7 Kilometer zügig zurücklegen. Angekommen in Boek suchten wir uns noch einmal ein schönes Plätzchen, um eine zweite längere Pause einzulegen. Bei unserer Recherche auf Google Maps entdeckten wir die Aussichtshütte Müritz. Wir packten die letzten Brote aus und genossen die Aussicht über die Müritz.

UnserRückweg nach Waren führte u.a. durch Schwarzenhof und Federow. Die untergehende Sonne färbte die Landschaft im Müritz Nationalpark noch einmal in die schönsten Farben, ein wirklich toller Anblick.

Weitere Tipps für deine Radtour

  • Wenn Sie ein Fahrrad ausleihen möchten, können Sie sich an die Touristinformationen wenden.
  • Da die Region so beliebt ist, ist sie auch für den Tourismus sehr gut erschlossen. Du findest zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten entlang der einzelnen Routen.
  • Besonders reichhaltig ist das Angebot an - wie sollte es in einer von Seen geprägten Landschaft auch anders sein - frischem Fisch und Fischgerichten aller Art. Ein Gericht, für das die Region besonders bekannt ist, sind „Kartoffeln und Aal“.

Anreise

Wenn du auch eine Tour durch den Müritz Nationalpark machen möchtest, empfehlen wir dir den Ausgangspunkt Waren oder Neustrelitz. Waren ist mit dem Zug sehr gut von Berlin, Hamburg, Lübeck und Rostock aus zu erreichen. Du kannst hier entweder das Mecklenburg-Vorpommern-Ticket* nutzen oder das Berlin-Brandenburg-Ticket*. Mit dem Auto geht es innerhalb von rund 1 Stunde von Rostock aus über die A19 nach Waren. Von Berlin aus nimmst du am besten die A24 und A19 bis Röbel und weiter nach Waren auf der B192 (Fahrtzeit 2,5 Stunden). Ab Hamburg geht es auf der A24 bis zur Ausfahrt 17-Pulitz.

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