Radtouren in Hessen: Vogelsberg und Kinzigtal erkunden

Hessen bietet eine Vielzahl von Radwegen, die sowohl für Tagesausflüge als auch für mehrtägige Touren geeignet sind. Besonders reizvoll sind die Regionen Vogelsberg und Kinzigtal, die mit ihrer abwechslungsreichen Landschaft und ihren historischen Orten zu unvergesslichen Radtouren einladen.

Der Kinzigtal-Radweg

Die Kinzig bildet die natürliche Nordgrenze des Spessarts. Sie entspringt in Sterbfritz und mündet in Hanau in den Main. Auf ihrem 86 km langen Weg fließt sie durch das wunderschöne Kinzigtal mit seinen historischen Orten und herrlichen Wiesenlandschaften.

Die Tour beginnt in Hanau an der Mündung der Kinzig in den Main. Bis Schlüchtern verläuft sie auf dem hessischen Radfernweg „R3“ mit entsprechender Markierung. Wer am Bahnhof in Gelnhausen startet, erreicht den R3 über die Bahnhofstraße und die Straße „Im Ziegelhaus“. Nach der Brücke geht es rechts auf den Kinzigtal-Radweg.

Mit ein paar Cocktails im Pera Restaurant am Bahnhof in Langenselbold kann man sich noch einstimmen, bevor wir geradeaus radeln, dann links und rechts auf die Landstraße. Mit dieser überqueren wir die Kinzig und folgen rechts dem kleinen Radschild nach Gelnhausen. Der hessische Fernradweg R 3, dem wir im Wesentlichen folgen, hat sich unauffällig zu uns gesellt.

Via Regia: Der Untergrund geht bald in teilweise nagelneuen Asphalt über. Das Kinzigtal ist auf der Strecke dieser Tour mittelbreit. So haben wir auf der sehr alten Verkehrsader meist eine angenehme Distanz zur Auto- und Eisenbahn. Zwischen Vogelsberg im Norden und Spessart im Süden ermöglicht das Tal die Passage vom Rhein-Main-Gebiet nach Fulda. Als Hohe Straße und Via Regia ist dieser Weg in die Geschichte eingegangen, verlief aber früher nicht im seinerzeit versumpften Talgrund. Südlich vom Örtchen Lieblos überqueren wir die A 66 und die Kinzig auf der Landstraße. Direkt nach der Brücke geht es halb rechts weiter. Die Radwegschilder sind durch einen Verkehrsunfall verdreht.

Sehenswürdigkeiten entlang des Kinzigtal-Radwegs

  • Langenselbold: Barockes Schlossensemble samt Park und Querkirche oder das historische Gasthaus Zum Goldenen Engel.
  • Gelnhausen: Am äußersten Stadtrand von Gelnhausen, nach etwa einem Drittel der Gesamtstrecke, folgen wir rechts dem Rhein-Main-Vergnügen 6 Richtung Hallenbad, während der R 3 hier im westlichen Bereich der Stadt sehr widersprüchlich beschildert ist. Die günstigste Gelegenheit für die Auffahrt zum höher gelegenen Untermarkt bietet sich am Ziegelturm. Dort lädt neuerdings das Altstadt-Café gegenüber der Büste von Telefonerfinder Philipp Reis zum Niederlassen ein. Eine Fülle von Sehenswürdigkeiten wartet rundherum: Romanisches Haus, Hexenturm, Rathaus, Obermarkt, Gotisches Haus, Kunsthaus Living Room und die ehemalige Synagoge. Die Kaiserpfalz alias Barbarossaburg wartet als bedeutendste Sehenswürdigkeit unten am R 3. Sie gilt als die am besten erhaltene Pfalz der Stauferzeit. Im 12. Jahrhundert ließ Stadtgründer Friedrich I. Barbarossa sie auf einer Kinziginsel errichten. Die romanischen Mauern mit Portal, Fensterarkaden und Kapitellen ruhen auf Tausenden Eichenpfählen.
  • Wächtersbach: Wer zum Schloss Wächtersbach möchte, das gleichfalls auf Barbarossa zurückgeht, biegt in die Bahnhofstraße links ein, auf der man nach 600 Metern das Schloss erreicht.
  • Salmünster: Am Zusammenfluss von Salz und Kinzig haben wir einen Blick rechts auf Salmünster mit dem Franziskanerkloster und der Kirche St. Peter und Paul. Das nach den Plänen von Hofbaumeister Andrea Gallasini errichtete barocke Bauwerk gilt als Perle des Kinzigtals.
  • Bad Soden-Salmünster: Ideal für eine Verschnaufpause sind der Kurpark und die Spessart Therme mit Solebad, Saunalandschaft, Totes Meer Salzgrotte und dem Wellness-Bereich WellVitamed. Aber auch die Arena in der Salz, der Pacificus- Sprudel und die Burgruine Stolzenberg laden zum Besuch ein. Unterhalb der Burgruine Stolzenberg liegt links der Kurpark mit Bänken, Liegen, Wasser-Barfuß-Parcours und dem sehr eisenhaltigen König-Heinrich-Sprudel vor dem Spessart-Forum. Dahinter liegt die Spessart-Therme mit warmem Thermalwasser. Auf dem Heilquellenweg kann man zu weiteren Solequellen und dem Brunnenhäuschen des Pacificus-Sprudels spazieren oder radeln.
  • Steinau an der Straße: Entlang von Feuchtwiesen und Kinzigstausee, mit Kiosk und Tretbootverleih, aber ohne Bademöglichkeit, erreichen wir Steinau an der Straße. Links vor der Froschkönig­skulptur am Brüder-Grimm-Haus, in dem die Märchensammler Jugendjahre verbrachten, liegt Originalpflaster der Via Regia mit Spuren der Fuhrwerke. Ein paar Meter oberhalb erreichen wir das Ensemble von Schloss, Rathaus, Kirche und Märchenbrunnen samt Gastronomie. In der Brüder-Grimm-Stadt ist die Besichtigung des Museums Brüder-Grimm-Haus und des Schlosses Steinau ein Muss.
  • Schlüchtern: Weiter geht es nach Schlüchtern, dem historisch gewachsenen Mittelpunkt der Region Bergwinkel. Der Name ist abgeleitet aus dem Zusammentreffen der Mittelgebirge Rhön, Vogelsberg und Spessart. In Schlüchtern verlässt man den R3 am Kreisel an der Kinzigbrücke und fährt über Herolz, Vollmerz bis nach Sannerz.

Der Vulkanradweg

Auf insgesamt 94 km schlängelt sich der Vulkanradweg von Altenstadt in der Wetterau bis nach Schlitz im Vogelsberg. Auf dem größten Vulkanmassiv Mitteleuropas bieten sich herrliche Ausblicke auf Felder, Wälder und Wiesen, sowie Einblicke in dörfliche Idyllen und ländliches Kulturgut. Rollen Sie durch mächtige Einschnitte in den Vogelsberger Basalt, wo der Vulkan noch zum Greifen nah ist.

Der rund 90 km lange Niddaradweg von der Quelle auf dem Hoherodskopf bis zur Mündung in den Main bei Frankfurt, folgt parallel dem romantischen Flusslauf der Nidda.

Der 93 Kilometer lange Vulkanradweg befindet sich im Vogelsberg in Hessens grüner Lunge. Er verläuft bis auf wenige Ausnahmen auf der ehemaligen Bahntrasse der Oberwaldbahn. Von Lauterbach über Herbstein, von Hartmannshain und Gedern bis Altenstadt.

Etappen auf dem Vulkanradweg

1. Etappe: Hanau-Glauburg - Vom Main in die Wetterau

Die erste Etappe des BahnRadweg Hessen kann ohne Probleme noch am Anreisetaggefahren werden. Sie startet in der schönen Stadt Hanau. Die Brüder-Grimm-Stadt glänzt mit ihrer Lage am Main und den zahlreichen Museen. Auf den folgenden 31 Kilometern für diese Etappe nach Glauburg. Schon zur Zeit der Kelten war diese Region besiedelt. In der Keltenwelt am Glauberg wird dies beeindruckend zur Schau gestellt.

2. Etappe Glauburg-Schlitz

Die zweite Etappe mit fast 85 Kilometern führt die Radfahrer nun weiter nachOsthessen. Ein lohnender Zwischenstopp kann in Gedern gemacht werden. Nur wenige Meter abseits des Radwegs gibt es beispielsweise ein Schloss zu entdecken. Der BahnRadweg führt nun weiter über Lauterbach mit dem Hohhaus-Palais nach Bad Salzschlirf, einer kleinen Kurstadt. Die Etappe endet in Schlitz - der Burgenstadt, die alle zwei Jahre ein großes Trachtenfest feiert.

3.Etappe Schlitz-Hilders

Der dritte Tag führt vom Vogelsberg in die Rhön. Auf 57 Kilometern folgen Sie nun dem Verlauf der Fulda in Richtung Ihrer Quelle. Auf diesem Weg erreichen Sie auch die gleichnamige Stadt Fulda. Die Stadt ist für ihr Barockviertel bekannt. Nun führt der BahnRadweg Hessen weiter nach Osten. Ein Highlight dieses Tages ist der Milseburg-Tunnel, welcher im Sommer durch Radfahrer befahren werden kann. Finaler Halt dieser Etappe ist in Hilders, wo die Beine zum Ende das Tages in dem Hallenbad Ulsterwelle abgekühlt werden können.

4.Etappe: Hilders-Phillipstal

Diese Etappe des BahnRadweg Hessen folgt dem Ulstertal nach Norden. Über den Ort Tann gelangen Sie nach Geisa. Hier lohnt ein Abstecher zum Schlossensemble und zur Gedenkstätte der Deutsch-Deutschen Teilung Point Alpha. Zeit haben Sie für eine Besichtigung, da die Etappe nur knappe 40 Kilometer lang ist. Weiter führt die Route vorbei an Vacha und endet kurz danach in Philippsthal, wo Sie den Tag entspannt am Schloss ausklingen lassen können.

5. Etappe: Phillipstal-Bad Hersfeld

Auch der fünfte Tag wartet mit einer kürzeren Etappe auf. Auf diesem Abschnitt führt Sie der Radweg in nur 32 Kilometern nach Bad Hersfeld. Das bietet Ihnen die Gelegenheit, die Stadt kennenzulernen. Mit der Stiftsruine, der Wissens- und Erlebniswelt „wortreich“ und dem dem Kurpark der Jahreszeiten gibt es wirklich allerhand zu entdecken.

6.Etappe: Bad Hersfeld-Lauterbach

Um die Rundtour von 400 Kilometern zu ermöglichen, führt dieser Abschnitt zum größten Teil auf dem Fulda-Radweg R1. Zwischen Bad Hersfeld und Schlitz folgen Sie bitte der Ausschilderung des Fulda-Radweg R1. Kurz vor Schlitz steigen Sie wieder in den BahnRadweg Hessen ein und schließen die Tour und den Tag nach 43,3 Kilometern in Lauterbach ab.

7.Etappe: Lauterbach-Birstein

Die vorletzte Etappe der Rundtour führt Sie wieder zielstrebig in den hessischen Süden. Von Lauterbach aus fahren Sie diesen Tag in 51 Kilometern nach Birstein. Der Weg gabelt sich hier bei Hartmannshain. Bitte achten Sie auf die Beschilderung. In Birstein können Sie Ihren Tag mit Blick auf das Schloss des Fürstenhaus Isenburg ausklingen lassen.

8.Etappe: Birstein - Hanau

Den Abschluss Ihrer Radtour auf dem BahnRadweg Hessen haben Sie auf der Etappe von Birstein zurück nach Hanau. Auf der Strecke von 56 Kilometern fahren Sie auch durch Gelnhausen. Hier können Sie die berühmte Wasserburg Kaiserpfalz oder die Fachwerk-häuser in der Altstadt besichtigen.

Radfahren auf stillgelegten Bahntrassen im Vogelsberg und der Rhön, der Bahnradweg Hessen von Hanau bis Bad Hersfeld.

BahnRadweg Hessen

Auf ehemaligen Bahntrassen geht es 245 km von Hanau über Fulda bis nach Bad Hersfeld oder als 400 km-Rundtour auf alternativer Strecke zurück: Vulkanradweg, Kinzigtal-radweg, Südbahnradweg, Fuldaradweg, Milseburgradweg, Ulstertal- und Solztalradweg - die schönsten Radwege Hessens wurden 2009 zu einem durchgängig markierten Radweg verbunden und führen Sie durch die Wetterau und die Mittelgebirgslandschaften von Vogelsberg und Rhön. Entlang stillgelegter Bahnlinien verläuft die Route ohne steile Anstiege und ist von hervorragender Qualität.

Ab dem Mainufer unterhalb von Schloss Philippsruhe in Hanau-Kesselstadt startet der BahnRadweg Hessen. Bis nach Bad Hersfeld sind es insgesamt 245 km landschaftlich tolle Kilometer. Die gute Bahnanbindung - nicht nur der beiden Endpunkte - sondern auch entlang der Strecke sowie Radbusse im Sommerhalbjahr machen viele Tourvarianten möglich: vom Tagesausflug bis zur Radelwoche als 400 km lange Rundtour.

Das passende Panorama bieten die Naturparke in Spessart, Vogelsberg und Rhön.

Die Barbarossastadt Gelnhausen, die Keltenwelt am Glauberg, Fachwerk in Lauterbach, die Burgenstadt Schlitz, das barocke Fulda oder die Kur- und Festspielstadt Bad Hersfeld sind die kulturellen Höhepunkte am Weg machen die Tour zu einem unvergessenen Erlebnis. Auch die Gedenkstätte Point Alpha ist nur knapp 4 km vom Weg entfernt (ab Geisa) und einen Abstecher wert. Hier standen sich die Vorposten von NATO und Warschauer Pakt vier Jahrzehnte lang Auge in Auge gegenüber.

Zusätzliche Informationen

  • Vulkan-Express: Von Mai bis Oktober fährt an allen Samstagen, Sonn- und Feiertagen der Vogelsberger Vulkan-Express. Dabei handelt es sich um ein Netz aus sechs Buslinien. Alle Busse sindmit Radanhängern ausgestattet. Es gilt der RMV-Tarif, die Radmitnahme ist kostenlos. An allen Wochenenden und Feiertagen bringen Sie die Busse mit Fahrradanhänger zum Hoherodskopf und zu anderen Ausflugszielen in der Region. Drei der sechs Buslinien verlaufen entlang des Vulkanradweges, eine Buslinie pendelt entlangdes Südbahnradweges, eine weitere teilweise entlang der Niddaroute. Fünf der sechs Linien treffen sich auch auf dem Hoherodskopf.
  • Anreise: Die Region Vogelsberg erreichen Sie aus Richtung Rhein-Main, Fulda und Gießen bequem mit der Bahn. Umstiegsmöglichkeiten zum Vulkan-Express bestehen in Hungen, Nidda,Stockheim, Wächtersbach, Lauterbach und Mücke.

Radwanderkarten

Name der Karte: Jetzt durchstarten auf dem VOGELSBERGER SÜDBAHNRADWEG ...

Kontakt

  • Gemeinde Birstein Tourismus: Carl-Lomb-Str. 1, 63633 Birstein, Telefon: (06054) 80826
  • Vulkanregion Vogelsberg-Touristik GmbH: 63679 Schotten, Telefon: (06044) 964848
  • Spessart Tourismus und Marketing GmbH: Holzgasse 1, 63571 Gelnhausen, Telefon: (06051) 88772-0

Übernachtungsmöglichkeiten

Vier Übernachtungen mit Frühstück (teilweise Buffet) in ausgesuchten komfortablen und auf den Radurlauber gerichtete Hotels und Gasthäuser. Auf Wunsch können Sie für diese Tour bei unserem Partner TravelSecure eine Reiseversicherung abschliessen. Angeboten werden Auslandsreisekrankenversicherung, Reiserücktrittskostenversicherung und Reisegepäckversicherung.

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