Radtouren im Kreis Recklinghausen: Tipps und Routen für unvergessliche Erlebnisse

Der Kreis Recklinghausen, eingebettet in den Übergang zwischen der geschichtsträchtigen Industriezone des Ruhrgebiets und der reizvollen Landschaft des Münsterlands, bietet Genussradlern und Familien ein vielfältiges Terrain für unvergessliche Radtouren. Entdecken Sie mit dem Fahrrad die Metropole Ruhr, in der die Stadtgrenzen verschwimmen und Sie auf einer einzigen Tour mehrere Städte durchradeln können.

Planung und Orientierung

Ein dichtes Radwegenetz von über 1.200 Kilometern dient als Grundgerüst für das radrevier.ruhr, das vom ADFC als erste urbane RadReiseRegion Deutschlands zertifiziert wurde. Ein neues Knotenpunktsystem, thematische RevierRouten und der digitale Radtourenplaner helfen Ihnen bei der Orientierung.

Thomas Aehlig, stellvertretender Ortsgruppen-Sprecher des ADFC, empfiehlt die Komoot-App als Planer für Radtouren rund um Recklinghausen. Mit der Komoot-App können Sie bereits geplante Radtouren finden, abspeichern oder sie den eigenen Bedürfnissen anpassen. Aehlig empfiehlt, das in der App angebotene Paket für 30 Euro einmalig zu kaufen, um alle Karten weltweit dabei zu haben.

Unter der Schaltfläche „Entdecken“ kann der Nutzer eine bereits geplante Radtour finden und abspeichern oder sie den eigenen Bedürfnissen anpassen. Aehlig macht es vor: Er stellt in der Suchmaske einen Umkreis von 30 Kilometern, eine Dauer von vier Stunden und einen Schwierigkeitsgrad von leicht bis mittelschwer ein. Sekunden später spuckt das Programm mehr als 2000 vollständig geplante Radtouren rund um Recklinghausen aus.

Viele Radfahr-Freunde suchten für die Info-Veranstaltung rund um die App „Komoot“ den neuen Treffpunkt „Klima und Mobilität“ an der Breiten Straße 15 auf. „Fein gestrichelte Linien sind Strecken, die man meistens auch mit dem Fahrrad befahren kann, es könnte sich aber um Schotterstrecken handeln. Dünne schwarze Linien sind in der Regel Wanderwege“, so Brautmeier.

Themenrouten und Sehenswürdigkeiten

Die Strecken vieler beliebter Fernradwege und Themenrouten führen zumeist an interessanten Sehenswürdigkeiten vorbei. So können Sie romantische Schlösser, imposante Industriekultur und schöne Natur entdecken. Alle überregionalen Radrouten sind ausgeschildert und verlaufen größtenteils abseits von Hauptverkehrsstraßen.

Hier sind einige Beispiele für Radtouren und Sehenswürdigkeiten im Kreis Recklinghausen:

  • Allee des Wandels: Dieser Bahntrassen-Radweg vereint einen wunderschönen Altstadtkern und Themen des Bergbaus.
  • Hohe Mark RadRoute: Eine Etappe führt von Herne bis nach Münster, eine andere von Münster bis nach Herne.
  • Schleusenpark Waltrop: Gemütliche Radtour entlang des Dortmund-Ems-Kanals zum Schleusenpark Waltrop mit dem alten Schiffshebewerk „Heinrichenburg“.
  • Römer-Lippe-Route: Eine 39 km lange Schleife, die Ihnen einiges über den Alltag und die Beschwerlichkeiten des Lebens der römischen Legionäre zeigt.
  • 3-Flüsse-Route: Weite Panoramablicke, eine unerwartete Dünenlandschaft und jede Menge Wasser verspricht dieser „Rundkurs Süd“ auf 52 km.

Die dargestellten Touren verlaufen größtenteils abseits von Hauptverkehrsstraßen und können daher gemütlich und entspannt unternommen werden. Selbstverständlich dienen die Radtouren nur als Vorschläge, denn viele Wege führen nicht nur nach Rom, sondern auch durch den Kreis Recklinghausen.

Beispielhafte Tour: Rundtour durch den Naturpark Hohe Mark

Die Rundtour durch den Naturpark Hohe Mark hält eine idyllische Natur sowie den einen oder anderen Aussichtspunkt bereit. Diese abwechslungsreiche Route führt Sie zu vielen interessanten Besichtigungspunkten unterschiedlichster Art!

Unweit vom Start radeln Sie bereits durch das CreativQuartier Fürst Leopold, unschwer am alten Zechenturm zu erkennen. Auf dem Gelände der stillgelegten Zeche finden sich heute, neben viel Kunst und Kultur, verschiedene gastronomische Einrichtungen. Vorbei an der ehemaligen Halde der Zeche, welche heute zu einem begehbaren Landschaftsbauwerk umgestaltet wurde, geht es weiter zum Hervester Bruch.

Über ruhige Feldwege führt Euch die Route zur stillgelegten Bahnstrecke Haltern am See-Wesel, ein Teilstück der ehemaligen grenzüberschreitenden Strecke Hamburg-Venlo (NL). Da die Bahntrasse bislang nicht durchgängig umgebaut wurde, zweigen Sie kurz ab, um am alten Bahnhof in Lippramsdorf wieder auf die Trasse zu gelangen.

Nun folgt das wohl anstrengendste Stück dieser Route. Erst über Feld- dann über Waldwege führt Sie die Tour hinauf zum Galgenberg. Mitten in der Hohen Mark befindet sich der Feuerwachturm Galgenberg. Er steht auf einer 122 Meter hohen Erhebung. Ein Aufstieg auf den noch mal knapp 40 Meter hohen Turm ist zu empfehlen. Von dort oben habt Ihr einen tollen Ausblick auf den Naturpark.

Nach der Abfahrt geht es weiter zum Wasserschloss Lembeck. Da der Radweg entlang der Lippramsdorfer Straße nicht durchgängig auf beiden Seiten verläuft müssen Sie leider mehrmals die Straßenseite queren. Es lohnt sich hier einen Abstecher zum Schloss einzuplanen. Durch das Waldgebiet „Der Hagen“ und das Naturschutzgebiet „Bachsystem des Wienbaches“ geht es zurück nach Dorsten. Auch hier verläuft der Weg meistens auf Wald- und Schotterwegen. Nehmen Sie gerade auf dieser Tour Rücksicht auf Wandernde, da diese ebenfalls einige der Waldwege nutzen.

Service für Radfahrer

Die Radstationen und Radverleihe im Kreis Recklinghausen bieten ein umfangreiches Serviceangebot für Radfahrerinnen und Radfahrer. Bei einer Reifenpanne ist schnelle Hilfe garantiert. Nehmen Sie den Reparatur- und Wartungsservice in Anspruch oder lassen Sie ihr Fahrrad reinigen. Zudem können Sie ihr Rad auf den bewachten Stellplätzen sicher parken oder ein Leihrad mieten. Oft stehen neben Trekkingbikes auch E-Bikes und Mountainbikes zur Auswahl.

Über das Fahrradleihsystem metropolradruhr können Leihräder an den einzelnen Stationen spontan ausgeliehen und am Zielort abgegeben werden. So sind Sie in der Metropole Ruhr schnell und umweltfreundlich unterwegs.

Stadtradeln im Kreis Recklinghausen

Mehr als eine Million Kilometer - das ist 26 Mal um die Erde - sind beim Stadtradeln 2021 im Kreis Recklinghausen zusammengekommen. 21 Tage lang galt es für die Teilnehmer*innen, so viele Alltagswege wie möglich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Insgesamt sind 5078 Bürger*innen aus dem Kreis 1.071.266 Kilometer geradelt - darunter 131 Parlamentarier und 1361 Schüler. 157 Tonnen Kohlenstoffdioxid konnten damit eingespart werden.

Stadtradeln findet regelmäßig statt und fördert unter anderem sowohl den Klimaschutz als auch die eigene Lebensqualität.

Der Kreis Recklinghausen als fahrradfreundlicher Kreis

Am 26. August 2004 wurde der Kreis Recklinghausen als 36. Mitglied in die AGFS aufgenommen. 2011 erhielt der Vestische Kreis die Verlängerungsurkunde für weitere 7 Jahre Mitgliedschaft.

Der Kreis Recklinghausen ist der bevölkerungsreichste Kreis und die fünftgrößte Gebietskörperschaft in Deutschland. Er liegt im nördlichen Ruhrgebiet und ist in auffallender Weise vom Übergang der Industriezone des Ruhrgebiets zum ländlichen Raum des Münsterlands geprägt. Hier leben 617.807 Menschen (Stand 31. Dezember 2015) in den zehn Städten Castrop-Rauxel, Datteln, Dorsten, Gladbeck, Haltern am See, Herten, Marl, Oer-Erkenschwick, Recklinghausen und Waltrop. Die hervorgehobenen fünf Städte sind auch selbständige Mitglieder in der AGFS (Stand 2016) und somit ist der Vestische Kreis DER fahrradfreundlichster Kreis in NRW.

Landrat Cay Süberkrüb begreift die Mitgliedschaft in der AGFS als Ansporn für weitere Bemühungen Radverkehrsförderung zu betreiben. Unterstützung erhält er durch die Radverkehrskoordinatorin Marion Bugdoll. Sie weiß, dass die Freizeitbeschäftigung Fahrradfahren im Kreis ganz weit oben liegt und dass der Kreis Recklinghausen mittlerweile zu einem besonderen Fahrrad-Eldorado zählt.

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