Das Angebot an nützlichen Fahrrad-Apps ist riesig, und die Auswahl der richtigen App kann die Radtour deutlich verbessern. ISPO.com hat die besten KOSTENLOSEN Bike-Apps für Android und iOS zusammengestellt - zuverlässig, praxisnah und direkt einsetzbar.
Praxis-Tipps: So findest du die richtige Fahrrad App
Besonders bei Navigations-Apps oder Video-Tutorials kann das Datenvolumen sehr hoch sein. Deshalb empfiehlt es sich, Apps bereits im WLAN herunterzuladen - vor Beginn der Tour. Vor jeder Tour sollte geprüft werden, ob alle benötigten Karten bereits installiert sind. Abseits der Zivilisation sind Downloads oft teuer, langsam oder ohne Netz gar nicht möglich.
Je nach Dicke und Material können Handyhüllen den GPS-Empfang beeinträchtigen. Aktiver Standortdienst, Bluetooth und ein dauerhaft eingeschaltetes Display verbrauchen viel Energie. Wenn das Smartphone lange als Navi dient, sollten unnötige Funktionen deaktiviert werden - und eine Powerbank ist Pflicht. Alternativ: ein Dynamo mit USB-Anschluss.
Apps zur Navigation
Rad-Navi Niedersachsen
Als Beta-Version gab es ihn schon seit dem Sommer letzten Jahres, den Radroutenplaner Niedersachsen. Jetzt hat ihn das Land Niedersachsen, federführend durch seine Tourismusmarketing-Organisation, offiziell den radelnden Nutzern übergeben.
Im Hause der TMN wurde der Radroutenplaner konzipiert, intensiv begleitet und immer wieder verbessert. Erster Anspruch: einfach zu sein. Und das ist er wirklich, denn der Nutzer findet keine komplexen Auswahlprofile (Tourenrad, Rennrad oder MTB, Oberfläche oder Verkehrsbelastung), sondern zunächst nur die Möglichkeit, eine Radstrecke von A nach B berechnen zu lassen, als Adresseingabe oder per Klick in die Karte.
Ob man die ausdruckbaren textlichen Fahrtanweisungen (jetzt links, dann rechts) wirklich braucht, bleibt dem einzelnen Nutzer überlassen. Am Ende der Liste findet sich aber die GPX- und kml-Datei, die nur noch heruntergeladen und in das GPS-Gerät übertragen werden muss. Die GPX-Daten enthalten übrigens auch Höhendaten und sind datentechnisch sauber aufbereitet.
Kartographie und Routing erfolgt auf OpenStreetMap-Daten - für eine Landesgesellschaft nicht selbstverständlich, aber nach unseren ersten Tests durchaus tauglich. Natürlich kann auch der Radroutenplaner Niedersachsen keine Wunder vollbringen und schlägt vorwiegend eine möglichst kurze Verbindung zwischen den einzelnen Zielen vor - aber eben auf fahrradgeeigneten Strecken. Das kann dann zuweilen auch einmal ein Radweg an einer Bundesstraße sein.
Per Mausklick lassen sich ausgesuchte Fahrradtouren Niedersachsens einblenden (nämlich von den einzelnen Tourismusregionen bereitgestellt), mit Beschreibung, Bildern und natürlich auch downloadbaren GPS-Daten. Insgesamt 112 fertige Radtouren und Radfernwege stehen bereit. Auch die Bahnhöfe sind direkt einblendbar.
Denn mit dem Radroutenplaner Niedersachsen kann man in ganz Deutschland Radrouten planen, sogar weit über die Grenzen hinaus. Als besonderes Bonbon gibt es noch eine App dazu: als „Rad-Navi Niedersachsen“ für Android- und iOS7-Geräte, kostenlos. Mit der App kann man Strecken planen, Tourenvorschläge und POIs nutzen und sich auch per Sprachführung navigieren lassen.
Komplett kostenlos ist die App Rad-Navi Niedersachsen. Wie der Name schon verrät, ist sie allerdings für den Gebrauch in Niedersachsen optimiert: Offline-Nutzung ist nur dort möglich, weil die Offline-Kartendateien sonst zu groß wären. Die Adressdatenbank umfasst aber ganz Deutschland, die BeNeLux-Staaten und Österreich; navigieren können Sie mit der App weltweit.
Die App berechnet Ihnen eine Strecke von A nach B und navigiert Sie dann per Text und Sprachausgabe.
Komoot
Komoot ist mehr als nur eine App - es ist die beliebteste Routenplanungs- und Navigationsplattform für Outdoor-Enthusiast*innen. Die große Community erstellt ständig neue Tourenvorschläge - inklusive genauer Wegbeschreibung und Schwierigkeitsgrad.
Die App bringt Online-Planung direkt aufs Bike, funktioniert aber auch unabhängig vom Web. Sie ist sehr präzise und stabil, einige Funktionen sind kostenpflichtig.
Komoot gilt als Platzhirsch unter den Navi-Apps und nach langjähriger Verwendung, fällt die Nutzung sehr leicht. Der Funktionsumfang ist sinnvoll ohne überfrachtet zu wirken. Gut ist auch, dass es mit dem einmaligen Welt-Paket eine Abo-Alternative gibt. Damit ist man eigentlich für alle Eventualitäten gut gerüstet, ohne in ein Premium-Abo zu investieren.
Nachdem Sie ein Konto erstellt haben, können Sie damit Ihre Touren nach verschiedenen Kriterien planen: Fahrradart (Radfahren/Mountainbiken/Rennradfahren), Höhenmeter, Schwierigkeit,... Die App leitet Sie per Sprachausgabe. Für eine Region bekommen Sie die Offline-Karte kostenlos, weitere Regionen müssen Sie für jeweils 3,99 Euro (im Paket 8,99 Euro) per In-App-Kauf erwerben. Alternativ können Sie für einmalig 29,99 Euro alle Karten freischalten.
Pluspunkte bei Komoot sind die große Community, mit der Sie Routen, Bilder und Tipps austauschen können, sowie der Menüpunkt "Entdecken", mit dem Sie fertige Routen in Ihrer Nähe finden können.
Bikemap
Über 4,5 Millionen Routen in mehr als 100 Ländern - Bikemap ist ein riesiges Routenportal für Mountainbike, Rennrad, E-Bike oder Pedelec. Laut Nutzerbefragung ist es Google Maps überlegen. Die Premium-Version (29 €/Jahr) bietet Offline-Navigation und Experten-Support.
Ähnlich wie Komoot funktioniert auch die Navi-App Bikemap, auch hier brauchen Sie für die Nutzung ein Konto (der "Überspringen"-Button auf der Startseite führt nur zur Karte, für alle Funktionen müssen Sie sich anmelden). Sie können nach konkreten Orten oder Adressen suchen, aber auch nach Stichworten wie "Ladestation".
Die Navigation per Sprachausgabe ist sogar in der kostenlosen Grundversion enthalten. Zahlen müssen Sie dagegen etwa für Offline-Karten oder Routen für spezielle Fahrrad-Typen. Das Abo kostet 6,99 Euro pro Monat oder 34,99 pro Jahr.
In der App können Sie Ihre Touren aufzeichnen und speichern, sich mit der Community austauschen und die Karten verbessern, indem Sie Fehler melden oder Sehenswürdigkeiten markieren.
Bike Citizens
Diese Navigations-App wurde speziell für urbane Radfahrer entwickelt. Die Streckenführung ist auf den Stadtverkehr optimiert, berücksichtigt Gefahrenstellen und temporäre Sperrungen. Je größer die Stadt, desto leistungsfähiger die App - und das Portfolio wächst ständig.
Die App Bike Citizens (früher BikeCityGuide) ist so eine. Die Datenbank der App umfasst Karten von etlichen deutschen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern, dazu kommen weitere Großstädte weltweit.
Einige Karten sind sogar kostenfrei offline nutzbar, für die meisten müssen Sie sich aber ein Konto anlegen und ein Premium-Abo abschließen (monatlich 3,50 Euro oder jährlich 28 Euro). Mit Bike Citizens können Sie Hauptstraßen meiden und stattdessen auf schönen und ruhigen Nebenstraßen fahren.
Falk Maps & Routenplaner
Die beste Navigations-App für Fahrradtouristen. Wie bei Falk-Navigationsgeräten sind Karten, Routen, POIs und Unterkünfte mit vielen Zusatzinfos ausgestattet. Offline-Funktionen sind eingeschränkt, aber Hotel-Links und Bahnverbindungen sind direkt integriert.
ViewRanger
Diese App richtet sich eigentlich an Wanderer, eignet sich aber auch hervorragend für Radfahrer. Mit GPS und Kamera erkennt sie Landschaftspunkte wie Gipfel oder Seen und blendet ihre Namen per Augmented Reality (AR) ins Bild ein. Das erleichtert die Orientierung und sorgt für einen besonderen Erlebnisfaktor. Zielpunkte lassen sich direkt im Bild auswählen - inklusive Geländeführung.
ADFC-Radtourenkarten
Die ADFC-Radtourenkarte ist mit über zwei Millionen Exemplaren die meistverkaufte Fahrradkarte der Welt. Von den insgesamt 38 Kartenblättern im Maßstab 1:150.000 gibt es nun nach und nach eine überarbeitete Neuauflage.
Sie sind die meistverkauften Fahrradkarten der Welt: Mehr als 2,9 Millionen Exemplaren der ADFC-Radtourenkarten wurden bereits verkauft. Die ADFC-Radtourenkarten erscheinen im Verlag BVA BikeMedia in Zusammenarbeit mit dem ADFC.
ADFC-Scouts haben die Strecken geprüft und wissen, was Radfahrende unterwegs brauchen. Die 38 einzelnen Kartenblätter decken das gesamte Bundesgebiet ab. Jedes Kartenblatt umfasst ein Gebiet von gut 130 mal 160 Kilometern.
Die gesamte Kartenfläche ist für die Nutzung von GPS aufbereitet. Das Grundgerüst bilden die beschilderten, überregionalen Radfernwege. Regionale Radwege und zum Radfahren geeignete verkehrsarme Strecken ergänzen das Netz.
Die Karten zeigen, wie die Wege beschaffen sind, die Höhe der Verkehrsbelastung und mit welchem Gelände zu rechnen ist. Die ADFC-Regionalkarten sind die perfekten Radwanderkarten für Tagesausflug und Wochenendtour im Maßstab 1:50.000 oder 1:75.000.
Sie sind leicht lesbar und enthalten alle Radfernwege einer Region. Jede der rund 100 ADFC-Regionalkarten enthält Angaben zur Verkehrsbelastung und Oberflächenbeschaffenheit, Geländeinformationen wie Steigungspfeile, Höhenlinien und Höhenzahlen.
Eine Schummerung (Flächentönung) der Karte verschafft einen Eindruck der Geländestruktur. Zudem sind straßenbegleitende Radwege an überörtlichen Straßen eingezeichnet, und Straßennamen erleichtern die Orientierung auf dem Fahrrad.
Vom ADFC empfohlene Radrouten sind extra hervorgehoben. Alle ADFC-Karten gibt es auch als App für iPhone, iPad und Android-Smartphones und Tablets in den jeweiligen Stores. Die Karten werden als digitale Rasterkarten angezeigt samt der eigenen GPS-Position.
Mit der App können gpx-Tracks aufgezeichnet und existierende Tracks geladen werden. Karte und App lassen sich gut parallel nutzen, da sie identisch aussehen.
Weitere Navigations-Apps
- Google Maps: Der Platzhirsch unter den Navigationsapps ist grundsätzlich auch zum Radfahren geeignet. Allerdings führt Google Maps Sie oft eher an Hauptverkehrsstraßen entlang, gute Fahrradwege werden ignoriert. Denn Google Maps ist nicht speziell zum Radfahren gedacht, sondern eine allgemeine Navigationsapp.
- Outdooractive: Die Navi-App Outdooractive war ursprünglich zum Wandern gedacht. Mittlerweile können auch Radfahrer sie für ihre Touren nutzen. Es gibt offizielle Touren, die zum Beispiel von Städten oder Tourismusregionen empfohlen werden; auch die Community tauscht sich über ihre Lieblingstouren aus. Sie können mit der App aus verschiedenen Kartenansichten wählen und natürlich eigene Touren erstellen, die Sie auch am Desktop abrufen können. Auch hier gibt es ein kostenpflichtiges Abo, das zusätzliche Funktionen freischaltet, unter anderem die Offlinekarten.
- Naviki: Eine weitere Alternative zu Komoot ist die App Naviki. Hier ist das Konto keine Pflicht. Auch hier sind die Grundfunktionen der App gratis, etwa die grundsätzliche Routenplanung, das Festlegen von Zwischenzielen und Vorschläge zur Streckenführung. Außerdem können Sie sich von Touren der Community inspirieren lassen. Bei Naviki brauchen Sie kein Nutzerkonto.
Apps für erste Hilfe und Notfälle
First Aid RFC
Bei einem Fahrradunfall bietet die App des Roten Kreuzes und der Halbmondgesellschaft Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu Erster Hilfe, Wundversorgung und Notrufnummern. Die Notfallinformationen vieler Länder sind bereits vorinstalliert - ein verlässliches Tool für Radfahrer unterwegs. Auch ohne akuten Notfall ist die App informativ und hilfreich.
Sonstige Apps für das Fahrrad
Neben den Navigations-Apps gibt es noch viele weitere nützliche Apps für Radfahrer, darunter Apps fürs Training, Apps zum Bikefitting und Apps zur Berechnung von Übersetzungen.
Tabelle: Vergleich ausgewählter Fahrrad-Apps
| App Name | Kosten | Funktionen | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Rad-Navi Niedersachsen | Kostenlos | Routenplanung, Navigation, POIs | Optimiert für Niedersachsen, Offline-Nutzung in Niedersachsen |
| Komoot | Kostenlos (mit In-App-Käufen) | Routenplanung, Navigation, Community-Funktionen | Große Community, detaillierte Tourenplanung |
| Bikemap | Kostenlos (mit Abo-Optionen) | Routenplanung, Navigation, Aufzeichnung | Große Routen-Datenbank |
| Bike Citizens | Kostenlos (mit Abo-Optionen) | Routenplanung, Navigation | Spezialisiert auf urbane Radfahrer |
| ADFC-Radtourenkarten | Kostenpflichtig (als App) | Detaillierte Karten, GPS-Funktionen | Vom ADFC geprüft, ideal für Radwanderungen |
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