Der Regnitz-Radweg bietet eine reizvolle Möglichkeit, das fränkische Regnitztal auf zwei alternativen Routen zu erkunden: der Tal- und der Kanalroute. Beide Routen versprechen eine Begegnung mit intakter Natur, einer vielfältigen Flusslandschaft und dem Charme einer attraktiven Kulturregion.
Von Nürnberg nach Fürth: Der Start des Regnitz-Radwegs
Der Start des Regnitz-Radwegs könnte schöner nicht sein: Mitten in der Nürnberger Altstadt nehmen sowohl die Tal- als auch die Kanalroute ihren Anfang. Die erste Etappe Richtung Fürth bringt die Radler durch grüne Wiesen, durch schattigen Auwald, in die Stadt der 1.000 Baudenkmäler und zum Ursprung der Regnitz. Denn zunächst ist es die Pegnitz, die den Radlern auf der ersten Etappe den Weg durch die Städteregion Nürnberg weist.
Sie starten in Nürnberg direkt an der Insel Schütt und damit mitten in der Altstadt. Der Regnitz-Radweg geleitet die Radler an Kettensteg und Henkersteg sowie an den historischen Handwerkerhäusern der Weißgerbergasse vorbei durch die grünen Hallerwiesen aus der Stadt. Im Stadtteil St. Johannis lohnt es sich, noch einmal vom Rad zu steigen. Hier genießt man die barocke Pracht in den Nürnberger Hesperidengärten sowie die Rosenfülle auf dem Friedhof St. Johannis. Der Weg durch die grünen, renaturierten Pegnitzauen führt geradewegs nach Fürth.
Am Rand der Stadt lohnt sich ein kleiner Abstecher, der die Radler über den Quellensteg zum Fürther Rundfunkmuseum und zur König-Ludwig-Quelle führt, wo ein Tempelchen die Heilquelle krönt. Der Regnitz-Radweg bringt die Radler zwar nicht direkt in die Innenstadt Fürths, doch braucht es nur einen kurzen Abstecher, und man findet sich unmittelbar vor dem neubarocken Prachtbau des Fürther Stadttheaters und damit direkt im Herzen der Stadt der 2.000 Baudenkmäler wieder.
Hier verführt auch eine blühende Oase zur entspannten Pause: der Fürther Stadtpark mit seinem Rosengarten, seinem Fontänenhof, dem Stadtparkcafé in der ehemaligen Milchgaststätte und einem großen Spielplatz. Absolut sehenswert ist in Fürth außerdem das Jüdische Museum Franken.
Entlang der Regnitz: Von Fürth nach Erlangen
Der Regnitz-Radweg strebt nun in den Flussauen, beschattet von den großen, von wildem Hopfen umrankten Eichen, der Vereinigung von Pegnitz und Rednitz entgegen. Direkt neben dem Radweg führt eine Brücke die Radler zum Geburtsort der Regnitz. Weiter geht es durch die ebene Landschaft, nur linker Hand erhebt sich bald wie ein großer Knubbel der 347 Meter hohe Atzenberg aus der Ebene. Kurz danach verlässt die Route den Talgrund und verläuft, vorbei an sandigen Kiefernwäldern, ein Stück parallel zur Straße.
Bald taucht der Weg wieder in den Wald ein, um dann über Wiesen und Felder Kurs auf Erlangen zu nehmen. Doch schon nach kurzer Zeit verlässt die Talroute den Kanal nach rechts, während die Kanalroute weiter geradeaus läuft. Folgt man der Talroute, trifft man wieder auf die Regnitz und radelt dann am Stadtrand Alterlangens durch sattes Grün auf die Erlanger Seelöcher und den Alterlanger See zu.
Belohnt wird dieses Stück nicht nur durch die teils bizarren Baumformationen an den Seelöchern, in denen sogar der Biber wieder heimisch ist, sondern auch mit dem Blick über das Regnitztal nach Erlangen, von wo unter anderem die Hugenottenkirche herüber grüßt. Wer die Etappe direkt in Erlangen beschließen möchte, nimmt am Ende Alterlangens nicht den Weg der Talroute nach links, sondern fährt rechts über den Dechsendorfer Damm und erreicht damit schon nach kurzer Zeit den Altstädter Kirchenplatz und damit ein Schmuckstück Erlangens.
Die Hugenottenstadt ist ein wunderbares Etappenziel: Entstanden einst auf dem stadtplanerischen Reißbrett, hat sie auch heute nichts von ihrer Eleganz verloren, was man am besten bei einem Spaziergang durch die Straßen der Altstadt oder im Schlossgarten am einst markgräflichen Schloss bemerkt. Überhaupt ist Erlangen ein Ort der blühenden Überraschungen. Mit dem Botanischen Garten, der Lilien-Arche, dem Aromagarten und dem Skulpturengarten findet man mitten in der Stadt immer wieder grüne Oasen.
Jedes Jahr rund um Pfingsten zieht es die Erlanger und zahlreiche Gäste aber eher unter die schattenspendenden Bäume des Burgbergs. Dieser Berg direkt vor der Stadt ist von zahlreichen Bierkellern durchzogen und Schauplatz der berühmten Erlanger Bergkirchweih, oder wie sie auf fränkisch heißt, der „Berch“.
Die Talroute: Fränkische Dörfer und Kleinstädte
Die Talroute führt durch die regionaltypischen fränkischen Dörfer und Kleinstädte mit prächtigen Fachwerksfassaden. Ein schönes Waldstück erwartet die Radler, die ihre Tour im Hirschaider Ortsteil Sassanfahrt fortsetzen. Im Schatten der Bäume erreichen sie Erlach und überqueren dort die Reiche Ebrach. Sie brachte während der jüngsten Eiszeit aus dem Steigerwald zusammen mit ihren Schwestern Aurach, Rauher Ebrach und Aisch den vielen Sand ins Regnitztal.
In den Weihern, die in den flachen und breiten Tälern der Steigerwaldzuflüsse liegen, wachsen den Sommer über die Karpfen heran. Am Waldrand entlang und parallel zur Straße und zur Regnitz nehmen die Radler das nächste Stück in Angriff, bei dem sie nicht nur am Wasser, sondern auch auf dem Wasser unterwegs sind: In Pettstadt bringt sie die Gierseilfähre sicher über die Regnitz. Zuvor lohnt es sich aber, der Pfarrkirche Mariä Geburt in Pettstadt einen Besuch abzustatten: Sie ist eine der größten und eindrucksvollsten Barockkirchen im Regnitztal.
Mit dem Übersetzen über die Regnitz befindet man sich mitten im Naturschutzgebiet Pettstadter Sandgrasheide. Die sandigen Böden, wie sie typisch für das Regnitztal sind, sind hier besonders gut zu sehen - genauso wie der Spargel, der direkt auf den Feldern am Radweg angebaut wird.
Die Kanalroute: Entlang des Main-Donau-Kanals
Die Kanalroute orientiert sich fast durchgängig am Verlauf des Main-Donau-Kanals und der Regnitz. An der Brücke über den Kanal unterhalb der Schleuse Strullendorf lockt ein Abstecher ins Zeegenbachtal der Fränkischen Toskana mit ihrer Vielfalt an Bierkellern, Brauereien und Gaststätten.
Das Finale: Durch die Buger Wiesen nach Bamberg
Das letzte Stück vor Bamberg legen die Radler durch die idyllischen Buger Wiesen zurück, die sich zwischen der Regnitz und dem Main-Donau-Kanal erstrecken. Wo die Radwegtrasse verläuft, schlängelten sich noch vor 150 Jahren Altarme der Regnitz. Das vom Sand gefilterte Grundwasser der Buger Wiesen liefert den Bambergern einen Teil ihres Trinkwassers.
In Bughof wartet mit der Schleuse 99 ein weiteres Erbe des historischen Ludwigskanals. Kein Wunder, dass die Bamberger schon um 1750 zur Sommerfrische an die Buger Spitze kamen, wo sich die Regnitz in einen linken und einen rechten Arm aufteilt. So fließt die Regnitz auf zwei Wegen rund fünf Kilometer durch Bamberg, bevor sie sich auf der Höhe des Stadtteils Gaustadt wieder vereinen.
Bamberg entdecken: Weltkulturerbe an der Regnitz
Der linke Regnitzarm, der wie ein natürlicher Fluss wirkt, ist eigentlich eine beeindruckende Leistung des Wasserbaus im frühen Mittelalter. Wenn die Radler am Ende des Hains das pittoreske Bootshaus mit dem schönen Biergarten direkt an der Regnitz und die Flussbadestelle im Hainbad passiert haben, sind sie auch schon mitten drin im Weltkulturerbe Bamberg. Vor ihnen setzt die Fähre Mühlwörth ans andere Ufer über, von dem das Künstlerhaus Villa Concordia grüßt und die Bierkeller am Stephansberg gut zu erreichen sind.
Unmittelbar nach der Walkmühle, in der früher Wollstoffe bearbeitet (gewalkt) wurden, entdecken die Radler ein paar Meter rechts vom RegnitzRadweg die Schleuse 100. Sie ist die einzige bis heute ununterbrochen funktionsfähige Kammerschleuse des Ludwigskanals - und nördlich von Nürnberg auch die einzige, die noch Wasser führt. Mit etwas Glück erlebt man eine Schleusung, bei der mit Hand gekurbelt wird - etwa für die vielen Kanufahrer, die hier unterwegs sind.
Noch führt der RegnitzRadweg am rechten Regnitzufer entlang, und die Radler erhaschen dabei auch einen Blick auf die historischen Fischwinterungen. Diese tiefen Becken wurden bereits im 16. Jahrhundert erbaut und nutzen das Gefälle zwischen dem linken Regnitzarm und dem Hollergraben. Durch die hölzernen Bassins fließt mittels Röhren ständig Wasser hindurch und verhindert das Zufrieren.
Über die Untere Mühlbrücke verlassen die Radler nun das rechte Regnitzufer und damit auch die Insel Geyerswörth, auf der sie seit dem Ende des Hains geradelt sind. Auf der Unteren Mühlbrücke befinden sich die Radler mitten in Bambergs „Mühlenviertel“. Die Oberen Mühlen und die Unteren Mühlen waren nicht nur in früheren Jahrhunderten das wirtschaftliche Zentrum Bambergs, sondern ab der Mitte des 19.
Von der Brücke aus fällt, während das Wasser unter einem tost, der Blick auf eine der bekanntesten Sehenswurdigkeiten Bambergs: das Alte Rathaus. Der Bau mit seinen monumentalen Fresken steht städtebaulich einmalig mitten über dem linken Regnitzarm. Die Fahrt an der Regnitz bringt die Radler durch die Gassen der Altstadt in die Sandstraße. Der RegnitzRadweg führt zurück an den Fluss. Am anderen Regnitzufer gerät sofort das Fischerviertel ins Sichtfeld der Radler.
In Bamberg Klein-Venedig genannt, besteht es bereits seit dem Mittelalter. Am „Leinritt“, auf dem früher die Schiffe flussaufwärts gezogen wurden, führt der Weg immer an der Regnitz entlang weiter nach Gaustadt. Hier vereinigt sich der linke Regnitzarm wieder mit dem zum Main-Donau-Kanal ausgebauten rechten Regnitzarm. Auf der Insel dazwischen liegt der ERBA-Park, dessen Herzstück der naturnah gestaltete Fischpass ist.
Das Ende des Regnitz-Radwegs: Bischberg
Bald danach gilt es, in Bischberg Abschied zu nehmen von der Regnitz: Hier mündet sie in den Main, hier endet auch der RegnitzRadweg. Nur wenige Meter vor der Mündung schaukeln noch die Schelche im Fischerhafen. Mehr über deren lange Tradition erzählt in Bischberg das Fränkische Fischereimuseum.
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