Der richtige Reifendruck für Michelin Motorradreifen

Reifen sind die einzige Verbindung zur Straße - diese altbekannte Aussage stimmt umso mehr, wenn Sie nur auf zwei Rädern unterwegs sind. Damit die Motorradreifen die nötige Fahrsicherheit bieten und auch der Fahrspaß nicht zu kurz kommt, sollten Motorradfahrer auf den richtigen Reifendruck achten.

Sowohl ein zu niedriger als auch ein zu hoher Reifendruck beeinflussen den Verschleiß und die Leistung des Reifens negativ. Außerdem kann ein falsch eingestellter Luftdruck das Unfallrisiko erhöhen.

Allgemeine Empfehlungen für den Reifendruck

Welcher Reifendruck der richtige ist, hängt vom Motorradtyp und den aufgezogenen Motorradreifen ab. Jeder Reifenhersteller macht genaue Angaben zum Luftdruck des jeweiligen Reifenmodells. Bei manchen Motorradmodellen gibt es eine Angabe zum Reifendruck auf einem Aufkleber an der Maschine selbst. Am Reifen ist der maximale Reifendruck oftmals auf der Reifenplanke eingeprägt.

Bei den meisten Straßenmaschinen bewegen sich die Richtwerte für die vorderen Reifen zwischen 2,25 und 2,5 bar. Hinten sollten es zwischen 2,5 und 2,9 bar sein. Die genauen Angaben sollten Sie unbedingt der Bedienungsanleitung oder den Reifen entnehmen und vor allem: einhalten. Denn nur so ist die Fahrsicherheit jederzeit garantiert.

Experten empfehlen, den Luftdruck um ca. 0,2 bis 0,4 bar je nach zusätzlicher Belastung zu erhöhen. Ein zu hoher Luftdruck ist nicht gut für die Motorradreifen und die Maschine. Nicht nur der Fahrkomfort wird durch die harte Federung gemindert. Gleichzeitig kann ein zu hoher Reifendruck durch die fehlende Dämpfung das Fahrwerk schädigen.

Um die Fahrsicherheit zu gewährleisten, sollte der Luftdruck alle zwei Wochen oder auch vor jeder längeren Fahrt geprüft werden. Da sich die Pneus beim Fahren erhitzen, erfolgt die Luftdruckmessung am besten in kaltem Zustand vor der Fahrt. Ist zu wenig Luft im Reifen, kann dies das Fahrverhalten in Kurven deutlich beeinträchtigen.

Zudem erhöht sich die Unfallgefahr enorm, denn das Reifengummi kriegt bei Unterdruck schnell Ermüdungsrisse und kann sogar platzen. Bei zu geringem Luftdruck erhöht sich außerdem der Rollwiderstand. Die Kraftübertragung vom Reifen auf die Fahrbahn nimmt ab und der Bremsweg verlängert sich signifikant.

Nicht zuletzt verschlechtert sich das Lenk- und Bremsverhalten, gerade auf nasser Fahrbahn, deutlich und das Risiko von Aquaplaning steigt. Selbst wenn sich dadurch kein Unfall ereignet, nimmt die Lebensdauer der Motorradreifen durch den zu geringen Luftdruck ab.

Anders als beim Auto ist ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) für das Motorrad nicht vorgeschrieben, aber dennoch empfehlenswert.

Wie beeinflusst der Reifenluftdruck die Performance Ihres Motorrads?

Die Luft in den Reifen "trägt" die Last, die sich aus dem Eigengewicht des Fahrzeugs plus dem der Besatzung und des Gepäcks zusammensetzt. Die vom Fahrzeug- oder Reifenhersteller vorgeschriebenen Reifenluftdrücke sind je nach Fahrzeugtyp unterschiedlich. Sie liegen bei Straßenmotorrädern meist zwischen 2,25 bis 2,5 bar vorn und 2,5 bis 2,9 bar hinten.

Bei älteren Maschinen bis etwa 550 Kubik Hubraum und bei schlanken Enduros ist der vorgeschriebene Luftdruck etwas niedriger (1,7 bis 2,1 bar vorn und 1,8 bis 2,3 bar hinten). Der für das Motorrad vorgeschriebene Reifendruck steht zwar in der Betriebsanleitung, aber manchmal muss diese Angabe kritisch geprüft werden.

Denn wenn etwa ein moderner Reifen auf ein älteres Motorrad montiert wird, kann der vom Reifenhersteller vorgeschriebene Luftdruck durchaus von dem abweichen, was der Fahrzeughersteller vor 10 oder 15 Jahren vorgeschrieben hat. Also: Bei jedem neuen Reifen (und im Zweifelsfall sowieso) den Reifenhersteller fragen und dessen Luftdruckempfehlung befolgen!

Wichtige Tipps zum Thema "Luftdruck"

  • Ein zu hoher Luftdruck verschlechtert den Fahrkomfort und verringert die Reifenhaftung.
  • Ein zu niedriger Luftdruck sorgt für eine schlechte Straßenlage und ist vor allem bei Sozius- und Gepäckbetrieb sehr bedenklich, da ein Reifen mit zu niedrigem Luftdruck unter großer Last rasch überhitzen kann, was zu schweren Reifenschäden führt.
  • Der Luftdruck sollte regelmäßig überprüft werden, denn schon ein um 0,2 bar höherer oder niedrigerer Luftdruck als vorgeschrieben macht sich im Fahrverhalten (und damit der Fahrsicherheit) bemerkbar!
  • Beim Prüfen des Luftdrucks beachten: In einem heiß gefahrenen Reifen kann der »absolute Reifenluftdruck« vorn um 0,4 und hinten um bis zu 0,5 bar zunehmen.

Reifendruck für verschiedene Fahrweisen

Je nach Einsatzzweck kann es durchaus Sinn machen die Hersteller-Normwerte leicht anzupassen. Sportliche Fahrer können unter bestimmten Voraussetzungen ein besseres Fahrverhalten durch das Absenken des Reifendrucks beim Motorrad erreichen.

Bitte beachte aber unbedingt, dass die Rennstreckendrücke (oft zwischen 1,2-1,6 bar) nicht für Straßenreifen geeignet sind. Für eine sportliche Fahrt auf kurvigen Strecken mit Straßenreifen und Hypersportreifen empfehlen wir ein wenig mit einem verringertem Luftdruck zu experimentieren.

So kannst du in der Regel ohne Bedenken den Luftdruck an der Vorderachse auf bis zu 2,2 bar reduzieren und an der Hinterachse bis auf 2,3 bar hinuntergehen. Je nach Motorrad- und Reifenmodell kann sich in diesem Fenster die Fahrbarkeit und der Grip verbessern. Der Reifen kommt außerdem schneller auf Temperatur, hält diese einfacher im Straßenbetrieb und funktioniert folglich in der Summe besser. Durch die erhöhte Reifentemperatur steigen die Reifendrücke dann im Straßenbetrieb um ca. 0,3 und 0,4 bar.

Reifendruck im Gelände

Die Reifendruck-Empfehlungen für Offroad-Reifen gelten nur für begrenzte Zeiträume, Geschwindigkeiten und Traglasten auf versiegelten Hochgeschwindigkeitsoberflächen wie Straßen. Ein höherer Reifendruck wird empfohlen, falls Straßen unvermeidlich passiert werden müssen. Ein längerer Einsatz auf Straßen sollte jedoch ganz vermieden werden.

Empfohlener Reifendruck im Gelände

Je nach Wetterbedingungen, Leistungsfähigkeit des Motorrads und Art der Steuerung empfiehlt Michelin die folgenden Reifendruck-Werte für Ihr Motorrad:

Reifen Empfohlener Reifendruck Vorderreifen Empfohlener Reifendruck Hinterreifen Empfohlene Mindestdruckwerte Vorderreifen Empfohlene Mindestdruckwerte Hinterreifen
MICHELIN StarCross 6 0.9 bar 0.9 bar 0.8 bar 0.8 bar
MICHELIN StarCross 5 1.2 bar 1.2 bar 1.0 bar 1.0 bar
MICHELIN Enduro Xtrem (rear) 0.8 bar 0.6 bar
MICHELIN Enduro Medium 1.0 bar 1.0 bar 0.8 bar 0.8 bar
MICHELIN Enduro Hard (front) 1.0 bar 0.8 bar
MICHELIN Tracker 1.2 bar 1.2 bar
MICHELIN Desert Race 1.2 bar 1.5 bar 1.0 bar 1.0 bar
MICHELIN Desert Race BAJA (rear) 1.2 bar 1.0 bar
MICHELIN Trial Competition 0.39 bar 0.35 bar
MICHELIN Trial Competition X11 0.35 0.3
MICHELIN Trial Light 0,39 bar 0,39 bar

Reifendruck auf der Rennstrecke

Mit dem richtigen Druck kann das optimale Leistungsniveau erreicht werden. Der Luftdruck sollte bei Außentemperatur eingestellt werden und hängt von den Reifen ab, die Sie für Ihr Motorrad ausgewählt haben:

Reifen Mindestreifendruck im kalten Zustand bei Reifen und Felge bei Umgebungstemperatur (1) FRONT Mindestreifendruck im kalten Zustand bei Reifen und Felge bei Umgebungstemperatur (1) REAR Solldruck in heißem Zustand FRONT Solldruck in heißem Zustand REAR
MICHELIN Power Performance 2.1 bar 1.3 bar 2.3 to 2.5 bar 1.5 to 1.7 bar
MICHELIN Power Slick 2 2.1 bar 1.5 bar 2.4 bar 1.7 bar
MICHELIN Power Cup 2 (3) 2.1 bar 1.5 bar 2.4 bar 1.7 bar
MICHELIN Power Cup Evo (3) 2.1 bar 1.5 bar 2.4 bar 1.7 bar
MICHELIN Power Rain - Drying 2.3 bar 1.8 bar
MICHELIN Power Rain - Wet 2.4 bar 2.2 bar
MICHELIN Power Rain - Soaking wet 2.4 bar 2.4 bar
MICHELIN Power SuperMoto 1.8 bar 1.6 bar 2.0 bar 1.9 bar
MICHELIN Power SuperMoto Rain - Drying 2.3 bar 1.8 bar
MICHELIN Power SuperMoto Rain - Wet 2.4 bar 2.2 bar
MICHELIN Power SuperMoto Rain - Soaking wet 2.4 bar 2.4 bar
MICHELIN Power GP2 (3) 2.1 bar 1.9 bar

(1) Druckmessung bei Reifen und Felge bei Umgebungstemperatur, unmittelbar vor der ersten Fahrt oder unmittelbar vor der Montage der Reifenwärmer.
(2) Michelin empfiehlt, die Temperatur des Reifenwärmers auf 90 °C einzustellen.
(3) Nach dem Fahren auf der Rennstrecke und vor dem Fahren auf der Straße müssen Sie den Reifendruck im kalten Zustand auf den vom Hersteller empfohlenen Wert bringen.

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