Am Fahrrad den Reifen zu wechseln und die damit einhergehende Montage zählen zu den häufigsten Tätigkeiten eines jeden Fahrradfahrers. Auch wenn das Material eines Fahrradreifens heutzutage durch hohe Qualität überzeugt, wirst du schon allein durch den natürlichen Verschleiß bei regelmäßiger und langjähriger Nutzung nicht um eine Erneuerung herumkommen. Spätestens bei einem abgefahrenen Profil sollte der Reifen getauscht werden.
Auch wenn du oft mit zu niedrigem Luftdruck fährst, bilden sich an der Reifenflanke mit der Zeit Risse. Diese können irgendwann den Reifen unter Belastung regelrecht platzen lassen. Auch Hitze, Kälte und UV-Licht setzen einem Reifen auf Dauer zu. Und gegen einen aufgrund von Durchstichen beschädigten Schlauch ist natürlich niemand gewappnet. Eine Reifenpanne entsteht also schnell. In dem Fall musst du einen Flicken an der schadhaften Stelle anbringen oder den Schlauch ersetzen. Bist du bisher für den Wechsel der Reifen bzw. die Reifenmontage immer in eine Werkstatt gefahren und hast dein Fahrrad dem Fachmann übergeben?
Mit unserer Anleitung und wenig Werkzeug kannst du dies in Zukunft problemlos selbst bewerkstelligen. Nachfolgend erklären wir dir, was du bei der Reifenmontage beachten solltest.Empfehlenswert ist eine gute Luftpumpe sowie im Idealfall mindestens zwei Reifenheber. Eventuell benötigst du auch einen Maulschlüssel (Größe 15), um das Rad zu entfernen, falls es nicht mit einem Schnellspanner oder einer Steckachse gesichert ist.
Inhaltsverzeichnis:
Verschiedene Reifentypen
Bevor du das Projekt Reifenmontage beginnst, solltest du dich eingehend damit auseinandersetzen, um welche Art von Reifen es sich bei deinem Fahrrad handelt. Denn es bestehen gravierende Unterschiede bei den Reifen. So gibt es:
- Standard- oder Drahtreifen: Die Reifenluft befindet sich im Fahrradschlauch, und der Reifen ist auf eine Standardfelge aufgezogen. Drahtreifen haben am inneren Reifenrand einen Drahtring verarbeitet, der mit einem Gummigemisch ummantelt eine Wulst bildet. Diese Wulst soll verhindern, dass der Reifen bei steigendem Druck aus der Felge springt. Die Wulst passt in das entsprechende Profil auf der Innenseite der Fahrradfelge.
- Tubeless- oder Tubeless-Ready-Reifen: Diese Reifen haben keinen Schlauch und sind auf eine spezielle schlauchlose Felge aufgezogen. Tubeless-Reifen benötigen keinen inneren Schlauch.
- Schlauchreifen: Der Schlauch ist innenliegend zusammengenäht oder -geklebt und die Karkasse an die Felge geklebt.
Die folgenden Anweisungen beziehen sich auf Standard-Drahtreifen-Systeme. Wenn dein Fahrrad über andere Reifentypen verfügt, solltest du dich an einen Fachhändler wenden.
Laufrad ausbauen
Bevor du mit dem Ausbau beginnst, schalte den Antrieb aus und entferne sicherheitshalber den Akku. Beim Vorderrad genügt das Lösen des Verschlusses. Falls kein Schnellspanner oder keine Steckachse vorhanden ist, benötigst du möglicherweise für den Reifenwechsel einen Maulschlüssel in Größe 15. Für den Ausbau des Hinterrads schalte das Schaltwerk in den letzten Gang, um die Kette zu entlasten. Anschließend kannst du das Hinterrad leicht entfernen.
Folge zunächst einmal den Anweisungen zum Aushängen der Bremse in unserem Beitrag Fahrradbremsen prüfen und einstellen. Arbeite im Anschluss die einzelnen Schritte zum Ausbau des Laufrads im Beitrag Laufrad beim Fahrrad einbauen und überprüfen durch.
Hinterradwechsel am E-Bike
Aus vielen Gründen kann ein Hinterradwechsel am E-Bike angezeigt sein. Eine Reifenpanne am Hinterrad des E-Bikes ist schnell passiert. Oder aber neue Reifen sollen her, die besser an die aktuellen Witterungsbedingungen angepasst sind. Möglicherweise soll auch das komplette Rad samt Felge ersetzt werden. In all diesen Szenarien ist es wichtig zu wissen, wie der Hinterradwechsel am E-Bike funktioniert.
An Werkzeug bedarf es beim Hinterradwechsel grundsätzlich nur einer Luftpumpe sowie gegebenenfalls eines Maulschlüssels der Größe 15 (sofern kein Schnellspanner vorhanden ist). Soll am Hinterrad der Schlauch gewechselt werden, sind überdies stabile Reifenheber erforderlich. Die Mehrheit aller E-Bikes verfügt über Schnellspanner an den Rädern. Besonderen Komfort bietet beim Hinterradwechsel ein Montageständer.
Gerade bei einem E-Bike ist es schwierig, dies einfach zu wenden oder auf den Kopf zu stellen. Das Cockpit kann dabei Schaden nehmen und auch mechanische Scheibenbremsen eignen sich für diese Position nicht. Speziell schwere E-Bikes, etwa E-Mountainbikes profitieren beim Hinterradwechsel sehr von einem Montageständer.
Vor dem Wechsel des Hinterrads an einem E-Bike, Pedelec oder S-Pedelec ist der Antrieb auszuschalten. Das Hinterrad ist mit der Kette verbunden. Bei einer Kettenschaltung befindet sich am Hinterrad die so genannte Kassette, also die Zahnräder der Gangschaltung. Es empfiehlt sich, vor dem Hinterradwechsel den höchsten Gang zu wählen, da dieser dem kleinsten Ritzel (Zahnrad) entspricht.
Auf diese Weise ist die Kette entspannt und das Hinterrad lässt sich problemlos entnehmen. Dies gelingt meist über den Schnellspanner. Alternativ lässt sich die Schraube mit einem Maulschlüssel der Größe 15 lösen und das Hinterrad entnehmen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Bremsscheibe nicht berührt oder gar beschädigt wird. Nur somit lässt sich gewährleisten, dass die Bremsleistung erhalten bleibt.
Beim Einbau des Hinterrads ist darauf zu achten, dass die Kette korrekt auf der Kassette des Hinterrads liegt. Zu diesem Zweck ist das Rad stets in der Mitte der Kette einzubauen. Der obere Teil der Kette wird auf die Kassette gelegt. Nachdem der obere Teil der Kette auf die Kassette gelegt wurde, lässt sich die Achse in die Rahmen-Halterungen einführen.
Bei einer Scheibenbremse ist darauf zu achten, dass sich diese wieder korrekt im Bremssattel befindet. Nach dem Einbau des Rads ist die Achse festzuziehen. Bei einem Schnellspanner genügt es, diesen zu drehen (im Uhrzeigersinn) und abzusenken. Nach dem korrekten Einbau sollte der reibungslose Lauf des Rads überprüft werden. Dies geschieht durch einige Pedal-Umdrehungen. Sollten sich hier Probleme zeigen, liegt das Rad wahrscheinlich nicht korrekt in den Rahmen-Halterungen.
Reifen vom Laufrad abnehmen
Ziehe den Reifen mit den Händen oder einem Reifenheber von der Felge. Verwende keine scharfen Gegenstände wie beispielsweise Schraubendreher, um den Reifen abzunehmen.
- Schritt 1: Lasse die gesamte Luft aus dem Schlauch ab.
- Schritt 2: Drücke die Reifenwülste in das Felgenbett (Abb. 1). Wiederhole diesen Vorgang, um das ganze Laufrad herum.
- Schritt 3: Wenn du einen Reifenheber verwendest, hebe einen Reifenwulst an und entnimm ihn aus der Felge (Abb. 2). Beginne auf der gegenüberliegenden Seite des Ventils.
- Schritt 4: Arbeite dich auf diese Weise rund um das Laufrad, bis ein Wulst vollständig frei ist.
- Schritt 5: Greife in den Reifen und nimm den Schlauch heraus.
- Schritt 6: Ziehe den zweiten Wulst aus der Felge.

Abb. 1: Reifenwülste im Felgenbett. - Diamantrad-Blog

Abb. 2: Erster Reifenwulst und Schlauch außerhalb der Felge. - Diamantrad-Blog
Nachdem das Rad erfolgreich ausgebaut wurde, entlasse die Luft aus den Reifen und löse die Ventilmutter sowie den Ventildeckel.
Wenn du den Reifen aufgrund eines platten Reifens demontierst und nur den Schlauch austauschen möchtest, solltest du unbedingt auch die Innenseite des Reifens überprüfen. Oft steckt dort der Übeltäter des Plattfußes, wie beispielsweise ein Dorn oder eine Scherbe. Sei beim Überprüfen sehr vorsichtig. Wenn der Reifen noch über ein gutes Profil verfügt, kann er bedenkenlos weiterverwendet werden.
Reifen am Laufrad anbringen
- Schritt 1: Befolge zur Überprüfung von Felge, Felgenband und Reifen die Inspektionsanweisungen im Beitrag Laufrad beim Fahrrad einbauen und überprüfen. Kontrolliere auch die Innenseite des Reifens.
- Schritt 2: Wenn du den Schlauch oder den Reifen ersetzen willst, setze dich im Vorfeld mit der benötigten Größe auseinander. Dazu solltest du die Hinweise auf der Reifenflanke beachten oder dich bei einem versierten Fahrradtechniker erkundigen.
- Schritt 3: Pumpe den Schlauch auf, bis er allmählich Form annimmt.
- Schritt 4: Setze den Schlauch in den Reifen ein.
- Schritt 5: Schiebe das Ventil durch die Felgenöffnung.
- Schritt 6: Bringe den ersten Wulst nur mit den Händen in der Felge an (Abb. 3). Beginne am Ventil.
- Schritt 7: Drücke Reifen und Schlauch nach innen, bis der Schlauch sich innerhalb der Felge befindet (Abb. 3).
- Schritt 8: Schiebe nun den zweiten Wulst nur mit den Händen in die Felge. Beginne am Ventil. Achte darauf, dass der Schlauch nicht zwischen Felge und Reifen eingeklemmt wird (Abb. 4).
- Schritt 9: Schiebe den Ventilfuß so in den Reifen, dass er nicht zwischen einem Reifenwulst und der Felge eingeklemmt wird.
- Schritt 10: Pumpe den Reifen etwa zur Hälfte auf und prüfe dann, ob der Reifenwulst korrekt in der Felge sitzt (Abb. 5).
- Schritt 11: Lasse die Luft wieder ab. Dadurch wird verhindert, dass der Schlauch eingeklemmt wird.
- Schritt 12: Pumpe die Reifen entsprechend der Druckangaben an der Reifenflanke auf. Achte jedoch darauf, den Reifen nicht zu stark aufzupumpen.

Abb. 3: Erster Wulst über der Felge, Schlauch in der Felge. - Diamantrad-Blog

Abb. 4: Schlauch zwischen Reifen und Felge eingeklemmt. - Diamantrad-Blog

Abb. 5: Reifenwülste in den Felgenhörnern, Schlauch in der Felge. - Diamantrad-Blog
Beim Montieren des Reifens ist es wichtig, die Laufrichtung zu beachten, die auf dem Reifen selbst markiert ist. Die Scheibenbremse des Rades befindet sich immer auf der linken Seite, was dir hilft, die Laufrichtung zu bestimmen. Nachdem du die Laufrichtung erkannt hast, ziehe den Reifen mit einer Seite auf die Felge. Setze dann den (neuen) Schlauch ein und führe das Ventil in das entsprechende Loch in der Felge ein. Wir pumpen den Schlauch gerne leicht auf, damit der Reifen später leichter auf die Felge gleitet. Achte darauf, dass der Schlauch den Boden nicht berührt, um ihn vor Fremdkörpern zu schützen.
Sobald der Schlauch vollständig in der Felge liegt, drücke den Reifen vollständig auf die Felge. Dies funktioniert bis zu einem gewissen Punkt, an dem die Spannung stark wird. Verwende dann erneut die Reifenheber beim Reifenwechsel, um den Reifen vollständig in die Felge zu hebeln. Sei dabei vorsichtig, um den Schlauch nicht zu beschädigen.
Wenn du den Schlauch und Reifen wieder sicher auf der Felge hast, kannst du den Reifen aufpumpen. Es ist ratsam, den Reifen zunächst halb aufzupumpen und dann zu überprüfen, ob alles richtig sitzt. Wenn alles gut aussieht, bringe den Reifen auf den empfohlenen Betriebsdruck. Beim Aufpumpen kann es sein, dass der Reifen laut knackt, wenn er sich richtig auf die Felge setzt.
Führe die Steckachse ausgehend von der Seite der Bremsscheibe wieder durch Radnabe und Ausfallenden. Ziehe sie dann locker an. Mit einem Drehmomentschlüssel ziehst du sie nun auf das erforderliche Drehmoment fest. Dein Fahrrad ist nun wieder einsatzbereit. Abschließend solltest du noch prüfen, ob sich weiterhin alle Gänge durchschalten lassen und die Bremse nicht schleift.
Reifendrucktabelle für das Fahrrad
Um Rissen im Reifen aufgrund zu niedrigen Luftdrucks vorzubeugen oder platzende Reifen wegen zu hohen Drucks zu verhindern und allgemein für möglichst hohen Fahrkomfort, solltest Du Dich eingehend mit dem richtigen Reifendruck für Dein Fahrrad auseinandersetzen und wissen, wie Du diesen überprüfen kannst.
Viel mehr hängt der richtige Druck vom Gewicht des Radfahrers und der Belastung der Reifen durch den Fahruntergrund ab. Der Druck wird dabei nicht vom Gewicht des Fahrrads beeinflusst - wie es beim Auto der Fall ist. Auch spielen für den Luftdruck im Reifen individuelle Vorlieben, wie der geringere Rollwiderstand oder auch der Federungskomfort, eine Rolle. So wird beispielsweise bei höherem Luftdruck der Rollwiderstand geringer.
Auf jedem Reifen ist angegeben welcher Druckbereich für den Reifen zulässig ist. Diese Angabe findet man auf der Mantelseite.
| PSI | ATM | kPa |
|---|---|---|
| 35 | 2.38 | 238 |
| 40 | 2.72 | 272 |
| 45 | 3.06 | 306 |
| 50 | 3.40 | 340 |
| 55 | 3.74 | 374 |
| 60 | 4.08 | 408 |
| 65 | 4.42 | 442 |
| 70 | 4.76 | 476 |
| 75 | 5.10 | 510 |
| 80 | 5.44 | 544 |
| 85 | 5.78 | 578 |
| 90 | 6.12 | 612 |
| 95 | 6.46 | 646 |
| 100 | 6.80 | 680 |
| 105 | 7.15 | 715 |
| 110 | 7.48 | 748 |
| 115 | 7.83 | 783 |
| 120 | 8.17 | 817 |
Diese Angaben sind ohne Gewähr.
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