Wind kann auch erlösend sein, etwa im Hochsommer, an einem schattenlosen Anstieg. Dann ist man dankbar für jeden kühlenden Windhauch. Körperliche Arbeit bedeutet immer: Wärme und Schweiß. Die logischen Ansprüche an die Radbekleidung lauten dann: Leichtgewicht, Atmungsaktivität, Trocknung, Sitz, Komfort.
Warum die richtige Bib Short entscheidend ist
Es ist einfach himmlisch: Man steht voller Vorfreude am Marathon-Start, um einen rum lauter begeisterte Radsportler, die auf einen Traumtag in den Bergen mit gigantischem Panorama hinfiebern. Und dann das: Schon nach wenigen Kilometern zwickt der Hintern. Aus dem Sattel gehen hilft bald auch nicht mehr und am Gipfel angekommen fühlt man sich, als würde Luzifer persönlich die Sitzknochen mit seinem Dreizack bearbeiten. Es brennt, als würde das eigene Sitzfleisch über dem Höllenfeuer schmoren!
Sitzbeschwerden gehören zu den häufigsten Problemen beim Radfahren. Je nachdem, welche Studie man bemüht, sind bis zu 91 Prozent der Bikenden betroffen. Als Hauptverdächtiger ist schnell der Sattel ausgemacht, doch dabei wird oft außer Acht gelassen, welchen Einfluss die Radhose auf den Sitzkomfort hat. Vor allem auf der Langstrecke kommt es auf das passende Polster und kleine, aber entscheidende Details an.
Wir haben 22 Endurance-Hosen für Frauen und Männer im Preisbereich zwischen 70 und 270 Euro getestet und waren überrascht, wie gut die aktuelle Hosengeneration abschneidet. Keine Panik: Mit vielen der von uns getesteten Hosen gehören Sitzprobleme der Vergangenheit an.
Die Testkandidaten im Überblick
- 12 Bib-Shorts für Männer
- 11 Bib-Shorts für Frauen
Aktuelle Trends und Innovationen bei Bib Shorts
Besonders auffällig: viele Hersteller fügen ihre Bib-Shorts mit so wenigen Nähten wie möglich zusammen und halten diese besonders flach, um Reibung zu verhindern. Nahtlose, breite Träger sind inzwischen Standard, angesetzte Beinabschlüsse wie bei Löffler die absolute Ausnahme. Manche Modelle kommen mit gerade mal einer Naht am Oberschenkel aus und die Beinabschlüsse rutschen selbst ohne klebriges Silikonband beim Treten nicht mehr hoch. Davon profitiert vor allem, wer gerne Strecke macht.
Denn nach vielen Kilometern im Sattel können Silikonstreifen wie Peitschenhiebe auf der Haut brennen, Nahtknoten sich wie Nadelstiche anfühlen. Viele Bib-Shorts verzichten hier fast vollständig auf störende Nähte. Auch bei der Wahl der Materialien lassen sich die meisten Hersteller nicht lumpen und verarbeiten edlen Zwirn. Hochwertiges Garn mit hoher Spannkraft und robuster Oberfläche umschließt den Träger mit angenehmer Kompression und fühlt sich dennoch geschmeidig und weich an - kein Vergleich mehr zu den oft labbrigen Stoffen der Vergangenheit.
Robuste Materialien mit leichter Kompression und reduzierter Nahtführung sind state of the art. Der Tatsache, dass auch immer mehr Frauen die Liebe zur Langstrecke entdecken, werden die Hersteller mit hochwertigen Damenmodellen gerecht - teils mit cleveren Details. Mussten sich Frauen bis vor wenigen Jahren oft mit Einsteiger- oder Bundhosen begnügen, gibt es inzwischen eine große Auswahl an Bib-Shorts, die den Herrenhosen ebenbürtig sind. Dabei spielt auch die weibliche Anatomie eine Rolle - etwa bei den Trägern. Die werden teils mittig, teils außen an der Brust vorbeigeführt, was vor allem bei üppigerer Oberweite ein Vorteil sein kann, wie unsere Langstrecken-Expertin Sandra Schuberth erklärt.
Besonders praktisch für Radfahrerinnen: Bib-Shorts mit Boxenstopp-Funktion. So genannte Drop-Tail-Konstruktionen erleichtern den Pinkelstopp - man zieht die Hose einfach über den Po nach unten. Und die Polster sind nicht mehr windelweich, sondern bieten über Stunden im Sattel eine echte Stütze. Bloß kein Druck Das ist auch bei den Herrenhosen der Fall.
Plüschig weiche „Sofakissen“ findet man in diesem Test kaum mehr. Dichtere Schäume mit geringerer Höhe versprechen auch auf lange Sicht guten Support. Moderne Polster für lange Strecken sind deutlich dünner und druckstabiler - das sorgt auch auf Dauer für hohen Komfort. SQlab treibt diesen Trend mit seinem nur vier bis sechs Millimeter dünnen, ultrastraffen Polster (auch bei Löffler) auf die Spitze. Gut trainierte Ausdauersportler schweben damit wie auf Wolken - für Gelegenheits-Biker ist das aber definitiv nichts.
Alles bestens also? Nicht ganz, denn manche Hersteller setzen immer noch auf Sitzpolster, die sich wie ein Marshmallow zusammendrücken lassen. Seit unserem letzten Test hat sich einiges getan. Klar, mindestens 150 Euro für eine der Top-Hosen ist eine menge Geld. Dafür sind viele der Bib-Shorts extrem aufwendig gemacht: nahtlose Beinabschlüsse, die auch ohne Silikon in Position bleiben; straffe, robuste Materialien, die gleichzeitig ultra-bequem sind; nahtfreie Träger mit perfekter Spannkraft und Sitzpolster, von denen man auch nach Stunden im Sattel noch nicht aufstehen will. Da lohnt sich die Investition!
Die Bewertung im Überblick
Hier gibt’s sämtliche Teilnoten und die Gesamtnote der jeweiligen Hosen in der Übersicht. Den ausführlichen Test der einzelnen Modelle findet ihr unter dem Link weiter oben im Artikel.
Bib-Shorts Männer
Bei den Herren Bib-Shorts holt sich die Gobik knapp den Testsieg vor GripGrab, Gorewear und Alé.
Bib-Shorts Frauen
Trotz großer Ähnlichkeit schneidet die Damenversion der Alé Voltage noch besser ab als das Herren-Pendant.
Das perfekte Sitzpolster: Tipps und Fakten
Wie sieht das ideale Sitzpolster aus? Weich und dick oder dünn und straff? Kommt ganz drauf an. Wir verraten, welche Faktoren bei der Wahl des Hosenpolsters die entscheidende Rolle spielen.
1. Die passende Breite
Genau wie beim Sattel spielt auch beim Sitzpolster die Breite eine wichtige Rolle. Diese muss zum individuellen Sitzknochenabstand passen. Typisch ist bei Frauen und Männern etwa ein Abstand zwischen zehn und vierzehn Zentimeter. Basis für die Wahl sollte immer eine Vermessung der Sitzknochen sein. Achtung: Manche Sitzpolster sind nach außen hin abgestuft und bieten nur auf einem schmalen Bereich den maximalen Komfort. Besser sind durchgängig dicke Hosenpolster.
2. Der Trainingszustand
Je mehr Stunden man im Sattel verbringt, desto „eingesessener“ ist der Hintern. Die Sitzknochen gewöhnen sich mit zunehmendem Training an die Druckspitzen und bekommen eine Art unempfindliche Hornhaut, die weniger schnell schmerzt als bei Untrainierten. Gut trainierte Biker werden daher immer besser mit einem dünnen und straffen Hosenpolster viele Kilometer abspulen. Auf kurzen Runden und für weniger Trainierte darf das Polster auch mal etwas dicker und weicher ausfallen.
3. Die Polsterform
Stufen, Höcker, Nähte - jede Unebenheit auf dem Sitzpolster kann auf Lange Sicht zu Druckstellen oder Reibung führen. Daher sollte das Sitzpolster möglichst eben und nahtfrei konstruiert sein. Ein kleiner Kanal als Aussparung in der Mitte kann eventuell Druckstellen im Dammbereich verhindern. Wichtig: Es sollte nicht zu viel Stoff im Polsterberiech sein, da sich sonst das bekannt schwammige Windelgefühl einstellt, sich das Material in Wellen legt, Scheuerstellen verursacht und Blutgefäße und Nervenbahnen einklemmt.
4. Der Mythos
Dick und weich ist gleich bequem. Diesem Irrglauben sind schon viele Biker aufgesessen. Inzwischen haben viele Hersteller verstanden, dass es sich gerade gegenteilig verhält. Daher kommen bei den Endurance-Hosen auch zunehmend flachere und straffere Polster zum Einsatz. Dicke Polster mit geringer Dichte setzen sich auf Dauer schnell durch und verursachen dann häufig Druckprobleme im Dammbereich.
Weitere wichtige Aspekte beim Kauf von Rennradhosen
Egal ob du mit dem Rennrad nur kurz nach dem Feierabend die überschüssige Energie loswerden willst oder am Wochenende hunderte Kilometer zurücklegst - die passende Fahrradhose ist ein wichtiger Baustein für deinen Erfolg und Tragekomfort. Wer schon einmal einige Stunden mit der Jeans im Sattel unterwegs war, weiß wie wichtig eine nahtarme und gut sitzende Radhose mit einem stoßdämpfenden Polster ist.
Um eine optimale Atmungsaktivität zu gewährleisten, empfiehlt es sich, Rennrad Hosen ohne zusätzliche Unterwäsche drunter zu tragen. Die Nähte des Sitzpolsters und der Hose sind vom Hersteller bereits auf ein Minimum reduziert. Im Gegensatz zu Touren auf dem Trekkingrad oder Mountainbike, ist der Sitzwinkel auf dem Rennrad deutlich spitzer. Die Belastungen auf den vorderen Sitzbereich sind dadurch erhöht und der Druck entsteht vor allen Dingen im schmalen Bereich des Sattels.
Als Herzstück der Fahrradhose muss das Polster der Rennradhose genau auf die Druckpunkte angepasst sein. Viele Hersteller nutzen daher ausführliche Tests und Testfahrten, um die optimale Positionierung von Materialien, Nähten und Dichtegraden des Schaumstoffs oder Gels zu perfektionieren. Bei den seitlichen Flügel-Partien des Polsters handelt es sich in der Regel um sehr dünne Stoffbereiche, die ein reibungsloses Pedalieren ermöglichen, selber jedoch keine Dämpfung erzeugen. Dadurch bleibt die maximale Bewegungsfreiheit im Sattel erhalten.
Üblich ist zudem, dass das Polster über unterschiedliche Stärken verfügt - also beispielsweise an den zentralen Druckpunkten mit dichterem Schaumstoff gepolstert ist als an anderen Bereichen. So bietet dir dein Polster genau dort Dämpfung, wo du sie benötigst. Belüftungskanäle und Perforationen im Schaumstoff sorgen für die nötige Atmungsaktivität und einen konstanten Luftstrom. Zur Wahl stehen dir beim Kauf der Radhose nicht nur Polster auf Schaumstoffbasis sondern auch mit speziellen Gel-Einlagen.
Der Vorteil von Gel-Polstern ist, dass aufgrund des noch flexibleren Materials eine optimale Passform gewährleistet werden kann. Unterschiede gibt es ebenfalls in der Einarbeitung des Polsters in die Hose. Je nach Verarbeitungsart wird das Polster mit mehr oder weniger Nähten auf das Hauptmaterial der Hose genäht. Für Damen gibt es ebenfalls spezielle Sitzpolster, die auf die weibliche Anatomie angepasst sind.
Die Sitzpolster sind in der Regel aufgrund des breiteren Sitzknochenabstands bei Damen breiter geschnitten. Zudem sind die Druckpunkte anders gelagert als bei Sitzpolstern für Herren. Neben der klassischen Radhose und der langen Radhose stehen dir auch Radhosen Modelle mit Trägern zur Auswahl. Diese haben einen klaren Vorteil - sie bleiben zuverlässig genau dort wo sie sein sollen. Kein lästiges Rutschen und auch das Kneifen im Bauchbereich bleiben dir erspart!
Wo Pants, Tights und Radhosen durch die gebeugte Sitzposition auf dem Rad durchaus runterrutschen können, sitzen Bib Shorts und lange Trägerhosen immer zuverlässig und wärmen zudem den empfindlichen Nierenbereich, auch wenn das Trikot mal nach oben rutscht. Einziger Nachteil: ein Ausziehen des Oberteils beim Toilettengang bleibt dir - besonders als Dame - nicht erspart.
Wer im Winter lieber im Fitnessstudio trainieren möchte, kann prinzipiell zu jeder Rennradhose greifen. Da es beim Spinning schon mal warm werden kann, sind besonders Radhosen aus elastischem und atmungsaktivem Funktionsmaterial zu empfehlen. Je nach Temperatur und Empfinden kannst du zwischen einer klassischen Tight oder kurzen Radhose wählen oder du entscheidest dich für eine Trägerhose für einen noch besseren Sitz.
Wer im Winter nicht auf sein Rennradtraining verzichten möchte, sollte sich warm anziehen! In unserem Sortiment findest du zahlreiche lange Radhosen und Thermo Hosen mit wärmendem Innenfutter und mit hochgeschnittenen Rückenpartien. Interessant sind dafür besonders die lange Radhosen mit Trägern und winddichter Vorderseite. Gerade wer an stürmischen oder kühlen Tagen unterwegs ist, oder auf der Abfahrt zusätzliche Wärme benötigt, sollte zu einer Fahrradhose mit winddichter Membrane greifen.
Zahlreiche Pants oder Thermo Rennradhosen verfügen über eine dünne Kunststoff-Schicht, die in das Material eingearbeitet wurde. Dadurch kann kühler Fahrtwind nicht eindringen. Bitte beachte, dass die meisten Radhosen jedoch nicht rundum winddicht sind, sondern lediglich im Frontbereich über eine winddichte Membrane verfügen. Für Geschwindigkeitsfans haben wir eine große Auswahl an Damen, Herren und Kinder Fahrradhosen in enganliegender Passform speziell für den Einsatz auf dem Rennrad.
Zur Wahl stehen dir sowohl lange Bike Pants, warme Thermo Fahrradhosen als auch leichte und atmungsaktive Bib Shorts, wahlweise als Trägerhose oder Tights, mit oder ohne Sitzpolster, egal ob klassisch schwarz /black oder farbig.
Worauf es bei Radhosen für die Langstrecke ankommt
Wenn gegen Ende des Ötztaler Radmarathons, im Anstieg zum Timmelsjoch, jede Muskelfaser brennt, werden schon kleinste Störfaktoren in der Radhose zur Folter. Da raspelt eine kratzige Naht auf einmal wie eine Säge am Oberschenkel. Der Sattel drückt wie ein Nadelkissen durch das erschlaffte Sitzpolster, und zu straffe Hosenträger lasten wie zentnerschwere Hantelstangen auf den Schultern.
Die Radhose ist das wichtigste Bindeglied zwischen Fahrer und Fahrrad. Glücklich ist, wer bereits ein perfekt passendes Exemplar gefunden hat. Für alle anderen haben wir 18 kurze Radhosen für Frauen und Männer getestet. Dabei hatten wir die Hersteller eingeladen, uns ihr bestes Marathonmodell zu schicken, das auch nach vielen Stunden im Sattel noch besten Fahrkomfort verspricht.
Dass sich die aktuellen Modelle enorm von den oft labberigen Pellen früherer Tage unterscheiden, wurde bereits bei der ersten Anprobe klar. Vielleicht erinnern sich manche noch an den Hosenstandard von vor wenigen Jahren: Schmale, klebrige Silikon-Beinabschlüsse drückten unangenehm auf die Muskulatur, reizten die Haut und rutschten dennoch hoch. Dünne Träger mit dicken Nähten rollten sich auf den Schultern zusammen. Und das Material der Hosen hatte schon mal die Spannkraft der Haut eines chinesischen Faltenhundes. Was zur Folge hatte, dass das Sitzpolster zwischen Sattel und Hintern wanderte, statt stützend und rutschfest unter den Sitzknochen zu liegen.
Dagegen sind aktuelle Rennradhosen wahre Luxusartikel. Selbst die günstigeren Modelle von Gonso, Protective oder Sportful sind mit nahtlosen Trägern ausgestattet, die sich bequem auf den Schultern breitmachen und den Druck großflächig verteilen, statt punktuell einzuschneiden. Auch die Spannkraft der Träger hat sich geändert und ist in der Regel ausreichend straff, um den Rest der Hose sauber in Position zu halten.
Besonders gut aufgehoben fühlten sich die Testerinnen übrigens im Mesh-Body von Café du Cycliste. Die Franzosen umhüllen den kompletten Oberkörper mit luftigem Netzgewebe. Das wird dabei weder zu warm noch drückt es an Schultern oder Brust. Lediglich unter den Achseln und im Nacken könnte der Body etwas weiter ausgeschnitten sein. Ähnlich gut sitzen nur noch die Träger der Assos-Frauenhose. Sie laufen bequem seitlich an der Brust vorbei und halten die Hose durch den doppelten Ansatz überm Hintern perfekt in Position.
Auch die Schnitte der Hosen haben sich über die Jahre verändert. Es findet sich keine Radhose mehr im Test, von deren Kauf wir tatsächlich abraten würden. Dennoch gibt es klare Unterschiede: Die preiswerteren Modelle wie Protective oder Sportful werden aus zahlreichen Stoffbahnen zusammengefügt und weisen daher viele Nähte auf, die im schlechtesten Fall irgendwann auf der Haut scheuern können. Hochpreisige Shorts wie die von Assos, Castelli oder Velocio bestehen im besten Fall aus gerade mal drei Stoffteilen. Dadurch reduzieren sich Nahtstellen auf ein Minimum.
Unterschiede bei den Sitzpolstern
Beim Hosenpolster - dem eigentlich elementaren Bestandteil der Radhose - findet sich, bildhaft gesprochen, vom Plüschsofa bis zur Bierbank eine immense Bandbreite unterschiedlich dicker und harter Einsätze. Während Gelegenheitsfahrer gerne zum weichen “Sofakissen” greifen, das sich aber auf lange Sicht leicht durchsitzen kann, sollten Langstrecken-Radler lieber die straffere Polsterung wählen. Ihre Sitzknochen sind durch das regelmäßige Training an den Druck des Körpergewichts auf den Sattel in der Regel gut gewöhnt. Zudem birgt ein dünnes, eher festeres Polster weniger die Gefahr, dass Druckstellen im Damm- Bereich entstehen und dort Gefäße abgeschnürt werden.
Testberichte ausgewählter Modelle
Hier eine Zusammenfassung der Testergebnisse einiger ausgewählter Modelle:
Assos Mille GTO Bib Shorts C2
Mit der Mille GTO findet Assos den perfekten Kompromiss aus Komfort und Kompression. Die Hose sitzt straff, ohne einzuengen. Sämtliche Bündchen kommen ohne Nähte aus. Silikon-Dots fixieren die Hose unauffällig am Oberschenkel. Die nahtlosen und am Rücken kreuzenden Träger halten das Polster optimal in Position. Fühlt man sich im Stand noch wie in eine Windel gepackt, spenden das extrem dicke Polster und der flauschige Einsatz im Schritt auch nach Stunden noch Komfort. Kleine Kritik gibt es für die leicht kratzigen Trägeransätze. Die Verarbeitung ist top, das Geld aus Erfahrung für Jahre gut investiert.
Castelli Premio Black Bibshort
Die Castelli ist der absolute Minimalist und voll auf Race getrimmt. Sie besteht aus nur drei Bahnen und verzichtet nahezu vollständig auf Nähte. Extrem leichtes, gleichzeitig aber straffes Material kühlt und stützt die Muskulatur. Gummierte Nähte halten Beinabschlüsse und Träger sehr gut in Position. Das Ausrichten beim Anziehen ist jedoch ein kleines Geduldsspiel, die Träger rollen sich stark ein. Das Polster fällt etwas schmal aus, ist aber an der richtigen Stelle in der Hose platziert und bietet mit seinem Gel-Einsatz auch auf langen Ausfahrten sehr guten Komfort. In der Hüftbeuge können beim Treten Falten entstehen.
SQlab SQ-Short One12
Auf den ersten Blick ist die SQlab eine hochwertige Standard-Bib - breite, luftige und nahtlose Beinabschlüsse, komfortable, ausreichend straffe Träger, die die Hose noch gut in Form halten. Das Spannende enttarnt erst der Blick ins Innere. Die Ergo-Experten setzen auf ein vier Millimeter dünnes und sehr straffes Polster, das auch auf langen Touren formstabil bleibt und sich nicht durchsitzt. Gut eingesessene Fahrer empfinden diese Art Polster als sehr angenehm. Die breite Bauweise bietet Platz für Positionswechsel, vorne im Schritt bleibt etwas wenig Platz. Die vielen Nähte sind aber nicht immer optimal platziert, die Hose fällt zudem sehr klein aus. Luftige Mesh-Beinabschlüsse sorgen für Kühlung und halten auch ohne Silikon die Stellung. Die straffen Mesh-Träger lassen sich dagegen nur schwer ausrichten. Cordura-Gewebe schützt die Oberschenkel im Fall eines Sturzes.
Velocio Luxe Bib Short
Angenehmer als die Velocio trägt sich keine andere Hose im Test. Der Stoff umschmeichelt förmlich die Haut, Nähte sind nur sichtbar vorhanden, aber nicht spürbar. Selbst die am Rücken kreuzenden Träger liegen geschmeidig auf den Schultern, besitzen aber trotzdem ausreichend Spannkraft, um die Hose während der Fahrt in Position zu halten. Die kann auch gerne länger dauern, denn das mittelharte Polster ist gut platziert und bietet ausreichend Komfort. Ansonsten ist die stylische Velocio eher schlicht gehalten, dafür aber in vielen schicken Farben erhältlich und sauber verarbeitet, das Material aber wenig abriebfest.
Gorewear Long Distance Bib Shorts+
Die Gore ist ein echter Hautschmeichler, das Material weich und anschmiegsam, die wenigen Nähte kaum spürbar. Trotz des dünnen Silikon-Bands rutschen die Beinabschlüsse nicht hoch, solange die Oberschenkel kräftig genug sind. Das Material könnte etwas mehr Spannkraft vertragen. Trotz Gummierung halten die Träger die Hose nicht optimal in Position, zudem rollen sie beim Anziehen stark ein. Auch Gore setzt auf ein dünnes, eher hartes Polster, welches das Gewicht des Fahrers gut aufnimmt und auch für lange Fahrten geeignet ist. Windstopper im Schritt schützt auf langen Abfahrten vor Auskühlung.
Weitere getestete Modelle
Neben den oben genannten Modellen wurden auch folgende Bib Shorts getestet:
- Dos Caballos DC34-2 Evo
- Everve Me Hose
- Gonso SQlab Go Bib
- Café du Cycliste Mathilde Bib
- Isadore Gravel Bib Shorts
- Protective P-Traverse Bib
Was kostet Qualität?
Das ist eine Grundsatzfrage, die sich wohl jeder stellt - gerade jetzt, nach Jahren teils sehr hoher Preissprünge. Kurze Radhosen, die 280 Euro oder mehr kosten, sind inzwischen keine Seltenheit mehr. In diesem großen Test haben wir uns dafür entschieden, alle Marktbereiche und damit auch alle Preisklassen abzudecken. Das günstigste Test-Trikot kostet 75, die günstigste Hose 90 Euro.
Positiv fiel unseren Testern in vielen Fällen die Materialqualität und die Verarbeitung auf - dies macht sich in der Regel auch in Form einer langen Haltbarkeit bezahlt. Zudem wird anhand des Testfelds deutlich, dass auch die bekannten, etablierten Hersteller wie etwa Gorewear, Bioracer, Gobik oder Straede ganz bewusst das niedrigere Preissegment bedienen.
Passform und Materialeigenschaften
Für viele ist die Passform das wichtigste Kaufkriterium. Rennrad-Trikots verfügen in der Regel über eine sportiv-enge und körpernahe Passform. Dieser Schnitt bietet auch aerodynamische Vorteile. Dies bedeutet aber auch, dass eine üblicherweise getragene Konfektionsgröße nicht unbedingt auf die Radbekleidung übertragen werden kann. Die Größenfindung ist demnach - leider - nicht immer einfach.
Bei Sommer-Trikots oftmals positiv ist die Kombination verschiedener Stoffarten. Vorne wird etwa in nicht wenigen Fällen ein luftdurchlässiges, aber nur leicht perforiertes Material eingesetzt - und in der Rückenpartie ein noch deutlich atmungsaktiveres. Bei manchen Modellen kommen hier, oder unter den Ärmeln beziehungsweise in den Seitenbereichen, Mesh-Stoffe zum Einsatz.
Bei Radhosen ist der Komfort noch einmal wichtiger als bei Trikots. Mitentscheidend dafür ist die Wahl des Sitzpolsters. Dessen Konstruktionsweise und Materialeigenschaften müssen zur Anatomie des Trägers oder der Trägerin passen. Für Sitzpolster gilt: Dicker bedeutet nicht immer auch komfortabler. In manchen der Test-Bibshorts sind dreizehn, in anderen nur vier Millimeter dicke Sitzpolster eingebaut. Auch die dünneren Modelle zeigten einen teils herausragenden Dauertragekomfort.
Was den Beinbereich der Radhosen angeht, werben manche Hersteller explizit mit einer Kompressionswirkung. Im besten Fall unterstützt dies die Muskelarbeit, im schlechtesten hat es keine negativen Effekte. Die Abschlüsse: Hier kommen immer häufiger nahtlose sogenannte Laser-Cut-Enden zum Einsatz. Diese sind optisch besonders „clean“ und schneiden vor allem nicht ein. Es gibt in diesem Test keine Hose mehr, die anders verarbeitet ist.
Auch die Träger der Bibshorts sind ein sehr wichtiger Komfortfaktor. Straffe und zugleich eher breite, nahtlose Träger aus einem „feinen“ und recht weichen Stoff sind hier aus der Sicht unserer Tester das Optimum. Auch die Positionierung der Träger spielt beim Tragekomfort eine entscheidende Rolle. Dass sie am Rücken in einer Form vernäht sind, ob gekreuzt oder verbunden über einen Mesh-Einsatz, ist inzwischen Standard und verbessert die Passform beziehungsweise den Sitz entscheidend.
Neben den wichtigen Parametern - Material, Verarbeitung, Atmungsaktivität, Passform, Komfort und Robustheit - gibt es auch in weiteren Details teils große Unterschiede. Etwa bei den Trikottaschen. Hier ist die Variante drei plus eins - drei Rückentaschen und eine zusätzliche Reißverschlusstasche - fast schon der Standard. Jedoch gibt es auch hier Ausnahmen.
Weitere Aspekte der Nachhaltigkeit
So verwendet Löffler an seinem Testmodell - auch aus Gewichtsgründen - nur zwei Taschen. Diese Hersteller zeigen zudem, dass Lieferketten auch kurz sein können. Sie fertigen innerhalb Europas. Die Löffler-Produkte sind bekannt dafür, „made in Austria“ zu sein. Löffler bietet zudem mittlerweile auch einen 360-Grad-„Second-Life“-Ansatz: Eingesandte Artikel werden entweder repariert oder durchlaufen einen Upcycling-Prozess. Aus dem Bein einer Radhose kann dann zum Beispiel noch ein Stirnband werden.
Das Fazit
Die Wahl der richtigen Rennrad Bib Short für Herren ist entscheidend für Komfort und Leistung auf langen Strecken. Achten Sie auf die Passform, das Sitzpolster, die Materialqualität und die Verarbeitung, um die beste Wahl für Ihre Bedürfnisse zu treffen.
Die getesteten Frauen-Radhosen im Überblick
- Löffler W Bike Tights Hotbond RF XT
- Sportful Supergiara W Bibs
- Dos Caballos Ease Damen Trägerhose
- Café du Cycliste Mathilde Bib
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