Als erstaunliche Begleiterscheinung der Corona-Pandemie macht derzeit der Megatrend Radfahren von sich reden: Die Deutschen fahren so viel Rad wie nie zuvor. Nicht wenige Hobbyradler wagen sich zum ersten Mal in ihrem Leben auf ein Rennrad. Die Gründe dafür sind so unterschiedlich wie die Landschaft zwischen Flensburg und den Alpen: Manche möchten ihren Fitnesszustand verbessern, andere reizt die hohe Geschwindigkeit, und wieder andere wollen neue Leute oder unbekannte Gegenden kennenlernen.
Durchschnittsgeschwindigkeit: Was ist realistisch?
Es kommt auf die Anzahl der Kilometer an, aber ein Untrainerter fährt normalerweise im Durchschnitt so zwischen 15 und 22 km/h. Mit einem Rennrad fährt man auch als Untrainierter seine Minimum 20-30 km/h in der Ebene (Durcschnittsgeschwindigkeit). Ein Gravelrad ist etwas schwerer und dazu fährt man vielleicht auf Schotter etwas langsamer.
Aus den Durchschnittsgeschwindigkeiten ergibt sich auch die Zeit die man braucht. Für 10 Kilometer braucht man auf dem Trekkingrad eben ca. eine Dreiviertelstunde. Für 5 Kilometer im Flachen evtl. nur 15-20 Minuten.
Auch dein Fitnesslevel ist entscheidend für deine Leistungsfähigkeit auf dem Rad. Die tatsächlich erbrachte Leistung kann man auf dem Rad übrigens mit einem Leistungsmesser (engl. Powermeter) oder auch Wattmesser ermitteln.
Die Geschwindigkeit beim Radfahren hängt von vielen Faktoren ab: Bist du alleine gefahren? Steigung oder Gefälle? Streckenlänge und Dauer? Im Windschatten, Oberlenker oder Aero-Position? Wie stand der Wind auf der Strecke? Wie heiß war es an dem Tag? Diese und andere Faktoren sind entscheidend dafür, wie schnell du eine Strecke mit dem Rad zurücklegen kannst.
Hier ist ein Vergleich der Durchschnittsgeschwindigkeiten und Leistungen von Durchschnittsradlern und Profis:
| Durchschnittsradler | Rad-/Triathlon-Profi | |
|---|---|---|
| Durchschnittsgeschwindigkeit im Flachen | 28,9 km/h | 41,4 km/h |
| Durchschnittsgeschwindigkeit bei 5% Steigung | 15,3 km/h | 24,1 km/h |
| Durchschnittsgeschwindigkeit bei 8% Steigung | 11,3 km/h | 19,3 km/h |
| Spitzengeschwindigkeiten bergab | 75-92 km/h | 111-130 km/h |
| Durchschnittliche Schwellenleistung (FTP) | 200 Watt | 415 Watt |
| Durchschnittsleistung bei 180km-Zeitfahren im Ironman | 150-170 Watt | 250-270 Watt |
Rennrad Anfänger Tipps
Rennrad Anfänger Tipps zu schreiben, ist mir wichtig, denn ich kann mich noch gut an die ersten Kilometer vor einigen Jahren erinnern. Es macht Spaß die Geschwindigkeit auf einem Rennrad zu erfahren und es ist schon erstaunlich, wie schnell man sich an Geschwindigkeiten jenseits der 30 km/h gewöhnt, auch wenn mir das gerade am Anfang noch unheimlich war. Hier sind einige Tipps für Rennrad-Anfänger:
- Zu Beginn kurze Einheiten: Damit sich dein Körper an die Belastungen des Rennradfahrens gewöhnen kann, beginne mit kurzen Ausfahrten.
- Radsicherheit und Radbeherrschung: Kontrolliere dein Rennrad vor dem Training auf Sicherheit (Schaltung, Bremsen, Radbefestigung usw.). Übe das Anhalten! Beinahe jeder Anfänger ist schon mal mit dem Rennrad umgefallen, weil die Füße noch in den Pedalen eingeklickt waren. An der roten Ampel ist das ganz schlecht... Scharf bremsen, Kurvenfahrten oder Slalomfahren - gerade Anfänger sollten nicht einfach drauf los fahren sondern ihr Rennrad und das Fahrgefühl kennen lernen.
- Bekleidung: Kleide dich nach dem Zwiebelprinzip (mehrere Lagen), evtl. Mütze unter dem Helm und Handschuhe nicht vergessen. Wähle auffällige Kleidung aus, damit du von Autofahrern schon von weitem gesehen wirst.
- Verpflegung: Auch für kürzere Radeinheiten solltest du Getränke und Riegel oder Gels einstecken. Rennrad Anfänger unterschätzen mitunter, wie schnell man Probleme mit Dehydrierung oder sogar einem Hungerast bekommen kann.
- Pannenhilfe: Denke daran, einen, besser 2 Ersatzschläuche und das dazugehörige Werkzeug einzupacken. Was das ganze Jahr gilt, kann im Frühling besonders wichtig sein, denn die Straßen sind gerade anfangs einer Saison noch sehr verschmutzt.
- Kommunikation: Pack das Mobiltelefon ein! Das bedeutet: hab' es erstens dabei, idealerweise mit vollem Akku und verstaue es zweitens in einer kleinen Plastiktüte, um es vor Nässe zu schützen.
Wie kann ich schneller werden?
Viele fragen sich, wie sie ihre Geschwindigkeit auf dem Rennrad verbessern können. Hier sind einige Ansätze:
- Grundlagen schaffen: Rennrad ist wie Laufen, du muss erst ein Mal Grundlagen schaffen. Nicht das schnelle fahren ist wichtig. Du solltest zuerst bei einer möglichst geringen Belastung ein schönes Roll-out machen. 100-120km bei 24-26km/h Durchschnitt. Wenn du 30km/h bei Gegenwind fährst ist das schon ganz gut. Aber wie gesagt, danach solltest du noch so viel Kraft haben, dass du noch 75km weiter mit dem Rad fahren kannst. Dann bist du gut trainiert.
- Regelmäßiges Training: Richtig Rennrad fahren - das bedeutet vor allem: richtig trainieren. Zweimal in der Woche je eine kurze Ausfahrt - das ist das Minimum. Auch kurze Ausfahrten von 60 Minuten Länge sind nützlich, um die Ausdauerleistungsfähigkeit und die Kraft zu trainieren. Bei der Art des Terrains sollte man auf Abwechslung setzen - mal eine flache Strecke, mal durch hügeliges oder bergiges Gebiet.
- Trainingsgruppe: Zu den wichtigsten Rennrad Tipps für Beginner gehört der Hinweis, dass man sich einer Trainingsgruppe anschließen sollte. Als Autodidakt kommt man im Ausdauersport zwar relativ weit, aber irgendwann stößt man zwangsläufig an seine Grenzen. Außerdem macht das Training in der Gruppe gerade an Tagen, an denen man wenig Lust auf Sport hat, besonders viel Spaß.
Weitere Faktoren, die die Geschwindigkeit beeinflussen
Welche Geschwindigkeit ein Rennrad erreichen kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Weitere Faktoren, die sich auf die Geschwindigkeit auswirken, sind die gefahrene Strecke und deren Beschaffenheit, das Gewicht und die Ausstattung des Rennrads, die Einstellung des Rades abhängig von der Körpergröße und Haltung des Fahrers, aber auch die Witterungsverhältnisse.
Auch die Streckenlänge wirkt sich auf die Geschwindigkeit aus. Bei Distanzen unter einer Stunde ist die Durchschnittsgeschwindigkeit als bei längeren Fahrten. Die Muskulatur muss sich erst erwärmen. Es dauert daher einige Minuten, bis der Fahrer auf eine hohe Geschwindigkeit kommt. Am schnellsten sind Fahrer zumeist bei Distanzen von ein bis zwei Stunden.
Bezüglich der Geschwindigkeit setzt man sich zu Beginn besser kein bestimmtes Ziel - man wird durch das Training automatisch nach und nach schneller. Außerdem ist der durchschnittliche Speed immer vom Profil der Strecke und den Höhenmetern abhängig. Nicht zuletzt hängt die erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Rennrad davon ab, ob man allein oder in der Gruppe fährt: Im Rudel fährt man grundsätzlich schneller.
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