Als Einsteiger eines Hobbys oder Sports ist man anfangs immer etwas verloren. Wo soll ich anfangen? Was ist sein Geld wert? Welches Modell ist das richtige für mich? Welche Rennrad sollte ich kaufen? Keine einfachen Fragen, erst Recht beim Radfahren. Denn hunderte Marken, eine unüberschaubare Menge an Fahrradtypen sowie massig unterschiedliche Modelle machen es dir als Käufer nicht leicht, sich am Ende doch für das richtige Bike zu entscheiden.
Um dich beim Auswahlprozess zu unterstützen, haben wir in unserer Rennrad Kaufberatung alle hilfreichen Informationen zusammengetragen, damit du am Ende das bekommst, wonach du suchst: das perfekte Rennrad für deine Ansprüche. Am Anfang solltest du dir über ein paar Dinge klarwerden. Fahrtechnik, Konditionslevel, Vorliebe für bestimmte Strecken und vor allem die Frage, welchen Zwecke dein neues Rennrad erfüllen soll. So lässt sich die Auswahl schon am Anfang stets verkleinern.
Ein Road Bike mit Scheibenbremsen ist für angehende Rennfahrer aktuell kein Thema (Verbot von der UCI), ultraleichte Rennräder für Kletterexperten in flachen Gefilden eher verschenktes Geld (dann lieber Aero!) und wer nur ein schnelles Rad für wen Weg zu Arbeit sucht, braucht sich im High-End-Bereich gar nicht erst umzuschauen (es sei denn, man kann es sich leisten). Egal, wie die Wünsche aussehen - wir helfen dir dabei, dein Traumbike zu finden!
Die Grundlagen: Was macht ein Rennrad aus?
- Leichter Rahmen: Alle Rennräder haben im Vergleich zu anderen Fahrradtypen einen recht leichten Rahmen. Auf die verschiedenen Rahmenmaterialien und ihre Vorteile werden wir später eingehen.
- Schmale Reifen: Rennradreifen haben typischerweise eine Breite zwischen 23 mm und 25 mm, bei komfortablen Reifen für lange Touren auch mal bei 28 mm. Letztere finden sich auch häufig an geländegängigen Rennrädern, um für mehr Sicherheit und Grip zu sorgen. Mehr als 30 mm Breite findet man aber eher selten.
- Keine Federung: Im Gegensatz zu Mountainbikes verzichten Rennräder in der Regel auf jegliche Federung, da sie den zusätzlichen Komfort angesichts des bevorzugten glatten Untergrunds nicht benötigen. Falls man doch etwas mehr Flexibilität auf dem Rad möchte, wird das häufig in Form von breiteren Reifen oder nachgiebigeren Rahmen erreicht.
- Mehrere Gänge: In der Regel verfügen Rennräder über zwei Kettenblätter vorne und bis zu 11 Gänge in der hinteren Kassette, insgesamt also 22 Gänge. Die Gangvielfalt ermöglicht dem Fahrer unterschiedlichste Höhenprofile in der von ihm bevorzugten Schwierigkeit zu überwinden, egal wie steil der Anstieg auch sein mag.
Typenfrage: Welches Rennrad ist das richtige?
Die Vielfalt an Rennradtypen ist groß - schließlich muss für jede Fahrweise und jedes Terrain ein spezieller Rahmen her. Es gibt Aero-Bikes für flache Strecken, leichtgewichtige Rennräder für hügelige Strecken, Endurance Bikes für die Langstrecke sowie „All-Road“ und Freizeit-/Fitnessbikes, die mehr auf Spaß ausgelegt sind. Nachfolgend beschreiben wir im Detail, was die einzelnen Typen auszeichnet und für wen sie geeignet sind.
Aero-Bikes
Aero-Bikes stehen für ein Ziel - Höchstgeschwindigkeit! Hier geht es weniger um Gewicht und Komfort, sondern einzig und allein darum, mit einer möglichst aerodynamischen Form den Wind hinter sich zu lassen und dabei Energie zu sparen. Die größten Unterscheidungsmerkmale der Aero-Rennräder sind die dickeren Rahmen-Rohre sowie die totale Integration der einzelnen Rahmenkomponenten und die Felgen.
Das Rahmenprofil ist deswegen breiter, um eine aerodynamisch verbesserter Form zu kreieren und so Windwiderstand zu reduzieren. Dadurch werden Aero Bikes häufig schwerer als klassische Rennräder. Die Integration einzelner Komponenten in den Rahmen wie bspw. Bremsen und Kabel ist entscheidend, um dem Wind weniger Angriffsstellen zu bieten und eine noch aerodynamischere Form zu erzielen. Die Rohrquerschnitte werden teilweise so geformt, dass sie sich an der Form der Reifen orientieren.
Durch die dickeren Rohrquerschnitte sind Aero-Rennräder auch typischerweise sehr steif und sind somit wie gemacht für kraftvolle Sprints. Weitere Details: Die Rahmengeometrie verlangt eine aggressivere Sitzposition, der Radstand ist relativ kurz und das Steuerohr ist recht kurz.
- Vorteile: aerodynamische Form, für Höchstgeschwindigkeit
- Nachteile: Gewicht und Komfort zweitrangig, tiefe Sitzposition
Endurance-Rennrad
Endurance- oder Langstreckenrennräder werden dank ihrer entspannten Geometrie, dem stabilem Fahrverhalten und hohem Komfort immer beliebter. Dafür sorgen der längere Radstand und das höhere Steuerrohr, die aufrechtere Sitzposition und in letzter Zeit auch die Ausstattung mit Scheibenbremsen. Weitere Features umfassen in der Regel ein Antrieb mit Compact-Übersetzung (siehe weiter unten), mehr Freiraum des Rahmens für breitere Reifen sowie zusätzliche integrierte Dämpfungsmechanismen, welche kleinere Unebenheiten in der Strecke ausbügeln.
Endurance Rennräder sind sowohl für die Stadt geeignet als auch für eine Tour. Eben ein echter Allrounder. Für Endurance-Bikes werden häufig die gleichen Rahmenmaterialien und -technologien wie bei den High-End-Racing Bikes eingesetzt. Dazu kommen ähnlich hochwertige Schaltgruppen und Laufräder. Die zusätzliche Nachgiebigkeit des Rahmens ist der größte Unterschied zum regulären Rennrad.
- Vorteile: stabiles Fahrverhalten, hohe Laufruhe, komfortable Sitzposition
- Nachteile: höheres Gewicht
Klassisches Rennrad (ultraleichtes Rennrad)
Die „klassischen“ Rennräder sind die Lieblingsräder der Profis, wenn es um den Erfolg in der Gesamtwertung geht oder Bergetappen anstehen. Sie zeichnen sich durch einen ultraleichten Rahmen aus, der sich extrem agil und schnell durch kurvige Strecken manövrieren lässt. Das geringe Gewicht macht es zu einem echten Bergsteiger, der auf langen Anstiegen in seiner Paradedisziplin ist.
Viele besonders leichte Rennräder wiegen sogar weniger als die 6,8 Kilogramm, welche die UCI für die Profirennen vorschreibt. Deswegen ist in diesem Bereich das Motto: Je leichter, desto besser. Einige Hersteller bleiben mit ihren Bikes sogar unter 5 Kilogramm.
- Vorteile: ultraleichter Rahmen, agil und schnell
- Nachteile: perfekt für ausgebaute Straßen, kompakte Sitzposition
Gravel Bikes & Touring Bikes (All Road Bikes)
Gravel Bikes sind der neueste Trend in der Rennradwelt und eignen sich für jede Art von Terrain. Ermöglicht wird das durch einen widerstandsfähigen und flexiblen Rahmen, der außerdem eine solide Performance auf der Straße ermöglicht. Außerdem liegt das Tretlager höher, um mehr Bodenfreiheit für Hindernisse zu bieten. Weiterhin sind breite Reifen, Scheibenbremsen und ein leichteres Übersetzungsverhältnis wichtige Charakteristiken des Gravel Bikes.
Touring Bikes sind noch ein Stück weit weniger auf Performance fokussiert und legen besonderen Wert auf Stabilität, Komfort und Langlebigkeit. Das macht sich auch im höheren Gewicht bemerkbar. Außerdem sind Gepäckträger, Schutzbleche und wie beim Gravel Bike Scheibenbremsen Standard für die Tourer. Als Rahmenmaterial wird bei diesem Typ häufig Stahl verwendet, aufgrund der hohen Robustheit, den geringeren Kosten und dem guten Fahrkomfort.
Fitness-Rennrad
Zweckmäßigkeit und Komfort sind die beiden wichtigsten Faktoren des Fitness-Rennrads, was hauptsächlich für den Freizeit- und Trainingsgebrauch gedacht ist. Einsteiger sind damit bestens versorgt und kommen schnell von A nach B.
Budget: Wie investiere ich mein Geld am besten?
Bei der Frage "Welches Rennrad kaufe ich?" ist das liebe Geld auch beim Rennrad der wichtigste Faktor, wenn es um die Qualität und Performance geht. Die Preisspanne ist enorm und reicht von Fitnessbikes ab 300€ bis hin zu High-Tech-Profirennrädern jenseits der 10.000€.
Doch davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Auch in den unteren Preisklassen finden sich solide Bikes, die deinen Ansprüchen genügen werden. In den meisten Fällen bekommst du aber für mehr Geld ein Bike mit weniger Gewicht, höherer Steifigkeit, besseren Antriebskomponenten sowie robusterem und komfortableren Rahmen.
Das Material von Rahmen und Gabel verändern sich bis zu einer gewissen Grenze geradlinig, je mehr man bereit ist, zu investieren. Beginnend bei Stahl geht es über Aluminium bis hin zu Carbon. Rennradgruppen sind ebenfalls ein wichtiger Preispunkt und steigern sich in Sachen Verarbeitung, Widerstandsfähigkeit, Leichtigkeit und Funktion. Laufräder bewegen sich auch je nach Preis zwischen schwererem Aluminium und High-Tech-Carbon, mit Keramik-Lagern die Reibung vermindern und so den Rollwiderstand verringern.
Nachfolgend findest du eine Einteilung der unterschiedlichen Preisklassen beim Rennrad und welche Ausstattung du für dein Budget erwarten darfst.
Preisklassen
Rennräder bis 750€
In dieser Preisklasse richten sich Rennräder meistens an Freizeit-Athleten, die besonders hohen Wert auf Langlebigkeit und Vielseitigkeit legen. Daher haben die meisten Bikes eine Kassette mit 8 bis 9 Gängen und zwei bis drei Kettenblättern vorne, was gutmütige Übersetzungsverhältnisse und 16 bis 27 Gänge bietet. Der Rahmen ist meist aus Aluminium oder Stahl, die Gabel kann auch schon mal aus Carbon sein. Die Laufräder und Reifen sind eher robust und schwer und lassen sich bei Bedarf nach mehr Performance einfach upgraden.
Rennräder bis 1.500€
Die wichtigste Entscheidung in diesem Preisbereich ist die Frage ob Aluminium oder Carbon. Denn bis 1.500€ findet man bei vielen Herstellern bereits Bikes mit Carbonrahmen für Einsteiger. Beide Materialien erlauben steife, komfortable Rahmen die sich in Sachen Gewicht nicht zu sehr unterscheiden. Obwohl es natürlich bei den einzelnen Herstellern Unterschiede gibt, raten wir euch dazu, High-End-Aluminium-Rahmen dem Carbonrahmen vorzuziehen. Großer Vorteil dabei: Durch die Einsparung beim Rahmen haben die Alu-Modelle bessere Komponenten fürs Geld zu bieten.
Rennräder bis 3.000€
In dieser Preisklasse sind wir definitiv im Leistungsbereich angelangt. Das Gewicht der Biker hier nimmt quasi mit jedem Euro ab, die Schaltgruppen werden +hochwertiger+ und es werden immer höhere Geschwindigkeiten möglich. Performance Features wie aerodynamische Rohrprofile und Renngeometrie findet man genauso wie mehr Komfort bei Langstrecken-Bikes.
Eine 11er Kassette mit einer +Zweifach-Kettengarnitur* vorn ist der gängige Standard in diesem Bereich. Als Gruppen findet man häufig die SRAM Rival oder die Shimano Dauerbrenner 105 oder Ultegra. Der Rahmen ist häufig aus Carbon, genauso wie die Gabel und wenn du ein echtes Schnäppchen erwischst auch die Laufräder. Die Reifen werden geschmeidiger und haben geringeren Rollwiderstand.
Rennräder bis 4.500€
Jetzt kommen wir langsam zu den Profibikes. In diesem Bereich muss man schon sehr viel Pech und schlechtes Karma haben, um eine Gurke zu erwischen - um die 4.000€ gibt es eigentlich nur noch High-Tech vom Feinsten. Hier dreht sich jetzt alles um den bevorzugten Typ Rennrad - Aero, klassisch oder Endurance.
Unabhängig davon ist es das selbe Spiel wie in der vorangegangenen Kategorie: Das Gewicht fällt, Ausstattung wird besser und die Laufräder werden aerodynamischer. Die Kombination 11er Kassette und Zweier-Kurbel ist Standard, Gruppen sind von SRAM die Rival, Force und Red, von Shimano die Ultegra und Dura-Ace oder von Campagnolo die Potenza und die Chorus. Auch elektrische Schaltungen von Shimano kann man in diesem Bereich bereits finden. Das vorherrschende Material für Rahmen, Gabel und Laufräder ist hochwertiges Carbon.
Rennräder ab 4.500€
Rennräder ab 4.500€, oder auch „Sky is the Limit“ - generelle Unterschiede in Sachen Performance sind hier nur noch schwer auszumachen und steht häufig in keiner Relation zum damit in Verbindung stehen dem Preis. Hier dreht sich alles um persönliche Präferenz, High-Tech-Spielereien und die letzten Gramm Gewicht.
Wer das Geld auf dem Konto hat, kann sich auf feinste Carbonrahmen und -gabeln freuen, eine wenn gewünscht elektrische Schaltung wie SRAM Red eTap, Shimano Ultegra Di2 oder Dura-Ace Di2 und federleichte Laufräder mit Aero-Design. Wer über 10.000€ für sein Rennrad-Replika eines Profis ausgeben möchte, ist hier genau richtig.
Der Rennrad-Rahmen: Welches Material bringt es am meisten?
Das Rahmenmaterial bei Rennrädern beschränkt sich heutzutage auf Carbon, Aluminium, Titan, Stahl oder eben eine Kombination derer. Jedes hat seine Stärken und Schwächen, die sich vor allem in den Bereichen Preis, Komfort, Gewicht und Fahrgefühl äußern. Hier kann man aber nicht pauschalisieren, da es immer in den Händen der Entwickler liegt, das Maximale aus dem Rahmen herauszuholen und die einzelnen Eigenschaften der Materialien bestmöglich zu nutzen.
Carbonrahmen
Es gab mal eine Zeit, da war ein Carbonrahmen purer Luxus, der den Profis vorbehalten war. Durch verbesserte und vor allem günstigere Herstellungsprozesse ist Carbon heute neben Aluminium das gängigste Material für Rennräder. Die Kohlenstoff-Fasern lassen sich durch ihren direktionalen Aufbau leicht und sauber verarbeiten und formen, sodass Entwickler mit verschiedenen Rohrdurchmessern experimentieren können und so Stück für Stück die beste Balance aus Steifigkeit, Gewicht und Aerodynamik finden.
Carbon dominiert das Verhältnis Gewicht zu Steifigkeit und ist deswegen im Profibereich der etablierte Standard. Carbon wird aber nicht nur im Rahmen, sondern auch für Gabel, Laufräder, Schaltung, Vorbau, Sattelstütze, Sattel, eigentlich überall eingesetzt. Außerdem zeigt es im Vergleich zu anderen Werkstoffen keine Ermüdungserscheinungen und hat den positiven Nebeneffekt, dass es über vibrationsdämpfende Eigenschaften verfügt, was beim Radfahren stets von Vorteil ist. Einziger Haken beim Carbon? Sobald der Rahmen beschädigt ist, d.h. er gerissen ist bzw. einen Sprung hat, ist die Integrität, also der Zusammenhalt des Carbons im Eimer und der Carbonrahmen muss komplett ersetzt werden.
Aluminiumrahmen
Aluminium bietet im Grunde die gleichen Vorzüge wie Carbon: leicht, steif und einfach zu bearbeiten, noch kostengünstiger als Carbon, weswegen Alurahmen stets billiger sind. Der größte Pluspunkt ist die herausragende Kraftübertragung, die durch die Steifigkeit des Aluminiums möglich wird. Auf der anderen Seite steht dann aber ein relativ unnachgiebiger Rahmen, der zudem auf lange Sicht an Steifigkeit verlieren wird wenn das Material Ermüdungserscheinungen zeigt.
Um mehr Flexibilität des Bikes zu erreichen, kombinieren Hersteller häufig Alurahmen mit Carbongabeln. Ein Wort, das häufig im Zusammenhang mit Rahmen aus Aluminium fällt, ist „butted“. Hierbei handel es sich um ein Verfahren, mit dem die Wandstärke der einzelnen Rohre bis zu einfach, zweifach, oder dreifach an den Stellen reduziert wird, die nicht so ausschlaggebend für die Steifigkeit sind. So kann Gewicht ohne Steifigkeitsverlust gespart werden. Ein „Tripple Butted Tube“ hat drei verschiedene Wandstärken und ist somit leichter als vergleichbare Rahmenrohre.
Titanrahmen
Durch den Siegeszug des Carbons sind Titanrahmen immer seltener geworden, machen aber in Form von Custom-Anfertigungen gerade ein Comeback. Das relativ leichte und sehr widerstandsfähige Material korrodiert nicht wie Stahl.
Upgrades für Einsteiger-Rennräder
- Schläuche: Ersetze Standard-Butyl-Schläuche durch Latex-Schläuche für bessere Laufeigenschaften.
- Reifen: Verbessere das Abrollverhalten durch hochwertigere Reifen und passe die Reifenbreite an deine Vorlieben an.
- Kontaktpunkte: Erhöhe den Komfort durch eine flexible Sattelstütze und einen passenden Rennrad-Lenker aus Carbon. Wähle den richtigen Sattel für deine Anatomie.
- Kassette & Kettenblätter: Passe die Übersetzung an dein Fahrprofil an (Berge oder flaches Gelände).
- Laufräder: Investiere in gute Laufräder, die leicht und steif sind und über gute Nabenlager verfügen.
Rennradtypen im Vergleich
Um dir einen guten Überblick zu geben haben wir die wichtigsten Vor- und Nachteile der populärsten Rennradtypen zusammengefasst.
| Typ | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Aero Bike | Aerodynamische Form, Höchstgeschwindigkeit | Gewicht und Komfort zweitrangig, tiefe Sitzposition |
| Endurance Rennrad | Stabiles Fahrverhalten, hohe Laufruhe, komfortable Sitzposition | Höheres Gewicht |
| Klassisches Rennrad | Ultraleichter Rahmen, agil und schnell | Perfekt für ausgebaute Straßen, kompakte Sitzposition |
Aero Bike vs. Endurance Bike vs. klassisches Rennrad
Manchmal ist es gar nicht so einfach die Unterschiede der drei Rennrad Typen direkt zu erkennen.
Aero Rennrad
- Nachteile: Speed vor Komfort, Gewicht, Probleme bei Seitenwinden, Aggressive Rahmengeometrie
Das Hauptaugenmerk des Aero-Rennrads liegt auf der Reduzierung des Luftwiderstands während der Fahrt. Im Vergleich zur bequemeren Sitzposition eines Langstrecken-Rennrads mit 160 mm beträgt die Steuerrohrlänge eines Aero-Rads etwa 140 mm. Außerdem ist auch der Reach länger. Er beschreibt den Abstand zwischen der Achse des Tretlagers und dem Steuerrohr und ist ein wichtiger Indikator für den Einsatzzweck eines Rennrads. Auf dem Aero-Bike muss sich der Fahrer mehr strecken und nimmt dadurch eine aggressivere, windschnittigere Position auf dem Rad ein.
Der Nachteil der gestreckten Sitzposition auf dem Aero-Rennrad wird nach mehreren Stunden im Sattel deutlich. Vielen Fahrern fehlt die Flexibilität, diese Haltung über längere Zeit beizubehalten. Das markante Profil der Aero-Bikes ist durch die dicken und langen Rahmenrohre gekennzeichnet, die an den Enden oft spitz zulaufen oder verjüngt sind.
Die dicken Rohre erfordern natürlich mehr Material und machen Aero-Rennräder im Allgemeinen schwerer als herkömmliche Rennräder, selbst wenn sie die gleiche Geometrie und die gleichen Komponenten haben. Die Systemintegration ist der Schlüssel zu einem guten Aero-Bike. Kabel und Leitungen werden standardmäßig im Rahmen versteckt und durch Aussparungen verlegt. Das letzte Stück im Aero-Puzzle sind die hohen Felgenprofile, die für eine bessere Aerodynamik sorgen. Die Höhe der Felgen beträgt mindestens 40 mm und geht manchmal bis zu 80 mm. Der Nachteil ist hier eindeutig das höhere Gewicht sowie die Anfälligkeit für Seitenwinde.
Klassisches Rennrad
- Nachteile: keine ausgeprägten Schwächen, nicht so schnell wie Aero und nicht so komfortabel wie Endurance
Wie der Name schon verrät legt das klassische Rennrad seinen Fokus ganz klar auf das Gewicht. Weniger ist mehr, ganz klar. Das wird auch bei unserem Vergleichsfeld deutlich. Die Trek 2017er Bikes haben alle die gleichen Spezifikationen, doch der Gewichtsunterschied ist auffällig. Das Emonda bringt es auf gerade einmal 6,5 Kilogramm, das Madone wiegt 7,6kg und der Endurance Renner Domane stolze 8,2 Kilo. Also fast 2 Kilogramm Differenz zwischen dem Domane und dem Emonda, trotz gleicher Rahmengröße und identischer Komponenten. Den größten Ausschlag gibt hier der Rahmen, der beim neuen Emonda SLR 6 nur 690 Gramm wiegt.
Das „Lightweight“ Road Bike fällt wie bereits angesprochen zwischen das Aero Rennrad und das Endurance Bike, wenn es um Performance und Komfort geht. Das macht es in der Regel zur ersten Wahl von Top-Fahrern wie Froome und Quintana bei der Tour de France. Die Rennräder sind nicht ganz so steif wie Aero Bikes, haben ein direkteres Handling als Endurance Bikes und sind dank des geringen Gewichts extrem agil.
Die Bremsen sind nicht so kraftvoll wie bei einem Endurance Bike mit Scheibenbremsen, aber effektiver als bei Aero Rädern, deren Bremsen den Kompromiss mit der Aerodynamik eingehen müssen. Der Rahmen zeichnet sich durch dünne Rohre aus, die das Gewicht gering halten, Nachgiebigkeit bieten und trotzdem ein höchstes Maß an Steifigkeit und Widerstandsfähigkeit mit sich bringen.
Endurance Rennrad
- Nachteile: Relativ schwer, weniger agiles Handling
Die Haupteigenschaften eines Endurance Rennrads sind Komfort, Robustheit und Stabilität. Sie wurden ursprünglich für die Pflastersteinstrecken der „Classics“ im Norden Frankreichs entwickelt - anspruchsvolle Tagesrennen mit den schwierigsten Straßenbedingungen. Die Bikes sollten die Vibrationen des Untergrunds abdämpfen, die ansonsten zur schnelleren Ermüdung der Fahrer führten. Deswegen wurden die Rahmen mit höherer Nachgiebigkeit und Flexibilität gebaut sowie größere Reifen eingesetzt.
Vor allem im Vergleich mit dem Aero Bike Madone wird es deutlich: Endurance Rennräder bringen den Fahrer in eine eher aufrechte Sitzposition. Stack: 54.5cm / 59.1cm = Domane mit +4.6cm. Diese Rahmendimensionen sorgen für eine weitaus weniger aggressivere Position auf dem Rad und ermöglichen so problemlos längere Strecken ohne zu hohe Belastungen des Rückens oder der Schultern.
Neben der höheren Nachgiebigkeit und der angenehmeren Geometrie gibt es noch weitere Features, welche die Bikes auszeichnen. Dazu zählt unter anderem der Einsatz eines “Compact”-Setups an der Kurbel, d.h. weniger Zähne und kleinere Übersetzung für steile Ansteige und müde Beine am Ende eines langen Rennrad-Tags. Die Kassette hinten beinhaltet in der Regel 11-28 oder 11-32er Ritzel. Ein weiterer Trend ist der Einsatz von Scheibenbremsen bei Endurance Bikes. Sie waren die ersten, die vermehrt auf Disc-Varianten setzten, und das mit gutem Grund. Die Scheibenbremse ist der Felgenbremse in vielen Punkten überlegen, vor allem was die Bremskraft bei Feuchtigkeit angeht.
Unsere Empfehlung
Falls du dich nicht zwischen den drei Typen entscheiden kannst, raten wir dir vorerst zum Endurance Rennrad. Komfort und Langlebigkeit sind für die meisten Radfahrer ein wichtiger Fokus, und wer nicht vorhat in absehbarer Zeit ambitioniert an Rennen teilzunehmen, bekommt so das perfekte Gesamtpaket. Wer jedoch genug hat von der Feierabendrunde und sich endlich auf der Rennstrecke präsentieren möchte, muss sich entscheiden: Wenn die Berge dein Ding sind und du auch auf schlechteren Straßen gerne Gas gibst, solltest du zum klassischen Rennrad greifen. Wenn du allerdings im Flachland wohnst und die Rennen in der Umgebung auf feinstem Asphalt stattfinden, ist das Aero Bike die bessere Wahl.
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