Rennradlenker gibt es in den verschiedensten Formen, Klemmungen und Materialien. Vor allem die richtige Form des Fahrradlenkers ist entscheidend, ob auch längere Ausfahrten mit dem Rennrad Spaß machen oder mit Rückenschmerzen enden. Leicht und stabil - Fahrradlenker haben maßgeblich Einfluss auf Sitzposition, Komfort und Fahrverhalten beim Fahrrad.
Je nach Einsatzbereich und Vorlieben des Fahrers fallen die Anforderungen an Lenker und Griffe unterschiedlich aus. Doch worin unterscheiden sich Fahrradlenker? Und warum sind Fahrradgriffe für beschwerdefreies Fahren entscheidend? Erfahren Sie in unserer Kaufberatung, was Sie vor dem Kauf über Lenker und Griffe wissen sollten.
Drop, Reach und Vorbiegung - Was ist das?
Begriffe wie Drop, Reach und Vorbiegung erzeugen bei den meisten Hobbyfahrern nur Fragezeichen ins Gesicht. Der Drop bezeichnet den Abstand zwischen Oberlenker und Unterlenker, während der Reach den Abstand der kürzesten Griffposition zur weitesten Griffposition kennzeichnet.
Die Vorbiegung gab es bei Rennradlenkern eine lange Zeit überhaupt nicht. Mit dem Einzug ergonomischer Modelle wurden Rennradlenker - ähnlich wie Mountainbike Lenker schon seit langer Zeit - leicht nach vorne gebogen. Diese Biegung wird in Gradzahlen angegeben. Während im Mountainbike Bereich Biegungen von 3-12° üblich sind, sind im Rennrad Sektor Lenker zwischen 3° und 6° an der Tagesordnung.
Diese geringe Biegung lässt den Fahrer vor allem bei langen Ausfahrten deutlich entspannter ankommen. Einschlafende Hände und schmerzende Handgelenke kommen bei solchen Rennradlenkern sehr selten vor. Durch die leichte Biegung entstehen viele unterschiedliche Griffpositionen die regelmäßige Positionswechsel auf dem Rennrad ermöglichen. Das führt zu deutlich weniger Verspannungen im Nacken und Lendenwirbelbereich.
Auf dem Bild ist ein Syntace Lenker zu sehen, bei dem Drop und Reach perfekt erklärt werden. Die horizontale Linie ist der Reach (oder Reichweite bzw. Vorbiegung; in dem Bild links, ist die obere der beiden horizontalen Linien der Reach). Der Drop ist die linke vertikale Linie. Je kompakter - also schmaler - der Bogen ausfällt, desto weniger Drop hat der Rennradlenker. Moderne Modelle haben heutzutage weniger Drop als früher. Selbst Profi-Radsportler fahren häufig mit sogenannten Compact Lenkern.
Compact Rennlenker haben in aller Regel einen Drop von 130 mm. „Normale “ Rennradlenker hingegen haben einen Drop von ca. Als Reach bezeichnet man bei Rennrad-Lenkern die Vorbiegung ab der Mitte des Oberlenkers bis zum vordersten Punkt des Bogens. Als Drop bezeichnet man das senkrechte Maß von Ober- zu Unterlenker, gemessen zwischen den Rohrmitten. Je mehr Drop, desto tiefer sitzt man auf dem Fahrrad.
Ein kleiner Versatz von der Klemmstelle am Vorbau nach oben, wird als Rise bezeichnet. Die meisten Rennrad-Lenker sind schlicht rund. Möchte man Aerodynamik mit Komfort verbinden, tendiert man eher zum Lenker mit einer breiteren und abgeflachten Auflagefläche auf dem Oberlenker.
Die Breite des Rennradlenkers
Die Breite des Rennradlenkers trägt ebenfalls zur Ergonomie beim Rennradfahren bei. Dabei sollte die Lenkerbreite in etwa der Schulterbreite entsprechen. Ein zu schmaler Lenker kann zu Nackenverspannungen führen und das Rennradfahren zu einer Qual machen.
Oftmals hilft reines Vermessen der Schulter nicht aus um die richtige Lenkerbreite zu bestimmen - deswegen ist das Ausprobieren unterschiedlicher Lenkerbreiten im Fachhandel eine wertvolle Hilfe um das passende Modell zu finden. Doch Vorsicht: Manche Hersteller messen die Lenkerbreite mitte-mitte und andere außen-außen.
Die Breite eines Fahrradlenkers lässt sich ungefähr von der Schulterbreite des Fahrers ableiten. Ein Fahrradlenker sollte in der Regel nicht schmaler als die Schulterbreite sein. Rückenprobleme beim Fahrer verursachen. Aus diesem Grund sollte beim Kauf auf eine einwandfreie Haltung und Sitzposition geachtet werden.
Um eine ideale Lenkerbreite festzustellen, misst man den eigenen Schulterabstand von Gelenk zu Gelenk. Früher nutzte man folgende Grundregel: Lenkerhörner sollten etwa genauso breit auseinanderliegen wie die Schultern. Bei Aero-Bikes fallen die Lenker ein wenig schmaler aus, um besser im Wind zu stehen.
Materialien: Carbon im Rennradbereich
Im Rennrad Bereich sind Rennrad Lenker aus Carbon sehr weit verbreitet. Mit Carbon lassen sich Lenkergewicht von deutlich unter 200 Gramm realisieren. Topmodelle aus hochwertigen Carbonfasern erreichen Werte von 130 Gramm und weniger.
Mit Carbon lassen sich leicht spezieller, ergonomisch sinnvolle Formen erzeugen; z.B. Gerade die Verarbeitung von Carbon ist nicht ohne Risiko. Deshalb sollte bei Rennradlenker Kauf auf renommierte Hersteller zurückgegriffen werden. Firmen wie Syntace, Ritchey und Schmolke produzieren gleich bleibend hochwertige Qualität.
Regelmäßige Qualitätskontrollen können sich meistens nur große Fahrradteile Hersteller leisten. Aber gerade bei Carbon Produkten die in Fernost hergestellt werden, sind solche Kontrollen unabdingbar. Eine Charge minderwertiger Lenker sollte unter keinen Umständen auf den Markt gelangen. Solche Probleme erkennt man aber nur durch regelmäßige Kontrollen.
Weitere Aspekte bei der Lenkerwahl
Ein nach hinten, Richtung Sattel leicht gebogener Lenker hat einen Backsweep. Beim Rennrad ist dieser nur gering ausgeprägt. Ist der Unterlenker breiter als der Oberlenker ausgestellt, wird dies als “Drop Flare” bezeichnet.
Der Spielraum umfasst wenige Millimetern bis mehrere Zentimeter. Ein breiter Flaire bietet mehr Kontrolle auf holprigen Passagen und ist ergonomischer. Einen geneigten Unterlenker bezeichnet man als “Flare Out”.
Nur wenige Rennrad-Lenker haben einen sogenannten Backsweep, also eine leichte Kröpfung der Lenkerhälften nach hinten, dessen Ausprägung in Grad angegeben wird. Der Backsweep unterstützt eine natürliche Position für Hände und Handgelenke.
Auf diese Weise ermöglicht zum Beispiel der Ritchey WCS Carbon Streem II mit seinem flügelartig anmutenden Oberlenker eine komfortable Handposition, was sich gerade beim Bergauffahren oder auf langen Strecken bemerkbar macht. Aber Achtung: je größer der Backsweep, desto aufrechter die Sitzposition und desto körpernaher die Drops.
Ebenfalls für eine etwas aufrechtere Sitzposition, mehr Möglichkeiten zum Greifen und damit für mehr Komfort sorgt der Rise. Er bezeichnet eine leichte horizontale Steigung des Lenkers, jeweils zu beiden Seiten der Klemmung, die in Millimetern angegeben wird.
Da dies jedoch zulasten der Aerodynamik geht, findet sich ein Rise bei wettkampforientierten Rennrad-Lenkern eher selten. Anders sieht es für Komfort- und Langstreckenanwendungen aus. Riser-Dropbars gibt es zum Beispiel von Specialized mit der Hover-Serie.
Die richtige Positionierung und Einstellung
Zu guter Letzt ist auch die Installation des Lenkers sowie die Positionierung der Bremsschalthebel sehr individuell. In jedem Fall sollte das Abknicken der Handgelenke vermieden werden. Wer sich nicht sicher ist, kann anfangs eine neutrale, mittige Ausrichtung einstellen (Markierungen am Lenker). Achtet auch bei den Bremsschalthebeln auf einen geraden Übergang zum Lenker.
Es gibt viele Möglichkeiten, die Sitzposition am Rennrad zu beeinflussen. Jedoch kann man pauschal schwer sagen, welche Position am besten ist. Hier empfiehlt sich das Ausprobieren. Den richtigen Lenker zu finden, kann ein wenig Zeit in Anspruch nehmen - aber es lohnt sich.
Oft werden Spezialbikes (Aero, Endurance oder Gravel) schon mit, für den jeweiligen Einsatzbereich idealen Komponenten ausgestattet. Der Fahrradlenker sollte sorgfältig ausgewählt werden. Denn er ist nicht allein für die Funktion der Steuerung verantwortlich, sondern bestimmt zusammen mit dem Vorbau auch entscheidend über die Sitzposition des Fahrers.
Griffposition nach vorne und nach unten reicht, desto waagerechter wird die Sitzposition. Für jeden Fahrradtyp gibt es einen passenden Lenker. Ein Citybike ist der alltägliche Begleiter durch den Straßenverkehr. Da ist eine fast aufrechte und angenehme Sitzposition von Vorteil.
Eine ähnliche Sitzposition findet sich auch bei den Mountainbikes wieder. Herkömmliche Lenker haben einen nach oben gezogenen und nach hinten weisenden Griffbereich. Der Fahrer hat eine aufrechte Körperhaltung und eine angenehme Handstellung.
Grundsätzlich gilt: Je tiefer der Vorbau, desto sportlicher die Sitzhaltung. Die Kraftübertragung und Aerodynamik sind optimiert und versprechen somit bessere Trainingserfolge. Allerdings erfordert ein tiefes Cockpit auch eine bereits ausgeprägte Oberkörpermuskulatur. Je nach Trainingsstand kann ein tiefer Vorbau somit auch ungeeignet sein. Ein etwas höherer Rennradlenker sorgt hingegen für mehr Fahrkomfort, Kontrolle und somit auch Sicherheit.
Im Gegenzug leidet die Aerodynamik. Wenn Sie also Schmerzen, Krämpfe oder Ermüdungserscheinungen nach längeren Fahrten haben, könnte es sein, dass Sie beim Fahren keine optimale Position einnehmen. Durch das Aufsetzen von einem oder mehreren Spacern wird die Höhe des Lenkers nach oben korrigiert. Rennradlenker und Vorbau können nun wieder wie zuvor montiert werden.
Um den Steuersatz nun neu einzustellen, können Sie ebenfalls unsere dazugehörige Anleitung verwenden. Die für Sie passende Lenkerneigung am Rennrad finden Sie am besten durch simples Ausprobieren heraus. Sie ist individuell unterschiedlich und abhängig vom Fahrstil und den persönlichen Vorlieben.
Grundsätzlich gilt allerdings, dass der letzte, flachere Abschnitt des Lenkers möglichst parallel zum Untergrund positioniert sein sollte. Anschließend können Sie eine Probefahrt machen und gegebenenfalls feine Korrekturen vornehmen. Hierfür lösen Sie die Innensechskantschrauben mit einem passenden Drehmomentschlüssel, anschließend können Sie die Neigung verändern.
Eine immer gültige Anleitung zum Einstellen des Lenkers gibt es leider nicht. Der Weg zur optimalen Position des Rennbügels führt vielmehr über das Beachten von Richtlinien und einer anschließenden Feinjustierung nach ausgiebigen Praxistests.
Drop - Reach - Flare: Aerodynamik und Ergonomie
Am Rennradlenker müssen Aerodynamik und Ergonomie Hand in Hand gehen, damit Du die beste Performance auf die Straße bringen kannst. Vor fast 100 Jahren mussten Rennradfahrer Größe und Form ihrer Lenker als quasi gottgegeben hinnehmen, denn die Lenker waren teuer und aufwendig zu montieren. Das hat sich inzwischen geändert und Du kannst aus vielen verschiedenen Modellen wählen.
Grundsätzlich gilt: Alle Rennlenker bestehen aus einem geraden Mittelteil, der nach außen in einem Bogen nach unten verläuft. Sie werden deshalb auch „Bügellenker“ oder „Dropbars“ genannt. Diese Lenkerart hat sich für Rennräder etabliert, weil sie eine aerodynamisch günstige Sitzposition ermöglicht und je nach Ausprägung in vielen unterschiedlichen Einsatzbereichen Anwendung findet.
Auch an Reiserädern werden Dropbars gern verbaut, weil sie zahlreiche Griffmöglichkeiten bieten, was Hände, Arme und Schultern entlastet. Ein Rennrad-Lenker, der auf Dich und Deine Fahrweise zugeschnitten ist, sorgt dafür, dass Du sowohl lange Strecken als auch kurze, intensive Sprints schmerzfrei und effizient mit optimaler Kraftübertragung fahren kannst.
Doch worauf solltest Du bei der Auswahl achten und was bedeuten Begriffe wie Drop, Reach oder Flare? Rennlenker erlauben es je nach Fahrsituation eine passende Greifposition einzunehmen. Je nach dem wo Du in den Lenker greifst, ändert sich auch Deine Sitzposition: Mit den Händen auf den Brems-/Schalthebeln sitzt Du etwas aufrechter und entspannter. Gehst Du mit den Händen in den Drop, wird Deine Sitzposition windschnittiger nach vorn gestreckt.
Der erste Schritt: die Lenkerbreite
Viele Rennräder werden abhängig von der Rahmengröße standardmäßig mit einer bestimmten Lenkerbreite ausgeliefert, die selten unter 400 Millimetern liegt. Doch Standards sind ergonomisch gesehen schlechte Ratgeber. Die für Dich passende Breite hängt von Deiner Schulterbreite ab.
Wenn Du eher schmale Schultern hast und auf dem Rennrad stets weit nach außen greifen musst, macht sich das rasch in Schulter-, Nacken- oder Armschmerzen bemerkbar und beeinträchtigt Fahrweise und Fahrvergnügen. Die Schulterbreite dient jedoch nur als Orientierung; wichtigster Anhaltspunkt ist Dein persönliches Wohlbefinden.
Auch der Einsatzzweck spielt eine Rolle: Für Aero-, Bahn-, oder Wettkampfräder wählt man wegen der resultierenden geringeren Stirnfläche in der Regel eher schmalere Lenker. Marathonisti und andere Langstreckenfahrer freuen sich über etwas mehr Breite, da diese mehr Abwechslung bei der Sitzposition und unterschiedliche Griffoptionen bietet.
Gravelbiker wählen oft die breitesten Lenker mit ausgestellten Lenkerenden für mehr Kontrolle im Gelände.
Was heißt Drop?
Drop und Reach sind weitere, wichtige Faktoren, um Rennrad-Lenker zu vermessen und einzuordnen. Der Drop bezeichnet die Lenkerhöhe, also den Abstand vom Ober- zum Unterlenker - gemessen jeweils von der Rohrmitte. Gibst Du gern richtig Gas, ist ein Lenker wie der Fizik Cyrano R1 Snake mit viel Drop die richtige Wahl, weil Du Deinen Oberkörper tiefer nach vorn beugst und in dieser sogenannten Unterlenker-Haltung dem Wind weniger Angriffsfläche bietest.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Du in dieser körperlich anspruchsvollen Position einige Kilometer problemlos fahren können solltest. Wenn Du zu Beginn „nur“ den Ortsschildsprint im Unterlenker schaffst, ist das überhaupt nicht schlimm. Wie tief Du greifen kannst, hat viel mit Deinen körperlichen Voraussetzungen zu tun und lässt sich zudem mit gezielten Kraftübungen trainieren.
Deine Arme sollten in der Haltung leicht gebeugt und Deine Schultern entspannt sein. Ein geringer Drop ist günstig, wenn Du häufig längere Touren unternimmst und Wert auf Komfort legst. Kompakt-Lenker wie zum Beispiel der LEVELNINE Race Compact Stealth haben üblicherweise einen Drop zwischen 120 und 130 Millimetern.
Weil Du Dich dann nicht so tief herunterbeugen musst und schnell umgreifen kannst, ist die Haltung rückenschonender und Du kannst entspannt mehr Kilometer zurücklegen. Auch Gravellenker besitzen oft einen geringeren Drop für mehr Kontrolle im Gelände und eine bessere Erreichbarkeit der Bremsschaltgriffe.
Was heißt Reach?
Auch der Reach hat Einfluss auf Fahrweise und Fahrkomfort, denn er bestimmt, wie gestreckt Du auf dem Rad sitzt. Bei einem großen Reach greifst Du vom Oberlenker gesehen weiter nach vorn, um die Bremsgriffe, auch Hörnchen oder Hoods genannt, zu erreichen. Gemessen wird er von der Mitte der Vorbauklemmung bis zu dem Punkt im Drop, der am weitesten von dieser Stelle entfernt ist (Fixpunkt ist ebenfalls die Rohrmitte).
Komfort-orientierte Kompakt-Lenker wie der SL-70 Ergo von Zipp zeichnen sich daher nicht nur durch einen geringen Drop, sondern auch durch einen kurzen Reach aus.
KG Flare - wichtig bei Gravelbikes
Wenn der Unterlenker weit ausgestellt und damit breiter als der Oberlenker ist, spricht man von Flare. Ein großer Flare ermöglicht Dir besseres Handling und mehr Fahrkontrolle, was gerade im Gelände nützlich ist. Deshalb findet man vor allem an Gravelbikes Rennlenker mit Flare-Werten von zehn Grad oder mehr.
Die passende Form finden
Neben dem Sonderfall „Gravellenker“ unterteilt man grundsätzlich zwischen wettkampforientierten Rennlenkern, sogenannten Kompakt-Lenkern und ergonomischen Rennrad-Lenkern. Welcher für Dich am besten passt, kommt auf Deine persönlichen Vorlieben, Dein Fahrverhalten als auch auf Deine Körpermaße an.
Die Modelle unterscheiden sich in der Form des Drops - zum einen gibt es den Klassiker mit großem Reach und Drop, dann die Kompaktmodelle mit geringem Reach und Drop, die auch Profis mittlerweile oft fahren, sowie die ergonomisch geformten Modelle. Diese verfügen über ein leicht verlängertes und zum Teil auch dickeres Rohr im Unterlenker, das verschiedene Griffpositionen ermöglicht und die Hände entlastet.
Windschnittig: Aero-Lenker und Lenkeraufsätze
Auf verschiedene, oft ausfallend anmutende Formen trifft man besonders im Bereich der Aero-Lenker. Bei manchen Modellen ist der Oberlenker extrem abgeflacht, was den Luftwiderstand reduziert und gleichzeitig für eine breitere Grifffläche und somit für mehr Komfort sorgt.
Aerodynamisch geformte Lenker sind nicht nur für sportlich orientierte Fahrer:innen interessant, sondern auch für Rouleure. Denn auf langen Strecken sparen sie mit leichten Modellen Gewicht und profitieren von der ergonomischen Formgebung.
Da die Aero-Lenker aus Carbon bestehen, leichter zerkratzen als Alu-Modelle und relativ breite, flache Oberrohre besitzen, ist es schwierig, Licht oder Navigationsgeräte an ihnen zu befestigen. Allerdings bieten viele Hersteller mittlerweile spezielle Halterungen an, damit Du auch im Aero-Cockpit bzw. an den Lenkeraufsätzen Deine Wattwerte im Blick hast.
Triathleten, die um jedes Gramm und jedes Watt feilschen, sind ebenfalls mit Aero-Lenkern unterwegs. Wenn Du „nur“ ein normales, aber kein spezielles Triathlon-Rad besitzt, aber unbedingt einmal die Kombi aus Schwimmen, Radfahren und Laufen finishen willst, sind Lenkeraufsätze eine gute Wahl, die sich per Klemmung an den Lenker montieren lassen.
Einfache Modelle gibt es bereits ab ca. 50 Euro. Die Aufsätze unterstützen Dich dabei, eine windschnittige und gleichzeitig entspannte Sitzposition einzunehmen, die Du zum Beispiel mit verstellbaren Armstützen variieren kannst.
Noch schneller: Zeitfahrlenker und Triathlonlenker
Wenn die Uhr Dein Gegner ist, also beim Triathlon oder Time Trial, dann sind spezielle Zeitfahrlenker bzw. Triathlonlenker eine gute Option. Mit ihnen erreichst Du eine noch flachere, aerodynamische Sitzposition und auf den Aufsätzen können Deine Unterarme, wenn Du Triathlon fährst, nach dem Schwimmen etwas entspannen.
Auch die Schaltung befindet sich vorn an den Aufsatz-Enden, sodass Du nicht zurückgreifen musst. Die Zeitfahrlenker haben eine hornähnliche Form und bestehen aus einem gerade bis leicht gebogenen Oberrohr, das an jeder Seite in Griffe mündet und auf dem in der Mitte die Extensions liegen.
An vielen Modellen lassen sich die Armschalen in Höhe, Breite und Längsrichtung passgenau auf jeden Athleten einstellen.
Die Materialfrage: Carbon oder Aluminium?
Bereits bei der Rahmenwahl ist das für viele die Gretchen-Frage. Doch auch hier gilt wie so oft: Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile. Der große Vorteil von Carbon gegenüber Aluminium ist sein geringes Gewicht bei gleichzeitig hohen Steifigkeitswerten.
Die Carbonfasern sorgen mit ihrer hohen Eigendämpfung für mehr Komfort und erlauben gezielt flexible Konstruktionen. Carbon besitzt zudem den Vorteil einer wesentlich freieren Formgebung, etwa wenn es darum geht, Aero-Lenker an der Oberseite abzuflachen. Im Vergleich zu Aluminium sind Rennrad-Lenker aus Carbon jedoch deutlich teurer.
Zudem solltest Du bei Carbon-Lenkern unbedingt die korrekten Anzugsdrehmomente beachten und am besten einen Drehmomentschlüssel und Carbon-Montagepaste zur Montage verwenden. Auch Aluminium hat nach wie vor seine Daseinsberechtigung - nicht nur, wenn es um den Preis geht. So bietet der Hersteller LEVELNINE gute und günstige Race-Modelle an.
Darüber hinaus ist Aluminium robust und verzeiht auch mal etwas fest angezogene Schrauben. Und selbst wenn Alu-Lenker etwas mehr wiegen als ihre Carbon-Pendants, ist es doch statische Masse, die weit weniger ausmacht als die rotierende Masse am Laufrad.
Und was ist mit Stahl?
Stahl war und ist beliebt und bleibt ein echter Klassiker. Kein Wunder, denn er besticht durch hohe Steifigkeitswerte, ist relativ günstig und sehr robust. Der einzige Nachteil: Stahl ist schwer, deshalb setzen Hersteller im Rennrad-Bereich, wo es auf jedes Gramm ankommt, auf Aluminium und vor allem Carbon.
Doch Liebhaber werden sicherlich immer einen „Stahlbügel“ finden. So bietet etwa der Hersteller Nitto Bahnrad-Lenker aus Stahl in verschiedenen Breiten und mit einem Drop von 152 und 170 Millimetern.
Grip und Design - worauf es beim Lenkerband ankommt
Wenn die Profis im Frühjahr bei Paris-Roubaix über Pflastersteine („pavée“) donnern, machen sie nicht nur Gebrauch von flexenden Carbon-Lenkern, Carbon-Sattelstützen und verhältnismäßig niedrigem Reifendruck, sondern auch von dick gewickeltem Lenkerband, um die Stöße in die Armen abzufedern.
Auch wenn Deine Touren über weniger anspruchsvolles Terrain führen, sind Lenkerbänder mit stoßdämpfenden Eigenschaften sinnvoll, denn sie erhöhen den Fahrkomfort und beugen Ermüdung vor. Hersteller Fizik setzt beim Tempo Microtex Bondcush Soft auf eine Polymerschicht, die Vibrationen dämpft.
Außerdem absorbiert das Material Feuchtigkeit und die angeraute Oberfläche verhindert, dass Du mit den Händen abrutschst. In der Regel sind Lenkerbänder um die 30 Millimeter breit und bestehen aus Vinyl-Kork-Mischungen, Leder oder Polymerzusammensetzungen.
Allen ist gemein, dass sie unempfindlich gegen Schweiß und Nässe sind und optimalen Grip bieten, egal ob Du mit oder ohne Handschuhe unterwegs bist. Last but not least - mit Lenkerbändern kannst Du Dein Rennrad optisch toll in Szene setzen.
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