Ich kann ja nicht nur dem Mountainbiken etwas abgewinnen - auch Rennradfahren macht Spaß. Da ich aber schon genug Geld in mein Mountainbike stecke, wollte ich beim Rennrad sparen und habe mir günstig ein altes Rennrad aus den 80ern besorgt und restauriert, so dass es fit ist für Touren.
Rennräder im Alltag
Grundsätzlich sind Rennräder natürlich für den sportlichen Einsatzzweck gedacht. Man sieht Rennräder, insbesondere ältere, aber immer häufiger auch als Stadtrad. Der Vintage- oder Retro-Look passt zum Zeitgeist. Grundsätzlich finde ich das klasse. Dennoch kann ein altes Rennrad auch ein tolles Stadtrad sein.
Man sollte allerdings bedenken, dass Rennräder nicht unbedingt komfortabel sind - verglichen mit einem guten, modernen Stadtrad. Aber das ist vielleicht eine Gewöhnungsfrage. Viel entscheidender ist, dass alte Rennräder in der Regel eine Rahmenschaltung und nicht gut aus einer oberen, bequemeren Griffposition zu bedienende Bremsen haben. Das macht ein schnelles, sicheres Reagieren auf Gefahrensituationen im Straßenverkehr etwas schwieriger.
Wer viel über Kopfsteinpflaster fahren muss, oder bei nassem Wetter unterwegs ist, dem werden u. a. Das Rennrad, welches ich hier restauriert habe, ist allerdings für den Sport gedacht. Dafür können „retro“ Rennräder super geeignet sein.
Worauf man beim Kauf achten sollte
Beim Kauf gilt es auf Einiges zu achten. Die folgende Aufzählung ist sicherlich nicht abschließend. Wenn ihr das Rad selber fahren wollt, achtet auf eine passende Rahmengröße. Alte Rahmen unterscheiden sich zum Teil in ihrer Geometrie von modernen Rahmen. Probefahren ist natürlich am besten. Auch der Lenker sollte zu euch passen. In etwa schulterbreit ist hier ein guter Richtwert.
Die Bezeichnungen „vintage“,„retro“ o. ä. sind nicht automatisch mit guter Qualität gleichzusetzen. Ich habe so einige Beschreibungen gelesen, die einfach nur völlig an den Haaren herbeigezogen waren, was die Details zum Rad anging. Es werden viele Räder in dieser Kategorie angeboten, die eher aus den 90ern stammen und die man damals beim Discounter kaufen konnte.
Wenn ihr ein Rad gefunden habt, sucht im Netz nach dem Hersteller, dem konkreten Modell und macht euch schlau. Häufig findet man Infos zum Rad, zum Baujahr, zum Einsatzzweck, zu den Originalkomponenten etc. Achtet auf die einzelnen Komponenten. Sind es noch die Originalteile? Ist das ein Gruppenmix oder eine reine Gruppe? Welche Qualität? Sind vielleicht besondere Komponenten verbaut? Das Rad unten hat zum Beispiel Schlauchreifen - hatte ich zuvor noch nie…
- Wurde das Rad „verbastelt“? Sprich neu lackiert, Teile ausgetauscht o. ä. Das ist unter Umständen völlig ok, muss aber gut gemacht sein.
- Was gibt es für Materialschäden? Alte Räder ganz ohne Schäden gibt es kaum. Aber die können entscheidend sein. Leichte Lackschäden? Kein Problem. Irreparabler Rahmenschaden? Vergesst das Rad - höchstens zum Ausschlachten.
Wenn ihr Reparaturen vornehmen müsst, stellt sich die Frage, ob ihr das richtige Werkzeug da habt. Bspw. hatte ich an einem Rad einen Esjot Schraubkranz dran - die Firma sagte mir gar nichts. Den Abzieher dafür findet man sogar im Internet nur sehr selten.
Was muss ersetzt werden? Selbst wenn die meisten Teile ok sind, muss in der Regel irgendwas gewechselt werden. Sammlerstücke sollte man meiner Meinung nach nur restaurieren und möglichst wieder mit Originalteilen versehen oder diese erhalten. Dann gibt es sicherlich eine Zwischenkategorie: Es handelt sich um ein eher hochwertiges, altes Rad, aber kein Topmodell - so eines, wie weiter unten zu sehen ist. Ich habe mich dazu entschieden, Räder dieser Kategorie möglichst zu restaurieren und da, wo es Not tut, mit anderen Teilen zu ergänzen, damit es wieder fahrtüchtig ist.
Letztendlich kommt es auch darauf an, ob ihr das Rad nutzen möchtet, oder es nur für die „Vitrine“ ist. Letzteres wäre mir ja zu schade und ich glaube man wird den ursprünglichen Konstrukteuren mehr gerecht, wenn man ihr„Werk“ zu seinem Zweck einsetzt - also damit fährt. Wenn ihr es benutzt, muss es natürlich funktionieren und das kann bedeuten, dass ihr einige der Originalteile austauschen müsst. Wenn der Sattel bspw.
Restaurierung eines Rennrades
Jetzt geht’s los! Gegenstand dieser Restaurierung ist ein Rennrad aus meinem Geburtsjahr 1981 - zumindest laut dem Verkäufer. Es handelt sich um ein Centurion LeMANS. Dieses Modell wurde von 1970 bis 1989 gefertigt und stetig verbessert. Das Wichtigste: Der Rahmen ist top in Schuss. Nichts ist verbogen und es gibt nur eine Roststelle. Alle Lager müssen demontiert und komplett neu gefettet werden, da sich bspw. die Kurbel nicht mehr wirklich gut bewegen lies. Die Züge und Zughülsen waren hinüber. Das Lenkerband war total abgegriffen. Die Lenkerstopfen waren angebrochen. Der Sattel hatte einen längeren Riss. Die Schlauchreifen waren sehr rissig.
Andere Verschleißteile, wie bspw. inkl. pro Stück, neu. Die Liste oben ergibt insgesamt 10,04kg, was gar nicht so weit weg ist vom tatsächlichen Wert. Ich würde mal sagen, dass Rad ist ca. 3kg zu schwer für die Bezeichnung „in der Gewichtsklasse würde ich ein neues Rennrad kaufen“. Hier kann es bei alten Rädern schon mal zu Überraschungen kommen. Die hier finde ich ganz gut. Je nach Arbeitsgängen. Ich habe mir irgendwann mal eine gute gekauft.
Bei allen Produkten immer darauf achten, ob es die Teile, Farben o. Z. B. Z. B. für Sattelstützen, Einpresshülsen und -schalen Schraubgewinde. Sicher muss man nicht unbedingt jedes Rad vollständig demontieren. Aber abhängig vom Zustand oder euren Ansprüchen, kann das sinnvoll sein. Mein Ziel war es alle Teile gründlich zu reinigen, neu zu schmieren, den Rahmen aufzuarbeiten usw. Wie schon oben beschrieben, können es alte Räder in sich haben.
Zwar kommt man mit einem günstigen Fahrrad-Werkzeugkoffer schon sehr weit und meiner hat mir hier gute Dienste erwiesen, aber an einigen Komponenten ist das darin enthaltene Werkzeug doch gescheitert. Bspw. Die vollständige Demontage des Rennrades hat sich in jedem Fall gelohnt. Den gröbsten Schmutz am Rahmen habe ich mit viel Wasser, Spüli und einem Schwamm entfernt. Grundsätzlich ist bei Beschriftungen, Aufklebern o. ä., die alten Fahrrädern ihre besondere Note verleihen, immer etwas Vorsicht geboten. Diese möchte ich möglichst erhalten. Bei hartnäckigerem Schmutz, hilft übrigens WD-40 sehr gut.
Kleinere Macken habe ich einfach drin gelassen. Zum Glück, fand sich an dem Rahmen des Centurion nur an einer Stelle Rost, die hätte auf lange Sicht aber sicher Probleme gemacht. Die Stelle habe ich grob abgeschliffen und gesäubert und dann mit Rostumwandler behandelt. Hier muss man vorsichtig sein. Rostumwandler eignen sich nicht immer für solche Arbeiten und greifen teilweise Lacke o. ä. an. Jetzt musste ich die Stelle erneut lackieren. Ich habe bereits so einige Fahrräder komplett neu lackiert und dabei die besten Ergebnisse mit Autolacken erzielt. Etwas schwierig ist die Farbwahl. Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, kann man beim Lackierer eine Farbanalyse machen lassen.
Die Stelle war aber recht klein und ich habe einen Auto-Lackstift in einem Rotton gefunden, der sich vom Original nur mit der Lupe unterscheiden lässt. Anschließend habe ich den gesamten Rahmen mit einem Auto-Lackreiniger bearbeitet. Wieder erst vorsichtig an einer unauffälligen Stelle testen. Die Reinigung der Anbauteile war eine recht mühselige Geschichte, aber ich wollte, dass alles wieder blitzt und strahlt und v. a. einwandfrei funktioniert. Dabei kamen zunächst wieder Wasser, Spüli und WD-40 zum Einsatz.
Um sich das Leben leichter zu machen, kann man alle Teile einfach komplett mit WD-40 einsprühen und über Nacht in einer Wanne stehen lassen. Zum Teil musste ich auf Nitro zurückgreifen. Damit solltet ihr sehr vorsichtig umgehen, da es unter Umständen die Teile angreifen kann. Zu guter Letzt habe ich alle Metallteile mit der Polierwatte von Nevr Dull poliert. Jetzt erstrahlen alle Teile wieder in altem Glanze.
Auf modernen Fahrradkomponenten werden häufig die Drehmomente angegeben, die man beim Festziehen benutzen soll. Bei alten Komponenten steht man vor einem Problem. Was also tun? Ich habe mich grundsätzlich an den Drehmomenten moderner, ähnlicher Komponenten orientiert. Wenn ich das Gefühl hatte, etwas wird zu fest, habe ich es wieder leicht gelockert. Anschließend habe ich mit dem Rennrad eine kleine Testtour bei niedriger Geschwindigkeit gemacht. Einige Schrauben haben sich dabei wieder etwas gelockert. Also fester anziehen.
Die Reinigung des Rahmens und der Komponenten hat nicht mehr viel Fett und Schmiere zurückgelassen. Beim Kauf war es mir gar nicht aufgefallen, dass das Rennrad Schlauchreifen besitzt. Bei diesen bildet der Reifenmantel eine geschlossenen Hülle, in welcher der Schlauch liegt. Das Rennrad ist wieder vollständig aufgebaut. Zum Schluss müssen vor allem Schaltung und Bremsen justiert werden.
Kosten der Restaurierung
Die Kosten können sich bei einem solchen Projekt erheblich unterscheiden. Was kostet das Rennrad?Was habt ihr an Werkzeug, Pflegemitteln etc. Gebt hier nicht zuviel aus. Vor allem dann nicht, wenn ihr euch über die Qualität des Rennrades nicht im Klaren seid. Versucht hier eine grobe Aufstellung zu machen. Je mehr Werkzeug ihr schon habt, desto besser. Insgesamt etwa 245 Euro. Die Restaurierung eines alten Rennrades ist nicht automatisch ein günstiges Vergnügen.
Top 15 Rennrad Lenker Retro
Wir haben Produkte im Bereich „Rennrad Lenker Retro“ miteinander verglichen und Empfehlungen für Dich zusammengestellt. Hier findest Du die Top 15 im Bereich „Rennrad Lenker Retro“.
- Der perfekte Lenker für Rennräder sollten aus hochwertigen Materialien gefertigt sein und eine ergonomische Form haben.
- Die meisten Rennradlenker sind aus Aluminium oder Carbon gefertigt.
Beide Materialien haben ihre Vor und Nachteile. Aluminium ist ein sehr leichtes und stabiles Material, aber es ist auch relativ steif. Die ergonomische Form eines Lenkers ist sehr wichtig, damit man beim Radfahren nicht so schnell müde wird. Die Breite des Lenkers ist ebenfalls sehr wichtig. Sie sollte so gewählt werden, dass man bequem und sicher lenken kann.
Rennradlenker können aus verschiedenen Materialien und in verschiedenen Formen und Größen erworben werden. Eine Liste der Bestseller unter der Kategorie „Rennrad Lenker Retro“ findest Du hier. Hier kannst Du Dich orientieren, welche Produkte andere Nutzer besonders oft gekauft haben.
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