Einzelabnahme Motorrad: Kosten und wichtige Informationen zum TÜV

Die Hauptuntersuchung (HU) - umgangssprachlich auch „TÜV“ genannt - ist ein regelmäßiger Termin, bei dem dein Motorrad geprüft wird. Treffen die oben genannten Voraussetzungen zu, musst du alle 24 Monate mit deinem Motorrad zum TÜV. Wichtig ist, dass du die Prüfung nur bei einer anerkannten Prüforganisation durchführen lassen kannst.

Die Einzelabnahme ist eine spezielle Untersuchung, für die ebenfalls TÜV-Kosten anfallen können. Sie ist immer dann notwendig, wenn du an deinem Motorrad etwas verändert hast. Weichen Bauteile von den ursprünglich zugelassenen Teilen ab, musst du die Verkehrssicherheit deines Fahrzeugs prüfen lassen. Gut zu wissen: Die Kosten für die Einzelabnahme sind unabhängig von den allgemeinen TÜV-Kosten.

Warum ist die Einzelabnahme notwendig?

Umbauten an Autos und Motorrädern liegen voll im Trend. Doch ist die Veränderung auch ohne weiteres für den Straßenverkehr zugelassen? Zwar liefern viele Anbieter von Tuningteilen oder Umbaukits gleich ein Prüfzeugnis mit, beispielsweise eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE). Oft jedoch liegt dieses Zeugnis nicht vor - das gilt insbesondere für individuelle Tuningmaßnahmen. Ohne gültiges Prüfzeugnis muss die Veränderung am Fahrzeug im Einzelfall begutachtet werden.

Eine Einzelabnahme nach § 19(2) StVZO benötigen Fahrzeugbesitzer:innen, die bauliche Veränderungen an ihrem Fahrzeug vorgenommen haben, ohne dass entsprechende (Typen-) Genehmigungen der Fahrzeugteile vorliegen. Werden die Fahrzeugteile dann nicht per Einzelabnahme in die Fahrzeugunterlagen (Zulassungsbescheinigung Teil 1 und Teil 2) eingetragen, erlischt die Betriebserlaubnis und damit auch der Versicherungsschutz. Bei einem Unfall kann eine Versicherung die Übernahme der Kosten verweigern - unabhängig der Schuldfrage. Außerdem können die ungenehmigten Umbauarbeiten zu Bußgeldern und Fahrverbot führen.

Was wird bei einer Einzelabnahme geprüft?

Bei der Hauptuntersuchung prüft ein Sachverständiger oder eine Sachverständige die Bauteile und Funktionen deines Motorrads. Diese Prüfung findet in Form einer Sichtprüfung statt. Anschließend folgt eine Probefahrt, um die Brems- und Lenkfunktion sowie die elektronischen Sicherheitsassistenten zu kontrollieren.

Wichtige Prüfpunkte sind:

  • Allgemeiner Fahrzeugzustand: Hier ist wichtig, dass die Angaben in den Fahrzeugdokumenten zutreffen. Beispielsweise dürfen technische Veränderungen das vordefinierte zulässige Gesamtgewicht nicht beeinträchtigen.
  • Bremsen: Weisen die einzelnen Bauteile Mängel auf? Das könnten beispielsweise Rost oder zu wenig Bremsflüssigkeit sein.

Was ist der Unterschied zwischen § 19(2) und § 21 StVZO?

Es gibt zwei Arten von Einzelabnahmen, die in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) geregelt sind:

§ 19(2) StVZO

§ 19(2) StVZO regelt die Einzelabnahme von Fahrzeugänderungen bei bereits zugelassenen Fahrzeugen. Sie ist erforderlich, wenn ein Fahrzeugteil oder eine Änderung nicht von einer gültigen Typgenehmigung (z.B. TTG) gedeckt ist. Hier prüft eine sachverständige Person, ob die Änderung keine Gefahr für die Verkehrssicherheit darstellt.

§ 21 StVZO

§ 21 StVZO regelt die Ausstellung einer neuen Betriebserlaubnis für komplette Fahrzeuge. Erforderlich ist das beispielsweise bei Fahrzeugen, die aus dem Ausland nach Deutschland importiert wurden - ausgenommen Neu- oder Gebrauchtfahrzeuge mit einer EWG-Betriebserlaubnis und einer EG-Übereinstimmungserklärung. Zudem wird dieses sogenannte Vollgutachten auch bei Fahrzeugen ohne gültige Papiere nötig oder wenn ein Fahrzeug länger als sieben Jahre stillgelegt war und keine Unterlagen wie Datenbestätigung, Bescheinigung über die Einzelgenehmigung oder EG-Übereinstimmungsbescheinigung für die Wiederzulassung vorliegen.

Wer führt eine Einzelabnahme durch?

Alle Prüforganisationen dürfen eine Einzelabnahmen nach § 21 StVZO durchführen. Neben den bundesweiten TÜV-Prüfzentren dürfen das auch Dekra, GTÜ, KÜS und darauf spezialisierte Sachverständige. Auch Kfz-Werkstätten bieten häufig diesen Service an, meist über Sachverständige, welche die Werkstatt an bestimmten Tagen besuchen und vor Ort die Arbeit durchführen.

Gutachter:innen der Prüforganisationen wie TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS prüfen bei der Einzelabnahme das jeweilige Bauteil oder mehrere Bauteile, die in Verbindung arbeiten (Räder und Fahrwerk) und untersuchen, inwieweit sie das Fahrverhalten und damit die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs ändern. Wenn alles okay ist, wird der Einbau für die Kraftfahrzeugzulassungsstelle bestätigt.

Welche Dokumente werden benötigt?

Vor dem Termin der Einzelabnahme sollten Autobesitzende alle Unterlagen zusammentragen, die die Veränderungen am Fahrzeug dokumentieren. Dazu müssen bei der Einzelabnahme Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) sowie alle vorliegenden Dokumente wie Prüfbericht, Festigkeitsgutachten, Vergleichsgutachten, Laborberichte und technische Berichte vorliegen.

Wie lange dauert eine Einzelabnahme?

Je nach Aufwand der Einzelabnahme kann sie von wenigen Minuten bis hin zu ein paar Stunden dauern.

Was kostet eine Einzelabnahme?

Die Kosten für eine Einzelabnahme können variieren und hängen von verschiedenen Faktoren ab.

Eine Einzelabnahme kann zwischen 50 und 500 Euro kosten, meist sind es ab 150 Euro bei einem schnell zu kontrollierenden und einzutragenden Fahrzeugteil. Je nach Aufwand kann die Einzelabnahme aber auch mehrere hundert Euro kosten, etwa bei Fahrzeugimporten.

Eine längere Prüfzeit kann die Kosten erhöhen, insbesondere wenn zusätzliche Prüfungen oder Nachbesserungen erforderlich sind.

Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über mögliche Kostenfaktoren:

Kostenfaktor Beschreibung
Art der Änderung Umfangreiche Umbauten verursachen höhere Kosten.
Vorherige Gutachten Liegen bereits Gutachten oder andere Dokumentationen vor, können diese den Prüfprozess erleichtern und somit die Kosten senken.
Prüfaufwand Die Dauer und Komplexität der Prüfung beeinflussen die Kosten.
Individuelle Gebühren Die Gebühren können je nach Prüfstelle variieren.

Was ist nach der Einzelabnahme zu tun?

Nach erfolgreicher Prüfung muss die Änderung bei der zuständigen Zulassungsstelle in die Fahrzeugdokumente eingetragen werden.

Tipps zur Vorbereitung, um Kosten zu sparen

  • Es ist ratsam, schon vor Beginn der Umbauarbeit mit Sachverständigen zu sprechen, die später die Einzelabnahme durchführen sollen, um etwaige Schwierigkeiten und die professionelle Meinung der Prüfperson vorab berücksichtigen zu können.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie alle notwendigen Dokumente und Gutachten zur Verfügung haben und lassen Sie sich im Vorfeld von einem Experten beraten.

Den TÜV zu überziehen ist keine gute Idee. Denn in diesem Fall fallen die Motorrad TÜV-Kosten höher aus, sowohl beim Auto als auch beim Motorrad. Deshalb solltest du dir den Termin vormerken. Nach der Zulassung ist die erste HU nach 24 Monaten fällig. Der Rhythmus von zwei Jahren bleibt auch nach der ersten Hauptuntersuchung bestehen.

Dein Fahrzeug ist wegen Mängeln beim TÜV durchgefallen? Dann ist eine Nachuntersuchung erforderlich. Es ist sozusagen eine zweite TÜV-Untersuchung, bei der die Prüforganisation die behobenen Mängel erneut kontrolliert. Den Termin zur Nachuntersuchung solltest du unbedingt wahrnehmen. Andernfalls drohen Bußgelder.

Damit du die TÜV-Plakette für dein Motorrad erhältst, muss dein Fahrzeug die wichtigsten TÜV-Kriterien erfüllen. Dazu sollte es gepflegt und in einem technisch einwandfreien Zustand sein. Um die Kosten beim TÜV für dein Motorrad so niedrig wie möglich zu halten, lohnt sich eine gründliche Vorbereitung. Mit dieser Vorbereitung sparst du Zeit und Kosten.

Die HU mehr als zwei Monate zu überziehen ist nicht ratsam, wenn du die TÜV-Kosten im Rahmen halten möchtest. Im schlimmsten Fall riskierst du einen Punkt in Flensburg und ein Bußgeld von bis zu 60 Euro. Hast du den TÜV versäumt, musst du bei einer Polizeikontrolle mit Strafen und Bußgeldern rechnen. Ihre Höhe hängt davon ab, wie lange du ohne zulässige TÜV-Plakette fährst. Ist sie erst seit Kurzem abgelaufen, fallen 15 Euro an.

Ist dein TÜV abgelaufen (, hat das zunächst keine direkte Auswirkung auf deine Kfz-Haftpflichtversicherung. Dein Versicherungsschutz bleibt bestehen. Allerdings bekommst du Probleme, wenn du in einen Unfall gerätst, der aufgrund technischer Mängel entstanden ist.

Die Kosten für den TÜV sind beim Motorrad normalerweise niedriger als bei Pkw oder Kfz bis 7,5 Tonnen. Sie liegen in der Regel zwischen 65 und 75 Euro. Die konkreten Gebühren hängen jedoch vom Bundesland und deiner Prüfstelle ab.

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