Integrierte Rennradcockpits: Ein umfassender Überblick

Integrierte Cockpits sind optisch ansprechend, aber ihre Passform ist entscheidend. Diese Einheiten, die Züge im Inneren verbergen, lassen sich grob in folgende Kategorien einteilen:

  • Vollintegrierte Cockpits mit und ohne Verstellmöglichkeiten
  • Teilintegrierte Cockpits, bei denen sich Lenker und Vorbau trennen lassen
  • Spezialcockpits mit austauschbaren Spacern

Die Anpassbarkeit an persönliche Wünsche variiert stark. Wer sich für ein integriertes Rennradcockpit entscheidet, sollte seine Sitzposition kennen oder ein professionelles Bikefitting in Anspruch nehmen.

Verschiedene Typen integrierter Cockpits im Vergleich

Vollintegriertes Cockpit ohne Verstellung

Diese Variante ist bei Top-Modellen vieler Hersteller verbreitet. Die Höhenverstellung erfolgt meist durch Kürzen des Gabelschafts, typischerweise um 30-40 mm. Änderungen erfordern Eingriffe in die Bremsanlage, da die Leitungen durch Vorbau und Lager geführt werden. Auf einen runden Gabelschaft passen aber auch teilintegrierte Cockpits.

Vorteile & Nachteile

  • Plus: Kompatibel mit modularen Lösungen, Höhenverstellung durch Spacer
  • Minus: Längenanpassung nur durch Tausch des Cockpits

Vollintegriertes Cockpit mit Höhen- und Breitenverstellung (Canyon)

Canyon verbaut bei seinen Top-Modellen der Reihen Aeroad, Ultimate und Endurace Cockpits mit integrierter Höhen- und Breitenverstellung. Die Höhenverstellung beträgt bis zu 20 mm beim neuen Aeroad. Aufgrund der Konstruktion passen ausschließlich Canyon-Cockpits. Anpassungen sind nur durch Tausch nach dem Kauf möglich.

Vorteile & Nachteile

  • Plus: Integrierte Verstellung
  • Minus: Jenseits des kleinen Verstellbereichs keine Anpassung möglich

Teilintegriertes Cockpit (Vorbau und Lenker trennbar)

Dies ist die flexibelste Lösung, besonders wenn die Leitungen abgedeckt unter dem Vorbau liegen. Dann ist ein Vorbautausch ohne Öffnen der Leitungen möglich. Es gibt auch aufeinander abgestimmte Teile, die wie aus einem Guss wirken (z. B. von BMC, Scott). Sind die Klemmmaße Standard, können alternative Lenker- und Vorbautypen verwendet werden, darunter auch aufwärts weisende Lenker (+15 mm in der Höhe) oder besonders kurze/lange Vorbauten (60-140 mm). Ein möglicher Nachteil ist der Anschluss an den Rahmen.

Vorteile & Nachteile

  • Plus: Modular, großer Anpassungsbereich, weniger Umbaukosten
  • Minus: Nicht ganz so elegant und leicht wie einteilige Cockpits

Spezialcockpit mit austauschbaren Spacern

Beim Simplon Pride II kann das zweiteilige Cockpit durch Tausch des speziellen Vorbaus und spezieller Spacer in zwei Schritten um 45 mm in der Höhe und 40 mm in der Länge angepasst werden. Die Leitungen müssen dafür nicht zwingend geöffnet werden. Das Pride II ist ein Beispiel für eine Konstruktion, die ein hohes Maß an Integration mit Praktikabilität verbindet.

Vorteile & Nachteile

  • Plus: Modular, relativ großer Anpassungsbereich
  • Minus: Erfordert Spezialbauteile

Eine Tabelle, die die verschiedenen Cockpit-Typen und ihre Eigenschaften zusammenfasst:

Cockpit-Typ Verstellmöglichkeiten Kompatibilität Vorteile Nachteile
Vollintegriert (ohne Verstellung) Höhe (Gabelschaft kürzen, Spacer) Eingeschränkt Kompatibel mit modularen Lösungen Längenanpassung nur durch Tausch
Vollintegriert (mit Verstellung) Höhe, Breite Sehr eingeschränkt (Canyon-spezifisch) Integrierte Verstellung Geringer Verstellbereich
Teilintegriert Höhe, Länge, Lenkerform Hoch (bei Standard-Klemmmaßen) Modular, großer Anpassungsbereich Weniger elegant, etwas schwerer
Spezialcockpit (austauschbare Spacer) Höhe, Länge Eingeschränkt (modellabhängig) Modular, relativ großer Anpassungsbereich Erfordert Spezialbauteile

"Beratung vor dem Kauf!": Interview mit Bikefitterin Ilona Herbert

TOUR: Kommen mehr Kunden mit ihrem Rad zum Fitting oder lassen sie sich vor dem Kauf beraten?

Ilona Herbert: Die meisten bringen ihr Rad mit. Wir empfehlen jedoch eine Beratung vor dem Kauf, denn erst dann kann man sicher sein, dass das Rad zu der gewünschten Fahrposition passt.

TOUR: Welche Erfahrungen haben Sie mit integrierten Cockpits?

Ilona Herbert: Es kommt häufig vor, dass Länge oder Höhe von einteiligen Cockpits angepasst werden sollten; ob das dann wirklich nach dem Fitting passiert, entscheidet der Kunde selbst.

TOUR: Können Sie aus Ihrer Datenbank herauslesen, ob das Wunschrad einem Kunden passt?

Ilona Herbert: Ja, wir haben sehr detaillierte Daten und schauen im Zweifel für den Kunden nach. Die Handposition berechnen wir anhand der Rahmendaten und den Angaben zu Spacern, Vorbauten und Lenker-Reach. Ist der Lenker-Reach nicht angegeben, rechnen wir mit 90 Millimetern Länge.

TOUR: Welche Koordinaten geben Sie den Kunden, damit die Handposition passt?

Ilona Herbert: Wir geben die Mitte des Oberlenkers statt der Handposition am Bremsgriff an, weil dieser Wert leichter vom Radhändler zu erfassen und besser zu reproduzieren ist.

TOUR: Wie genau muss das Fitting bzw. die Einstellung der Handposition sein? Auf den Millimeter genau oder reichen Zentimeter?

Ilona Herbert: Das kann man nicht pauschal sagen. Wir stellen das Rad im Termin optimal ein; dies ist von den körperlichen Voraussetzungen des Kunden wie Beweglichkeit und Kraft abhängig.

Der Trend der Integration steht im Fokus zukünftiger Bikes. Die Formensprache der Rahmen wird komplex und organisch zugleich. Diese Vorgaben werden mit Lenker-Vorbau-Kombinationen harmonisch abgebildet. CFK Expertise fliesst in den Faseraufbau ein. Zusammen mit Carbonworks gibt es ein System, bei dem die Halterung direkt in die Kombination gesteckt wird. Diese Erfindung ist geschützt. Es gibt die Halterung in drei Varianten (kurz, lang und winkelverstellbar) sowie mit Aufnahme für jegliche GPS-Computer. Als Zubehör kann ein GoPro Halter für unseren GPS Mount hinzugefügt werden (nur für lange und winkelverstellbare Version möglich). Alle Produktionsschritte finden in-house statt, von der Idee bis hin zum Serienprodukt. Somit kann die gesamte Qualität überwacht und sichere Produkte hergestellt werden.

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