Rennradfahren auf Teneriffa: Erfahrungen und Routen

Die Kanareninsel Teneriffa liegt im Atlantik auf der Höhe des südlichen Marokkos, nur 250 Kilometer von Afrikas Küste entfernt. Die 80 Kilometer lange Kanareninsel Teneriffa liegt in Form eines gleichschenkligen Dreiecks zwischen den kleineren runden Inseln La Gomera und Gran Canaria. Die sieben kanarischen Hauptinseln bilden innerhalb Spaniens als „Canarias“ eine eigene autonome Gemeinschaft. Hauptstadt-Status haben gemeinsam Santa Cruz de Tenerife sowie Las Palmas de Gran Canaria. Auf Teneriffa befindet sich mit dem Pico del Teide (3715 Meter) der höchste Berg Spaniens.

Das ganzjährig angenehme Klima, die gute Infrastruktur und viele Touristen machen Teneriffa zu einer dicht besiedelten Insel. Im grüneren Norden und im sonnigeren Süden ist zwischen den einzelnen Siedlungen in Küstennähe kaum Platz: Autobahnen, Appartementsiedlungen und Industriegebiete verbauen die Landschaft. Erst oberhalb von 500 bis 700 Metern Höhe wandelt sich das Bild - völlig. Wo die Besiedlung nachlässt, beginnen Delikatess-Straßen. Das anspruchsvolle Profil mit Steigungen bis über 15 Prozent und langen Anstiegen, die sich mit großen Alpenpässen messen können, erfordert Kompaktkurbel und großes Bergritzel.

Informationen zu Teneriffa

Alle drei Inseln, Teneriffa, La Gomera und Gran Canaria, haben sich vor über elf Millionen Jahren feuer- und lavaspuckend aus dem Atlantik erhoben, Teneriffa überragt aber mit dem 3715 Meter hohen Vulkan Pico del Teide die beiden Schwestern deutlich. Direkt von Meereshöhe klettern Straßen an den Flanken des Vulkans auf ein über 2000 Meter hoch gelegenes Plateau mit 17 Kilometern Durchmesser: die Caldera de las Cañadas. Der gewaltige Kraterkessel zählt zu den größten der Erde, und man kann ihn mit dem Rennrad durchfahren.

Von einem „Tanz auf dem Vulkan“ zu sprechen, wäre aber zu abgedroschen und auch nicht wahr - für die meisten zumindest. Die wenigsten, die an den Flanken des Teide hinaufklettern, werden die 2000 Höhenmeter am Stück als Tanz empfinden, dafür fehlt das Leichte, das Beschwingte. Das zeigen höchstens Radprofis, die dort im Winter trainieren, etwa die von Bora-Hansgrohe, die wir im Februar 2023 im Höhentrainingslager besuchten. Wenn sie in den Flanken des Teide vorbeifliegen wie schwerelose Roboter, außerirdisch, unerreichbar, ist das ganz schlecht fürs Ego …

Wer nach Teneriffa kommt, muss aber nicht nur Berge mögen, sondern auch bereit sein, per Bus oder Auto zum Start der schönsten Touren zu fahren. Weil auf den Küstenstraßen oft viel Verkehr herrscht und alle anderen Straßen meist direkt in den Himmel führen, sind von kaum einem Küstenort mehr als zwei oder drei sinnvolle Radtouren möglich. Hat man das akzeptiert, fasziniert die Insel mit unglaublichen Landschaften und wirklich ruhigen Nebenstraßen.

Straßentunnel aus Sträuchern auf Teneriffa

Den größtmöglichen Kontrast zum kargen Teide markiert das Anaga-Gebirge, etwa 40 Kilometer nordöstlich des Gipfels. Der kleine, tausend Meter hohe Rücken strukturiert den nördlichsten Teil Teneriffas. Er ist schroff und dünn besiedelt. Die Wolkenbänke, die der Nordostpassat gegen die Insel schiebt, lassen dort ihre Feuchtigkeit fallen, feine Tröpfchen benetzen alles. Schilder an Sträßchen, die ohne Mittelstreifen aufwärts führen, warnen vor Rutschgefahr. Dabei geht es nicht um Glatteis, sondern um Algen und Moos, das sich seifig glatt über den Asphalt legt. Riesige Sträucher von Baumheide und Gagelbaum formen dunkle, klamme, glitschige Straßentunnel, aufgelockert durch gelbe Akzente mannshoher Löwenzahnstauden.

Zeigt sich Licht am Ende des Tunnels, verschlägt einem der Ausblick bisweilen den Atem: Dann ist der scharfe Gebirgskamm nicht breiter als die Straße. Wer eine der wenigen Straßen hinunterrauscht, muss mangels Küstenstraße dieselbe auch wieder hinauf.

Touren auf Teneriffa

Im Folgenden werden einige ausgewählte Rennradtouren auf Teneriffa vorgestellt, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und landschaftliche Reize bieten.

Tour 1: Rund um den Flughafen

55 Kilometer, 850 Höhenmeter

Unser Tipp für eine erste Teneriffa-Tour, um sich locker einzufahren. Teneriffas Flughafen wurde aus gutem Grund in der südöstlichsten Ecke der Insel platziert: Dort ist es flach genug für lange Start- und Landebahnen, außerdem stehen keine allzu steilen Bergflanken großen Flugzeugen bei deren An- und Abflug im Weg. Das Terrain eignet sich deshalb bestens für eine kleine Rennradrunde ohne allzu viele Höhenmeter (für Teneriffa-Verhältnisse). Von einer Rollerstrecke zu sprechen, würde ihren Charakter aber nicht treffen, weil in der zweiten Hälfte auf 27 Kilometern mehr als 500 Höhenmeter warten; knackige Stiche sind aber nicht dabei.

Los geht es in einem der Touristenzentren des Südens, in Los Cristianos. Schnell verlassen wir den Ort, in dem sich Hotel an Hotel reiht, Richtung Osten. Die Straße, die kurz der Südautobahn folgt und durch eine ockerfarbene, baumlose Landschaft führt, wurde teils in den vulkanischen Untergrund geschnitten - Geologen hätten an den freigelegten Schichten links und rechts ihre Freude. Bald wird die Sicht aber frei auf den Atlantik, den wir in Costa del Silencio nach etwas mehr als zehn Kilometern erreichen. Ein Schlenker via Las Chafiras führt kurz weg von der Küste, der wir bei Los Abrigos wieder folgen. Wenn wir den Flughafen an der östlichen Seite passieren, ist die Hälfte der Strecke erreicht, aber nicht die Hälfte der Höhenmeter. Die sammeln wir, wenn sich die Runde von San Isidro bis La Camella in Höhen zwischen 200 und 350 Meter überm Meer an den Vulkanflanken entlanghangelt. Es geht durch Siedlungen, karges Brachland, wenige landwirtschaftliche Flächen. Oft wird man eingerahmt von kleinen Vulkankegeln, die wie Hütchen in der Gegend stehen. Hat man den höchsten Punkt der Runde (in La Camella) auf rund 350 Meter erreicht, rauscht man die letzten fünf Kilometer nach Los Cristianos nur noch bergab.

Tour 2: Am Kraterrand

94 Kilometer, 2400 Höhenmeter

Wie bei Tour 1 starten wir nahe am Meer in Los Cristianos, diesmal bleibt aber keine Minute Zeit zum Einrollen, es geht sofort bergauf. Das Profil der Runde ist simpel, aber auch etwas angsteinflößend, es sieht aus wie ein Querschnitt des Teide-Vulkans, an dessen südlicher Flanke wir hinaufklettern: 35 Kilometer geht es nur bergauf, auf über 2000 Meter Höhe wird es kurz flach, dann folgt eine ewig lange Abfahrt zurück ans Meer.

Aber der Reihe nach: Die ersten neun Kilometer führt die schmale Bergstraße über Rampen mit niedrigen zweistelligen Steigungsprozenten bis Arona, durch eine Mischung aus lockeren Siedlungen, steppenhaften Busch- und Grasland und mit vergilbt-weißen Plastikplanen abgedeckten Gewächshäusern. Mit zunehmender Höhe wird es stiller, die Siedlungen werden weniger. Vor La Escalona besänftigen erste Serpentinen den steilen Anstieg und erlauben wunderbare Rückblicke zum Meer. Der Berg wird immer karger. An vielen Stellen liegt die rote vulkanische Erde blank in der Sonne, Trockenmauern halten die Hänge fest, die ersten Kanarischen Kiefern säumen die Straße. Wer eine kleine Stärkung braucht, findet nach 22,5 Kilometern in Vilaflor eine letzte Gelegenheit zur Einkehr. Vor dem finalen Anstieg empfiehlt sich die Cafetería Tito (Durchgangsstraße linksseitig) mit guten Kleingerichten. Von dort bis zur Caldera de las Cañadas im Zentrum Teneriffas sind es noch 850 Höhenmeter, auf denen ein lichter Kiefernwald nur wenig Schatten spendet.

In südlicher Richtung wird die Caldera de las Cañadas, ein riesiger Einsturzkessel vulkanischen Ursprungs von ungefähr 17 Kilometern Durchmesser, von durchschnittlich 500 Meter hohen Kraterwänden begrenzt. 200 Höhenmeter unterhalb ihres höchsten Punktes findet die Straße einen Durchschlupf in die Caldera, die glatt wie der Boden einer Bratpfanne daliegt, noch einmal um fast das Doppelte an Höhe überragt vom kegelförmigen Gipfelaufbau des 3715 Meter hohen Pico del Teide.

Jetzt heißt es: verschnaufen, den Ausblick genießen und vier Kilometer am westlichen flachen Rand der Caldera durch eine fast vegetationslose Mondlandschaft genussvoll dahingleiten. Was danach folgt, ist ein nicht enden wollender Abfahrtstraum: Die nächsten 30 Kilometer bis Guía de Isora vernichten 1500 Höhenmeter, führen durch Kiefernwälder, schroff erstarrte Lavaströme und sie bieten Ausblicke wie aus dem Flugzeug auf den Atlantik und die Nachbarinsel La Gomera. Dann geht es 24 Kilometer unmerklich sanft hinab zur Küste bis Los Cristianos, zurück vom Mond in die touristische Zivilisation auf der Erde.

Tour 3: Balanceakt im Teno-Gebirge

69 Kilometer, 2000 Höhenmeter

Die relativ kurze, aber knackige Runde ins Teno-Gebirge im äußersten Westen Teneriffas führt über mäßig befahrene Straßen und gewährt atemberaubende Ausblicke. Los geht’s nahe der Küste in Icod de los Vinos, das schon 1496 von Konquistadoren gegründet wurde. Der Name leitet sich von Icod ab, einem ehemaligen Stammesgebiet der Guanchen-Ureinwohner auf dem Gebiet des heutigen Ortes. Der Zusatz „de los Vinos“, der schon im 16. Jahrhundert entstand, verweist auf den Weinanbau in der Gegend.

Teneriffa-Runden, die nahe der Küste starten, kennen meist nur eine Richtung: bergwärts. So auch diese. Aber anders als im kargen Süden klettert das feine Sträßchen hier durch üppiges Grün. Gärten und Felder, Obstbäume, Palmen und verwildertes Gebüsch säumen die Straße, die durch kleine Dörfer führt, denen Hotelanlagen wie an der Südküste vollkommen fremd sind. Stattdessen: ein- bis zweigeschossige Flachbauten, mal weiß, mal gelb, ocker oder rot getüncht, der Putz von salziger Seeluft zerfressen wie ein Wollpullover von Motten. Auf 900 Metern Höhe, bei La Montañeta, wechselt die Landschaft, das Offene weicht einem Wald, dichter und schattiger als im Süden der Insel; er zählt zum Naturpark La Corona Forestal, dem größten Teneriffas. Hier wachsen Kiefern, Kastanien, Eukalyptus und Zypressen.

Hinter San José de Los Llanos, auf 1100 Metern Höhe, öffnet sich die Landschaft wieder und gibt Blicke hinunter zum Atlantik frei. Es folgt eine kurze Abfahrt nach Santiago del Teide, ein Zwischenanstieg zum Mirador de Cherfe (1063 Meter), der großartige Ausblicke zur Westküste, auf La Gomera und in die entgegengesetzte Richtung zum Pico del Teide erlaubt. Dann folgt eine der schönsten Straßen der Insel, die sich in Serpentinen an Felswänden entlanghangelt und ausgesetzt bis Masca zu Tal stürzt - nichts für Angsthasen.

Nach einem Auf und Ab bis Las Portelas führt diese Traumstraße in einem Kurvenrausch durch üppig grünes Buschland hinunter zum Meer nach Buenavista del Norte. Wer will, kann dort die Tour verlängern, nach Westen zum Leuchtturm (Faro) von Teno und in eine geschützte Badebucht. Die Straßensperrung wird von Radlern allgemein ignoriert, eventuell Licht für den kurzen Tunnel mitnehmen. Wer in Buenavista rechts abbiegt, erreicht nach neun flachen Kilometern den Ortsanfang von Garachico, wo der letzte Anstieg des Tages wartet: 500 Höhenmeter an der Steilküste, verteilt auf neun Kilometer, das Meer immer im Blick, bevor es die letzten Kilometer hinabgeht nach Icod de los Vinos.

Tour 4: Rennradlers Mondfahrt

133 Kilometer, 3340 Höhenmeter

Die Daten unserer Königsetappe rund um den Pico del Teide sind vergleichbar mit denen einer harten Alpenetappe über zwei oder drei Pässe. Da ihr längster Anstieg - zur über 2000 Meter hohen Caldera de las Cañadas - aber nie zweistellige Steigungsprozente erreicht, kann man einen gleichmäßigen, kräftesparenden Rhythmus fahren. Der Lohn für die Ausdauerleistung sind Tiefblicke wie aus einer Raumkapsel und die Fahrt durch eine raue, schroffe und in ihrer Kargheit wunderschöne Vulkanlandschaft.

Wie bei Tour 3 starten wir im Nordwesten Teneriffas nahe der Küste in Icod de los Vinos. Von dort geht es die nächsten 36 Kilometer nach Westen, zuerst noch relativ nahe oberhalb der Küste, dann klettert die Route sanft höher und entfernt sich immer weiter vom Meer. Es geht durch Dörfer, deren in allen erdenklichen Pastellfarben gestrichene Häuser an den Berghängen kleben. Zwischenabfahrten lockern die Beine. Ab Kilometer 32 geht es aber für 30 Kilometer nur noch bergauf; nach weiteren sechs Kilometern, auf mehr als 1000 Metern Höhe, lassen wir mit Aguamansa die letzte Siedlung zurück. Wir fahren durch ein Trainingsparadies und tauchen ein in den Naturpark La Corona Forestal, das größte Naturschutzgebiet Teneriffas. Kiefern, Eukalyptus und Lorbeer formen einen kühl-schattigen Straßentunnel. An dessen Innenseite sprießen Farne, Flechten und Moose. Blätter rauschen, Vögel zwitschern, bisweilen riecht es nach frischen Pilzen. Nie übersteigt die Steigung die Zehn-Prozent-Marke. Fahrtechnisch heißt das: Wir haben Teneriffa im Griff.

Je höher wir klettern, umso kleiner werden die Kiefern, ab 2000 Meter Höhe weichen sie ganz. Direkt an der Waldgrenze und schon hinter der Grenze des Teide-Nationalparks steht nach 53 Kilometern das Restaurant „El Portillo“, unser Rast-Tipp. Gestärkt klettern wir in den Einsturzkessel der Caldera de las Cañadas und damit in eine andere Welt. Sie besteht aus Asche, Lavabrocken und erstarrten Magmaströmen. Wie ein vulkanisches Riesenmonument erhebt sich der Pico del Teide (3715 Meter) erst vor, dann neben, schließlich hinter uns. Es wird angenommen, dass der Vulkan, der hier einst in die Höhe ragte, weitaus größer war als der Teide und in mehreren Phasen einstürzte.

Den nächsten Abschnitt, die genüssliche Fahrt am Grund der Caldera und die grandiose Abfahrt zur Westküste, kennen wir schon von Tour 2. Hier wenden wir uns aber nach Norden, klettern über zwei kleinere Anstiege via Arguayo und Santiago del Teide mit insgesamt 600 Höhenmetern zum Puerto del Erjos (1111 Meter), von dem es in 18 Kilometern kurvenreich und mit Meerblick hinuntergeht nach Icod de los Vinos.

Tour 5: Sternengucker

91 Kilometer, 2600 Höhenmeter

Noch ein Ritt auf den Vulkan, diesmal starten wir aber von Osten, aus dem hübschen Güímar, das sich knapp 300 Meter...

Rennrad mieten auf Teneriffa

Wenn Sie Ihr eigenes Rennrad nicht mitnehmen möchten, gibt es auf Teneriffa mehrere Möglichkeiten, ein Rennrad zu mieten. Einige bekannte Verleiher sind:

  • Bikepoint Teneriffa in Las Americas (Foucs, BMC, Cervélo ab 20 Euro pro Tag)
  • Free Motion Teneriffa in Los Cristianos und Costa Adeje (Cannondale und Specialized ab 21 Euro pro Tag)

Teneriffa als Trainingslager

Teneriffa ist ein großartiges Ganzjahresziel für Reisen mit dem Rennrad. Landschaftlich ist die Insel absolut spektakulär. Grundsätzlich sollte man jedoch eine gute Form mitbringen, da die Topografie sehr bergig ist. Gemütliche, stundenlange Ausfahrten im Grundlagenbereich in der Ebene findet man hier nur sehr, sehr schwer. Wer unterschiedliche Teile der Insel erkunden möchte, für den lohnt sich auf alle Fälle ein Mietauto. Teneriffa ist eine sehr touristische Insel. Gleichzeitig findet man jedoch auch sehr ruhige Orte und einsame Straßen.

Der höchste Berg, El Teide, ein ruhender Vulkan und gleichzeitig höchster Berg Spaniens kann bis auf 2.300 Meter von mehreren Himmelsrichtungen per Rennrad befahren werden. So sind Ausfahrten mit einigen Tausend Höhenmeter keine Seltenheit. Wer gemütlich seine ersten Kilometer im Grundlagentempo sammeln möchte, der ist auf Teneriffa definitiv falsch. Hier ist Bergtraining angesagt.

Besonders auffallend sind die sehr rücksichtsvollen Autofahrer. Großteils wird mit sehr viel Abstand und angepasstem Tempo überholt. Der Asphalt auf unseren Strecken war immer perfekt. Sehr spannend war vor allem das Wetter während unserem Aufenthalt auf der Insel. Als wir Richtung Berge gefahren sind, gab es einige Tage, an denen dort die Wolken hingen. Manchmal sind wir bei fast 30 Grad an der Küste gestartet und etwas später durch eine Wolkenschicht auf einer Höhe von 1.500 Metern gefahren, in der es nur noch knappe acht Grad Celsius hatte. Sobald die Wolken durchdrungen waren, hatte es wieder blauen Himmel und Sonnenschein und über 20 Grad auf einer Höhe von 2.300 Metern.

Tourenbeschreibungen aus Costa Adeje

Unsere Tour startet in Costa Adeje, einem quirligen und touristischen Ort direkt an der Küste im Südwesten von Teneriffa. Von hier aus geht es erstmal ungefähr zwanzig Minuten auf recht stark befahrenen Straßen in Richtung Süden und weiter ins Landesinnere. Trotz des vielen Verkehrs ist es sehr angenehm mit dem Rennrad unterwegs zu sein. Der Großteil der Autofahrer überholt sehr gewissenhaft, mit angepasster Geschwindigkeit und einem guten Sicherheitsabstand. Schon bald wird der Verkehr weniger, doch der Straßenbelag bleibt perfekt. Wir fahren konstant bergauf, bei einer wunderschönen Kulisse und spektakulärer Aussicht.

Es gibt mehrere Straßen um zu unserem Wendepunkt, dem Ort Vilaflor zu gelangen. Wir haben uns für diesen Anstieg den Weg über La Escalona ausgesucht. Zwischen El Roque und La Escalona erwartet uns eine perfekte, neu asphaltierte und wenig befahrene Straße. Von dort aus geht es weitere sieben Kilometer stets bergauf bis zum Ort Vilaflor auf einer Höhe von 1.400 Meter. In einem der netten kleinen Cafés genießen wir einen Café con leche (Milchkaffe in Spanien) bevor es wieder 1.400 Höhenmeter am Stück (!!) bergab geht.

Tour nach Buenavista del Norte und Masca

Ein Klassiker auf Teneriffa ist die Fahrt in den Nordwesten der Insel nach Buenavista del Norte und Masca. Wir starten unsere Tour in Costa Adeje und fahren zunächst die Küstenstraße entlang in Richtung Norden. Es geht ständig bergauf und bergab bevor nach 25 Kilometern der erste längere durchgängige Anstieg bis nach Santiago del Teide folgt. Ab hier startet unsere Runde nach Buenavista del Norte und Masca. Zunächst geht es nochmal 150 Höhenmeter bergauf bevor eine traumhafte und spektakuläre Abfahrt, mit vielen Serpentinen und herrlicher Fernsicht bis nach Las Cruces an der Küste folgt.

Wer die Abfahrt über den Ort La Vega wählt, durchquert ein paar sehr schöne kleine Örtchen, mit Häusern mitten in die Steilküste gebaut. Gleichzeitig erwartet uns ein kurzer Gegenanstieg mit ca. 200 Höhenmeter. Von dort aus geht es relativ flach bis nach Buenavista del Norte, wo unser nächster langer Anstieg auf uns wartet. Es geht in Richtung Masca bei einer traumhaften Kulisse. Es stehen uns noch einige Höhenmeter bevor. Etwas Energie sollte man auf jeden Fall ab dem Ort Masca zur Verfügung haben. Es folgt nämlich ein extrem steiler Anstieg von 450 Höhenmetern. Oben angekommen, folgt eine kurze Abfahrt bis Santiago del Teide wo wir für einen Kaffee-und-Kuchen-Stopp kurz anhalten. Über 3.100 Höhenmeter liegen schon hinter uns.

Tour zum Nationalpark El Teide

Bei dieser Tour geht es 2.370 Höhenmeter am Stück bergauf. Fantastisch! Wir starten in Cota Adeje und fahren Richtung Süden. Die Straße ist gut, jedoch herrscht reger Verkehr. Gleich nach dem Örtchen Chio biegen wir ab auf die Straße, die zum Nationalpark El Teide führt. Am Beginn der Straße weist ein riesiges Schild darauf hin, dass diese Straße für Radfahrer ist und Autofahrer einen Mindestabstand von 1,5 Metern halten müssen. Ich bin begeistert. Und das Schild erfüllt auch seinen Zweck, denn die meisten Autofahrer halten sich an diese Regeln. Die Straße führt nun durch verschiedene Vegetationsschichten durch den Corona Forst bis zum Nationalpark El Teide. Oben angekommen, fühlt man sich wie am Mond, umringt von schwarzem Lavagestein und toller Aussicht auf Spaniens höchsten Berg, El Teide.

Nach einer kurzen flachen, leicht abfallenden Passage folgen weitere 150 Höhenmeter bergauf, bevor es über den Ort Vilaflor 2.300 Höhenmeter durchgängig bergab geht.

Auffahrt zum El Teide

Ein absolutes Muss ist eine Auffahrt zum El Teide, ein ruhender Vulkan und gleichzeitig der höchste Berg Spaniens. Die asphaltierte Straße führt bis zur Talstation der Gondelbahn, mit welcher man noch bis zum Gipfel des Berges fahren könnte. Ein besonderes Merkmal an der Auffahrt zum El Teide ist, dass es von der Küste an ständig bergauf geht. Höhenmeter werden hier anständig gesammelt. Es gibt mehrere Möglichkeiten und Wege aus allen Himmelsrichtungen zum El Teide. Aufgrund unseres Ausgangspunktes in Costa Adeje fahren wir über den Ort Granadilla de Abona und Vilaflor bis zum El Teide.

Die Straße zwischen Grenadilla de Abona und Vilaflor ist wunderschön mit sehr wenig Verkehr. Ab Vilaflor sind einige Touristen unterwegs, die zum El Teide mit dem Auto fahren. Auf 2.200 Höhenmeter angekommen, befindet man sich auf einem Hochplateau am Fuße des Vulkans. Hier ist die Landschaft geprägt durch karges Lavagestein und spannende Felsformationen.

Nach 15 Kilometer Abfahrt und leichtem Aufstieg erreichen wir die Talstation der Gondelbahn. Hier könnte man die Straße entweder weiterfahren und eine sehr lange Runde aus der Ausfahrt machen.

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