Ein Rennrad-Radmarathon gilt für viele Sportler als ultimativer Leistungsnachweis und ist oftmals länger als 200 Kilometer und meist im Gebirge, mit Tausenden Höhenmetern. Wer es nach vielen Stunden ins Ziel schafft, untermauert seine Standfestigkeit - sowohl körperlich als auch mental. Denn fast jeder Sportler gelangt unterwegs an den Punkt, an dem ihn Zweifel überkommen - und die Frage auftaucht: Warum tue ich mir das an?
Doch das Durchhalten wird immer belohnt: mit einer großen Portion Stolz, sich aus eigener Kraft über alle Widrigkeiten beim Wettkampf - oder auch in der Vorbereitung - hinweggesetzt zu haben. Wer es beim Radmarathon ins Ziel schafft, darf sich als Sieger feiern lassen. Egal ob Spitzenzeit, persönliche Bestleistung oder "einfach" nur angekommen. Und sich zum erlesenen Kreis der Finisher bei einem der legendären Events wie dem Ötztaler Radmarathon oder dem Maratona dles Dolomites zählen. Für immer.
Damit auch dir das gelingt, solltest du die Vorbereitung auf dein Event natürlich ernst nehmen - und frühzeitig mit dem Training beginnen. Und das am besten mit unserem Trainingsplan für den Rennrad-Radmarathon. Hol dir mit den richtigen Trainingsschwerpunkten den letzten Feinschliff für deinen großen Tag.
Jetzt in der Winterzeit solltest du bereits an deiner Fitness arbeiten, statt bis zum März Winterschlaf zu halten - idealerweise mit ruhigen Einheiten, die auch mal auf der Rolle, im Gelände oder in den Laufschuhen stattfinden können. Dazu helfen ein bis maximal zwei intensive Einheiten pro Woche, um deine Leistungsfähigkeit zu verbessern - so startest du im Frühjahr mit einem höheren Niveau in die heiße Radmarathon-Vorbereitungsphase und kannst auf eine Topzeit beim Event hoffen.
Und nur weil dir mal der Alltag einen Strich durch den Trainingsplan macht, musst du nicht gleich verzweifeln - mit diesen Tipps kannst du den Trainingsplan selbstständig an dein individuelles Zeitbudget anpassen:
- Schlüsseleinheiten planen: Priorität haben die Intervall-Einheiten sowie die lange Ausfahrt, meist am Wochenende. Diese solltest du in deiner Trainingswoche so platzieren, dass du sie möglichst gemäß Trainingsplan umsetzen kannst.
- Intervalle ausgeruht angehen: Intensive Einheiten solltest du idealerweise nach einem Ruhetag oder einem kurzen, lockeren Trainingstag einplanen. So stellst du sicher, dass du das Maximum in den Intervallen geben kannst.
- Lange Pausen vermeiden: Einen Tag trainieren - und dann fünf Tage aussetzen. Versuche, nicht mehr als zwei Tage am Stück auszusetzen und gehe - wenn möglich - zwischendurch wenigstens kurz aufs Rad. Selbst 60 Minuten sind besser als nichts.
- Lange Fahrt aufteilen: Statt drei Stunden am Stück kannst du die Trainingszeit auch auf zwei Fahrten aufteilen: z.B. lockere 60 Minuten morgens vor der Arbeit und eine 2-Stunden-Feierabendrunde am Abend.
Die Herausforderung Radmarathon
Worin besteht die Herausforderung bei einem Radmarathon? Radmarathons sind mitunter 200 Kilometer lang - teils noch länger. Dazu kommen vor allem im Gebirge oft mehrere Tausend Höhenmeter. Solche Belastungen sind - zumal in dieser Kombination - ungewohnt. Die Leistung muss oft über viele Stunden aufrechterhalten werden. Dafür braucht es eine besondere Fitness, vorwiegend die Ausdauer ist dabei für viele Gelegenheits-Marathonisti die größte "Baustelle".
Erfolgreiche Radmarathonfahrer dagegen bauen über die Distanz kaum an Leistung ab. Dafür muss man sich selbst gut einschätzen und pacen können. Auch die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle: Es gilt, den eigenen Körper ausreichend mit Nahrung und Getränken zu versorgen, die der wiederum verstoffwechseln und in Energie umwandeln muss. Ebenfalls nicht zu unterschätzen: die Motivation in der Vorbereitung, aber auch beim Event selbst.
Ist es dann schließlich vollbracht, entschädigt der Stolz auf das Erreichte für alle Entbehrungen - bei einem Marathon zu finishen, ist etwas ganz Besonderes.
Medizinischer Check
Wer sich regelmäßig untersuchen lässt, ist auf der sicheren Seite. Ältere Sportler über 45 Jahre sollten idealerweise alle drei bis vier Jahre einen Check vornehmen lassen, ab 55 kann man das alle zwei Jahre tun, ab 60 eventuell sogar jährlich. So ist das Gesundheitsrisiko durch die Belastungen beim Radmarathon reduziert. In Frankreich oder Italien sind übrigens medizinische Atteste oft Pflicht, um überhaupt an den Start gehen zu dürfen. Entsprechende Bescheinigungen bekommt man beim Haus- oder Sportarzt.
Ausdauertraining bei wenig Zeit
"Struktur" lautet das Zauberwort: Wer nur wenig Zeit hat, muss sie sinnvoll nutzen. Der beste Weg ist daher, das Training zu planen bzw. planen zu lassen und nicht einfach draufloszufahren. Jede Einheit hat dann ihre Bedeutung und man kann selbst mit vergleichsweise wenig Trainingszeit eine beachtliche Form aufbauen.
Mein Tipp: Wer es einrichten kann, legt über die Feiertage im Mai/Juni ein Mini-Trainingslager ein, bei dem an drei bis vier aufeinanderfolgenden Tagen viele Trainingskilometer zusammenkommen - in Vorbereitung auf einen bergigen Marathon gerne auch mit vielen Höhenmetern. Rund vier bis sechs Wochen vor dem Saisonziel setzt man so einen sehr guten Trainingsreiz. Außerdem hilft das nicht nur dem Körper, sondern auch dem Kopf: Welches Tempo kann ich fahren? Schaffe ich die Distanz? Klappt es mit der Verpflegung? Passt das Material bzw. die Sitzposition?
Wichtig ist, danach eine Ruhewoche mit wenigen Trainingsstunden einzulegen, damit der Körper sich von der hohen Belastung erholt.
Voraussetzungen für einen Radmarathon
Jeder Sportler ist anders und hat seine eigene Historie. Der Körper sollte grundsätzlich an Ausdauerleistungen gewöhnt sein. Wer erst seit einem Jahr Rennrad fährt, aber vorher jahrelang Marathons gelaufen ist, hat bessere Voraussetzungen als jemand, der schon seit drei Jahren regelmäßig im Sattel sitzt, davor aber ein absoluter Sportmuffel war. Wer als Sportler*in lange Strecken mag und vielleicht schon die eine oder andere Tour über 150 Kilometer auf der Uhr stehen hat, kann sich auch einen Radmarathon zutrauen. Mit der richtigen Vorbereitung ist das problemlos zu schaffen.
Einfach so aus einer Laune heraus oder wegen einer verlorenen Wette an den Start zu gehen, ist dagegen keine gute Idee. Bei Events mit vielen Höhenmetern spielt neben der Ausdauerfähigkeit auch der Body-Mass-Index (BMI) eine große Rolle - Sportler mit einem BMI über 27 werden sich dann eher schwertun, eine Top-Zeit zu fahren, können aber ohne weiteres in der Lage sein zu finishen. Außerdem sollte man sich vorher mit der Strecke auseinandersetzen und die Herausforderung ernst nehmen. Wird es unterwegs dann mal zäh, muss man sich selbst motivieren und am Ende durchbeißen können.
Jahreskilometer und Trainingszeit
Klar: Unter 2000 Jahreskilometern wird es beim Ötztaler Radmarathon sehr schwierig, da die Basis für einen solch langen Tag fehlt. Und trotzdem wird es Sportler geben, die den Ötzi dennoch schaffen. Mein Mindestrichtwert wären etwa acht Stunden, die in den drei Monaten vor dem Radmarathon durchschnittlich pro Woche trainiert wurden.
Bergtraining im Flachland
Wind und Rollentrainer sind die besten Alternativen. Indoor kann man die Anforderungen eines langen Anstiegs sehr gut simulieren. Draußen mit dickem Gang wiederholt für 15 bis 20 Minuten in Intervallform gegen den Wind anzudrücken, bereitet den Körper ebenfalls sehr gut auf die Herausforderungen im Gebirge vor. Wer im Mittelgebirge wohnt, kann analog die Höhenmeter durch mehrere mittellange Anstiege von 15 Minuten Länge ansammeln. Und natürlich baut auch Krafttraining mit Gewichten (im Studio) die erforderliche Muskulatur auf.
Trainingsbeginn und Saisonaufbau
Ich rate meinen Sportlern, etwa sechs bis acht Monate Vorbereitungszeit einzuplanen. Meistens startet das Training dann im Winter, man hat eventuell seinen Startplatz schon sicher und kann das Jahr und die Vorbereitung entsprechend planen: Wann mache ich das Grundlagentraining? Gehe ich ins Trainingslager? Welche anderen Events nutze ich zur Vorbereitung auf den Radmarathon? Ist die Zeit nämlich zu kurz, wird ein sauberer und solider Formaufbau schwierig. Starte ich zu früh mit dem Training, kann es passieren, dass der Formhöhepunkt beim Radmarathon bereits überschritten ist.
Die ersten drei bis sechs Monate sollte man dem Grundlagentraining widmen. Hier stehen eher lange, ruhige Einheiten oder auch mal Alternativsportarten auf dem Plan. In der zweiten Hälfte der Grundlagenphase darf es dann auch mal kurz und intensiv zugehen, entweder durch harte Intervalle über der Schwelle oder das eine oder andere (Online-)Rennen. Die unmittelbare Vorbereitung auf den Radmarathon beginnt idealerweise acht bis zwölf Wochen vor dem Event. Hier werden in die langen Einheiten auch mal längere Intervalle im GA2- bzw. Tempobereich eingebaut, wie sie letztlich auch beim Marathon gefahren werden. Auch ein Mini-Trainingslager ergibt dann Sinn. Die harten Intervalle über der Schwelle finden dann fast gar nicht mehr statt.
Wettkampfdistanz im Training
Das wäre natürlich wünschenswert, allein schon, um sich selbst zu beruhigen und zu wissen, wie der Körper auf die Belastung reagiert. Wer allerdings einmal mindestens zwei Drittel der erwarteten Wettkampfdauer auf ähnlichem Terrain absolviert hat, kann ebenfalls guten Gewissens an den Start gehen. Liegt die erwartete Zielzeit beim Ötzi also bei zwölf Stunden, sollten wenigstens einmal acht Stunden mit zwei bis drei Pässen im Trainingstagebuch stehen.
Zielzeit realistisch einschätzen
Ein erster Anhaltspunkt wäre natürlich eine Zeit aus dem Vorjahr, sofern vorhanden. Wer seine Wattzahlen kennt, kann sich seine Zielzeit gut ausrechnen. Eventuell haben auch Freunde oder Bekannte mit ähnlichem Leistungsniveau bereits denselben Marathon geschafft, auch daran kann man sich orientieren. Bei flachen Events hingegen spielen natürlich auch der Wind und das Fahren in der Gruppe eine große Rolle für das eigene Abschneiden.
Powermeter
Ein Leistungsmesser ist beim Radmarathon einfach enorm wertvoll - sowohl fürs Training als auch für das Pacing im Wettkampf. Das Training ohne Leistungsmesser ist zwar weniger strukturiert, klappt aber mit Herzfrequenzmesser gerade bei den längeren Intervallen trotzdem recht gut.
Tapering
Beim Tapering geht es darum, möglichst fit, aber auch erholt in den Wettkampf zu gehen. Es ist ratsam, das Training in den zwei Wochen vor dem Event im Umfang um ca. ein Drittel zu reduzieren, die Intensität aber beizubehalten. Das Training komplett herunterzufahren, ist dagegen keine gute Idee, da der Körper dann in den "Ruhemodus" fällt und am Tag X nur schwer in die Gänge kommt. Deshalb profitieren manche davon, am Tag vor dem Wettkampf für 60 bis 90 Minuten eine kleine Aktivierung zu fahren, z. B. 3x 2 Minuten im Wettkampftempo mit vier bis fünf Minuten Pause dazwischen. Das ist nicht zu intensiv und holt den Körper aus dem Ruhemodus.
Sitzposition
Ein Bikefitting ist für Vielfahrer ohnehin immer sinnvoll, allein schon, um Fehlhaltungen und Schäden zu vermeiden. Und 200 Kilometer im Hochgebirge sind letztlich eine andere Belastung als die lockere 100-kmRunde am Wochenende. Wer mit seiner Sitzposition auf dem Rad sehr gut zurechtkommt, sollte nicht extra für ein Event daran "herumschrauben".
Weitere Trainingsaspekte
Die Fahrtechnik ist besonders wichtig, vor allem das Fahren in der Gruppe.
Brevet Training: Vorbereitung auf ein 200 Km Radrennen
Trainingszonen
Eines der wichtigsten Konzepte in der Leichtathletik ist das sportartspezifische Training. Wir haben „Trainingszonen“ verwendet, um zu erklären, wie hart du dich beim Training anstrengen solltest. Für die Zwecke dieses Artikels musst du wissen, dass Zone 2 einfach ist. Konzentriere dich auf Schwellen- und Sweet-Spot-Intervalle.
Progressive Überlastung
Für viele von uns bedeutet unser Arbeits- und Privatleben, dass unser wöchentliches Trainingsvolumen festgelegt ist. Der wichtigste Tag der Woche für dich ist jedoch deine lange Ausdauerfahrt. Beginne so, wie du vorhast weiterzumachen: Fahre nicht zu schnell los, sondern in einem Tempo, das sich nachhaltig anfühlt. Mit Freunden zu fahren ist der einfachste Weg, um Freude an deiner Fahrt zu haben.
Lange Ausdauerfahrten
Achte darauf, dass deine Ausdauerfahrten lange Ausdauerfahrten sind. Zone 2 sollte dein ganztägiges Sprechtempo sein. Falsch. Wenn sich das alles zu wissenschaftlich anhört, lautet die Kurzversion, dass lange Fahrten in Zone 2 deine Fähigkeit verbessern, über längere Zeiträume zu fahren.
Strukturierter Plan für 200 km Erfolg
Das Schwierigste an diesen Ratschlägen ist, alles unter einen Hut zu bringen. Das Wichtigste ist, dass du dein Training effizient gestaltest und dich an einen strukturierten Trainingsplan hältst. Wenn Sie beginnen, alles in den Kalender einzutragen, werden Sie sehen, wie sich die Puzzleteile zusammenfügen. Der schwierigste Teil ist die Hinrichtung, aber dazu gleich mehr.
Die Basispläne
Mit den Basis-Trainingsplänen legen Sie eine gute Grundlage, um sich anschließend mit Hilfe von Rennplänen noch spezifischer vorbereiten zu können. Sie enthalten auch Rollentrainingseinheiten während der Woche. In beiden Plänen dominiert das Grundlagentraining - große Umfänge bei moderatem Tempo. Dabei zählen Kontinuität und langsame Steigerung der Belastung. Es kommt nicht darauf an, Frühjahrsmeister zu sein. Nehmen Sie sich die Zeit, langsam in Schwung zu kommen.
Trainingsplan A: Schnell und dynamisch
Basisplan A fürs Rennrad-Training bereitet Sie darauf vor, bei Jedermannrennen und ähnlichem mitzumischen, Sie lernen eine dynamische Fahrweise mit Tempospitzen. Der Plan kommt auf im Schnitt acht Trainingsstunden pro Woche, zwei Krafttrainings inklusive. Wer weniger Zeit investieren will, kann auf vier Trainingseinheiten pro Woche reduzieren.
Schlüsseltraining bei diesem Plan: lange Einheiten am Wochenende und V02max-Intervalle
Trainingsplan B: Dauerpower
Basisplan B bereitet Sie auf Radmarathons & Co vor - also auf gleichmäßige Dauerbelastungen im Rennrad-Training. Fünf Radeinheiten pro Woche, davon drei Rollentrainings, umfassen durchschnittlich 9,5 Stunden. Empfehlenswert sind kurze zusätzliche Einheiten für die Rumpfkraft (Core Strength), die frei verteilt werden können. Die Trainingseinheiten am Wochenende dauern bis zu 4,5 Stunden - das sind die Schlüsseltrainings dieses Basisplans, sie haben also höchste Priorität. Wer mehr Zeit hat - oder ein deutlich längeres Rennen anpeilt - kann diese Schlüsseltrainings auch weiter ausdehnen. Bei Zeitknappheit oder kürzeren Rennen lassen sich die Wochenend-Einheiten auch kürzen. Sie können auch nur vier Einheiten pro Woche in Ihrem Rennrad-Training absolvieren, nur die langen Schlüsseltrainings sollten Sie beibehalten. Ein Nüchterntraining auf der Rolle unterstützt das Ankurbeln des Fettstoffwechsels.
Schlüsseltraining bei diesem Plan: Schwellen- und Sweet-Spot-Intervalle
12 Wochen zur maximalen Leistung auf dem Rennrad
Abwechslungsreiches und zielgerichtetes Training motiviert nicht nur, sondern bringt auch die gewünschte Leistung. Wer Jedermann-Rennen erfolgreich absolvieren, seine Hausrunde schneller fahren oder einfach nur leistungsfähiger sein möchte, sollte zielgerichtet trainieren, um seinen Erfolg zu verwirklichen.
"Effektive Trainingskonzeption spart nicht nur viel Zeit, sondern motiviert auch ungemein", sagt Tim Böhme, Leiter des Trainingscenters des Radlabors in Freiburg. "Der Trainingsplan zeigt den Weg auf, wie Ausdauersportler ihre angestrebten Erfolge erreichen", so Böhme. "Das geschieht über die Dauer und Intensität und Inhalte der jeweiligen Einheit sowie verschiedene andere Faktoren wie Trittfrequenz, Regenerationszeiten und Ernährung", erklärt der Experte. Ziel des Trainings ist wie bei allen Ausdauersportlern die Verbesserung der aeroben Ausdauer. Denn diese limitiert die Leistungsfähigkeit.
Trainingsbereiche bestimmen
Um die aerobe Ausdauer zu verbessern, gibt es unterschiedliche Programme: Gerade zu Beginn des Trainings durch lange und ruhige Einheiten - sowie nach einer Eingewöhnungszeit auch durch kurze, intensive Intervalle. Wichtig ist dabei, die Trainingseinheiten abzumischen sowie die Erholungszeiten einzuhalten. Um am Ende erfolgreich zu sein, müssen Sie Ihre Einheiten mit der richtigen Intensität fahren.
Daher beginnt der Trainingsplan gleich am ersten Tag mit der Bestimmung der Trainingsbereiche. "Am genauesten lassen sich diese bei einer Leistungsdiagnostik ermitteln", sagt Böhme, der diese beim Radlabor in Freiburg selbst anbietet. Ungenauer, dafür aber kostenlos ist ein "privater" Leistungscheck. Dabei können Sie Ihre maximale Herzfrequenz bestimmen und davon grob die Pulswerte für die einzelnen Trainingsbereiche ableiten.
Maximalpuls bestimmen
Um Ihr Training richtig steuern zu können, benötigen Sie einen Radcomputer mit Pulsmessfunktion und idealerweise auch einen Trittfrequenzsensor. Per Selbstversuch können Sie Ihren Maximalpuls bestimmen. So geht's:
Strecke: Alles, was sie dafür brauchen, ist ein Testparcours und ein Pulsmesser. Für den Selbstversuch eignet sich eine etwa 3 Kilometer lange Bergstrecke, die eine gleichmäßige Steigung von 3 bis 5 Prozent aufweist. Denn um die maximale Herzfrequenz zu bestimmen, reicht es nicht aus, nur einen kurzen Sprint zu fahren. Die Belastungsdauer sollte bei 5 Minuten liegen.
Testfahrt: Um optimale Ergebnisse zu erzielen, ist es wichtig, dass der Körper erholt ist und die letzte starke Belastung einige Tage zurückliegt. Nach einer lockeren Aufwärmfahrt von 15 bis 30 Minuten beginnt der Test. Das Anfangstempo liegt bei einer mittleren Geschwindigkeit, also noch im aeroben Bereich, nun sollte das Tempo aller 30 Sekunden gleichmäßig gesteigert werden, je nach Berg von 1-3 km/h. Die maximale Leistung sollte der Athlet nach 3 bis 4 Minuten erreichen. Dann gilt es, dieses Leistungsplateau noch bis zum Ende der 5 Minuten zu halten. Nach dem Rampentest sind Sie ausbelastet und können auf Ihrem Pulsmesser die maximale Herzfrequenz (HFmax.) ablesen.
Ergebnis: Anhand des erzielten Werts lassen sich die unterschiedlichen Trainingsbereiche per Faustformel ableiten:
- Kompensation (KB): 50-60 % der HFmax.
- Grundlagenausdauer 1 (GA1): 60-70 % der HFmax.
- Grundlagenausdauer 2 (GA2): 75-85 % der HFmax.
- Entwicklungsbereich (EB): 80-90% der HFmax.
Trainingsplan lesen
- KB: Kompensation - Ziel ist die Beschleunigung des Regenerationsprozesses nach harten Trainingseinheiten und Wettkämpfen.
- GA1: Grundlagenausdauer 1 - Wichtigste Trainingsform im Radsport zur Verbesserung der aeroben Ausdauer.
- GA2: Grundlagenausdauer 2 - Wichtig für Rennen zur Entwicklung und Stabilisierung der wettkampfspezifischen Ausdauer.
- EB: Entwicklungsbereich - Training zur Erhöhung der Wettkampfhärte und Simulation von Rennsituationen.
- SB: Spitzenbereich - Training, um den Athleten an maximale Belastungen zu gewöhnen.
- K3: Kraftausdauer 3 - Verbesserung der Kraftausdauer für längere Fahrten bergauf.
- SU: Spin Ups - Schulung der Koordination durch Steigerung der Trittfrequenz bis zum Maximum.
- EP: Einbeinig Pedalieren - Effektives Mittel zur Verbesserung der Trettechnik.
Auch die Ernährung zählt
Wer viel trainiert, muss auch gut und richtig essen. Gerade zum Thema Sportleressen kursieren aber noch allerhand veraltete Weisheiten. Hier kannst du deinen individuellen Ernährungsplan erstellen.
Die wichtigsten Jedermann-Rennen in Deutschland
Bitte beachten Sie, dass die Distanzen und Höhenmeter je nach Veranstaltung und Jahr variieren können. Informieren sie sich daher vor der Anmeldung auf der jeweiligen Veranstaltungswebseite über die aktuellen Streckendaten und Termine.
Die renomiertesten Jedermann-Rennen in Europa und der Welt
- L'Etape du Tour (Frankreich)
- Gran Fondo New York (USA)
- Mallorca 312 (Spanien)
- Maratona dles Dolomites (Italien)
- Cape Town Cycle Tour (Südafrika)
- La Marmotte (Frankreich)
- Vätternrundan (Schweden)
- RideLondon-Surrey 100 (Großbritannien)
Der Ruf der Weite
Das Bewältigen extremer Langstrecken ist vor allem Kopfsache. Tiefs sind dabei unvermeidlich, auch mit bester Vorbereitung - aber mit der richtigen Einstellung und Erfahrung überwindbar. Vorausgesetzt, die Basis stimmt: Fitness und Ermüdungsresistenz, das richtige Pacing, die richtige Ernährungsstrategie. Sind diese Fähigkeiten gegeben, kann der menschliche Körper wahre Wunder vollbringen.
Zuversicht gewinnen Langstreckensportler, indem sie sich an immer längere Strecken herantasten. Wer sich auf Brevets wie das legendäre Paris-Brest-Paris bewirbt, muss nachweisen, dass er eine Reihe größerer Distanzen bereits gemeistert hat. So funktioniert auch das Training: Auf der einen Seite bringen Kontinuität und angepasste Umfänge die aerobe Fitness. Gelegentliche überlange Strecken verschieben dann sowohl die körperlichen als auch die mentalen Grenzen.
Essen üben
Zum Langstrecken-Training gehört auch, zu lernen, wie man sich richtig und ausreichend bei solchen Dauerbelastungen ernährt. Energienachschub ist in Training und Wettkampf besonders wichtig. Auf langen Strecken kann das zur Herausforderung werden. Daher ist es wichtig herauszufinden, wie viel man wovon verträgt. Im Prinzip eignen sich alle leicht verwertbaren Kohlenhydrate wie Früchte, Fruchtschorlen, Mehlspeisen, Reis oder Pasta. Für die optimale Energiezufuhr von mehr als 60 Gramm Kohlenhydraten pro Stunde ist aber eine ausgeklügelte Strategie mit dem richtigen Zucker-Mix notwendig, den Sportnahrungsprodukte bieten.
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