Gorewear Spinshift Langarm Trikot im Test: Komfort und Funktion für Rennradfahrer

Als Produkt-Scout durfte ich die letzten Wochen mehrere Produkte aus der Spinshift-Kollektion von Gorewear testen. In diesem Test werden meine Erfahrungen mit dem Spinshift Langarm Trikot für Herren beschrieben. Gorewear ist eine Marke der W. L. Gore & Associates und spezialisiert sich auf hochwertige Funktionsbekleidung für Sportler, mit dem Fokus auf Radfahren und Laufen.

Das Unternehmen kombiniert modernste Materialtechnologien mit ergonomischem Design, um leistungsstarke, wetterfeste und atmungsaktive Kleidung zu entwickeln. Besonders bekannt ist Gorewear für seine Gore-Tex-Technologie, die Wetterschutz und Atmungsaktivität vereint. Im Punkt Nachhaltigkeit arbeitet das Unternehmen kontinuierlich daran, umweltfreundlichere Materialien und Produktionsprozesse zu nutzen.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die Einführung von GORE-TEX ePE-Membranen, die eine umweltfreundlichere Alternative zu herkömmlichen Materialien und Gore-Tex Membranen darstellen. Gorewear engagiert sich zudem für ressourcenschonende Herstellungsprozesse, indem es energieeffiziente Produktionsmethoden und recycelbare Materialien in seine Kollektionen integriert.

Erster Eindruck und Design

Das Spinshift Trikot macht auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck. Wie auch die anderen Stücke aus der Kollektion ist das Trikot unfassbar leicht und die Verarbeitung ist ausgezeichnet. Die Farbe bzw. das Design meines Teststückes nennt sich “Tech Beige/Scrub Purple”. Das Design ist definitiv Geschmackssache.

Passform und Komfort

Die Passform des Spinshift Langarm-Trikots ist sportlich und ergonomisch gestaltet. Es schmiegt sich eng an den Körper an, ohne einzuengen, was gerade beim Rennradfahren wichtig ist. Bei der Wahl der Größe habe ich mich auch hier an die Größentabelle von Gorewear gehalten und mich mit 170 Zentimeter Körpergröße und ca. 65 Kilo für die Größe S entschieden. Dank des sehr dehnbaren Materials könnte ich mir auch noch einen dickeren Bauch zulegen.

Wie auch die Jacke, ist das Trikot vorne sehr kurz geschnitten und lässt sich nur in Kombination mit einer Bibshorts tragen, da sonst recht viel Bauch herausschaut. Der Silikonstreifen sorgt für einen festen Sitz. Trotz meiner kurzen Arme sitzen die Ärmel sehr angenehm und rutschen mir nicht in die Handflächen. Die langen Ärmel sind gut geschnitten und bieten ausreichend Platz für Armbewegungen, ohne dass das Jersey verrutscht.

Material und Verarbeitung

Das Trikot besteht aus einem teilweise recyceltem und atmungsaktiven Material, das Feuchtigkeit sehr effektiv ableitet und damit dauerhaft für ein angenehmes Tragegefühl sorgt. Das Material des Trikots ist dehnfähig und wirkt robust. Die Verarbeitung des Trikots ist für mein Empfinden sehr gut. Die Nähte sind sauber und robust.

Reißverschluss und Taschen

Der Reißverschluss funktioniert sehr gut und der Kragen schließt auf einer angenehmen Höhe ab. Der Reißverschluss zum Verschließen des Trikots und auch der kleinen Reißverschlusstasche sind leichtgängig. Ein bisschen schwerer geht der Reißverschluss des Trikots über das aufgedruckte Logo. Im ersten Moment dachte ich, dass das hinderlich sein könnte. Während der Fahrt stellte es sich als nützliches raus, nämlich dann, wenn man nur ein wenig den Reißverschluss öffnen möchte.

Am Rücken finden sich drei große Taschen, in die man problemlos Gels, Smartphones oder auch die Spinshift Jacke im Packsack unterbringen kann. Diese sind je 16 Zentimeter tief, d.h. mein Samsung A52S passt dort vollständig hinein. Zusätzlich gibt es noch eine kleine vierte Tasche, die mit Reißverschluss gesichert ist, ideal um den Schlüssel zu verstauen. An der äußeren rechten Tasche ist eine weitere kleine Tasche mit einem Reißverschluss versteckt, diese bietet zusätzlichen Schutz für Wertsachen oder Schlüssel. Ein Smartphone findet dort keinen Platz.

Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsmanagement

Ich bin mehrere Touren mit dem Trikot bei Temperaturen zwischen 0 °C und 16 °C gefahren. Als Baselayer macht das Spinshift Trikot einen richtig guten Job. Unter der Jacke reicht das dünne Material ausreichend, um mich auch bei 0 °C warmzuhalten. Was die Atmungsaktivität und das Feuchtigkeitsmanagement angeht, arbeitet das Spinshift Trikot Hand in Hand mit der Spinshift Jacke.

Ich bin durchgehend trocken geblieben und fühlte mich auch bei großer Anstrengung wohltemperiert. Ab ca. 14 °C bin ich dann nur noch in dem Trikot unterwegs gewesen, nutze aber die Trikottasche um die komprimierte Spinshift Jacke mit dabei zu haben, falls es doch noch kälter wird. Aber auch als einzige Schicht auf der Haut ist das Trikot genial. Es hält den Wind gut genug ab, damit es nicht zu kühl wird, lässt aber auch genug Wärme entweichen, sodass einem nicht zu warm wird.

Und wie auch bereits in Kombination mit der Jacke funktioniert der Abtransport von Feuchtigkeit außerordentlich gut. Gerade bei der Fahrt in der prallen Sonne ist das langärmelige Trikot gut, da es einfach mehr Sonnenschutz bietet als ein kurzärmeliges Trikot, daher habe ich mich auch für die lange Version entschieden.

Sichtbarkeit

Die Jacke hat am Rücken zwei reflektierende Streifen, die für eine bessere Sichtbarkeit in der Abenddämmerung oder bei allgemein schlechter Sicht sorgen. Der Reißverschluss lässt sich sehr gut bedienen und sollte man auch im Dunkeln unterwegs sein, hat das Trikot zumindest hinten links und rechts neben den Taschen jeweils einen Reflektor.

Fazit

Das Spinshift Trikot von Gorewear ist ein sehr ergonomisch geschnittenes und auf die Bewegungen von Renn- und Gravelfahrern angepasstes Trikot. Die Verarbeitung ist tadellos und man hat eine gute Auswahl an Farben und Designs. Der Schnitt ist auf die Nutzung in Kombination mit einer Bibshorts ausgelegt (am Bauch sehr kurz geschnitten). Das Beste an dem Trikot ist meiner Meinung nach aber der außerordentlich gute Abtransport von Feuchtigkeit.

Insgesamt bietet das Gorewear Spinshift Langarm-Trikot eine sehr gelungene Kombination aus Komfort, Funktionalität und Stil. Es ist ideal für Rennradfahrer, die auch mal an einem kühleren Tag im Sommer oder an einem Frühlingstag mit Sonne-Wolken Mix unterwegs sein möchte und dabei nicht viele Lagen setzten möchte.

Gorewear Spinshift Kollektion Frühjahr/Sommer 2025

Gorewear erweitert sein Sortiment für Radfahrerinnen und Radfahrer um eine limitierte Kollektion für die Frühjahr/Sommer-Saison 2025. Im Fokus stehen dabei drei bekannte Produkte in neuen, exklusiven Designs: der Spinshift Windbreaker, das Spinshift Trikot sowie die Lupra 2.0 Jacke. Die Kollektion soll laut Hersteller bewährte Funktionalität mit auffälligen optischen Elementen verbinden. Ein besonderes Highlight sei dabei die Verwendung der japanischen Shibori-Färbetechnik bei Spinshift Windbreaker und Trikot. Diese erzeuge fließende Strukturen und Farbkontraste, die jedes Kleidungsstück zu einem Unikat machen sollen.

Spinshift Windbreaker

Der Spinshift Windbreaker erscheint in einer limitierten Edition mit Shibori-Muster. Laut Gorewear zeichnet sich die Jacke durch hohen Tragekomfort aus. Das feuchtigkeitsregulierende Innenmaterial soll für erhöhte Atmungsaktivität sorgen. Das atmungsaktive und doppelt gewebte Außenmaterial mit DWR-Imprägnierung bietet Schutz vor Wind, kühlen Temperaturen und leichtem Regen. Die Jacke sei leicht packbar und verfügt über einen aerodynamischen, an die Unterlenker-Position angepassten Schnitt.

Zu den technischen Details des Spinshift Windbreakers gehören ein ergonomisch geformter Kragen mit Futter, vorgeformte Ellbogen- und Schulterpartien sowie Bündchen mit elastischen Einsätzen. Ein durchgehender Reißverschluss mit Logo, eine Rückentasche als Packtasche und Silikonabschlüsse am Saum sollen für Funktionalität sorgen. Reflektierende Details an Bündchen, Schulter und unterer Rückenpartie erhöhen derweil die Sichtbarkeit. Der Windbreaker ist aus recycelten Materialien hergestellt.

Spinshift Trikot

Auch das Spinshift Trikot erscheint in der limitierten Kollektion mit Shibori-Färbung. Es steht in verschiedenen Farboptionen zur Auswahl. Das verarbeitete Interlock-Material soll die Muskeln unterstützen und für Kompression sorgen. Ein effektives Feuchtigkeitsmanagement soll den Körper trocken halten. Das hochelastische Material ermögliche eine körpernahe Passform ohne Einschränkung der Bewegungsfreiheit.

Technisch verfügt das Trikot über drei Rückentaschen und eine zusätzliche Reißverschlusstasche. Ein weicher, rutschfester Einsatz am Saum soll das Trikot in Position halten. Reflektierende Details erhöhen wie bereits beim Windbreaker die Sichtbarkeit.

Lupra 2.0 GORE-TEX Jacken

Die Lupra 2.0 Gore-Tex Jacken erscheinen ebenfalls in limitierten Designs. Die Lupra LE2 2.0 Gore-Tex Jacke kommt in einer schwarz-goldenen Farbkombination. Laut Gorewear verwenden die Jacken ePE-Material der neuesten Generation, das sie leichter und dünner macht bei zuverlässigem Nässeschutz. Die Jacken seien für Mountainbikerinnen und Mountainbiker sowie Pendlerinnen und Pendler konzipiert und böten ausreichend Bewegungsfreiheit.

Bei TOUR denken wir beim Einsatzgebiet der Jacke auch an Bikepacking-Touren und Ultracycling-Events. Sie seien zudem strapazierfähig und gut packbar. Zu den technischen Features gehören ein Silikonband an der Innenseite der Kapuze, ein verstärkter Kapuzensaum und Nackenbereich sowie ein Kordelzug an der Kapuzeninnenseite. Die Jacken verfügen über vorgeformte Ellbogen- und Schulterpartien, zwei Reißverschlusstaschen vorn und sind in einer eigenen Tasche verstaubar.

Merino-Trikots im Test

Radtrikots waren nicht immer aus leichten, robusten, pflegeleichten und schnell trocknenden Funktionsfasern. Ursprünglich war Wolle das Material der Wahl - entsprechend schwer, dick und kratzig konnte sich das auf der Haut anfühlen. Erst Mitte der 1980er-Jahre schwenkten die Hersteller um: Die italienische Traditionsmarke DeMarchi beispielsweise stattete 1983 das Profiteam Mareno-Wilier als letztes mit Trikots und Hosen aus klassischer Schurwolle aus, um im Jahr darauf ihre Produktion auf synthetisches Material umzustellen.

Renaissance von Wolltrikots

Dass Wolltrikots dennoch eine Renaissance erleben, liegt vor allem an einer besonderen Wollart: Merinowolle. Die Fellhaare der Merinoschafe sind besonders fein, Stoffe aus deren Wolle fühlen sich sehr weich an. Außerdem nehmen die Fasern viel Feuchtigkeit auf, ohne sich klamm anzufühlen, und sie riechen selbst nach intensiver Anstrengung gar nicht oder nur leicht nach Schweiß.

So testet TOUR Radtrikots

Die Gesamtnote setzt sich zusammen aus den drei Kriterien Tragekomfort, Handling und Ausstattung, die je nach Relevanz gewichtet wurden.

  • Tragekomfort (40 %): Mehrere Tester und Testerinnen bewerteten subjektiv das Stoffgefühl, sowohl auf trockener als auch auf verschwitzter Haut. Auf schnellen Abfahrten wurden eventuell auftretende Flattergeräusche dokumentiert und entsprechend von leise (sehr gut) bis laut (mangelhaft) benotet. Merinotrikots sind meist sehr leise, die unterschiedlichen Schnitte ergeben dennoch differierende Teilnoten.
  • Handling (30 %): Für diese Teilnote haben wir bewertet, wie sich Front-Reißverschlüsse bedienen lassen: beidhändig, einhändig, während der Fahrt; außerdem die Elastizität der Ärmelbündchen, die bestimmt, wie schnell sich das Trikot an- und ausziehen lässt. Unterschiedliche Noten zwischen dem Frauen- und dem Männermodell resultieren beispielsweise aus unterschiedlich geschnittenen und positionierten Trikottaschen, die sich besser oder schlechter erreichen und befüllen lassen.
  • Ausstattung (30 %): Bewertet haben wir hierfür Details wie Zusatztaschen mit Reißverschluss, Abdeckungen für Reißverschlüsse sowie Stoffhüllen für deren Schieber, den Sitz von Trikotbund bzw. Ärmelbündchen, die Anzahl und Platzierung reflektierender Elemente.

Nach einigen Erfahrungen mit Sportbekleidung aus reiner Merinowolle sind die meisten Hersteller inzwischen dazu übergegangen, die Wolle mit Kunstfasern wie Polyester, Polyamid oder Elastan zu mischen. Das soll die Vorteile von Natur- und Kunstfaser verbinden. Der Material-Mix macht die Trikots elastischer, stabiler - und weniger anfällig für Motten.

Immer mehr Hersteller achten zudem darauf, ihre Kleidung nachhaltiger, fairer oder ressourcenschonender zu produzieren als in der Vergangenheit. Beispielsweise werden alle unsere Testtrikots in Europa hergestellt, Isadore oder Velocio garantieren laut Etikett den Einsatz von Recyclingmaterial bei der Kunstfaser. Triple 2 achtet explizit auf schonende Schermethoden bei der Wollgewinnung (Stichwort: mulesingfrei).

Ausgestattet sind die Wolltrikots wie andere Rad-Jerseys, auch die Schnitte folgen aktuellen Trends. Standard sind stoffhinterlegte Reißverschlüsse, Zippergaragen am Kragen, Gel-Prints am Bund gegen Hochrutschen, drei Rückentaschen als Stauraum plus eine kleine Reißverschluss-Tasche für Kleinkram.

Die Kritik unserer Testerinnen und Tester richtete sich eher auf Passform-Details - beispielsweise zu straffe und zu enge Ärmelbündchen. Die Teil- und Endnoten von Frauen- und Herren-Trikot können sich übrigens unterscheiden: Manches wurde von unserer Testcrew unterschiedlich bewertet - beispielsweise bei der Handhabung, weil sich Reißverschlüsse leichter oder schwerer bedienen lassen, oder weil kleinere Hände leichter in enge Trikottaschen eintauchen können.

Trikots mit Merinowolle zeichnen sich aus durch hohen Tragekomfort und die geruchshemmende Wirkung ihrer Fasern. Dafür kosten sie jedoch ein paar Euro mehr als klassische Lycra-Modelle und sind für weniger als 100 Euro nicht zu haben. Ihr Nachteil ist die geringere Spannkraft des Materials bei sehr hohem Merinoanteil: Dann laufen Reißverschlüsse nicht mehr so leicht oder vollgepackte Rückentaschen ziehen das Trikot nach unten.

Abgesehen davon sind die Wollweichen komfortable Begleiter in der Übergangszeit, an kühlen Sommer- ebenso wie an warmen Herbsttagen.

Unsere getesteten Merino-Trikots

Marke Modell Preis Material Gewicht (Größe S/M) Fazit
Agu Solid Merino Trikot SIX6 120 Euro 67 % Wolle, 22 % Polyamid, 11 % Elastan 121/140 Gramm Günstigstes Trikot im Test, angenehmes Stoffgefühl, rennradgerechter Schnitt. Kritik: Ärmelbündchen kleben zu sehr.
Cafe du Cycliste Eglantine 160 Euro 54 % Wolle, 40 % Polyester, 6 % Elastan 165/190 Gramm Normaler Schnitt, festeres Material. Enge Taschen beim Männermodell. Hochwertige Verarbeitung.
De Marchi Classica Sportwool Jersey 140 Euro 67 % Polyester, 33 % Wolle 160/185 Gramm Dezenter Glanzeffekt, komfortabler Schnitt, etwas schwerer. Gut bedienbarer Reißverschluss, super erreichbare Taschen.
Isadore Woolight Jersey 130 Euro 77 % Polyester, 23 % Wolle 125/135 Gramm Fühlt sich fast an wie Kunstfaser. Trocknet schnell. Kritik: Schmale Ärmelbündchen.
Maap Alt_Road Jersey 165 Euro 49 % Nylon, 47 % Wolle, 4 % Elastan 143/165 Gramm Toller Tragekomfort, leicht laufender Reißverschluss. Kritik: Zu enge Ärmelbündchen. Eng und kurz geschnitten.
Triple2 Women´s/Men´s Velozip Sub 139 Euro 96 % Wolle, 4 % Elastan 150/165 Gramm Fast 100 % Merinowolle, flauschig. Langer Schnitt. Kritik: Enge Ärmelbündchen.
Velocio Women’s/Men’s Concept Merino Jersey 179 Euro 75 % Wolle, 18 % Polyamid, 7 % Elastan 115/140 Gramm Renn-Schnitt, fällt kurz aus. Gut erreichbare Taschen, komplett hinterlegter Reißverschluss.

Löcher vermeiden durch das richtige Waschmittel

Wichtig: Das Waschmittel darf nicht das Enzym Protease enthalten; es spaltet das in der Merinowolle enthaltene Keratin auf, was zum löcherbildenden Wollfraß führt. Im Zweifelsfall sollte man lieber Spezialwaschmittel für Merinowolle verwenden.

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