Rennrad Trikot Grün Test: Ein umfassender Überblick

Die Wahl des richtigen Rennradtrikots ist entscheidend für Komfort und Leistung. Atmungsaktivität, Passform und Wetterschutz spielen eine wichtige Rolle. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Überblick über verschiedene grüne Rennradtrikots, ihre Materialien, Eigenschaften und Testergebnisse.

Materialien und Komfort

Radtrikots waren nicht immer aus leichten, robusten, pflegeleichten und schnell trocknenden Funktionsfasern.

Ursprünglich war Wolle das Material der Wahl - entsprechend schwer, dick und kratzig konnte sich das auf der Haut anfühlen.

Erst Mitte der 1980er-Jahre schwenkten die Hersteller um: Die italienische Traditionsmarke DeMarchi beispielsweise stattete 1983 das Profiteam Mareno-Wilier als letztes mit Trikots und Hosen aus klassischer Schurwolle aus, um im Jahr darauf ihre Produktion auf synthetisches Material umzustellen.

Merinowolle: Eine Renaissance

Dass Wolltrikots dennoch eine Renaissance erleben, liegt vor allem an einer besonderen Wollart: Merinowolle.

Die Fellhaare der Merinoschafe sind besonders fein, Stoffe aus deren Wolle fühlen sich sehr weich an.

Außerdem nehmen die Fasern viel Feuchtigkeit auf, ohne sich klamm anzufühlen, und sie riechen selbst nach intensiver Anstrengung gar nicht oder nur leicht nach Schweiß.

Nach einigen Erfahrungen mit Sportbekleidung aus reiner Merinowolle sind die meisten Hersteller inzwischen dazu übergegangen, die Wolle mit Kunstfasern wie Polyester, Polyamid oder Elastan zu mischen.

Das soll die Vorteile von Natur- und Kunstfaser verbinden. Der Material-Mix macht die Trikots elastischer, stabiler - und weniger anfällig für Motten.

Synthetische Materialien

Viele Trikots haben einen einzigartigen Verkaufspunkt.

Das Design des Pro Trikots ist dem von Sport Trikots sehr ähnlich, jedoch nutzt es ein Vier-Wege-Stretch-Material im Gegensatz zum Zwei-Wege-Stretch des Le Cole Sport Trikots.

Das Material, das für das gesamte Trikot verwendet wurde, fühlt sich sicherlich luxuriös an und ist zudem zu 100% recycelt, was ermutigend zu sehen ist.

Es ist glatt und fühlt sich fast wie Soft-Touch an, mit reichlich Stretch.

Dieses Trikot fühlt sich fast überall an wie eine zweite Haut, obwohl es kein Aero-Jersey ist.

Das dehnbare Material bietet Unterstützung, ohne einschränkend zu sein und die einfache Konstruktion bedeutet weniger Nähte, um sich Sorgen zu machen.

Passform und Schnitt

Der Schnitt ist sportlicher und körperbetonter als beim Le Cole Sport Trikot.

Die Arme sind lang und liegen durch die Greifer sehr gut an, ohne zu beißen oder die Bewegung einzuschränken.

Das Material hat auch die ideale Dehnbarkeit.

Dieses Trikot ist sehr bequem, besonders aufgrund seiner engen Passform.

Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass nicht jedes Trikot zu jedem Fahrer- beziehungsweise Körpertyp passt.

Eine Nummer größer zu kaufen, ist teils keine Option, weil dann das Trikot insgesamt nicht mehr stimmig sitzt.

Auch die Ärmel sind oftmals sehr eng, glatt und eher lang.

Ausstattung und Details

Viele Trikots verfügen über einen Front-Reißverschluss, der nicht nur ein leichteres An- und Ausziehen ermöglicht, sondern auch eine leichte Belüftung während der Fahrt.

Das Le Cole Pro Trikot verzichtet außerdem auf Arm-Gripper und setzt stattdessen auf eine einfache Materialdoppelung.

Auf der Rückseite ist nur ein Logo oben in der Mitte angebracht.

Was mir aus gestalterischer Sicht gefällt, ist, dass es frei von Verzierungen oder Schmuckstücken ist.

Ein einfaches Wortzeichen auf der Brust und ein besticktes Logo auf der oberen Rückseite ist alles, was es gibt.

Keine unnötigen Blitzlichter, Zickzacks, Punkte, Streifen oder sonst etwas.

Standard sind stoffhinterlegte Reißverschlüsse, Zippergaragen am Kragen, Gel-Prints am Bund gegen Hochrutschen, drei Rückentaschen als Stauraum plus eine kleine Reißverschluss-Tasche für Kleinkram.

Um auf deiner Tour problemlos einen Riegel, Gels, den Hausschlüssel oder deinen MP3-Player mitnehmen zu können, verfügen die meisten Jerseys über drei Rückentaschen.

So bietet dir das Trikot ausreichend Stauraum für deine wichtigsten Mitbringsel.

Je nach Modell steht dir auch eine kleine Reißverschluss-Tasche zur Verfügung, die für einen besonders sicheren Aufbewahrungsort deines Schlüssels o.ä. sorgt.

Allwetter-Trikots

Seit einiger Zeit rücken Allwettertrikots als vielseitige Alleskönner in den Blick.

Sie sind geschnitten wie Rennrad-Trikots (nicht wie die Jacken), außen wasserabweisend imprägniert, und sie verzichten auf eine Membran, was sie dampfdurchlässiger macht als mehrlagige Produkte.

Mit Ausstattungsdetails wie Spritzschutz an den richtigen Stellen, weichem Kragen oder sinnvoll und ausreichend platziertem Reflexmaterial, können sie ein komfortabler Kompromiss sein zwischen mehrlagigen Membran-Klamotten und dem zwar wirksamen, aber aufwendigen Zwiebelprinzip, bei dem man mehrere Schichten übereinander trägt.

Radprofis haben die Vorzüge der Allwetter-Rennrad-Trikots für ihre Ansprüche schnell erkannt und sich die Sachen sogar an ihren angestammten Bekleidungssponsoren vorbei beschafft.

Weil die Trikots so flexibel sind, ist die Bewegungsfreiheit kaum eingeschränkt, der Wetterschutz reicht in den meisten Situationen aus, und sie müssen nicht wie klassische Regenjacken nach einem Guss sofort wieder ausgezogen werden, da das Material relativ schnell trocknet und man darunter nicht sofort schwitzt.

Aktuell gibt es ein gutes Dutzend Hersteller dieser Rennrad-Trikots für jedes Wetter, fast alle Modelle werden für Männer und Frauen angeboten, nur wenige in Unisex-Schnitt in sehr kleinen bis sehr großen Größen.

Bei den Preisen pendelt sich der Durchschnitt bei etwa 150 Euro ein.

Imprägnierung

Damit der Trikotstoff wasserabweisend wird, möglichst lange trocken und dampfdurchlässig bleibt, muss er mit Imprägniermittel chemisch ausgerüstet werden.

Dabei kommen unterschiedliche Verfahren und Produkte zum Einsatz, die sich in zwei Klassen einteilen lassen: polyfluorierte Chemikalien (PFC) und PFC-freie Mittel, wie beispielsweise Elastomere.

PFC sind jedoch umstritten, sie gelten als umweltschädlich.

Nur wenige Hersteller informieren umfassend darüber, welche Imprägnier-Methode genau sie verwenden.

Ausnahmen im Test sind die Allwettertrikots von Isadore und POC, die ausdrücklich auf PFC verzichten.

Da die chemische Ausrüstung lediglich drei bis vier Wäschen hält und der Abperleffekt nach und nach verschwindet, muss man die Ausrüstung mit geeigneten Imprägniermitteln regelmäßig auffrischen.

PFC-frei, also umweltschonend, sind beispielsweise die Imprägniermittel von Fibertec, Nikwax oder Toco.

Testberichte und Bewertungen

Die Gesamtnote setzt sich zusammen aus den drei Kriterien Tragekomfort, Handling und Ausstattung, die je nach Relevanz gewichtet wurden.

Mehrere Tester und Testerinnen bewerteten subjektiv das Stoffgefühl, sowohl auf trockener als auch auf verschwitzter Haut.

Auf schnellen Abfahrten wurden eventuell auftretende Flattergeräusche dokumentiert und entsprechend von leise (sehr gut) bis laut (mangelhaft) benotet.

Für diese Teilnote haben wir bewertet, wie sich Front-Reißverschlüsse bedienen lassen: beidhändig, einhändig, während der Fahrt; außerdem die Elastizität der Ärmelbündchen, die bestimmt, wie schnell sich das Trikot an- und ausziehen lässt.

Bewertet haben wir hierfür Details wie Zusatztaschen mit Reißverschluss, Abdeckungen für Reißverschlüsse sowie Stoffhüllen für deren Schieber, den Sitz von Trikotbund bzw. Ärmelbündchen, die Anzahl und Platzierung reflektierender Elemente.

Beispiele aus Testberichten

  • Agu Solid Merino Trikot SIX6: Gelobt für angenehmes Stoffgefühl und rennradgerechten Schnitt, Kritik für klebende Ärmelbündchen.
  • Cafe du Cycliste Eglantine: Festeres Material, hochwertige Verarbeitung, beim Männermodell zu enge Taschen für große Hände.
  • De Marchi Classica Sportwool Jersey: Dezenter Glanzeffekt, komfortabler Schnitt, gut bedienbarer Reißverschluss.
  • Isadore Woolight Jersey: Fühlt sich fast wie Kunstfaser an, Kritik für schmale Ärmelbündchen.
  • Maap Alt_Road Jersey: Viel Lob für Tragekomfort und leicht laufenden Reißverschluss, Kritik für enge Ärmelbündchen.
  • Triple 2 Women´s Velozip Sub: Hoher Merinoanteil, flauschig, Schnitt lang, Taschen ziehen bei voller Ladung das Trikot runter.
  • Velocio Women´s Concept Merino Jersey: Renn-Schnitt, fällt kurz aus, Taschen gut erreichbar, Reißverschluss komplett hinterlegt.

Allwetter-Rennrad-Trikots im Test - Übersicht

Die Testergebnisse im Detail:

  • Alé K-Idro Jersey: Das Rennrad-Trikot überzeugt mit kompletter Ausstattung; der integrierte Spritzschutz an der mittleren Tasche hält den Po trocken; top Rennradschnitt, guter Sitz auch mit vollen Taschen; Wasser perlt nicht komplett ab, sehr viele Größen. TOUR-Bewertung: 1,8
  • Bioracer Tempest Light Jacket: Vergleichsweise komfortabel geschnitten, aber etwas wenig flauschig. Das Material ist ohne chemische Behandlung wasserabweisend, der Effekt in der Praxis jedoch schwächer als bei chemisch imprägnierten Allwettertrikots. TOUR-Bewertung: 2,5
  • Castelli Tutto Nano RoS Jersey: Zusammen mit Maap die Doppelspitze im Test der Rennrad-Trikots für jedes Wetter; sehr guter Wetterschutz, bleibt lange trocken; angenehm fester Stoff, tolles Tragegefühl auf der Haut; der Reißverschluss läuft einhändig leicht, auch mit vollen Taschen guter Sitz. TOUR-Bewertung: 1,5
  • Isadore Echelon LS Jersey: Sehr eng geschnitten, fällt klein aus; die PFC-freie Imprägnierung ist nicht so effektiv wie bei POC, Regen perlt schlecht ab; Reißverschlüsse und Taschen sind tadellos, sehr hochwertige Ausstattung. TOUR-Bewertung: 2,4
  • Le Col Pro Aqua Zero: Guter Schnitt für lange Oberkörper; angenehm fester Stoff, Reißverschlüsse und Taschen sind top, clever ist der integrierte Spritzschutz in den Taschen; Wassertropfen perlen nicht restlos ab. TOUR-Bewertung: 1,9
  • Maap Evade Thermal LS Jersey: Gemeinsamer Testsieger bei den Allwetter-Rennrad-Trikots mit Castelli. Für lange Oberkörper etwas kurz geschnitten, Anprobe ist ratsam; Funktion und Ausstattung sind tadellos, sehr gute Reißverschlüsse; etwas hoch sitzende Rückentaschen. TOUR-Bewertung: 1,5
  • Poc Radiant Jersey: Fällt lang und relativ groß aus, eventuell eine Nummer kleiner probieren; PFC-freie Imprägnierung; nur in der einen leuchtenden Farbe erhältlich; relativ kurzer Kragen, mager ausgestattet. TOUR-Bewertung: 2,0
  • Q36,5 Jersey Long Sleeve WoolF: Das sehr dicht gewebte Material schützt ordentlich vor Fahrtwind, fühlt sich jedoch trotz Merinoanteil weniger flauschig an; sehr leicht, viel Reflexmaterial. TOUR-Bewertung: 2,3

Preis-Leistungs-Verhältnis

Es ist für mich schwierig zu sagen, ob das Trikot ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, da es zwar von guter Qualität ist, aber in Bezug auf Passform und Eigenschaften eher einfach gehalten ist.

Es kostet etwa 170,00 € und damit 55,00 € mehr als das Rapha Pro Team Training Jersey, das auf höhere Leistung ausgelegt zu sein scheint.

Wenn du ein allgemeines Trikot suchst und nicht an Leistungssteigerungen interessiert bist, kannst du dir das Rapha Core Trikot ansehen, das nur halb so viel kostet.

Mit den 85,00 €, die du sparst, könntest du dir auch eine neue Radhose leisten.

Ein Qualitäts-Set aus Hose und Trikot unter 200 Euro offiziellem Verkaufspreis zu bekommen, wird somit immer schwieriger.

Pflegehinweise

Wichtig: Das Waschmittel darf nicht das Enzym Protease enthalten; es spaltet das in der Merinowolle enthaltene Keratin auf, was zum löcherbildenden Wollfraß führt.

Im Zweifelsfall sollte man lieber Spezialwaschmittel für Merinowolle verwenden.

Tabu sind Weichspüler, beim Schleudern sollten 900 Umdrehungen pro Minute das Limit sein.

Tabelle: Übersicht ausgewählter Merino-Trikots und ihre Eigenschaften

Modell Material Preis (ca.) Besonderheiten
Agu Solid Merino Trikot SIX6 67% Wolle, 22% Polyamid, 11% Elastan 120 Euro Angenehmes Stoffgefühl, rennradgerechter Schnitt
Cafe du Cycliste Eglantine 54% Wolle, 40% Polyester, 6% Elastan 160 Euro Festeres Material, hochwertige Verarbeitung
De Marchi Classica Sportwool Jersey 67% Polyester, 33% Wolle 140 Euro Dezenter Glanzeffekt, komfortabler Schnitt
Isadore Woolight Jersey 77% Polyester, 23% Wolle 130 Euro Fühlt sich fast wie Kunstfaser an
Maap Alt_Road Jersey 49% Nylon, 47% Wolle, 4% Elastan 165 Euro Toller Tragekomfort, leicht laufender Reißverschluss

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