Seien wir ehrlich: Carbonlaufräder fahren sich ultrapräzise, lassen sich grandios beschleunigen und sehen geil aus. Allerdings sind sie bei einem Fahrfehler auch ruckzuck zerstört und oftmals zu steif und unkomfortabel. Das will Santa Cruz mit den neuen Reserve-Laufrädern nun ändern.
Die Santa Cruz Reserve Laufräder
Mein persönliches Highlight zum Start ins Jahr 2018 ist der neue Carbonlaufradsatz von Santa Cruz. Warum? Er ist steif, extrem stabil und preislich im Rahmen! Man bekommt einen Laufradsatz mit stabilen Carbonfelgen und normalen Naben und Speichen. Keine Messerspeichen, keine Hammerkopfspeichen oder ähnliche „Künsteleien“.
Technische Details und Innovationen
Die neuen Santa Cruz Reserve-Laufräder werden in 27,5″ und 29″ in verschiedenen Breiten erhältlich sein. Um den Laufrädern einen optimalen Kompromiss aus Steifigkeit und Flex zu verleihen, hat Santa Cruz sich für eine 25 mm hohe Felge entschieden, die mithilfe von 28 Speichen mit der Nabe verbunden wird.
Anders als die meisten anderen Hersteller platziert Santa Cruz die Carbonverstärkungen um die Speichenlöcher außen auf der Felge. Damit sollen ein korrektes Platzieren der Verstärkungen und ein exaktes mittiges Bohren der Löcher garantiert werden - Fehler wären sofort sichtbar.
Die Felge ist auch im Inneren absolut glatt. Die asymmetrisch designte Felge verfügt über breite Felgenhörner. Das macht sie stabil, soll aber auch Reifendefekte reduzieren, da sich der Reifen so besser um die breite Kante legen kann.
Garantie und Haltbarkeit
Und das überzeugendste Argument: Zerstörst du ein Laufrad, erhältst du eine neues. Santa Cruz bietet eine der besten Garantien der Branche und setzt bei den Reserve Laufrädern sogar noch eins drauf: Wenn Du einen Unfall hast (falsch gelandet, gestürzt etc.) und die Felge zerstörst, erhältst Du eine neue. OK, wenn das Auto drüberfährt, dann nicht, aber alles, was auf dem Trail passieren kann, ist abgedeckt. Eine wirklich außergewöhnliche Garantieleistung, die Santa Cruz hier bietet.
In den Santa Cruz Reserve Laufrädern stecken drei Jahre Entwicklung und unzählige Tests, auch mit Fremdprodukten. Santa Cruz kommt aus dem Rennsport und so waren die Standardtests, die nichts mit den tatsächlichen Belastungen auf dem Trail zu tun haben, schnell abgehakt. Aufprall auf einer Seite mit dünnwandigem Reifen mit 1,8 Bar Luftdruck.
Augenfällig sind bei den Reserve-Laufrädern die Verstärkungen um die Nippel herum, die die Felge schützen und sicherstellen, dass im Notfall die Speiche reißt, die Felge aber unbeschadet bleibt. Das Felgenbett ist massiver als bei den meisten Konkurrenzprodukten und die Felge ist ohne Haken konstruiert.
Testergebnisse und Fahrverhalten
Nach einem Tag mit den neuen Reserve-Laufrädern können wir bereits sagen: Santa Cruz hat bezüglich des Handlings nicht zu viel versprochen! Die Carbonlaufräder fahren sich sehr definiert, beschleunigen willig und wirken trotzdem in Kurven nicht unangenehm harsch!
Die Reserve Laufräder sind in 27,5″ mit 27mm (1670g) oder 30mm (1750g) Innenbreite verfügbar. Du kannst zwischen DT350 und Industry Nine Torch Naben auswählen. Leider hatte ich sie bisher erst ein einziges Mal in der Hand.
Vergleichstest: DT Swiss, E-Thirteen, Newmen & Reserve
Wir haben vier aktuelle Carbonlaufräder für den Trail- und Enduroeinsatz auf die Probe gestellt. Mit dabei: der DT Swiss EXC 1200, E-Thirteen Grappler FLUX Sidekick, Newmen Phase 30 Base/Strong und der Reserve 30 SL. In unserem Vergleich zeigen wir, welches Set sich im harten Geländeeinsatz bewährt - und wo es Unterschiede bei Gewicht, Fahrverhalten und Haltbarkeit gibt.
DT Swiss EXC 1200
Der DT Swiss EXC 1200 ist ein sehr edel verarbeiteter Carbonlaufradsatz. Der einzigartige Herstellungsprozess der Carbonfelge sorgt für eine maximale Verdichtung der Carbonfasern, wodurch die Strapazierfähigkeit erhöht wird. Eine zum Patent angemeldete Technik zur schichtweisen Qualitätskontrolle minimiert Unregelmäßigkeiten.
Im Fahrbetrieb überzeugte der EXC 1200 durch Stabilität und Leichtigkeit. Die sehr steifen Laufräder setzen Lenkbewegungen direkt um, und man erhält viel Rückmeldung vom Reifen und Untergrund. Natürlich bleibt der Komfort dadurch etwas auf der Strecke. Dank des Ratchet-Freilaufs laufen die EXC 1200 sehr gut, kommen aber nicht ganz an die Laufräder von e*thirteen heran. Trotzdem handelt es sich um einen sehr schnellen Laufradsatz, der für den harten Renneinsatz konzipiert wurde.
E-Thirteen Grappler Sidekick Flux
Die neuen Grappler Sidekick Flux Carbon Enduro- Laufräder vereinen die Federungs- und Performance-Vorteile der Sidekick-Anti-Kickback-Naben. Im Fahrbetrieb zeigt sich das deutlich: Die Laufräder laufen spürbar leichter und damit auch schneller. Trotz des hohen Systemgewichts war es der schnellste Laufradsatz - bergauf wie bergab.
Man muss die Gabel nicht nur wegen Sidekick weicher abstimmen, sondern auch wegen der steifen Felge. Dafür werden Lenkmanöver äußerst präzise übertragen. Enduroracer, die ein knackig-direktes Fahrgefühl bevorzugen, werden mit dem Grappler Sidekick Flux voll auf ihre Kosten kommen. Im Übrigen hat der Laufradsatz ein gutes Preis/Leistungsverhältnis.
Newmen Phase 30 Enduro
Die Newmen Phase 30 Enduro-Laufräder sind mit 1.657 Gramm der leichteste Laufradsatz im Test. Im Fahrbetrieb zeichnen sie sich durch hervorragende Beschleunigung und sehr guten Komfort aus. Dennoch mangelt es dem Newmen Phase Enduro nicht an Nehmerqualitäten - selbst auf den ruppigsten und verblocktesten Steinfeldern gab es keinerlei Beanstandungen oder Mängel.
Die Newmen Phase überzeugen durch sehr gute Allroundeigenschaften. Dank ihres geringen Gewichts lassen sich auch lange Anstiege kraftsparend bewältigen. Auf technischen Trails über Wurzeln und Geröll wussten die Tester den Komfort des Newmen Phase Enduro zu schätzen.
Reserve 30|SL
Die Reserve 30|SL gehören zu den leichtesten Carbon-Traillaufrädern auf dem Markt. Sie zeichnen sich durch hervorragende Qualität aus. Im Fahrbetrieb überzeugen die hochwertigen Reserve-Laufräder durch hohe Stabilität und Komfort. Ein gutes Einlenkverhalten und Spurtreue zeichnen den Traillaufradsatz aus, der zudem mit großer Robustheit punktet.
Hinsichtlich des Komforts positioniert sich das Reserve 30|SL eher auf der komfortableren Seite - vergleichbar mit dem Newmen-Laufrad-, was jedoch keinen Nachteil bei der Performance bedeutet. Verarbeitung und Leistung konnten voll und ganz überzeugen.
Turbulent Aero Ansatz von Reserve
Mit einem innovativen Ansatz möchten die Kalifornier das Aero-Segment aufwirbeln. Statt einer laminaren Strömung entsteht eine turbulente Strömung. Um dieses Strömungsverhalten in einer Simulation zu reproduzieren, braucht man einerseits eine enorme Rechenleistung und andererseits Referenz-Strömungsdaten aus der realen Welt.
Mithilfe eines speziellen Mess-Scooters sammelten die Kalifornier Winddaten für unterschiedliche Orte und Szenarien. Reserve spricht im Zusammenhang mit Turbulent Aero von einem Projekt. Der Anspruch sei ein neuer Standard in der Aero-Entwicklung.
Die Felgen haben einen opulenten Innendurchmesser von 25 mm vorne bzw. 24 mm hinten und kreisen um 180er-Naben von DT Swiss. Das Gesamtpaket wiegt wettbewerbsfähige 1.514 Gramm und wird dankenswerterweise nicht von überdimensionierten Decals verschandelt.
Wer sich die Profile von Vorderrad- und Hinterradfelge genauer anschaut, erkennt, dass das Vorderrad nicht nur weniger tief, sondern auch etwas bauchiger ist. Das Hinterrad hat laut Reserve eine andere Aufgabe und daher auch ein anderes Profil. Es baut schmaler und höher, ist weniger bauchig und wurde auf maximale Reduktion des Luftwiderstands ausgelegt.
Reserve Laufräder im Renneinsatz
Nachdem 2022 bereits das Damen-Team sowie die Nachwuchs-Teams auf Reserve Wheels fuhren, werden die Kalifornier 2023 auch exklusiver Laufrad-Partner von Van Aert und Co. Neben dem Anspruch, von Anfang an konkurrenzfähige Laufräder für sämtliche Rennprofile zu haben, liegt der Fokus der Zusammenarbeit auf der Weiterentwicklung und der Praxiserprobung von Turbulent Aero.
Leichte und steife Laufräder: Reserve 34/37 im Test
Um das herauszufinden, haben wir einen Satz des Set-ups getestet, auf das Jonas Vingegaard und sein Team Jumbo-Visma bei den Bergetappen der diesjährigen Tour vertraut haben. Herzstück sind Carbon-Felgen von Reserve mit gemischtem Profil: Das Vorderrad ist 34 Millimeter hoch und innen 23 Millimeter weit, das Hinterrad kommt mit 37 Millimetern Höhe und 22er-Maulweite.
Laut Hersteller Reserve soll dies eine optimale Balance aus Gewicht, Stabilität und Aerodynamik gewährleisten. Mit 91 Nm/° ist das Vorderrad zudem ausgesprochen seitensteif, auch das Hinterrad erreicht mit 77 Nm/° einen sehr ordentlichen Wert.
In der Praxis machen sich Leichtgewicht und Steifigkeit positiv bemerkbar: Die Laufräder beschleunigen auffällig spritzig, im Wiegetritt tanzt das Rad geradezu unter dem Fahrer, auch bei Antritten oder Sprints gehen die Reserve 34/37 pfeilschnell nach vorn. Hohes Tempo halten die Laufräder spielend - auch eine Folge der sehr leicht laufenden Lager.
Die Lenkung ist präzise, in schnellen Abfahrten kommt keine Unsicherheit auf, doch sind Windböen oder überholende Lastwagen deutlicher zu spüren, als man angesichts der nicht allzu hohen Vorderradfelge erwarten würde.
Größtes Manko: Tubeless-Reifen verschiedener Hersteller ließen sich von den Laufrädern nur mithilfe einer Zange demontieren, die man unterwegs im Defektfall kaum dabeihaben dürfte - womöglich eine Folge der ausgeprägten "Höcker" der Carbon-Felgen (das Felgenband war einfach gewickelt). Tube-Type-Reifen ließen sich dagegen problemlos demontieren.
Reserve 52|63: Aerodynamik und Performance
Reserve schickt mit dem unspektakulär benannten 52|63 ein vielversprechendes Laufrad in den großen Vergleichstest. Mit einem Preis von 2.299 € und einem Gewicht von 1.455 g sind die Reserve 52|63 richtig gut aufgestellt. Und auch die Felgen passen perfekt zu modernen Reifenbreiten.
Mit dem 35 mm breiten und 52 mm tiefen Vorderrad geht Reserve einen ähnlichen Schritt wie Roval, wählt allerdings eine klassischere, bauchigere Geometrie. Ebenfalls ähnlich ist die Wahl, ein tieferes Hinterrad zu verbauen. Mit 63 mm Tiefe und 34 mm Breite ist dieses allerdings gleichzeitig tiefer und breiter als die Konkurrenz von Roval.
Aero durch und durch, so lässt sich das Fahrverhalten der Reserve 52|63 am einfachsten beschreiben. Doch dieser Aero-Charakter geht nicht zu Lasten der restlichen Fahreigenschaften. Mit dem richtigen Level an Compliance, gerade für ein Racing-Rad, schafft es Reserve auch, auf längeren und entspannten Ausfahrten den passenden Begleiter zu stellen.
Im Windkanal offenbart sich die große Überraschung: Mit einem gemittelten Wert von 92,79 Watt liegen die Reserve kein ganzes Watt hinter dem Testsieger Syncros und das bei einem fast halbierten Preis. Damit landen die Räder auf dem zweiten Platz, knapp vor den Laufrädern von Roval und Vision, trotz teils tieferen Felgen.
Die Reserve 52|63 sorgen nicht nur im Windkanal für eine echte Überraschung, auch auf der Straße machen die Räder eine ausgezeichnete Figur. Mit dem richtigen Level an Compliance, Steifigkeit und Präzision machen die Räder in jeder Situation eine richtig gute Figur. Gepaart mit dem hochwertigen Finish und dem verhältnismäßig guten Preis von 2.299 € sind die Räder ein Deal, den man sich nicht entgehen lassen sollte.
Erfahrungsbericht: Santa Cruz Reserve 30
Warum aber sich genau dieser Schritt mit den neuen Reserve Laufrädern von Santa Cruz lohnt, könnt ihr in den folgenden Absätzen erfahren:
- Laufradsatz Gewicht: 27,5" 1731 g, 29" 1831 g
- Felgen: Maße 30-584, Innenweite 30 mm, Außenweite 36.4 mm, Material Carbon
- Naben: Typ IndustryNine Torch, Achsstandard Boost, Material Aluminium
Zum ersten Mal live in meinen Händen, fällt sofort der ungewöhnliche Schnitt der Felge auf. An jedem Speichenloch scheint Santa Cruz eine Portion Carbon vergessen zu haben. Doch weit gefehlt! Laut eigener Aussage, hat Santa Cruz bei den Reserve Laufrädern auf einem weißen Blatt Papier angefangen und konnte so Carbonspezifische Probleme von Anfang an ausschließen.
So wurde bei der Reserve Serie an genau diesen Stellen eine Verstärkung angebracht, welche genau das verhindert. Und genau hier kommt das eigentliche Kill-Kriterium für alle Alu-Laufradsätze dieser Welt: lebenslange Garantie!
Santa Cruz bietet dem Erstkäufer eine lebenslange Garantie auf die Reserve-Felgen. Du knackst die Felge nach z.B. 4 Jahren, meldest Dich bei Santa Cruz und bekommst eine neue Felge in Kooperation mit deinem Händler. Hierfür muss der Laufradsatz natürlich genauso registriert werden, wie jeder normale Santa Cruz Rahmen auch.
Fahrverhalten auf dem Trail
Was sofort auffällt ist der Sound des IndustryNine-Freilaufs. Einmal an den Klang eines Hornissenschwarms gewöhnt, will man definitiv nichts anderes mehr! Mit einem Systemgewicht von 1730gr gehören die Laufräder nicht zu den absoluten Leichtgewichten.
Mich hat der Laufradsatz vollends überzeugt. Eine klare Empfehlung von mir. Durch das dennoch geringe Gewicht beschleunigen die Räder extrem gut. Man muss sich hier immer vor Augen halten, dass wir gerade über einen breiten Enduro Laufradsatz sprechen. Und dafür gehen die Räder ab wie Schmitz‘ Katze.
Vor- und Nachteile
- Vorteile: Hochwertige Naben, Hochwertige Carbonfelge, die an allen relevanten Stellen verstärkt ist, Verschiedene Felgenbreiten erhältlich, LEBENSLANGE Garantie
- Nachteile: Nicht viel leichter als ein vergleichbares AL-Laufrad, Wird leider nur mit Boost Standard angeboten
Fazit
Santa Cruz hat es mit dem Reserve 30 Laufradsatz geschafft, meine Vorurteile zu Carbonfelgen verpuffen zu lassen. Alle Bedenken zu der Haltbarkeit zerschellen förmlich an der lebenslangen Garantie und an der unglaublich hohen Qualität der Laufräder. Es ist nicht der leichteste Laufradsatz, aber einer der stabilsten, den man zurzeit für Geld kaufen kann. Von mir eine ganz klare Kaufempfehlung!
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