So stellen Sie die Schaltung Ihres Mountainbikes richtig ein

Die Schaltung eines Fahrrads ist ein komplexes System, in dem mehrere mechanische Bauteile zusammenwirken. Diese müssen optimal aufeinander eingestellt sein, um das Konzept Kettenschaltung reibungsarm und effizient werkeln zu lassen. Viele tun sich damit schwer, und wie oft hören wir: „Oh Gott, Schaltung einstellen. Kannst Du mal…?“ Dabei ist es nicht so schwer, wie manche denken. Essenziell ist das mechanische Verständnis. Drehe nicht nur an der Schraube, sondern schau, was genau dann passiert. Welchen Einfluss hat welche Schraube aufs System? Bevor Du wild überall dran drehst und schlussendlich doch verzweifelst, lies weiter. Wir erklären Dir Schritt für Schritt, wie es geht.

Da an den meisten Mountainbikes, E-Bikes eingeschlossen, mittlerweile ein Einfach-Antrieb montiert ist, bei dem nur noch hinten geschaltet wird, ist das Einstellen sogar weniger komplex als früher mit Schaltwerk und Umwerfer. Um die fehlende Bandbreite vorne zu kompensieren, müssen die Kassetten hinten allerdings größer sein und somit auch mehr Ritzel als früher haben, damit die Sprünge zwischen den Gängen nicht zu groß werden. Mittlerweile müssen sich 12 Ritzel den gleichen Bauraum teilen wie früher 9 oder 10 Stück. Sie rücken enger zusammen, daher muss auch die Kette schmaler sein. Dies alles zusammen bedingt eine etwas genauere Feineinstellung der Schaltkomponenten als es früher der Fall war.

Grundlagen der Mountainbike-Schaltung

Schaltwerk und Schalthebel sind die entscheidenden Bauteile einer Kettenschaltung. Ein Schaltzug aus Stahlgeflecht (bei mechanischen Kettenschaltungen, z.B. von Shimano) oder ein Funksignal (wie bei den Sram AXS Elektro-Schaltungen) überträgt die Schaltimpulse vom Daumen auf den Antrieb. Wer die Funktionsweise der Mountainbike-Gangschaltung verinnerlicht hat, tut sich leichter mit der optimalen Einstellung. Wir erklären die wichtigsten Bauteile einer MTB-Schaltung und erklären die einzelnen Stellschrauben und Bestandteile von Schaltwerk und Schalthebel.

Kompatibilität

Um Deine Schaltung bestmöglich einstellen zu können, gibt es ein paar Voraussetzungen. Alle Teile des Antriebs und der Schaltung müssen zueinander kompatibel sein. Schaltwerk und Schaltgriff müssen vom gleichen Hersteller und idealerweise aus der gleichen Serie stammen. Essenziell sind hier aber die Schaltstufen: ein 12-fach Schaltwerk kann nur von einem 12-fach-Schaltgriff gleichen Herstellers angesteuert werden; es kann ausschließlich eine 12-fach-Kassette und -Kette benutzt werden. Shimano- und SRAM-Bauteile können NICHT gemixt werden. Dies führt unweigerlich zu Problemen bis hin zur kompletten Fehlfunktion. Auch wenn andere Hersteller kompatible Teile anbieten, schwöre ich persönlich auf Originalbauteile des jeweiligen Gruppen-Herstellers, um die beste Performance zu gewährleisten.

Für beste Performance ist ein markenreines, in sich kompatibles System obligatorisch. Hier: Shimano XT 12-fach.

Das Schaltwerk

Das sogenannte Schaltwerk sitzt hinten am Bike und ist das essenzielle Bauteil einer Kettenschaltung, damit die Kette über die Ritzel der Kassette wandern kann. Das Schaltwerk einer Mountainbike-Schaltung:

  1. Befestigungsschraube: Mit der großen Inbus-Schraube ganz oben wird das Schaltwerk über das Schaltauge am Hinterbau des Bike-Rahmens befestigt. Das passende Drehmoment fürs Festziehen liegt bei 8 bis 10 Newtonmeter.
  2. Umschlingschraube: Der Abstand zwischen Schaltwerk und Kassette lässt sich mit der Umschlingschraube (im Bild verdeckt) regulieren. Sie sitzt an der Rückseite des Schaltwerks nahe der Schaltaugenbefestigung. Diese Schraube wird von Shimano und Sram auch B-Schraube genannt. Wichtig: Die Umschlingung muss man bei MTB-Fullys immer im SAG einstellen!
  3. Obere Anschlagsschraube: Bei Shimano-Schaltwerken ist die obere Anschlagsschraube mit einem H markiert (high gear), bei Sram-Schaltwerken ist es die innere Schraube. Sie begrenzt den Schwenkbereich des Schaltwerks nach außen. Mit ihr verhindert man, dass die Kette beim Schalten auf das kleinste Ritzel zwischen Rahmen und Ritzel fällt.
  4. Untere Anschlagsschraube: Unter der oberen sitzt die untere Anschlagsschraube. Bei Shimano-Schaltwerken ist sie mit einem L (low gear) markiert, bei Sram-Schaltwerken ist es die äußere Schraube. Sie begrenzt den Schwenkbereich des Schaltwerks nach innen. Damit verhindert sie, dass die Kette beim Schalten auf das größte Ritzel zwischen Speichen und Ritzel fällt. Die Einstellung von elektronischen Schaltwerken funktioniert ähnlich wie bei mechanischen MTB-Schaltwerken.
  5. Zugführung: Die Buchse dient dazu, den Schaltzug mit Hülle (Bowdenzug) in die richtige Position am Schaltwerk zu führen.
  6. Zugklemmung: Die Kombination aus einer Schraube und einem kleinen Klemmblättchen sichert den Zug am Schaltwerk. Die Schraube muss ausreichend festgezogen sein (4-7 Nm), damit der Schaltzug nicht durchrutscht.
  7. Schaltwerksfedern: Die Arme des Schaltwerks sind mit Federn verbunden, die dafür sorgen, dass die Kette auf kleinen Ritzeln genauso gespannt ist wie auf großen. Sie verhindern ein Schlagen der Kette an den Hinterbau.
  8. Schaltröllchen: Die beiden Schaltröllchen sind für die Führung der Kette im Schaltkäfig verantwortlich. Wegen der exponierten Position sammelt sich an ihnen häufig Schmutz. Deshalb sollte man sie regelmäßig reinigen. Sie sind austauschbar. Mit farbigen Schaltröllchen lassen sich optische Akzente setzen.
  9. Schaltkäfig: Um die Kette aufs nächste Ritzel zu hieven, ist eine Querbewegung des Schaltwerks nötig. Die unterstützt der Schaltkäfig mit den Schaltröllchen. Die Länge des Schaltkäfigs ist abhängig vom größten Ritzel der Kassette. MTB-Schaltungen mit zwölf Gängen hinten haben deshalb einen längeren Schaltkäfig als ältere Zweifach-Schaltsysteme mit Umwerfer.

Der Schalthebel

Der Schalthebel am Lenker ist mit einem Schaltzug aus Stahl mit dem Schaltwerk verbunden. Unabhängig vom Hersteller (Shimano oder Sram) funktionieren die Systeme sehr ähnlich.

  1. Oberer Schalthebel: Er dient dazu, die Kette aufs nächstgrößere Ritzel zu befördern. Die Gänge lassen sich dann leichter treten. Im Inneren des Schalthebels befindet sich ein Zahnkranz­-Mechanismus, der durch Einrasten den Zug nach jedem Gangwechsel in der gewünschten Position hält. Zieht man den Hebel stark durch, können bis zu vier Gänge gleichzeitig geschaltet werden. Bei den Schaltvorgängen sollte man Druck von der Kette nehmen, also nicht mit maximaler Kraft treten und gleichzeitig schalten. Der obere Schalthebel darf sich nach dem Schalten aufs größte Ritzel nicht weiter durchdrücken lassen.
  2. Unterer Schalthebel: Ein Druck auf den unteren Schalthebel befördert die Kette aufs nächstkleinere Ritzel, die Gänge werden also schwerer. Genau wie beim Hochschalten sollte man auch beim Runterschalten nicht mit voller Kraft in die Pedale treten.
  3. Zugspannungsschraube: Mit der Einstellschraube für die Zugspannung lässt sich das Kletterverhalten der Kette an den Ritzeln der Kassette feinjustieren. Um die Spannung zu erhöhen, dreht man das Einstellrad heraus (gegen den Uhrzeigersinn bzw. links herum). Um die Zugspannung zu reduzieren, dreht man es rein (im Uhrzeigersinn bzw. rechts herum). Neue Schaltzüge längen sich in der Regel nach einer Weile. Deshalb muss die Zugspannung nachjustiert (meist erhöht) werden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Schaltungseinstellung

Hier eine detaillierte Anleitung, um die Schaltung Ihres Mountainbikes optimal einzustellen:

  1. Bauteile prüfen: Nimm Dir zuerst die Kassette vor: Wenn Du das größte Ritzel im montierten Zustand an zwei gegenüberliegenden Stellen fasst und die Kassette dann zu kippen versuchst, darf nur wenig bis kein Spiel spürbar sein. Kontrolliere bitte das Anzugsmoment der Kassette am Freilauf (40Nm). Die Kassette sollte in puncto Verschleiß im grünen Bereich sein. Spitze Zähne, auch „Haifischzähne“ genannt, sind ein klares Indiz dafür, dass die Kassette getauscht werden muss. Kontrolliere die Kassette auch auf etwaige Beschädigungen wie beispielsweise krumme oder abgebrochene Zähne. Ist dies der Fall, muss sie ebenfalls getauscht werden. Das Schaltwerk muss fest und mit vorgeschriebenem Drehmoment am Schaltauge verschraubt sein. Selbstverständlich darf es nicht verbogen oder verzogen sein, was beim ernsthaften Mountainbiken schon mal vorkommt. Auf bockigen Abfahrten kann das Schaltwerk schon mal anecken und beim Kontakt gewinnt in aller Regel der Felsen. Durch das Gerüttel auf den Trails schlägt es auch irgendwann in seinen Gelenken aus. Dies spürst Du, wenn Du den Käfig unten fasst und seitlich bewegst. Nur ein spielfreies Schaltwerk kann die Gänge sicher, schnell und präzise wechseln. Kontrolliere auch das seitliche Spiel der Schalträdchen (idealerweise bei abmontierter Kette), indem Du daran wackelst. Sind die Lager verschlissen, kippen die Rädchen hin und her. Das Schaltwerk ist dann nicht mehr in der Lage, die Kette sauber unter dem gewünschten Ritzel in Position zu bringen und sie in der Flucht zu den Ritzeln zu halten. Die Kassette muss korrekt auf dem Freilaufkörper montiert werden und spielfrei sein. Dann kannst Du gleich noch den Zustand der Zähne an den Schalträdchen checken: Genau wie bei der Kassette und dem vorderen Kettenblatt dürfen die Zähne der Schalträdchen ebenfalls nicht verschlissen oder beschädigt sein. Möchtest Du die Kette weiter benutzen und keine neue verbauen, solltest Du sie vorher mit einer Kettenlehre auf Längung prüfen. Gerade am Mountainbike schlägt die Kette durch die starken Vibrationen und Schläge zusätzlich seitlich aus. Spürst Du beim seitlichen Tordieren der Kette starkes Spiel und lässt sich die Kette sehr weit „biegen“, muss sie getauscht werden.
  2. Schaltauge prüfen: Schlägt das Schaltwerk gegen einen festen Gegenstand, verbiegt das Schaltauge auch gerne mal, obwohl das Schaltwerk selbst vielleicht gar nicht viel abbekommen hat. Dafür ist es schließlich auch da: Als „Sollbruchstelle“ zwischen Rahmen und Schaltwerk. Wenn etwas kaputt geht, dann besser so ein günstiges Teil als das Schaltwerk oder gar der Rahmen. Ein sichtbar verzogenes Schaltauge lässt eine saubere Einstellung der Schaltung per se nicht mehr zu. Je nachdem kannst Du es mit einem Richtwerkzeug korrigieren, allerdings ist es bei modernen Rahmen mit Steckachse meist massiver, aus CNC-gefrästem Alu, daher schwer zu richten. Wir empfehlen, bei Beschädigung direkt ein neues Schaltauge zu verbauen.
  3. Schaltzug und Außenhülle prüfen: Damit der Schaltgriff exakte „Befehle“ an das Schaltwerk weiterleiten kann, muss der Schaltzug und die schützende Außenhülle akkurat angeschlossen sein. Wenn Du einen neuen Schaltzug installierst, solltest Du auch immer gleich prüfen, ob er reibungsarm durch die komplette Hülle gleitet. Falls nicht, musst Du besser auch die Hülle tauschen. Beim Kürzen einer neuen Außenhülle ist wichtig, dass sie sauber und im 90°-Winkel abgeschnitten wird. Nimm hierzu auf keinen Fall einen Seitenschneider oder die Kombizange, da die Hülle hierbei gequetscht wird. Ein Bowdenzugschneider schert die Außenhülle sauber und quetschfrei ab. Mit einem speziell beschichteten Schaltzug verringerst Du die Reibung nochmals spürbar. Prüfe die Reibung des Schaltzugs in der Außenhülle. Präzises Schalten geht nur mit wenig Reibung! Zu enge Radien bei der Verlegung der Außenhülle erhöhen die Reibung unnötig und sollten daher vermieden werden. Die Endkappe muss kräftig auf die Hülle gedrückt werden, damit sie später nicht noch weiter nachgibt, was die Schaltzug-Spannung wiederum verändern würde. Manche Fahrer:innen schmieren die Schaltzüge beim Einbau, doch wenn, dann sei sparsam und verwende ein dünnflüssiges Schmiermittel wie Gabelöl oder Nähmaschinenöl. Vermeide enge Radien bei der Zugverlegung. Lieber etwas mehr Leitung und dafür weite "Kurven" - das senkt die Reibung.

Überblick der Einstellschrauben

Bevor es an das Einstellen geht, hier noch ein kurzer Überblick der 3 Einstellschrauben eines modernen Schaltwerks. Als Anschauungsobjekt dient hier ein SRAM Eagle 12-fach-Schaltwerk. Die Schrauben und deren Funktion sind bei SRAM und Shimano aber gleich, auch deren Anordnung ist sehr ähnlich:

  • B-Schraube (B-Screw): Diese Schraube ist für den Grad der Umschlingung der Kette auf der Kassette und für den Abstand des oberen Schalträdchens zum jeweiligen Ritzel zuständig.
  • L-Schraube (Low Limit Screw): Diese Schraube stellt die obere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am größten Ritzel der Kassette.
  • H-Schraube (High Limit Screw): Diese Schraube stellt die untere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am kleinsten Ritzel der Kassette.

Detaillierte Schritte zur Einstellung

  1. Endanschlag unten (H-Schraube): Schaltest Du das Schaltwerk in den leichtesten oder schwersten Gang, besteht bei schlechter Justierung die Gefahr, dass sich die Kette unten zwischen dem kleinsten Ritzel und dem Rahmen oder oben zwischen dem größten Ritzel und den Speichen verklemmt, sollte sie über das jeweilige Ritzel springen. Hierzu lässt sich der Schwenkbereich des Schaltwerks in beide Richtungen mit sogenannten Endanschlägen begrenzen. Dies sind kleine Haken am Schaltwerkskörper, die bei Bewegung des Schaltwerk-Parallelogramms als Endanschlag fungieren und jeweils gegen eine Schraube fahren, die man individuell justieren kann. So wird das Schaltwerk daran gehindert, zu weit auszulenken und die Kette über die Kassette hinaus zu werfen. Zuerst wird der „untere“ Endanschlag eingestellt, also für die Begrenzung auf dem kleinsten Ritzel. Dies machst Du mit der H-Schraube (High Limit Screw oder H-Screw). Hierbei steht das „high“ sinnbildlich für den schwersten Gang. Wenn Du auf das kleinste Ritzel schaltest, muss das obere Schaltröllchen in einer Flucht unter dem kleinsten Ritzel der Kassette stehen und darf nicht weiter Richtung Rahmen verfahren. Am besten geht diese erste Einstellung vonstatten, wenn noch kein Bowdenzug und keine Kette montiert sind. Wichtig: der Schaltgriff muss auf den schwersten Gang geschaltet sein. Willst Du die Begrenzung nur kontrollieren oder nachjustieren, dann geht das aber auch mit Kette und Zug. Drehst Du die Endanschlags-Schraube im Uhrzeigersinn, wird der Anschlag nach links, also Richtung Speichen, verschoben. Durch Drehen der Schraube gegen den Uhrzeigersinn stellst Du den Anschlag weiter nach rechts, Richtung Rahmen.
  2. Schaltzug klemmen und Zugspannung einstellen: Von hier aus wird nun die Zugspannung eingestellt. Als Faustregel gilt: Befindet sich das Schaltwerk mit dem Röllchen unter dem kleinsten Ritzel, soll der Schaltzug minimal vorgespannt sein. Am Schaltgriff befindet sich am Ausgang für den Schaltzug-Außenhülle eine kleine Rändelschraube, die werkzeuglos verstellt werden kann. Sie sollte komplett im Uhrzeigersinn hereingedreht werden und dann ca. 1-2 Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn wieder heraus. So hast Du in beide Richtungen Spielraum beim Einstellen. Wurde ein Schaltzug schon mehrfach an- und wieder abgeklemmt, sollte er getauscht werden, da dann einzelne Drähte oft zertrennt sind und der Zug zu reißen droht. Ist der Schaltzug korrekt angeklemmt, kann der überschüssige Teil mit einem Bowdenzugschneider abgeschnitten werden. Zum Schutz des abgeschnittenen Endes wird eine Endtülle auf den Zug gequetscht.
  3. Endanschlag oben (L-Schraube): Nun stellen wir den "oberen" Endanschlag ein, also am größten Ritzel der Kassette. Hierzu schalte in den leichtesten Gang. Der Endanschlag wird mit der L-Schraube (Low Limit Screw oder L-Screw) justiert.
  4. Zugspannung erhöhen oder senken: Mit der Einstellschraube am Schalthebel lässt sich die Zugspannung der Schaltung erhöhen oder senken. Das ist nötig, wenn sich die Kette nur schwer in den jeweils höheren oder niedrigeren Gang schalten lässt. Springt die Kette nur schwer vom kleineren auf das größere Ritzel, sollte die Spannung erhöht werden. In wenigen Fällen kann sich der Abstand aber auch später noch verstellen. Dann muss er erneut eingestellt werden. Dazu dreht man mit dem Schraubenzieher oder Inbusschlüssel die B-Schraube.

Pflege und Wartung

Grobe Verschmutzungen, insbesondere an Ritzeln, Kette und Schaltröllchen, können Probleme beim Schalten verursachen. Eine gründliche Reinigung ist daher obligatorisch. Für geschmeidige Schaltvorgänge muss die Kette sauber und gut geschmiert sein. Die Gelenke des Schaltwerks müssen leichtgängig sein. Sind sie verdreckt oder ist die Schmierung durch häufiges Waschen mit dem Hochdruckreiniger nicht mehr gegeben, darfst Du ihnen nach dem Säubern gern einen Tropfen Kettenöl spendieren. Dasselbe gilt für die Lager der Schalträdchen. Grundsätzlich sollen alle Komponenten, die mit im Spiel sind, vor dem Einstellen der Schaltung sauber und natürlich technisch einwandfrei sein. Die Hauptursache für schlecht funktionierende Schaltungen ist zu viel Reibung. Weniger Dreck bedeutet weniger Reibung. Alle beweglichen Teile müssen sauber und geschmiert sein.

Spezifische Einstellungen für SRAM und Shimano

SRAM Schaltung einstellen

In den 90ern war es "affengeil" eine Schaltung am MTB zu haben mit 27 Gängen - top score: vorne drei Kettenblätter, hinten neun. Seit dem hat - ausgelöst von der Entwicklung der Firma Sram - ein großes Umdenken eingesetzt und wir schalten auf 9 bis 12 Ritzeln hinten. Dafür gibt es bei aktuellen Bikes vorn nur noch ein Kettenblatt, etwas ältere (oder Rennräder) schalten noch mit zwei. Aus diesem Grund haben wir im Folgenden verschiedene How-tos und Guidelines verlinkt, damit für (fast) jede Schaltungsvariante etwas dabei ist.

SRAM 1x12-Schaltung einstellen

Die neueste Variante von Sram ist die 1x12fach MTB-Schaltung. Mit einer Bandbreite von 10 bis 50 Zähnen und eventuell mit dem übergroßen Eagle-Ritzel sind sie Abstände zwischen den Gängen viel kleiner als früher geworden und die Schaltung entsprechend sensibler. Besonderheit: Bei der 1x12-Eagle-Variante der Sram Schaltung wird eine Lehre für die exakte Einstellung der Umschlingung (s.o.) benötigt.

Ob E-Mountainbike oder unmotorisiertes MTB: Bei Sram-Schaltungen muss man die Umschlingung an Fullys im Sag (Negativ-Federweg) einstellen. Dafür braucht man eine spezielle Lehre - das Chain-Gap-Tool - und idealerweise eine Hilfsperson, die entweder in etwa das gleiche Gewicht wie Fahrerin oder Fahrer haben, oder die für Euch die Stellschraube dreht.

SRAM 1x11-Schaltung einstellen

Auch bei den 11fach-Antrieben von Sram ist Fingerspitzengefühl gefragt. Denn schon kleine Ungenauigkeiten bei der Einstellung können entscheiden zwischen leichtlaufendem Antrieb und Kettenrasseln. Wir zeigen, wie Sie mit den drei Stellschrauben Ihre 1x11-Schaltung von Sram einstellen. Für die optimale Zugspannung kommt wieder das Drehrädchen am Schalthebel zum Einsatz.

Shimano Schaltung einstellen

Ab 2020 wurde bei Mountainbikes auch häufiger eine Shimano-1x12-Schaltung verbaut - massenkompatibel in der Deore-Version. Die Japaner hatten einen Moment gebraucht bis sie dem Trend zur Einfach-Schaltung gefolgt sind. Denn das Grundprinzip, wie eine MTB-Schaltung perfekt eingestellt wird, hat sich unabhängig von Hersteller und Schaltgruppe seit Jahrzehnten kaum verändert.

Shimano 1x12-Schaltung einstellen

Durch den geringen Abstand zwischen den einzelnen Ritzeln entscheidet oft schon eine halbe Umdrehung. An die perfekte Einstellung der Gangschaltung muss man sich deshalb in kleinen Schritten herantasten.

Im Gegensatz zu Sram-Schaltungen braucht man bei Shimano keine spezielle Lehre, um die Umschlingung korrekt einzustellen. Wenn man von innen auf den Schaltwerkskäfig schaut, sieht man eine mit Pfeil und "51T" versehene Hilfslinie. Die Zähne des größten Ritzels und diese Hilfslinie müssen exakt hintereinander liegen.

Shimano 2x12-Schaltung einstellen

Anders als Sram bietet Shimano nach wie vor eine Option mit zwei Kettenblättern an. Die Vorteile, die für einen 2x12-Antrieb sprechen, sind ersichtlich: Es gibt keine aktuelle MTB-Schaltung mit einer größeren Bandbreite (Gesamtübersetzung) bei gleichzeitig so feiner Abstufung der Gänge. Bei der Einstellung unterscheiden sich die Einfach- und Zweifach-Schaltung dann im zusätzlichen Umwerfer vorn. Dieser ist nicht ganz so sensibel wie das Schaltwerk, muss aber genauso exakt justiert werden, damit die Kette weder ins Tretlager beißt ("Chainsuck" / Kettenklemmer), noch übermütig über das große Kettenblatt hinaus springt.

Zusätzliche Tipps und Tricks

  • Schaltverhalten verbessern: Durch regelmäßiges Reinigen und Schmieren der Kette, Ritzel und Schaltröllchen kann die Schaltperformance deutlich verbessert werden.
  • Vorausschauend schalten: Antizipiere das Gelände und schalte rechtzeitig, um ruckartige Schaltvorgänge zu vermeiden.
  • Kettenlinie beachten: Vermeide extreme Kettenlinien, um Verschleiß zu reduzieren.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0