Vegane, mit dunkler oder heller Schokolade, glutenfrei, zuckerfrei, mit softem Karamell, Früchten oder knusprigen Nüssen: Proteinriegel sind vielfältig auf dem Markt erhältlich und in den letzten Jahren zu einem beliebten Schokoriegel-Ersatz geworden, der sowohl von Fitness-Enthusiasten als auch von gesundheitsbewussten Konsumenten geschätzt wird. Sie versprechen eine praktische Möglichkeit, die tägliche Eiweißzufuhr zu erhöhen und eignen sich laut Herstellern als Zwischensnack, Prä- oder Post-Workout-Proteinlieferant sowie einfach als süße, aber nährstoffreiche Alternative zu herkömmlichen Süßigkeiten.
Wir haben 14 Proteinriegel getestet und wollten dabei herausfinden, welcher besonders gut schmeckt, wie viel Gramm Protein im besten Fall drinstecken und welche Unterschiede es überhaupt gibt. Die gute Nachricht zuerst: Wer bei Proteinriegeln an die typische zähe Konsistenz denkt, auf der man ewig herumkauen muss, bis man sie überhaupt herunterbekommt, wird gerne lesen, dass sich einiges getan hat.
Die verschiedenen Arten von Riegeln
Im Süßigkeitenregal findet man nicht mehr nur reine Schokoriegel à la Snickers und Mars, sondern auch eine reiche Auswahl an Lebensmittelriegeln, die unterschiedliche Zwecke erfüllen. Dabei unterscheidet man zwischen Energieriegeln - auch Power Bars genannt -, Mahlzeitenersatzriegeln und Proteinriegeln. Erstere liefern den Großteil ihrer Nahrungsenergie in Form von Kohlenhydraten, sind zucker- sowie fettreich und können für Sportler bei hohen Belastungen sinnvoll sein.
Mahlzeitenersatzriegel sollen, ähnlich wie Trinkmahlzeiten, die Vielfalt der Nährstoffe in einer Mahlzeit ersetzen. Sie kombinieren dabei einen hohen Kaloriengehalt mit Vitaminen und Mineralstoffen. Proteinriegel wiederum werden hauptsächlich zum besseren Muskelaufbau und -erhalt verwendet. Eiweiß ist ein essenzieller Makronährstoff, der für den Aufbau und Erhalt von Muskeln, die Reparatur von Gewebe und zahlreiche Stoffwechselprozesse unverzichtbar ist. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Proteinzufuhr von 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.
Als bequeme Proteinlieferanten unterwegs oder Ersatz für einen „normalen“ Schokoriegel können Proteinriegel eine gesündere Alternative darstellen. Eine ausgewogene Ernährung sollten sie aber niemals ersetzen. Wirklich notwendig sind spezielle Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel mit erhöhtem Eiweißgehalt hierzulande laut Verbraucherzentrale allerdings nicht.
Geschmacklich gibt es inzwischen für jede Vorliebe den passenden Proteinriegel: weiße und dunkle Schokolade, mit Hasel- oder Walnüssen, Cashews oder Mandeln, Früchten, Haferflocken, Karamell, Softriegel, knusprige Riegel oder solche mit extra Biss. Die meisten bestehen aus einer Mischung aus tierischen oder pflanzlichen Eiweißquellen, Kohlenhydraten, Fetten und weiteren Zutaten wie Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen.
Wichtige Inhaltsstoffe und ihre Bedeutung
Tierisches Whey Protein, auf Deutsch Molkenprotein, gilt als eine der hochwertigsten Eiweißquellen. Es hat eine hohe biologische Wertigkeit, was bedeutet, dass der Körper es besonders effizient verwerten kann. Kleiner Exkurs: Molkenprotein entsteht bei der Käseherstellung. Die Flüssigkeit, die nach der Trennung von Milchfett und Casein übrig bleibt, wird zu Pulver verarbeitet.
Kollagenhydrolysat, oftmals vom Rind, ist tatsächlich in den allermeisten nicht veganen Proteinriegeln enthalten. Damit sind diese Riegel streng genommen nicht vegetarisch! Auch pflanzliche Proteinquellen können im Hinblick auf den Muskelaufbau absolut mit tierischen mithalten, sind oft besser verträglich, passen in einen veganen Ernährungsplan und tun auch der Umwelt gut.
Künstliche Süßstoffe, beispielsweise Suclarose, Stevia oder Acesulfam K, helfen den Zuckergehalt niedrig zu halten, während sie gleichzeitig den Riegel süß und lecker machen sollen. Da Süßstoffe um ein Hundertfaches süßer als normaler Zucker sind, werden zuckerfreie Riegel schnell sehr süß, sind aber besser für die Zähne und alle, die Gewicht verlieren wollen. Dafür können Süßstoffe auf den Magen schlagen und den Darm aus dem Gleichgewicht bringen. Vielen schmecken sie auch schlichtweg nicht.
Alternativ gibt es noch Zuckeraustauschstoffe wie Maltit, Xylit, Sorbit und Erythrit: Sie sind kalorienärmer als Zucker, liefern aber dennoch Energie (ca. Zusatzstoffe wie Emulgatoren, Konservierungsstoffe oder Stabilisatoren sind in den meisten Proteinriegeln enthalten. Auch wenn die Zusatzstoffe nicht als gesundheitsschädlich eingestuft werden und in geregelten Mengen als sicher gelten, ist noch unklar, welche Auswirkungen sie langfristig haben.
Worauf sollte man bei der Auswahl achten?
Nicht alle Proteinriegel sind gleich. Zuckergehalt: Ein niedriger Zuckergehalt (max. Ballaststoffe: Drei bis fünf Gramm Ballaststoffe fördern die Verdauung und sorgen für ein längeres Sättigungsgefühl. Kalorien: Abhängig vom persönlichen Ziel (z.B. Gewichtsverlust oder Muskelaufbau) sollten die Kalorien im Auge behalten werden.
Die Deutsche Sportgesellschaft empfiehlt nach einer Trainingseinheit innerhalb eines Zwei-Stunden-Fensters 20 Gramm Protein zu sich zu nehmen. So viel haben die meisten Riegel nicht. Hier ist ein Proteinshake die sinnvollere Lösung.
Die Top-Empfehlungen im Test
ESN Designer Protein Bar - Hazelnut Nougat
Mehr Eiweiß, mehr Crunch, mehr Geschmack: Der Designer Protein Bar von ESN ist ganz weit entfernt vom typischen Proteinriegel-Erlebnis und hat in unserem Test alle restlos überzeugt. Die Konsistenz der Sorte Hazelnut Nougat erfreut mit einer tollen Balance aus weich und knackig: außen eine Schokohülle, gespickt mit Haselnüssen und Crispies, darunter eine Proteinschicht, in der Mitte noch einmal ein schmelzender Nougatkern. So wird dem Gaumen viel Abwechslung geboten und man kaut nicht nur auf einem langweiligen „Einheitsbrei“ herum.
Immer wieder ergibt sich eine kleine Überraschung, zu süß wird das Ganze trotz enthaltener Suclarose zum Glück nie. Mit 45 Gramm ist der Riegel nicht zu groß sowie nicht zu klein und kann gut auf einmal gegessen werden, ohne dass man danach platzt. Um die Tagesbilanz aufzupeppen oder sich auf der Wandertour ein wenig extra Protein zu gönnen, erfüllt der Riegel seinen Zweck. Auch die Qualität überzeugt: Der Designer Protein Bar wird in Deutschland hergestellt, darüber hinaus ist ESN ein bekannter Hersteller von Protein-Supplements, viele davon stehen auf der Kölner Liste.
Auf der Homepage gibt es die Laboranalysen auch zum Download. Neben Hazelnut Nougat sind die ebenfalls lecker klingenden Sorten Peanut Karamell, Almonds Coconut, Dark Cookie, Fudge Brownie, Lebkuchen und Cinnemon Cereal erhältlich. Da auch Kollagenpeptide vom Rind enthalten sind, ist der Riegel streng genommen nichts für Vegetarier.
Barebells Vegan Protein Bar - Hazelnut & Nougat
Vegetariern und Veganern können wir den Vegan Protein Bar Hazelnnut & Nougat von Barebells empfehlen. Bisher gibt es keine weiteren seriösen Tests von Proteinriegeln. Vegetariern, Veganern und allen, die auf eine bewusste Ernährung achten, können wir den Vegan Protein Bar Hazelnnut & Nougat von Barebells wärmstens ans Herz legen.
Mit diesem Riegel bekommt man eine Extraportion Eiweiß aus rein pflanzlicher Quelle (Soja, Erbsen und Reis), die den Gehalt der meisten nicht veganen Riegel übertrifft, und muss geschmacklich überhaupt keine Abstriche machen. Neben 15 Gramm Protein enthält der 55 Gramm schwere Vegan Protein Bar auch sieben Gramm Ballaststoffe. Deshalb eignet er sich unserer Meinung nach eher als lange sättigende Snack-Alternative als unmittelbar vor dem Sport, obwohl er selbst dann überhaupt nicht schwer im Magen liegt.
Die Konsistenz ist fest, aber nicht zäh, weich, aber kein Softriegel und enthält Kakao-Sojacrispies sowie Nussstücke für mehr Spaß beim Kauen.
Powerbar 52% Protein Plus
Der 52% Protein Plus von Powerbar ist für uns ein klarer Fall von „Muss nicht schmecken, muss wirken“. Der Protein-Protz setzt sich tatsächlich über der Hälfte aus Eiweiß zusammen und fordert damit die Kiefermuskulatur heraus. Nach typischer Proteinriegel-Manier besteht er aus einem dünnen Schokomantel und einem super zähen, hellen, mit Süßstoff gesüßtem Kern, vollgepackt mit Proteinpulver. Hier kaut man lange, bis man einen Bissen herunterschlucken kann, und wird dabei ziemlich schnell satt.
Mit unangefochtenen 26 Gramm Eiweiß deckt der Riegel problemlos eine gute Portion des Tagesbedarfs eines Erwachsenen ab und stellt als einziger auch eine echte Alternative zum Post-Workout-Shake dar. Dabei unterstützen auch die geringen Anteile an Ballaststoffen (0,6 Gramm) und Zucker (0,7 Gramm). Dank der Kombination aus tierischem Molkeneiweißisolat, Kollagenhydrolysat, pflanzlichem Sojaeiweiß und dem langsamer wirkenden Calciumcaseinat bietet er - ebenfalls als einziger Riegel im Test - nicht nur eine schnelle und unmittelbare, sondern auch eine Langzeit-Proteinversorgung.
Eine einwandfreie Qualität garantiert der Platz auf der Kölner Liste.
Powerbar Protein+ Vegan
Bei Powerbar haben wir mit dem Protein+ Vegan Riegel eine angenehme Geschmacksabwechslung entdeckt, denn die Peanut-Choc-Sorte erinnert an einen Müsliriegel: eher nussig als schokoladig und dabei wenig süß. Was die einen vielleicht als langweilig empfinden, ist für andere eine echte Wohltat. Denn als einziger Riegel lässt er einem nicht nur die Wahl zwischen „Pest und Cholera“ und bietet entweder aufdringliche Süßstoffe oder einen hohen Zuckergehalt, sondern verzichtet (fast) auf beides: keine Spur von Suclarose und Co. und trotzdem nur 0,5 Gramm Zucker.
Der Riegel ist bei DM erhältlich und liegt preislich mit knapp zwei Euro im Mittelfeld. Der Proteinanteil von zehn Gramm setzt sich aus Soja, Erbsen und Reis zusammen, für den Geschmack sorgen Erd- und Haselnüsse, Sojacrispies und hydrolysierter Hafer. In der Schokoladenhülle steckt fair gehandelter Kakao. Der Protein+ Vegan ist eine super Alternative zum Schoko-Snack unterwegs oder im Nachmittagstief, denn er bietet immer noch mehr Protein als normale Süßigkeiten, hat dabei aber deutlich weniger Zucker und nur 160 Kalorien.
Wer nur einen kleinen Hunger hat, kann easy auch nur die Hälfte essen, denn in der Verpackung stecken streng genommen nicht einer, sondern zwei kleine, geteilte Riegelchen.
Sportness Protein 34%
Für nur 85 Cent landet der Sportness Protein 34% bei DM schnell mal im Einkaufskorb, bei allen, die Lust haben, einen guten und günstigen Eiweißriegel auszuprobieren. Im Aufbau zeigt sich der Riegel recht minimalistisch: Eine Schicht Rainforest-Alliance-zertifizierte Milchschokolade umhüllt einen soften, hellen Kern aus Proteinmasse. Ansonsten sind die üblichen Verdächtigen im Protein 34% enthalten. Für die Süße sorgen Xylit und Sucralose und halten den Zuckergehalt gering.
Gut zu wissen: Vegetariern und Veganern, die einen möglichst günstigen Proteinriegel suchen, können wir als Preistipp den Wellmix Vegan Protein 34% ans Herz legen. Geschmacklich erinnert die Sorte Schoko Brownie tatsächlich etwas an schokoladigen Kuchen mit einer leichten Kaffeenote - dass der Riegel vegan ist, merkt keiner. Die Konsistenz ist relativ fest, aber nicht allzu zäh.
Weitere getestete Riegel im Überblick
Leckere Schokolade, zart schmelzendes Karamell, knackige Erdnüsse und eine weiche Proteinschicht: Ähnlich wie ein Snickers schmeckt der More Protein Bar von More Nutrition - und ist dabei richtig lecker, wenn man den penetranten Süßstoff-Nachgeschmack verschmerzen kann. Mit einem Mix aus pflanzlichem und tierischem Eiweiß kommt er auf starke 16 Gramm Protein pro Riegel, bleibt dabei aber überraschend wenig zäh. Wir finden: einen der leckersten im Test. Warum uns andere noch etwas besser gefallen haben?
Der PowerX System Bite Power ist ein kleiner Riegel mit nur 35 Gramm und hat dabei immerhin elf Gramm Protein aus Milcheiweiß und Kollagenhydrolysat. Insgesamt ein ziemlich durchschnittlicher Proteinriegel. Nicht wirklich gut, aber auch nicht eklig, mit einer weichen, für Proteinriegel typischen Konsistenz, die ziemlich in den Zähnen kleben bleibt und ein pulvriges Gefühl im Mund hinterlässt. Das Aroma ist okay, der Nachgeschmack etwas seltsam.
Bei dem WellMix Protein 32% mit einem Mix aus pflanzlichem und tierischem Eiweiß scheiden sich die Geister: Die einen finden ihn lecker und saftig wie einen Brownie, die anderen kommen mit der sehr weichen Konsistenz und dem metallischen Nachgeschmack überhaupt nicht klar. Der Softriegel enthält circa elf Gramm Protein, neun Gramm Zucker, keine Süßstoffe und leider auch Palmfett.
Das altbekannte Snickers hat ein Upgrade bekommen und ist jetzt als Snickers Protein mit Milchproteinkonzentrat und -isolat erhältlich: gut zehn Gramm Protein pro Riegel, aber dafür nicht mehr wirklich mit dem echten Snickers-Erlebnis vergleichbar. Das Karamell fehlt und die Nussschicht ist nicht so knusprig. Geschmacklich hielten wir ihn für okay, auch nur ansatzweise „gesund“ kann man ihn mit satten 15 Gramm Zucker aber nicht nennen und auch der Preis ist mit über drei Euro ziemlich hoch. Wer einen richtig guten Proteinriegel will, findet in unserem Test bessere, dazu noch ohne Palmfett.
Mit fast 18 Gramm Zucker schießt der Mars Protein an die Spitze der Zuckergehälter und enthält dabei nur zehn Gramm Protein aus Molkenproteinkonzentrat und -isolat. Der Geschmack ist okay, kommt aber nicht ganz an den echten Mars-Riegel heran, da sowohl die weiche Creme- als auch die K...
Energieriegel im Öko-Test
Auf dem Markt für Sportnahrung gibt es eine bunte Palette an Energieriegeln. Sie alle unterscheiden sich beachtlich in ihren Zusammensetzungen und Geschmacksrichtungen. Das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ hat jetzt 19 dieser Energieriegel getestet. Das ernüchternde Ergebnis: Nur ein Riegel verdient die Bewertung „gut“, sieben bekommen „mangelhaft“ und vier Produkte schneiden mit „ungenügend“ ab. Die Hauptmängel sind Inhaltsstoffe wie Pestizide, Aromen, gentechnisch veränderte Sojasorten sowie unnötige Zusätze und/oder unsinnige Nährstoffzusammensetzungen. Gewinner der untersuchten Sportsnacks ist der „Multipower Fruit Power“. Bis auf einen etwas zu hohen Zuckergehalt beinhaltet der „gute“ Fruchtriegel nur erwünschte Zutaten und hat obendrein ideale Nährwerte.
Das bemängelt Öko-Test: Energielose Energieriegel: In vierzehn der untersuchten Riegel liegt der Anteil an Energie aus Kohlenhydraten unter 60-75 Prozent. Der „Ultra Bar Kohlenhydrat-Molken-Riegel - Apricot“ z. B. bringt es gerade mal auf 16,1 Gramm Kohlenhydrate. Um auf die empfohlene stündliche Zufuhr von 30 Gramm zu kommen, müsste ein Sportler also gleich zwei davon essen. Das ist eher unpraktisch und stört das Training!
Fett statt fit: Der „Champ Active Oat Bar - Latte Macchiato“ hat, wie andere Produkte auch, einen beachtlichen Fettgehalt von 41 Prozent. Das ist eindeutig zu viel! Schokoriegel wie „Mars„, die nicht unter die Kategorie „Sportnahrung“ fallen, haben im Vergleich ähnlich viele Kalorien. Insgesamt aber weisen 14 Riegel einen Fettgehalt von nur 15 Prozent auf. Wer trainiert, weil er abnehmen möchte, sollte also genau darauf achten, welchen Riegel er zu sich nimmt.
Hoch verarbeitet: Obwohl viele Hersteller mit „der Kraft der Natur“ werben, nehmen einige Zutatenlisten einfach kein Ende. In elf Riegeln sind völlig unnötige Vitamin- und/oder Mineralstoffzusätze enthalten und in 17 Produkten wurden Aromen zugesetzt, die dem Standardisieren des Geschmacks dienen sollen. Ganz vorne dabei ist der „Clif Bar Chocolate Chip, Energy Bar“. Zu seinen Zusätzen gehören Kalzium, Magnesium und die neun Vitamine C, E, A, B3, B2, B1, B6, B12 und D. Diese Nährstoffe werden zwar von unserem Organismus benötigt, machen aber während einer Sporteinheit nur wenig Sinn.
Pestizide in der Sporttasche: Von „natürlicher Energie“ kann auch bei dem hohen Gehalt an Pestiziden keine Rede sein. In vielen Riegeln wurden nämlich Spuren von Pflanzengiften gefunden. Der eigentlich mit „sehr gut“ bewertete „Taxofit Sport Natural Energy Riegel„ verspielte aus diesem Grund seinen Titel als Spitzenreiter. Das beauftragte Labor fand nämlich zehn verschiedene Pestizide in den Zutaten. Das finden wir ziemlich unsportlich, denn gesund essen geht definitiv anders!
Den Mund zu voll genommen: Versprechen wie “Aus dem Kraftwerk der Natur„, wie beim „Energy Oatsnack Banane-Schoko“ Riegel sind nur dann gerne gesehen, wenn sie auch der Realität entsprechen. In diesem Fall wurden jedoch gleich mehrere Aromen, Emulgatoren und Farbstoffe verwendet. Auch im Riegel „Das Gesunde Plus Sportness Energie, Zitrone-Buttermilch-Geschmack“ ist nicht das drin, was uns die Verpackung verspricht. Die Abbildung einer Zitrone lässt vermuten, dass diese auch in der Zutatenliste zu finden ist. Aber leider: Fehlanzeige!
Ein Großteil der 19 getesteten Energieriegel schneiden bei dem Öko-Test mangelhaft ab. Überflüssige Zusätze oder Schadstoffe möchte ein Sportler genauso wenig zu sich nehmen wie einen Snack, der nicht ausreichend Energie liefert.
Die richtige Sportnahrung für den Wettkampf
Es ist ohnehin schwierig genug, in Bewegung zu essen. Deshalb spielt auch die Konsistenz des Riegels eine wichtige Rolle. Ist er sehr krümelig, kann man sich leicht verschlucken, ist er zu zäh, kriegt man ihn nicht runter. Im Wettkampf sollte man unbedingt auf einen Riegel zurückgreifen, den man zuvor im intensiven Training getestet hat - ob man ihn unter Belastung essen kann und gut verträgt. Fruktosereiche Riegel können bei Empfindlichkeit zu Durchfall führen, sehr kompakte, gehaltvolle Produkte wie ein Stein im Magen liegen.
Der Zusatz von Koffein putscht zusätzlich etwas auf, kurbelt die Fettverbrennung an und schont die Kohlenhydratreserven - kann also sinnvoll sein, um die Ausdauerleistung zu verbessern.
Die Bedeutung von Kohlenhydraten
Während sogar ein schlanker Mensch mit seinen Fettreserven zehn Tage am Stück Fahrrad fahren könnte, sind die Glykogenspeicher in den Muskel- und Leberzellen begrenzt und reichen sogar bei top austrainierten Sportlern nur für 90 bis 120 Minuten.
Ohne Kohlenhydrate geht nichts, nicht mal die Fettreserven lassen sich dann beliebig stark und lang anzapfen. Fette verbrennen nur im Feuer der Kohlenhydrate. „Man geht davon aus, dass der Körper in eine Art Schutzfunktion übergeht und gewisse Körperfunktionen einschränkt, wenn nur die Hälfte der Glykogenspeicher geleert sind“, mahnt Robert Gorgos, Ernährungswissenschaftler und -betreuer beim deutschen Spitzenradsportteam Bora-Hansgrohe. Mit fatalen Folgen: Die Konzentration lässt nach, Koordination und Reaktionsfähigkeiten leiden, und die Leistungsfähigkeit schwindet.
Es kommt noch schlimmer. „Läuft der Speicher weiter leer, wird der Körper dazu übergehen, Proteine zu verstoffwechseln, um so den Glukosestoffwechsel aufrechtzuerhalten. Dadurch wird man anfälliger für Verletzungen und Infekte und fördert den Abbau von Muskelmasse, weil dem Körper wichtige Strukturproteine zur Energiegewinnung entzogen werden.“ Diesen Vorgang nennt man Katabolismus.
Tabelle: Energieriegel im Vergleich
| Modell | Inhalt | Geschmacksrichtungen | Salz | Geschmack (max. 5 Sterne) |
|---|---|---|---|---|
| Chimpanzee Energy Bar | 55 g | u. a. Joghurt, Erdbeere | 100 mg / 190 mg | |
| Clif Bar Nut Butter Bar | 50 g | Banane-Vanille, Aprikose, Orange, rote Früchte | 380 mg / 760 mg | |
| Dextro Energy Müsli Riegel | 35 g | Banane, Waldbeere, Karamell, Waldbeere | 137 mg / 390 mg | |
| Enervit Competition Bar | 30 g | Joghurt | 30 mg / 100 mg | |
| High 5 Energy Bar | 55 g | Multifrucht, Schokolade | 60 mg / 100 mg | |
| Isostar High Energy Riegel | 35 g | Orange, Pflaume, Kakao Nibs Vanille | 200 mg / 580 mg |
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