Der Sport- und Outdoor-Discounter Decathlon ist bekannt für ordentliche Produkte zum unschlagbar günstigen Preis. Ob Fußball, Camping oder Bergsport - das Sortiment der Franzosen ist riesig. Doch was passiert, wenn sich ein Discounter an einem so komplexen Produkt wie einem E-Mountainbike versucht?
Rockrider E-Expl 520S im Test
Das Rockrider E-Expl 520S ist Teil einer nagelneuen Serie fortschrittlicher E-MTBs, die optisch so gar nicht nach Ramsch und Baumarkt aussehen. Wir testen, ob man bei dem Angebot für unter 3000 Euro echte Geländetauglichkeit und Trail-Spaß erwarten kann. Das E-MTB-Fully von Rockrider ist dabei ein besonderer Kandidat in unserem große Test der “Readers Most wanted”. Neben sündhaft teuren Edel-Geschossen für fünfstellige Eurobeträge habt ihr Euch auch dieses auffallend günstige E-Fully im harten EMTB-Test gewünscht. Verständlicherweise. Denn das günstige Einsteiger-Fully ist nicht nur aus journalistischer Sicht ein spannender Kandidat, sondern es lauert handfestes Schnäppchenpotenzial darin.
Schauen wir also, wie sich das Bike von Decathlon im Vergleich mit dem Marktdurchschnitt schlägt. Unter dem Motto “Readers Most wanted - die beliebtesten E-MTBs des Jahres” haben wir acht außergewöhnliche E-Mountainbikes zwischen 2999 und 10.999 Euro getestet. Sieht so ein E-Mountainbike für unter 3000 Euro aus? In diesem Falle ja! Doch das Rockrider mit seiner schicken Silhouette ist in dieser Preisklasse eine absolute Ausnahme.
Die Fakten zum Rockrider E-Expl 520S
- Motor: Brose Drive T Alu, 70 Nm max. Drehmoment
- Akku: 500 Wh (entnehmbar), optional 360-Wh-Zusatzbatterie erhältlich
- Rahmenmaterial: Aluminium
- Federweg: 140 / 140 mm
- Laufradgröße: 29 Zoll
- Rahmengrößen: S, M, L, XL
- Preis: 2999 Euro
- Gewicht: 25,6 kg (Testbike in Größe L, EMTB-Messung, ohne Pedale)
- Zulässiges Gesamtgewicht: 120 kg (Herstellerangabe)
- Lebenslange Garantie auf Rahmen und Lenker
Die Batterie kann komfortabel zur Seite herausgeklappt werden, das klappt ohne Schlüssel. Die Akku-Kapazität liegt mit 500 Wattstunden deutlich unter Durchschnitt - eine Sparmaßnahme, die bei diesem Preis verständlich ist.
Der E-Bike-Antrieb: Brose Drive T Alu - geschmeidig & leise
Für Schub sorgt im Rockrider-Fully ein Brose Drive T Alu. Das ist die günstigere Variante des Berliner E-Bike-Motors, die im E-Expl 520S maximal 70 Newtonmeter liefert. Den Strom bekommt das Aggregat aus einem Akku mit 500 Wattstunden, der bequem zur Seite aus dem Unterrohr genommen werden kann. Dafür braucht es keinen Schlüssel, sondern lediglich einen Inbus. Einen gelungenen Mix aus leichter Bedienbarkeit, schlanker Optik und Informationsgehalt bieten die Bedienelemente. Ein schlanker Drücker am Griff wird mit einem größeren Display hinter dem Lenker kombiniert. Hier gibt es eine Fülle an Informationen, darunter sogar die Fahrer- und Motorleistung. Der Screen ist mit einem Bluetooth-Modul ausgestattet, so kann das System mit der Decathlon-App verbunden werden.
So sind Systemupdates möglich, die Unterstützungsstufen können aber nicht individualisiert werden. Auffällig: Der Motor schiebt angenehm leise. Das Antriebsgeräusch liegt ganz deutlich unter dem Niveau von Bosch und Shimano. Auch in der Abfahrt hat Brose hier die Nase vorn, denn der Drive T klappert nicht wie die marktführende Konkurrenz. Auf der anderen Seite hat der “kleine” Brose ein spürbares Defizit bei der Maximalleistung. Der Schub ist weniger kräftig als bei einem Bosch Performance CX oder einem Shimano EP8 bzw. EP801. Die gängigen Light-Antriebe überflügelt der Brose Drive T Alu mit seinen 70 Newtonmetern allerdings klar.
Die Geometrie
Das Chassis des E-Expl ist moderat gezeichnet. Ein eher steiler Lenkwinkel, ein moderat langer Reach - daraus resultiert ein gemäßigter Radstand von 1255 Millimetern, der einen ausgewogenen Kompromiss aus Agilität und Laufruhe verspricht. Die Kettenstreben fallen mit 460 Millimetern lang aus. Hier steht Laufruhe und sicheres Handling vor übermäßigem Spieltrieb. Super modern ist das sehr kurze Sitzrohr, nicht ganz auf der Höhe der Zeit wirkt lediglich der flache Sitzwinkel von 74,5 Grad.
EMTB-Messwerte im Überblick (Rahmengröße L)
- Sitzrohrlänge: 416 mm
- Radstand: 1255 mm
- Reach: 468 mm
- Stack: 632 mm
- Lenkwinkel: 66 Grad
- Sitzwinkel: 74,5 Grad
- Kettenstrebenlänge: 460 mm
Die Ausstattung des Rockrider E-Expl 520S
X-Fusion McQueen, Microshift Advent, Tektro HD - die Ausstattungsliste des Rockrider E-Expl liest sich im Einheitsbrei der üblichen E-MTB-Kandidaten wie ein Wörterbuch in einem seltenen Dialekt aus dem fernen Himalaya. Rockshox oder Fox? Schwalbe oder Maxxis? Shimano oder Sram? All diese Marken sucht man vergebens. Aber genau das scheint ein Teil des Geheimnisses des konkurrenzlosen Preises zu sein.
Das Gute dabei: Produkte, die die Funktion des E-MTBs einschränken, finden sich kaum. Im Gegenteil: Einige Parts entpuppen sich in unserem Test als handfeste Überraschungen, die der namhaften Konkurrenz in Sachen Preis-Leistung voraus sind. Einzig die schwachen Tektro-Bremsen sind ein klares Manko für den Einsatz im Gelände. Super dagegen: Im Gegensatz zu vielen anderen günstigen E-MTBs ist das E-Expl 520S schon ab Werk mit einer Teleskopsattelstütze ausgestattet. Das erhöht Komfort und Fahrsicherheit in Gelände und Alltag.
- Gabel / Dämpfer: X-Fusion McQueen R Air / Pro-R
- Schaltung: Microshift Advent X, 10fach, 11 - 48 Zähne
- Bremsen: Tektro HD-M 276, 203/203 mm
- Laufräder: Rockrider 30
- Reifen: Rockrider Grip 500 TR, 29 x 2,4 Zoll
- Besonderheiten: Teleskopstütze mit 150 mm Hub
Praxistest: So fährt sich das Rockrider E-Expl 520S
Im Sattel des Rockrider E-Expl 520S fallen sofort zwei Dinge auf: Die Sitzposition ist sportlich angehaucht und platziert uns mittig auf dem Bike. Auf modernen Enduros sitzt man deutlich weiter vorne, Rockrider setzt eher auf eine klassische Tourenposition. Das Zweite: Der Motor schiebt angenehm leise. Beides bringt ein komfortables und angenehmes Fahrgefühl mit. Biegt man von der Straße ins Gelände ab, verstärkt sich der Komfort-Charakter nochmal. Denn die Federung saugt Unebenheiten gierig auf. Gemeinsam mit den sehr weichen und damit griffigen Reifen bietet das Bike unheimlich viel Traktion. Schwierige Anstiege nimmt es dadurch locker. Dank der langen Kettenstreben braucht man sich auch um ein steigendes Vorderrad kaum Gedanken machen. Der Motorschub reicht im Test auch für steile Anstiege - bleibt aber klar spürbar hinter der Power eines Bosch Performance CX oder des Brose Drive T zurück. Ebenfalls auffällig, wenn es richtig steil ist: Die Sitzposition könnte für technische Uphills noch zentraler sein, um die Kontrolle über das Bike zu verbessern. Doch in Summe sind die Klettereigenschaften dieses E-Bikes gelungen.
Bergab: Die unkomplizierten Eigenschaften, die das Bike selbst auf schwierigen Anstiegen zeigt, setzen sich auch in der Abfahrt fort. Die Federung gibt den Hub bereitwillig frei, so bleibt die Fahrt auch bei ruppigem Untergrund komfortabel. Gemeinsam mit den sehr griffigen Reifen ist auch die Traktion hervorragend, so hat man stets volle Kontrolle über das Bike. In Summe hat man eher das Gefühl, mit mehr Federweg unterwegs zu sein, als mit schmalen 140 Millimetern. Erst wenn man richtig sportlich in Rumpelpassagen schießt, gehen dem Fahrwerk die Reserven aus. Sportliche Trail-Biker würden sich etwas mehr Gegenhalt und Progression wünschen - doch das ist Jammern auf hohem Niveau, insbesondere, wenn man den Preis betrachtet. Die X-Fusion-Federgabel, kann sehr gut mit den günstigen Modellen bekannterer Marken wie Rockshox oder SR Suntour mithalten, wie sie in vielen E-MTB bis 5000 Euro stecken.
Einen richtigen Spaßdämpfer gibt´s leider dennoch: Die kleinen Zweikolbenbremsen Tektro HD-M 276 bieten nicht genügend Biss und beschneiden Fahrsicherheit und Fahrspaß deutlich. Geht es gar steiler oder länger bergab, nervt die zu schwache Bremswirkung, strengt mehr an und trübt den ansonsten sehr gelungenen Downhill-Auftritt deutlich. Durch den eher steilen Lenkwinkel macht das Bike auch auf zahmen Trails noch Spaß, Schwerlaster-Feeling kommt zum Glück nicht auf. Wirklich spritzig fährt sich das E-Expl mit seinem hohen Gesamt- und Laufradgewicht zwar nicht. Und Spielereien, wie das Bike zum Manual aufs Hinterrad ziehen, fallen schwerer als mit ausgewiesenen Trail-Flitzern. In Summe kann das E-MTB von Rockrider im Gelände aber gut mit einigen E-Mountainbikes mithalten, die zwischen 4000 und 5000 Euro kosten. Das ist eine enorme Leistung!
Auf Tour: Hat man es mit dem Rockrider weniger auf steile Trails und garstiges Gelände abgesehen, sondern auf gemächliche Touren im Flachen, wird der komfortable und unkomplizierte Charakter des Bikes ebenfalls überzeugen. Die super klebrigen Stollenreifen, die im Gelände punkten, könnten auf langen Asphaltausfahrten aber deutlich an der Reichweite knabbern. Denn der Rollwiderstand ist deutlich höher als bei der Mischbereifung, die an klassischen Einsteiger-E-MTBs zumeist verbaut wird. Auch der 500er-Akku des E-Expl beschneidet die Reichweite, die unter dem Niveau des aktuellen Marktdurchschnitts bleibt, wo Batterien mit 600 bis 900 Wattstunden üblich sind. Wer stromsparend unterwegs ist, sollte aber auch mit diesem System längere Touren meistern können. Das Gewicht von über 25,5 Kilo ist in Anbetracht der kleinen Batterie jedoch alles andere als berauschend. Das macht sich auch im Alltag beim Handling bemerkbar. Hier wird klar: Leichtbau ist zu diesem Preis einfach nicht drin. Und Rockrider hat den Fokus offensichtlich lieber auf Robustheit und Geländetauglichkeit gelegt. Die lebenslange Garantie auf Rahmen und Anbauteile hinterlässt hier ebenso ein gutes Gefühl.
EMTB-Bewertung des Rockrider E-Expl 520S
Stärken:
- Überragendes Preis-Leistungsverhältnis
- Voll Trail- und geländetauglich
- Hohe Fahrsicherheit, leicht zu beherrschen
- Leise
Schwächen:
- Vergleichsweise geringe Reichweite
- Schwer
- Zu schwache Bremsen
Im Vergleich zur High-End-Klasse muss man beim E-Expl in Sachen Fahrdynamik Abstriche machen. Doch grundsätzlich schlägt sich das Bike auch im Gelände souverän. Sehr unkomplizierter Komfort-Charakter.
Das EMTB-Fazit zum Rockrider E-Expl 520S im Test
Das Fazit zu diesem Bike ist ganz klar eine Frage der Perspektive! Mich persönlich hat das Rockrider E-Expl 520S absolut positiv überrascht. Denn selbst günstige E-Fullys für über 1000 Euro mehr konnten im Gelände zuletzt eher mäßig überzeugen. Das E-Expl hingegen schon. Zumindest, wenn man bei den viel zu schwachen Bremsen ein Auge zudrückt. Decathlon hat hier eine echte Fahrmaschine mit Trail-Potenzial auf die Beine gestellt. Fahrsicher, leise und elegant - ein Volltreffer in der Preis-Leistungsliga!
Decathlon Rockrider E-ACTV 100
Ein E-Bike für nur 999 Euro? Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Doch genau das verspricht Decathlon mit dem neuen Rockrider E-ACTV 100. Wir schauen uns an, was das günstige Trekking-E-Bike kann - und wo Kompromisse gemacht wurden.
Das Rockrider E-ACTV 100 ist ein Trekking-E-Bike, das für den Alltag und entspannte Touren auf befestigten Wegen konzipiert ist. Es kombiniert Komfort mit einfacher Technik und richtet sich an Einsteiger oder Gelegenheitsfahrer. Dank seiner Federgabel, Schutzbleche und Beleuchtung eignet es sich sowohl für Fahrten in der Stadt als auch für leichte Ausflüge ins Grüne.
Das E-ACTV 100 reiht sich in die E-ACTV-Produktfamilie ein, zu der auch das E-ACTV 500 (1.99 Euro) und das E-ACTV 900 (2.699 Euro) gehören.
Trekking-E-Bike für 999 Euro
Optisch macht das Rockrider E-ACTV 100 einiges her: Der integrierte Akku und das schlichte Anthrazitgrau verleihen dem Bike einen modernen Look. Allerdings gibt es aktuell nur eine Rahmenform (Diamantrahmen) und zwei Größen (S/M und L/XL). Wer eine Trapez- oder Tiefeinsteiger-Variante sucht, muss auf mögliche zukünftige Modelle warten.
Schickes Design, einfache Ausstattung
Auch bei der Ausstattung zeigt sich, dass Decathlon vor allem auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis setzt. Eine Federgabel mit 60 mm Federweg, eine 6-Gang-Schaltung und eine einfache LED-Kontrollanzeige statt eines LC-Displays sind an Bord.
Positiv: Beleuchtung, Schutzbleche und ein SP-Connect-Halter für das Smartphone sind bereits vormontiert. Ein Gepäckträger oder Ständer fehlt, kann aber optional dazugekauft werden.
Was kann die Technik?
Angetrieben wird das E-ACTV 100 von einem hauseigenen 250-Watt-Brushless-Motor am Hinterrad, der 45 Nm Drehmoment bietet. Die Tretunterstützung arbeitet mit einem Frequenzsensor, was bedeutet, dass die Motorunterstützung von der Pedalumdrehung abhängt - nicht von der tatsächlichen Trittkraft. Das ist einfacher, aber weniger dynamisch als teurere Systeme mit Drehmoment-Sensoren.
Der Akku hat eine Kapazität von 356 Wh, was eher im unteren Bereich für E-Bikes liegt. Laut Hersteller soll das für bis zu 70 km Reichweite auf niedrigster Unterstützungsstufe reichen. Das dürfte für Stadtfahrten und kurze Touren ausreichen, Vielfahrer oder Pendler müssen sich aber auf häufigeres Nachladen einstellen.
Für wen lohnt sich das Rockrider E-ACTV 100?
Mit einem Preis von 999 Euro gehört das Rockrider E-ACTV 100 zu den günstigsten E-Bikes auf dem Markt. Es eignet sich besonders für:
- Gelegenheitsfahrer, die ein E-Bike für den Alltag oder kurze Strecken suchen
- Sparfüchse, die ein schickes, einfaches E-Bike ohne viel Schnickschnack wollen
- Einsteiger, die erst einmal ausprobieren möchten, ob ein E-Bike das Richtige für sie ist
Weniger geeignet ist es für:
- Sportliche Fahrer, die mehr Power und dynamischere Unterstützung wünschen
- Langstrecken-Pendler, die eine höhere Akkureichweite brauchen
- Offroad-Liebhaber, die Wert auf eine bessere Federung und Schaltung legen
Das Rockrider E-ACTV 900 will mit seinem innovativen Automatikgetriebe Fahrspaß auf ein neues Niveau heben. Dazu wird der trittfrequenzgesteuerte Owuru-Motor mit einem stufenlosen Planetengetriebe kombiniert und als kompakte Einheit formschön in den Rahmen gesetzt. Eine Suntour-Gabel soll Dämpfung auf Tour bieten, Hörnchen-Griffe am breiten Lenker schnellen Ermüdungen im Handgelenk vorbeugen. Im Unterrohr sitzt, seitlich sehr einfach entnehmbar, der eine üppige Stromkapazität speichernde Akku. Optisch fällt außerdem ins Auge, dass die solide 30-Lux-Frontleuchte direkt mit dem Steuerrohr „verschmilzt“.
In aufrechter Position Platz genommen, wird via intuitiv zu bedienendem Display die Wunschkadenz von 40 bis 90 Kurbelumdrehungen pro Minute ausgewählt. So passt das System die Belastung automatisch an Steigungen oder wechselnde Untergründe an. Während der durchweg akustisch wahrnehmbare Owuru-Antrieb auch bei moderaten Steigungen mit einer 265-%-Getriebespreizung voll performt, offenbart der Rahmen bergab seine leichte Flatterneigung und damit abgehende Steifigkeit am deutlichsten - vor allem mit gefüllten Packtaschen. Grundsätzlich ist das E-Actv 900 aber auch dank griffiger Stollenpneus sowie zuverlässig verzögernder Tektro-Bremse auch abseits asphaltierter Wege gut beherrschbar. Optik, Vielseitigkeit und Automatisierung: Rockriders E-Actv 900 überzeugt mit faszinierendem Antrieb und Wartungsarmut.
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