Rotwild ist bekannt für seine hochwertigen Mountainbikes, die sowohl in puncto Design als auch in Bezug auf technische Innovationen Maßstäbe setzen. In diesem Artikel werden wir verschiedene Modelle genauer unter die Lupe nehmen und die Vor- und Nachteile beleuchten.
Rotwild R.X750 Core: Eine Hommage an die Form
Lutz Scheffer zelebriert mit seinem Erstlingswerk für Rotwild als Chefdesigner eine Hommage an die schöne Form. Jedes Carbonrohr und alle voluminösen, Steifigkeit wie Vortrieb fördernden Rahmensegmente sind so organisch gestaltet, dass velophile Augen auf dem top verarbeiteten Carbonrad lange verweilen. Das Rotwild R.X750 Core erhöht auch technisch betrachtet den Pulsschlag.
Eingebettet ins noble Carbongehäuse ist der Broses Drive-S-Mag-Motor, der die Beinarbeit mit bis zu 90 Nm Drehmoment unterstützt. Die vier Fahrmodi wählt man per sanftem Druck direkt am kompakten Bloks-14D-Display an. Der Motor wird vom (zum Laden entnehmbaren) Rotwild-Akku mit generösen 750 Wh für Höhenmeter satt betrieben. Vom ersten Pedaltritt an kultiviert das R.X750 Fahrfreude. Man sitzt schön zentral im Bike und genießt die kraftvoll-satte Leistungsentfaltung des Brose-Motors.
Auch die Bergwertung bestreitet das Rotwild bravourös und hält das Tempo selbst an kernigen Rampen dank spritzigem Motorschub im dynamisch geregelten Flex-Power- und dem Top-Motormodus herrlich hoch. Das 29“-Vorderrad hält steten Bodenkontakt und der bissfeste 2.6“-Conti-Baron-Pneu hinten sowie klug gewählte, ergonomische Parts tragen ebenfalls zum leichtfüßigen Gipfelsturm bei. Schnelle, harte Wurzeldownhills liebt das R.X750 ebenso wie steile, enge Flowtrails. Das plushe Fox-Fahrwerk klettet die Conti-Pneus auf alle Untergründe, und per lebendigem Handling bleibt das Rad stets toll kontrollierbar. Das 29“-Vorderrad läuft flüssig über Hindernisse; das 27.5“-Rad erhöht die Wendigkeit.
Rotwild R.X735 Pro: Der leichte Supersportler
In die Modellpolitik von Rotwild muss man sich erstmal reinarbeiten. Es gibt das Rotwild R.X 375 und das R.X 750, doch das R.X 735 kommt dem Light-Bike R.X 375 am nächsten. Von dem hat das R.X 735 nämlich die Geometrie geerbt und beide Bikes gehören zu den leichtesten ihrer Zunft. Mit einem Gewicht von 22,11 Kilo setzt das Bike komplett die Benchmark.
Das R.X 735 räumt mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf: Klassische E-MTBs bekommen immer dickere Akkus und werden zwangsläufig immer schwerer. Denn trotz 720er-Akku wiegt das Bike nur 22,1 Kilo. Das hat es nicht zuletzt dem sehr leichten Akku und den leichten Laufrädern zu verdanken.
Technische Daten und Noten Rotwild R.X 735 Pro
Hier eine Übersicht der technischen Daten und Noten des Rotwild R.X 735 Pro:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Motor | Shimano EP8, 80 Nm max. Drehmoment |
| Akku | 720 Wh (entnehmbar) |
| Rahmenmaterial | Carbon |
| Federweg | 150/150 mm |
| Laufradgröße | 29 Zoll |
| Gewicht | 22,11 kg (Testbike in Größe L) |
| Preis | 9499 Euro |
Hauptrahmen und Hinterbau sind aus Carbon, nur der Dämpfer-Yoke wurde aus Alu gefräst. Mit 2,6 Kilo ist der Shimano EP8 das leichteste Aggregat im Test. Aktuell rollen die ersten Rotwild-Modelle bereits mit dem EP801 vom Band. Die Geometrie des Rotwild R.X 735 lässt sich als modern, aber moderat zusammenfassen. Mit 9499 Euro kommt das Rotwild in der teureren Preisgruppe in unserem Testfeld unter. Die Eightpins-Teleskopstütze und der Carbonlenker passen ebenfalls ins Gefüge. Bei der Bereifung stellt Rotwild das Gewicht in den Vordergrund: Schwalbes Magic Mary in der Super-Ground-Ausführung und auch der Hans Dampf am Hinterrad sind mangels Nehmerqualitäten nicht für ruppige Downhills prädestiniert. Nur Mittelklasse beim Fahrwerk: Performance-Gabel und -Dämpfer von Fox.
Denn trotz 720er-Akku wiegt das Bike nur 22,1 Kilo. Das macht sich auch gleich beim Aufsitzen bemerkbar. Wer ein E-Mountainbike mit vollem Schub und großem Akku sucht, das möglichst nah am Handling eines klassischen Mountainbikes landet, wird hier positiv überrascht.
Die Front fällt flach aus, die Sitzposition sportlich angehaucht, aber sehr ausgewogen. Auf flachen Trails flitzt das Vollcarbon-Bike sehr leichtfüßig und spritzig voran und lässt sich gut beherrschen. Gerade im gemäßigten Einsatz und im Mittelgebirge macht das Rotwild also eine sehr gute Figur und zielt mit seiner sportlichen aber sehr angenehmen Sitzposition auf erfahrene Biker, die vielleicht auch gerade erst aufs E-MTB umsteigen.
Handlich aber wenig Enduro-Potential
Wenn der Untergrund des Trails garstig und das Gefälle steil wird, ist das Rotwild allerdings weniger in seinem Element. Für Enduro-Abstecher gibt es also gelungenere Kandidaten im Testfeld. Im Uphill zeigt sich das R.X 735 als unkomplizierter Kletterer. Steile Anstiege müht er sich zwar hoch, ohne dass er dem Piloten zu viel abverlangt. Dynamisches Beschleunigen vor Schlüsselstellen oder steilen Rampen bergauf ist aber kaum möglich.
Spritziger und leichtfüßiger Flitzer für sportliche Touren und seichte Trails. Die ausgewogene Geometrie ist top, auf derben Abfahrten fehlt es dem Rotwild aber an Souveränität.
Vorteile
- Spritziges Handling
- Sehr leicht, trotz guter Reichweite
- Schnelle Akku-Entnahme
- Komfortabel und unkomompliziert auf Tour
Nachteile
- Klappert bergab
- Mäßige Fahrsicherheit
- Pannenanfälliger Vorderreifen
- Shimano EP8 nach heutigem Standard recht schwach
Rotwild R.EX Ultra: Die Trailrakete
Nur wenige E-MTBs haben in diesem Jahr so viel Aufmerksamkeit erregt wie das neue Race-Enduro Rotwild R.EXC mit dem wilden Hinterbau à la Bananenschwinge. Aber nicht jeder braucht gleich ein Race-Enduro. Seit der Eurobike gibt’s deswegen mit dem R.EX diese Trail-Variante. Etwas weniger Federweg und ein rekordverdächtig geringes Gewicht versprechen maximalen Fahrspaß auf dem Trail. Der dicke Akku mit praktischem Quick-Release ist bei Rotwild schon fast so gesetzt wie der Hirsch auf dem Steuerrohr.
Die Fakten Rotwild R.EX Ultra
- Motor: Shimano EP801, 85 Nm max. Drehmoment
- Akku: 820 Wh (entnehmbar)
- Rahmenmaterial: Carbon
- Federweg: 160/150 mm
- Laufradgröße: 29/27,5 Zoll (Mullet)
- Preis: 11.490 Euro
- Gewicht: 21,6 kg (Testbike in Größe L)
Seit dem Update auf den Shimano EP801 liefert der japanische Antrieb eine noch größere Spitzenleistung und gehört damit zu den leichtesten und kräftigsten Antrieben am Markt. Rotwild setzt im R.EX auf einen eigens für das Bike entwickelten Akku mit satten 820 Wattstunden. Dank Carbonaußenhülle fällt die Batterie mit nur 3,65 Kilogramm superleicht aus. Die Batterie kann außerdem sehr unkompliziert aus dem Bike entnommen werden.
Zusätzlich zu seinem superniedrigen Gewicht hat das Rotwild extrem kurze Kettenstreben. Die tiefe Front und die Sattelstütze mit viel Setback entschärfen die eigentlich gelungenen Geometrie-Werte deutlich. Das Topmodell Ultra kommt mit besonders edler Ausstattung daher. Fox-Factory-Fahrwerk, Carbon-Laufräder und XT-Di2-Schaltung lassen keine Wünsche offen.
Im Boost-Modus packt der Shimano schon bei sanftem Tritt die volle Power aus. Die Traktion am Heck ist gut, in puncto Dosierbarkeit hinkt der japanische Motor dem wichtigsten Konkurrenten seit dem Update auf den neuen CX aber spürbar hinterher. Auch die gestreckte Sitzposition und die kurzen Kettenstreben erschweren beim R.EX die Kontrolle in anspruchsvollen Kletterpassagen.
Leider fallen auch bergab einige Kleinigkeiten auf, die uns an den hessischen Bikes schon häufiger gestört haben. Das Sitzrohr ist zu lang, so kann die hubstarke Eightpins-Stütze ihren Vorteil gar nicht richtig ausspielen. Die Front fällt mit flachem Lenker, wenigen Spacern und kurzem Steuerrohr für ein Bike dieser Federwegsklasse ungewöhnlich tief aus.
Das geringe Gewicht und die kurzen Kettenstreben verhelfen dem R.EX zu einem agilen Handling. Auf flachen und kurvigen Trails ist das Bike in seinem Element. Werden die Trails bergab steiler und anspruchsvoller will dadurch keine echte Fahrsicherheit aufkommen. Die tiefe Front und das gefühlt steife Chassis quittieren Fahrfehler oft mit spürbarem Spurverlust.
BIKE-Bewertung des Rotwild R.EX Ultra (E-MTB)
Stärken
- Geringes Gewicht
- Top Akkuentnahme
- Leichtfüßig auf flachen Trails
Schwächen
- Geometrie nicht ausgewogen
- Hinterbau gibt Federweg zu leichtfertig frei
- In schwerem Gelände zu schnell überfordert
Das Rotwild R.EX Ultra glänzt mit Top-Ausstattung, wertigem Chassis und superniedrigem Gewicht trotz viel Motorleistung und praktischer Akkuentnahme. Auf flacheren Trails fährt sich das Bike spritzig und direkt, in zünftigen Abfahrten fehlen aber die Reserven. Geometrie und Fahrwerk wirkten auf uns in Summe nicht ganz ausgewogen.
Verwandte Beiträge:
- Rotwild E-MTB: Aktuelle Preisliste & Exklusive Features Enthüllt!
- Rotwild E-MTB Modelle im Vergleich: Das solltest du vor dem Kauf wissen!
- Ultimativer Rotwild E-Bike Herren Test: Alles, was Sie wissen müssen!
- Unvergessliches Mountainbike-Wochenende für Frauen: Die besten Tipps und Angebote entdecken!
- Harley Davidson Chromteile: Pflege, Reinigung & Reparatur
Kommentar schreiben