Rennradhelm Test: Die Besten Modelle im Vergleich

Eines der beliebtesten Fortbewegungsmittel weltweit ist und bleibt das Fahrrad. Besonders viel gehört nicht dazu: ein paar Fahrradgriffe am Lenker, Fahrradpedale am Tretlager, ein Sattel am Rahmen, Fahrradreifen auf den Felgen und natürlich eine Fahrradkette, die für den Antrieb sorgt. Doch gerade diese leichte Bauweise, die hohe Kraftübertragung sowie die umweltfreundliche Art der Bewegung verleihen dem Fahrrad seinen Charme. Leider steigt die Anzahl an Verkehrsunfällen an denen Radfahrer beteiligt sind.

Nur etwa 18 Prozent aller Radler trugen 2019 einen Fahrradhelm auf dem Kopf. Das mag bei einer kleinen Runde im Park noch gehen. Wenn Sie mit Ihrem Bike jedoch mit über 45 km/h einen Berg herunterfahren und die gummierten Bremsbeläge zu heiß werden, könnten Sie ungebremst auf den Asphalt fallen - ein Fahrradhelm rettet in dieser Situation nicht nur sprichwörtlich Leben. Hier sehen wir den Van-Rysel-Rennradhelm „ROADR 500“ bei Decathlon in leuchtendem Neongelb, wobei er auch in Weiß erhältlich ist.

Warum ein Rennradhelm?

Ob mit dem Mountainbike zur Arbeit oder mit dem Rennrad auf großer Tour: ein bequemer und stabiler Helm ist Pflicht! Gerade wenn Sie gerne schnell auf Ihrem Bike fahren, gelten für Sie ähnliche Bedingungen wie für Motorradfahrer. Denn stellen Sie sich vor: Ein Unfall schleudert Sie von Ihrem Rad und gerade Ihr Kopf schlägt mit der größten Wucht auf, da er sich am höchsten Punkt des Körpers befindet.

Während Prellungen oder Schürfwunden an Armen oder Beinen recht schnell verheilen, können Verletzungen am Kopf irreparable Schäden nach sich ziehen. Vielleicht befürchten Sie, unter dem Helm zu schwitzen oder dass er unbequem und eng sitzen könnte. Doch seien Sie beruhigt: selbst wenn Sie nicht unseren Rennradhelm-Vergleichssieger kaufen möchten, werden Sie in unserem Rennradhelm-Vergleich 2025 viele Helme mit hohem Tragekomfort und guter Belüftung finden, sodass auch ...

Rennradhelm Vergleich: Die Top-Modelle

Aktuelle Rennrad- beziehungsweise Gravel-Helme sollen aber noch mehr können: Sie müssen leicht, gut belüftet und komfortabel sein. Weitere wichtige Parameter sind die Passform, das Verschluss- und Verstellsystem, das Preis-Leistungs-Verhältnis, Zusatzfunktionen und mehr. Für diesen Vergleich testeten wir 15 Helme bis 180 Euro. Der leichteste Helm wiegt 209, der schwerste 371 Gramm. Das günstigste Modell kostet 100 Euro, das teuerste fast doppelt so viel.

Welche Helme eignen sich für welche Ansprüche und Fahrertypen? Was unterscheidet einen Rennrad- von einem Gravelhelm, was sind die Gemeinsamkeiten? Grundsätzlich eignet sich ein Rennrad-Helm zum Graveln und ein Gravel-Helm zum Rennradfahren. Unterschiede finden sich zum Beispiel in den Ausstattungsdetails. So verfügen die Modelle von Rudy Project und Oakley über ein abnehmbares Visier - es bietet dem Fahrer einen zusätzlichen Schutz vor der Sonne, dem Regen und herabhängenden Zweigen und Ästen.

Die Helmschalen einiger Gravel-Modelle sind im Nacken weiter heruntergezogen, um den Fahrer auch in diesem Bereich besser zu schützen. Unser Praxistest zeigt jedoch: Pauschal lässt sich dies nicht immer so sagen lassen. So besitzt Specializeds Gravel-Modell Search nur wenige Öffnungen - diese sind aber umso größer beziehungsweise voluminöser ausgeführt. Seine Ventilation erwies sich im Testverlauf als sehr gut.

Sicherheitsmerkmale

Dazu gehören sowohl Konstruktionen, die den Kopf vor einem zu harten Aufprall bewahren sollen - wie eine Schale aus EPS-Schaum - als auch Zusatztechnologien wie die Systeme MIPS beziehungsweise KinetiCore. Jeder Helm verfügt über eine Oberschicht aus Kunststoff. Diese ist bei Qualitätshelmen mit der EPS-Schale per In-Molding-Verfahren fest miteinander verbunden. Im Falle eines Sturzes reduziert diese Schicht die Reibung am Boden und die damit einhergehenden Kräfte.

Hochwertige Helme sind zudem nicht zuletzt aus Gründen der Optik auch am unteren Rand verbacken, auch wenn das einige Gramm Mehrgewicht kostet. Interne, skelettartige Strukturen aus hochfesten Kunst- oder Carbonfaserverbundstoffen können den Helm zusätzlich verstärken und stabilisieren.

Acht der 15 Helme in diesem Testfeld verfügen über eine Version des Multi-Directional Impact Protection Systems - kurz MIPS. Das System wurde in Schweden durch den gleichnamigen Hersteller entwickelt. Das Prinzip: Beim Aufprall entstehen stets auch Rotationskräfte, die auf den Schädel und das darin gelagerte Gehirn einwirken. Die Modelle von Bell, Endura, Met, Oakley und Specialized verfügen über die Versionen MIPS Essential beziehungsweise Evolve Core - dies sind Kunststoffstreben, die an der Innenseite dem Muster der EPS-Schale folgen.

Ekoi setzt beim Modell Gara auf MIPS Air Node - hier ist das System im Helmpolster integriert. Giro verwendet beim Syntax MIPS Integra - eine Zwischenschicht, die direkt in die Helmschale eingebracht ist. Lazer hat mit „KinetiCore“ ein eigenes System entwickelt. Ausgefräste Blöcke an der Innenseite der EPS-Schale nehmen die Rotationskräfte auf - und dienen als zusätzliche elastische Knautschzone bei einem Aufprall.

Zusätzliche Sicherheitsausstattung

Sekundäre Sicherheitsfeatures sind Bauteile, die nach einem Sturz dafür sorgen, dass im schlimmsten Fall ein Angehöriger oder Rettungskräfte alarmiert werden. Speziell in den Helm integrierte Sensoren und Live-Tracker sind über eine App mit dem Smartphone verbunden. Im Falle eines Sturzes kann - je nach dem System - ein Notfallkontakt oder der Rettungsdienst alarmiert werden.

Belüftung und Verstellsystem

Bei der Belüftung gibt es in vielen Fällen nur geringe Unterschiede. Kein Modell „versagte“ bei diesem wichtigen Test-Parameter komplett. Wissen muss man dazu: Die reine Anzahl und die Größe der Belüftungsöffnungen sagt oft wenig über die effektive Kühlung am Kopf aus. HJC beweist mit dem Valeco 2, dass auch ein Aero-Modell mit in der Relation wenigen Öffnungen über eine gute Ventilation verfügen kann.

Beim Verstellsystem am Hinterkopf gibt es deutlichere Unterschiede: Einige Modelle in diesem Testfeld sind nur in einem kleinen Bereich beziehungsweise nur in einer Stufe höhenverstellbar. Allein das kann schon darüber entscheiden, ob ein Helm passt oder nicht. Es gilt: Ein Verschlusssystem muss den Kopf vollständig umschließen und dafür tief genug am Hinterkopf und nicht zu hoch an der Stirn ansetzen. Zwei unserer Testmodelle verfügen zudem über einen praktischen Magnetverschluss des Kinn-Riemens.

Weitere wichtige Parameter

Ein anderer wichtiger Parameter lautet: Helmschalen. Tipp: Liegt man beim Kopfumfang an der Grenze zwischen zwei Größen, dann kann es sich lohnen, nach einem anderen Modell zu suchen. An langen Anstiegen, in der Dämmerung oder bei Regenwetter nimmt man die Brille gerne von den Augen. Da trifft es sich gut, wenn man sie am Helm verstauen kann.

Unser Testfazit von 15 Rennrad- und Gravel-Helmen nach vielen hundert Kilometern lautet: Auch ein Modell im Preisbereich von 100 bis 180 Euro kann leicht, sehr gut belüftet und sicher sein. Entscheidend sollte die Passform sein. Auch ein günstiger Helm kann zur individuellen Kopfform passen und einen dauerhaft hohen Tragekomfort bieten.

Die ausführlichen Testberichte der Rad-Helme für den Rennrad- und Gravel-Einsatz lesen Sie in der RennRad 8/2024.

Einzelne Modelle im Detail

Hier werden einige der getesteten Modelle genauer betrachtet:

  • Uvex race 7: Ein sicherer Performance-Helm für Damen und Herren. Er bietet eine individuelle Größenanpassung für eine optimale Passform. Mit seinem zusätzlichen Aufprallschutz sorgt der Helm für mehr Sicherheit bei sportlichen Aktivitäten.
  • Abus Rennradhelm StormChaser: Der Helm liegt gut auf dem Kopf, ist verstellbar und verfügt zugleich über eine gute Belüftung. Zudem bewährt sich die Verarbeitung, die sich nach höchstem Standard beläuft.
  • Abus Aduro 2.0: In vielen Farbvarianten ist der Stadthelm Aduro 2.0 von Abus erhältlich. Die weiche Oberfläche sorgt für ein angenehmes Tragegefühl. Zudem zeichnet er sich durch eine gute Belüftung aus. Mit nur 275 g gehört er zudem zu den leichteren Modellen.
  • Abus GameChanger: Der Abus Radhelm GameChanger hebt sich durch den ergonomischen Sitz im Vergleich zu anderen Rennradhelmen hervor und bietet somit eine optimale Anpassung an den Kopf. Den GameChanger gibt es in vielen verschiedenen Farben.
  • Giro Agilis: Der Rennradhelm konnte uns im Vergleich überzeugen, sodass er von uns eine sehr gute Note erhielt. Das ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass der Helm leicht und sicher ist. Weitere positive Eigenschaften sind sein hoher Tragekomfort und Atmungsaktivität.
  • Uvex I-VO CC: Der Rennradhelm Uvex I-VO CC S4104231315 ist einer der weniger komfortablen im Vergleich, was auch an seiner schlechteren Belüftung liegt. Dafür ist er mit 225 g einer der leichtesten im Vergleich, was ihn aus unserer Sicht besonders handlich macht.
  • Abus Viantor: Der Viantor Fahrradhelm von Abus ist perfekt für Anfänger. Es ist sowohl für Männer als auch für Frauen geeignet, was seine Vielseitigkeit zeigt. Dieser Helm zeigt, dass Sportlichkeit nicht immer teuer sein muss.
  • Uvex i-vo 3D Unisex-Fahrradhelm für Erwachsene: Mit seiner leichten Konstruktion und hoher Schlagfestigkeit hat der Uvex i-vo 3D-Helm für Damen und Herren unsere Erwartungen übertroffen. Die untrennbar verbundene EPS-Innenschicht und Polycarbonat-Außenschicht sorgen für maximale Sicherheit.
  • Uvex Boss Race: Der Uvex Boss Race Rennradhelm beeindruckt mit seiner hochwertigen Verarbeitung und einem ergonomischen Sitz, der für bequemes Tragen sorgt. Der Gurt lässt sich leichtgängig anpassen und bietet somit einen guten Halt. Besonders positiv ist auch die antiallergische Innenausstattung.

Weitere getestete Modelle

  • Julbo Fast Lane: Ein fair bepreister Helm mit guter Belüftung, leichtem Gewicht und Fidlock-Magnetverschluss.
  • Scott Cadence Plus: Überzeugt durch geringen Luftwiderstand und eignet sich auch für größere Köpfe.
  • Rudy Project Skudo: Ein Allround-Talent mit guter Belüftung, Polsterung und Insektennetz.
  • Uvex Surge Aero Mips: Ein auf Geschwindigkeit getrimmter Helm mit abnehmbarem Aero-Cover.
  • Giro Isode Mips: Günstig und dennoch sicher dank Mips-Technologie.
  • Van Rysel RCR-R 900 Mips: Ein attraktiver Helm unter 100 Euro mit aerodynamischem Design und gutem Sitz.
  • Sweet Protection Falconer Aero 2 Vi Mips: Bietet hohen Komfort und ein leichtgängiges Verstellsystem.
  • Oakley Aro5 Race I.C.E.: Detailverliebt ausgestattet mit verstellbarem Anpassungssystem und silikonähnlichem Stirnband.

ADAC Fahrradhelm-Test

Der ADAC hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest Fahrradhelme getestet. Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Helme eine ausreichende Schutzwirkung bieten. Der Testsieger von Uvex erhielt Bestnoten beim Unfallschutz. Allerdings gibt es bei der Abstreifsicherheit und der Kinnbandprüfung noch Nachholbedarf. Wichtig ist auch der Tragekomfort, der durch ein Netz an der Helminnenseite und ein höhenverstellbares Gurtband erhöht wird.

Ergebnisse des ADAC Fahrradhelm-Tests

Hier eine Übersicht der Ergebnisse des ADAC Fahrradhelm-Tests:

Hersteller/Modell Mittlerer Preis in Euro ADAC Urteil Handhabung & Komfort Unfallschutz Schadstoffe
Uvex Urban Planet LED 130 2,0 1,8 2,3 1,0
Alpina Gent MIPS 130 2,2 1,9 2,5 1,0
Limar Torino 90 2,2 1,9 2,5 1,0
Lazer Codax KinetiCore 165 2,6 2,6 2,7 1,0
Lidl Crivit - Fahrradhelm mit Rücklicht 31 2,6 1,9 2,9 1,9
Giro Fixture Mips II 110 2,8 2,5 2,9 1,0
Abus HUD-Y 120 3,0 2,8 3,0 1,0
Decathlon / B´Twin City 540 Bowl 15 3,1 2,9 3,1 1,0
Prophete ECO Urban 15 3,1 2,4 4,0 1,9
Cube Fleet 155 3,2 2,6 4,0 2,0
Casco E.Motion 2 5120 5,5 1,9 5,5 6,1

Empfehlungen für Verbraucher

  • Probieren Sie den Helm vor dem Kauf an, um Passform und Einstellmöglichkeiten zu prüfen.
  • Pflegen und reinigen Sie den Helm regelmäßig.
  • Achten Sie auf eine gute Sichtbarkeit durch LED-Beleuchtung und reflektierende Elemente.
  • Tragen Sie den Helm bei jeder Fahrt, um sich vor Kopfverletzungen zu schützen.

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