Die BMW Group legt großen Wert auf die Sicherheit ihrer Kunden und ihrer Produkte. Aus diesem Grund werden regelmäßig Qualitätskontrollen durchgeführt, um sicherzustellen, dass alle Fahrzeuge den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.
Im Rahmen dieser Kontrollen kann es vorkommen, dass bestimmte Modelle oder Baureihen in die Werkstatt müssen, damit eine Serienstandsverbesserung durchgeführt werden kann. Rückrufaktionen betreffen die Sicherheit oder Einhaltung gesetzlicher Vorschriften Ihres BMW oder MINI. Die Durchführung dieser Aktionen ist für Sie kostenlos.
Überprüfen Sie mit Ihrer 17-stelligen Fahrzeug-Identifikationsnummer (FIN), ob es aktuell einen offenen Rückruf für Ihr Fahrzeug gibt.
Wichtiger Hinweis: Die Bezeichnung von Modell und Motor allein reicht nicht aus, um zu bestimmen, ob ein Fahrzeug von einem Rückruf betroffen ist. Oftmals beziehen sich Rückrufe auf spezifische Bauteile oder bestimmte Produktionszeiträume. Im Zweifelsfall zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren. Beachten Sie, dass es bei der Aktualisierung des Abfrage-Tools zu temporären Verzögerungen kommen kann und die angezeigten Informationen nicht immer tagesaktuell sind. Alle Informationen sind vorläufig und unverbindlich.
BMW R 1300 GS - Rückrufe und Probleme
Ausgerechnet das wichtigste BMW-Modell, der Topseller R 1300 GS, ist wiederholt mit "Kinderkrankheiten", Qualitätsmängeln und auch mit amtlichen Rückrufen in den Schlagzeilen. Die BMW R 1300 GS scheint verflucht, vom Pech verfolgt.
Hier die - bisherige - Chronologie der Pannenserie:
- Probleme mit dem Starter-Relais
Ab November 2023, also kurz nach Auslieferungsbeginn der neuen BMW R 1300 GS in den Handel, kam es zu einzelnen, brandgefährlichen Vorfällen, ausgelöst von defekten oder beschädigten Starter-Relais und dort eindringender Feuchtigkeit: plötzliches Drehen des Anlassers, Rauchentwicklung, Brand. Einzige wirksame Gegenmaßnahme war schnellstmögliches Abklemmen der Batterie.
Nach Werksangaben schien das Problem in der Serienproduktion ab 16. Januar 2024 behoben. Kunden mit bereits ausgelieferten Fahrzeugen bat BMW in die Werkstätten - schnellstmöglich. Laut BMW betraf die ab 22. Januar 2024 laufende "Service-Aktion" insgesamt 14.698 R 1300 GS weltweit, davon 2.657 in Deutschland. Am 29. Februar 2024 veröffentlichte das Kraftfahrt-Bundesamt diesen Rückruf als amtlich überwacht.
Ende Juli 2024 folgte dann die überraschende Fortsetzung des Relais-Dramas: BMW Motorrad kündigte die Umrüstung aller BMW R 1300 GS vom modernen Halbleiter-Starter-Relais (MOSFET) auf ein "klassisches" elektromechanisches Starter-Relais an. Ab Mitte August 2024 ließ BMW die bis zu diesem Zeitpunkt ausgelieferten über 40.000 R 1300 GS in den Werkstätten weltweit umrüsten, mitsamt neuer Software. Nach der Umstellung auf das "Classic"-Relais scheinen diese Probleme behoben zu sein, weitere brandgefährliche Vorfälle sind nicht bekannt.
- Probleme mit den Pleuel-Schrauben
Im Februar 2024 wurde bekannt, dass weltweit insgesamt 52 BMW R 1300 GS einen neuen Motor eingebaut bekommen sollten. Laut Werk handelte es sich hierbei um eine Vorsichtsmaßnahme, durchgeführt als "Service-Aktion". Grund dafür sei die nicht zweifelsfreie Dokumentation der Fertigung im Werk Berlin-Spandau gewesen. Konkret ging es dabei um die Verschraubung der Pleuel an Pleuellager und Kurbelwelle.
Komplette Motoren zu tauschen sei einfacher und als Sofortmaßnahme schneller abzuwickeln, als die schwer zugänglichen Pleuel-Verschraubungen einzeln zu überprüfen, so die Begründung. Nach dieser "Service-Aktion" für die betreffenden 52 BMW R 1300 GS waren die Pleuel-Schrauben kein Thema mehr.
- Probleme mit Vario-Koffern und Vario-Topcase
Die Vario-Koffer und das Vario-Topcase sind die originalen Gepäcksysteme für die BMW R 1300 GS, produziert von Zulieferer Touratech. Von Anfang an gab es Beschwerden und Reklamationen über Qualität, Passgenauigkeit und Schließfunktionen. Im März und im April 2024 wurden diesbezüglich Rückruf-Aktionen veröffentlicht, von der NHTSA in den USA und vom KBA in Deutschland. Für bereits ausgelieferte Koffer und Topcases sollte es Reparatur-Kits geben, entsprechend verbesserte Ausführungen sollten ab Anfang Mai 2024 im Handel verfügbar sein.
Doch ab Juli 2024 waren die Vario-Koffer für die BMW R 1300 GS erneut wegen Sicherheitsbedenken (während der Fahrt öffnende Deckel oder gar abfallende Koffer) im Gespräch - und wieder nicht mehr lieferbar. Kunden, die bereits welche hatten, sollten die Koffer zurückgeben - nicht mehr zur Nachrüstung, sondern zur Entsorgung - und sich zumindest den Kaufpreis erstatten lassen. Bis dahin empfahl BMW dringend die Absicherung der Kofferdeckel mit Spanngurten und dazu Aufkleber mit Warnhinweisen. Die nächste, nachgebesserte Ausführung der Vario-Koffer sowie des Vario-Topcase ist erst seit Anfang 2025 endlich verfügbar. Erneute Probleme damit sind bislang nicht bekannt.
- Probleme mit den Lenkerschaltern
Bei BMW R 1300 GS und R 1300 GS Adventure (sowie R 12 und R 12 nineT) waren die rechten Lenkerschalter nicht wasserdicht, eindringende Feuchtigkeit konnte zum Ausfall der Elektrik bis hin zum Absterben des Motors führen. Da das sicherheitsrelevant sein kann, läuft seit November 2024 eine Rückruf-Aktion bei BMW.
Das Kraftfahrt-Bundesamt hat diese Rückruf-Aktion veröffentlicht und überwacht sie. BMW informierte betroffene Kunden, Besitzer oder Halter ab November 2024 schriftlich per Post. Sie wurden oder werden in die Werkstätten gebeten, um die Lenkerschalter gegen "verbesserte Bauteile" tauschen zu lassen.
- Probleme mit der Handbremsarmatur
Die erste "Service-Aktion" im Jahr 2025 für ein technisches Problem der BMW R 1300 GS wurde gleich Mitte Januar bekannt: Zu geringes Schnüffelspiel in der Handbremsarmatur kann - in Verbindung mit der Sonderausstattung Riding Assistant samt Frontkollisionswarnung (FCW) - zu irritierenden Fehlfunktionen führen. Nämlich dann, wenn die R 1300 GS automatisch weiterbremst, grundlos bis zum Stillstand. Insgesamt circa 34.000 BMW R 1300 GS und R 1300 GS Adventure weltweit sind hiervon betroffen, alle bis Produktionsdatum August 2024.
Im Rahmen der "Service-Aktion" wird beim nächsten Werkstatt-Termin das Schnüffelspiel überprüft, gegebenenfalls wird die Handbremsarmatur komplett getauscht. Laut BMW ist dieses "Thema" nicht sicherheitsrelevant - doch das kann man durchaus anders einschätzen. Bisher sei in diesem Zusammenhang allerdings kein Unfall bekannt, lediglich ein einziger, glimpflich abgelaufener Vorfall. Ein amtlicher Rückruf läuft aus diesem Grund bisher nicht.
- Probleme mit undichten Bremszangen
Das neueste "Qualitäts-Thema" betreffend die BMW R 1300 GS sind seit Frühjahr 2025 deren potenziell undichte Bremszangen. Konkret geht es dieses Mal um austretende Bremsflüssigkeit bei der "Sportbremse", die als Sonderausstattung bei fast allen bisher ausgelieferten R 1300 GS montiert ist (98 Prozent in Deutschland, 97 Prozent weltweit). Diese vorderen Bremszangen liefert Brembo zu. Ursache ist wohl Niederdruck-Undichtigkeit bei langer, mehrmonatiger Standzeit - genau wie bereits beim Vorgängermodell R 1250 GS, damals noch mit Bremszangen von Hayes.
Bei der BMW R 1300 GS treten gegebenenfalls nur geringe Mengen Bremsflüssigkeit aus, akute Gefahr besteht nicht, ein Rückruf steht deshalb aktuell nicht im Raum. In den USA könnte es dennoch erneut zu einem Rückruf kommen, wegen der dortigen strengeren (Umwelt-)Anforderungen. In Deutschland informiert BMW die Werkstätten, entsprechende Reklamationen kulant im Rahmen der Gewährleistung abzuwickeln.
Weitere Rückrufaktionen und Serviceaktionen
- Rückruf wegen fehlerhafter Kombischalter
BMW Motorrad hat zwei sicherheitsrelevante Abhilfemaßnahmen für verschiedene Motorradmodelle gestartet. Betroffen sind insgesamt über 114.000 Fahrzeuge weltweit. Bei den Modellen R 1300 GS Adventure, R 12, R 12 NineT und R 1300 GS aus den Baujahren 2022 bis 2024 kann Feuchtigkeit in den rechten Kombischalter eindringen. Laut BMW sind weltweit 60.778 Motorräder betroffen, davon 10.284 in Deutschland. Die Fahrzeuge erhalten im Rahmen des Rückrufs eine neue Schaltereinheit. - Rückruf wegen sich lösendem Ölfilter
Der zweite Rückruf betrifft die Modelle S 1000 RR, S 1000 R, S 1000 XR, M 1000 RR, M 1000 R, M 1000 XR, HP4 und HP4 Race. Bei diesen Fahrzeugen kann sich der Ölfilter bei hohen Motordrehzahlen (ab 12.500 U/min) lösen. Dies führt zu Ölverlust und kann gefährliche Straßenverhältnisse verursachen. - Rückruf R1300GS wegen Brandgefahr
BMW Motorrad hat in den vergangenen Wochen mehrere Rückrufaktionen angekündigt. So holen die Münchener weltweit 11.902 Exemplare des Modells R1300GS in die Vertragsbetriebe. Bei der Reiseenduro aus dem Bauzeitraum Mai 2023 bis Januar 2024 besteht erhöhte Brandgefahr, auch nach dem Abstellen des Fahrzeugs. Ursache für den Rückruf ist ein Fehler im Starterrelais. Die deutschen Vertragsbetriebe ersetzen es daher bei 1.956 Maschinen. - Rückruf R1300GS wegen sich lösender Verschraubung an den Federbeinen
Weltweit sind 849 BMW-Motorräder betroffen, davon vermutlich 52 in Deutschland. „Die Verschraubung zwischen Ventilgehäuse und Dämpferteller an den Federbeinen vorne und hinten kann sich lösen“, warnt das KBA. Dies könne die Fahrstabilität beeinträchtigen, insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten. Als Abhilfemaßnahme werden die Federbeine geprüft und gegebenenfalls ersetzt. - Rückruf von optional erhältlichen Topcases für die BMW R1300GS
Sie wurden zwischen dem 24. Juni 2023 und dem 31. Januar 2024 produziert und stehen mit der Teilenummer 77439443542 im Zubehörkatalog. Die Verriegelungsklappe, mit der das Topcase am Gepäckträger befestigt ist, ist möglicherweise nicht ordnungsgemäß gesichert, auch wenn es so aussieht. BMW-Vertragsbetriebe sollen den Verriegelungsmechanismus der betroffenen Topcases überarbeiten. Zusätzlich wird die Beschreibung des Verriegelungsvorgangs im Handbuch konkretisiert, und ein aktualisierter Anhang mit den neuen Anweisungen wird jedem überarbeiteten Topcase beigefügt. - Rückruf R1300GS mit Vario Topcase
Über 3.300 Exemplare der BMW R1300GS mit einem Vario Topcase aus dem Herstellungszeitraum 2.6.2023 bis 15.2.2024 müssen demnach in Deutschland zu einer Nacharbeit der Verriegelung in die Vertragswerkstatt. Weltweit sind es 18.215 Reiseenduros. Problem: „Der Schlüssel kann abgezogen werden, obwohl die Verriegelungsklappe des Topcases nicht richtig verschlossen wurde. Das Topcase ist in diesem Fall nicht sicher am Fahrzeug befestigt und kann in den Verkehrsraum fallen“. - Rückruf R1300GS für den linken und rechten Variokoffer
„Die Kofferdeckel der Variokoffer können möglicherweise nicht richtig verriegeln, sodass sich dieser während der Fahrt öffnen und abfallen kann“, heißt es im Warnhinweis. Flensburg kündigt einen Ersatz der Schließhaken und Scharniere am Verriegelungsmechanismus des Variokoffers an. - Rückruf „0000612100“
„Bei betroffenen Fahrzeugen wird das Halbleiter-Starterrelais gegen ein konventionelles elektromagnetisches Starterrelais, Teilenummer 61368354778, ausgetauscht, verbunden mit einem Software-Update“, heißt es in der Warnmeldung.
Wichtige Hinweise zu Rückrufaktionen
- Kosten: Die Durchführung dieser Aktionen ist für Sie kostenlos.
- Verantwortung: Als Fahrzeughalter sind Sie für den verkehrssicheren und vorschriftsmäßigen Zustand Ihres Fahrzeugs verantwortlich. Zu Ihrer eigenen Sicherheit und der anderer Verkehrsteilnehmer ist die Teilnahme an einem Rückruf verbindlich.
- Kontaktaufnahme: Wenden Sie sich deshalb bitte an den Fahrzeughersteller oder den Importeur für Deutschland. Dort wird man Sie über das beabsichtigte Vorgehen informieren. Teilen Sie bitte dem Fahrzeughersteller oder Importeur die Adresse des neuen Fahrzeugbesitzers mit, dem Sie das Fahrzeug verkauft haben.
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