Sicher Motorradfahren mit Rucksack: Was du beachten musst

Das Motorradfahren mit Rucksack ist ein Thema, das viele Biker beschäftigt. Einerseits ist der Rucksack ein praktischer Begleiter für kurze Trips oder den täglichen Weg zur Arbeit, andererseits birgt er auch gewisse Risiken, die man nicht unterschätzen sollte. Es ist wichtig, die richtige Ausrüstung zu wählen und einige grundlegende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, um unbeschwert unterwegs zu sein.

Die Wahl des richtigen Rucksacks

Nicht jeder Rucksack ist für das Motorradfahren geeignet. Achim Kuschefski vom Institut für Zweiradsicherheit (ifz) in Essen empfiehlt, auf Modelle mit zusätzlichen Gurten um Brust und Hüfte zu achten.

«Rucksäcke, die nur Schultergurte haben, sitzen oft nicht so fest und sicher, sie können sich im Fahrtwind lockern und flattern», erklärt der ifz-Leiter. Am besten seien Biker mit Rucksäcken aus dem Motorrad-Zubehörhandel beraten, die speziell für Zweiradfahrer entwickelt wurden.

Wichtige Kriterien für einen Motorradrucksack:

  • Stabile Verschlüsse
  • Zusätzlicher Gurt vor Bauch/Brust
  • Stabile Deckelklappe
  • Wasserdichtes Material
  • Breite Schulterriemen
  • Einstellbare Gurte um Hüfte und Oberkörper

Es gibt auch spezielle Tankrucksäcke, die auf dem Tank montiert werden und bei einem Zwischenstopp auf den Rücken geschnallt werden können.

Sicherheit geht vor: Was gehört in den Rucksack?

Harte und spitze Gegenstände gehören beim Motorradfahren nicht in den Rucksack, warnt Kuschefski vor dem erhöhten Verletzungsrisiko bei einem Unfall. Gleiches gelte für Glasflaschen. Nutzen Motorradreisende einen Rucksack zusätzlich zu anderen Gepäcksystemen wie Tankrucksack oder Koffern, packen sie am besten leichtes und weiches Gepäck wie ihre Wäsche hinein.

Was du im Rucksack vermeiden solltest:

  • Harte und spitze Gegenstände
  • Sperrige Gegenstände
  • Glasflaschen

Empfehlenswert für den Rucksack:

  • Leichte Gegenstände
  • Weiche Gegenstände (z.B. Wäsche)

Einige Motorradfahrer schwören auf Rückenprotektoren, die zusätzlich Schutz bieten. Es gibt auch Rucksäcke mit integriertem Rückenprotektor.

Gepäck richtig verstauen und sichern

Alles, was nicht in deinen Rucksack passt, musst du optimal am Motorrad verstauen. Nicht nur das Gesetz schreibt dir vor, dass jegliches Transportgut sicher verzurrt und ohne andere zu gefährden montiert werden muss. Das heißt, dass nichts herumbaumeln darf und keine sperrigen Güter deine Fahrzeugmaße wesentlich überschreiten dürfen.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Behältnissen, die du auf dein Motorrad schnallen kannst: Koffer oder flexible Taschen, Säcke und dergleichen. Beide Lösungen haben eins gemeinsam: Sie müssen sachgemäß montiert sein. Jede Bewegung dieses Ballasts kann deine Fahrlinie beeinflussen (ähnlich wie beim Fahren mit Beifahrer) und verlieren willst du ganz bestimmt keinen Teil deines mitgeführten Transportguts.

Weitere Tipps zur Gepäcksicherung:

  • Gepäckrolle mit Spanngurten befestigen
  • Gepäcknetz für größere Gegenstände nutzen
  • Topcase für diebstahlsichere Aufbewahrung
  • Softbags/Hecktaschen für Sportbikes
  • Koffersysteme für viel Platz und Robustheit
  • Packtaschen/Satteltaschen für Chopper und Cruiser

Auswirkungen des Gepäcks auf das Fahrverhalten

Durch die Montage vor allem von größeren Gepäcklösungen verändert sich neben den Gewichtsverhältnissen auch die Aerodynamik deines Motorrads erheblich. Im schlimmsten Fall kommt es zu Lenkerflatter oder zum Pendeln. Je nachdem wo du an deinem Motorrad schwere Teile montierst, ändert sich dein Gesamtgewicht und die Lage deines Schwerpunkts.

Montierst du etwa 50 kg an deinem Heck, verhält es sich ähnlich, wie wenn du mit Beifahrer unterwegs bist, dem entsprechend musst du dein Fahrverhalten und möglicherweise deine Fahrwerkseinstellungen anpassen. Verkürzt ausgedrückt: Die Fuhre wird träger, vor allem in der Kurve, sie fällt langsamer in Schräglage. Sie lenkt auch anders. Beim Beschleunigen wird das Vorderrad womöglich früher leicht. Und das bremst anders.

Alternativen zum Rucksack

Neben dem Rucksack gibt es verschiedene Alternativen, um Gepäck auf dem Motorrad zu transportieren:

  • Tankrucksack: Bietet Stauraum und verschiebt den Schwerpunkt der Maschine nur wenig.
  • Gepäckrolle: Einfache Variante, die jedoch meist keinen Platz mehr für einen Sozius lässt.
  • Topcase: Heimlicher Favorit, beeinflusst aber das Fahrverhalten durch ungünstige Schwerpunktverschiebung.
  • Softbags/Hecktasche: Weiche Variante des Topcase, ideal für Sportbikes.
  • Koffer: Bieten viel Platz, sind robust und wasserdicht, aber auch teuer.
  • Packtaschen/Satteltaschen: Eignen sich vor allem für Motorräder ohne Gepäckträger.

Produktempfehlungen

Einige Hersteller bieten spezielle Motorradrucksäcke mit besonderen Features an. Hier eine kleine Auswahl:

  • Kriega R16: Wasserdichter Rolltop-Tagesrucksack mit Platz für einen 15-Zoll-Laptop.
  • Kriega R20: Kompakte, trinksystemkompatible Lösung für Alltag und Offroad-Abenteuer.
  • Kriega Trail 9/18: Abenteuerrucksäcke, die gleichzeitig als Trinkrucksack verwendet werden können.
  • Boblebee Aero: Geprüfter Protektor der Klasse 2, erweiterbar und wasserdicht.

Weitere Tipps für sicheres Motorradfahren

Neben der richtigen Gepäckwahl gibt es noch weitere Aspekte, die zur Sicherheit beim Motorradfahren beitragen:

  • Reifendruck entsprechend der Herstellervorgabe korrekt einstellen.
  • Feder- und Dämpferelemente an die höhere Last anpassen.
  • Vor der endgültigen Abfahrt eine Probefahrt zur Ermittlung einer optimalen Gewichtsverteilung durchführen.
  • Ausreichend trinken, besonders auf langen Touren.

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