Der Specialized Recon 3.0 ist nach dem S-Works Recon das zweitteuerste Modell der Recon-Reihe und eine gute Ecke günstiger. Inzwischen ist die Modellpalette auf vier Modelle angewachsen - Recon 1.0, 2.0, 3.0 und S-Works Recon. Auf den ersten Blick unterscheiden sie sich nicht besonders stark voneinander. Im Detail gibt es jedoch spürbare Differenzen, vor allem was Schnürsystem, Sohlensteifigkeit, Profil und auch die Passform angeht.
Design und Komfort
Angefangen bei der super schicken Optik hat Specialized beim Recon 3.0 in vielen Bereichen ganze Arbeit geleistet. Besonders sticht hier die (Innen)sohle des Schuhs hervor: Unterstützt von der gut geschnittenen Einlegesohle schmeichelt der Recon 3.0 der Fußsohle bereits beim ersten Hineinschlüpfen. Und auch auf dem Rad sind der Kontakt und Support hervorragend. Die Unterstützung im Fußgewölbe kann auf Wunsch noch mit separat erhältlichen Einlegesohlen erhöht werden.
Sohle und Steifigkeit
Die Sohle des Recon 3.0 ist mit einem Specialized-Steifigkeitsindex von 10 zwar immer noch steif, aber lange kein Brett, wie das S-Works-Modell (13) oder gar ein S-Works 7 Road (15). Zudem ist sie sehr gut austariert. Der Mittelfußbereich aus Carbon ist steif für maximale Kraftübertragung, während vorne ein flexiblerer Glasfaserbereich für genügend Flex sorgt, sodass sich die Zehen bewegen lassen und man relativ angenehm laufen kann. Eine sehr gute Abstimmung für sportliche Fahrer, die dennoch etwas Komfort abseits des Bikes haben möchten.
Carbon STRIDE Toe-Flex nennt Specialized das und es funktioniert tadellos, wie wir bestätigen können. Auch die griffige Sohle ist sehr gut gelungen. Shape und Support der Innensohle des Specialized Recon 3.0 sind hervorragend. Die Carbon-Sohle ist im Mittelfußbereich steif, besteht im Zehenbereich aber aus flexiblem Glasfaser-Gewebe.
Haltbarkeit und Fußklima
Beeindruckend ist die allgemeine Robustheit des Specialized Recon 3.0. Sämtliche Materialien, egal ob Sohle oder Obermaterial, zeigen sich super abriebfest und der Schuh weist im unseren Test nach 4 Monaten auf- und abseits des Gravel-Bikes nahezu keinen Verschleiß auf. Ebenso punkten kann er bei der Fußklima-Bandbreite. Das rundum perforierte Obermaterial lässt im Hochsommer genügend Luft an den Fuß kommen bzw. entweichen, um nicht unangenehm zu werden und ist dennoch im kühlen Spätherbst noch warm genug.
Apropos Spätherbst - durch die Perforierung ist der Recon 3.0 natürlich nicht besonders wasserabweisend. Während er leichtem Regen noch tapfer trotzt, kann er gegen die Pfützen-Dusche nicht mehr viel ausrichten. Das Fußklima des Specialized Recon 3.0 ist hervorragend und nahezu ganzjahrestauglich.
Probleme mit dem Oberschuh
Während uns das komplette Unterteil des Specialized, von Einlegesohle über die Innensohle bis hin zur Außensohle, selbst vollkommen überzeugt, haben wir mit dem Oberschuh unsere Probleme. Die Zunge ist etwas zu lang und drückt ähnlich wie beim S-Works Recon-Modell trotz leichter Polsterung an der Kante unangenehm in die Sehne zwischen Spann und Schienbein. Sie ist außerdem relativ unflexibel bzw. an der Oberseite recht griffig.
So kann das Schnürsystem den Schuh nicht richtig zusammenziehen und die Last gleichmäßig verteilen. Hier muss man mit der Hand nachhelfen und zudem das Boa-System recht stark zudrehen, damit der Fuß rundum gut gehalten wird. Dabei passiert es schnell, dass die Schnürung oben zu fest ausfällt und es zu Druckstellen kommt, während die Außenseiten des Fußes nicht genügend stabilisiert werden. Leider lassen sich die L6-Ratschen nur festziehen und nicht wie mit den am S-Works-Modell verbauten S3-Ratschen in Richtung „offen“ nachjustieren. Sind sie einmal zu fest, müssen sie wieder komplett geöffnet werden, um sie zu lockern. Im oberen und mittleren Bereich kümmern sich zwei fein gerasterte BOA-L6-Ratschen um die Schnürung. Das Obermaterial des Recon 3.0 ist jedoch relativ unflexibel und griffig.
So kann das Schnürsystem den Schuh nicht perfekt zusammenziehen und die Last nicht ideal rundum verteilen. Hinzu kommt, dass der Klettverschluss im vorderen Teil des Schuhs aufgrund des Schnitts und des relativ festen Obermaterials nur wenig spürbare Funktion bietet. Der Fuß wird in der Realität somit nur über das BOA-System gehalten und es ergibt sich insgesamt eine relativ unausgewogene Stabilisierung des Fußes, die man während der Fahrt immer mal wieder spürt. Idealerweise sollte man einen Schuh aber nach dem Anziehen sofort vergessen können.
Wir hatten gehofft, dass das Obermaterial über den Testzeitraum etwas flexibler wird und sich der Schuh dadurch nach einer gewissen Zeit an den Fuß anpasst und bequemer wird - leider vergeblich. Der Klettverschluss im Zehenbereich bietet aufgrund des Schnitts und des relativ festen Obermaterials nur wenig spürbare Funktion.
Passform und Subjektivität
Diese Kritik ist natürlich stark abhängig von der Fußform und daher bis zu einem gewissen Grad subjektiv. Der Specialized Recon 3.0 ist dadurch nicht per se ein schlechter Schuh, er sollte - mehr noch wie jeder andere Schuh - vor dem Kauf unbedingt ausgiebig anprobiert werden. Im Vergleich schmiegt sich das S-Works Modell unserer Erfahrung nach insgesamt etwas besser an den Fuß an und verfügt vor allem über in beide Richtungen nachjustierbare BOA-Ratschen.
Vor- und Nachteile
Der Specialized Recon 3.0 punktet mit hervorragender Haltbarkeit, einer sehr guten Sohlen-Ergonomie und einem guten Kompromiss zwischen Steifigkeit und Komfort für sportliche Fahrer. Mit 220 € ist der Schuh jedoch kein Schnäppchen und die Passform bzw. Lastverteilung am Oberfuß ist recht speziell - unbedingt anprobieren!
Tops:
- rundum sehr robuste Materialien
- Ergonomie der Innensohle
- steif, aber kein Brett
- griffiges Profil
- sehr gutes Fußklima
Flops:
- Passform bzw.
Der S-Works Recon im Detail
Im März 2023 hat Specialized zwei brandneue Gravelschuhe präsentiert. Der Specialized Recon ADV ist speziell für Abenteuer und Bikepacking konzipiert, während der S-Works Recon eher auf Rennen und Performance ausgerichtet ist.
S-Works Recon - Zahlen und Fakten:
- Größen: 36 - 49
- Gewicht: 549 Gramm (Größe 39,5, mit Cleats)
- Preis: 390 Euro
Praxistest des S-Works Recon
Beim RadRace120, einem Rennrad-Team-Event, ist Online-Redakteurin und Schuh-Testerin Sandra Schuberth mit dem S-Works Recon angetreten. Neben dem Renneinsatz wurden unsere zwei Testschuh-Paare auf XC-Mountainbike-Touren, dem Arbeitsweg und vielen Graveltouren ausgiebig getestet. Der erste Eindruck ist sehr positiv. Der Schuh wird nicht nur in einer Kartonverpackung geliefert, sondern es liegt auch ein Transportbeutel bei, der perfekt für die speziell für Rennen entwickelten Schuhe geeignet ist.
Passform und Tragekomfort des S-Works Recon
Speziell und zunächst ungewohnt ist die ergonomische Anpassung im Fußbett. Ein Keil im Vorfußbereich, der sich unter den Großzehenballen befindet, soll die Kraftübertragung vom Vorfuß auf das Pedal verbessern. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass sich der Fuß nach kurzer Zeit an diese Unterstützung gewöhnt und man das Gefühl hat, gezielteren Druck mit dem Vorfuß auf das Pedal ausüben zu können.
Der Fahrradschuh fällt etwas schmaler aus als der Abenteurer Specialized Recon ADV, aber vergleichbar mit dem Quoc Grand Tourer XC. Wenn Sie nach schmaleren Schuhen suchen, könnte das Fizik Vento Ferox Carbon ein passendes Modell sein. Schuhe von Shimano sind dagegen etwas breiter: Der Shimano RX8/SH-RX800 weist die höchste Sohlensteifigkeit auf.
Funktionen des S-Works Recon
Der S-Works Recon von Specialized wurde als Gravelschuh entwickelt, der sich eigentlich so steif anfühlt wie ein klassischer Rennradschuh - und das auch beim Gehen. Dadurch ist sein Verwendungszweck klar definiert: schnelle Gravelrunden, Rennen und Touren, bei denen man am besten nicht aus dem Sattel steigt.
Seine zwei Boa-Drehverschlüsse gewährleisten eine gute Passform des Schuhs. Die Verschlüsse funktionieren zuverlässig auch bei hartem Staub und Dreckbeschuss. Auch lassen sie sich verdreckt und mit Handschuhen gut greifen. So ermöglichen die Boa-Verschlüsse sogar eine Anpassung während der Fahrt.
Material des S-Works Recon
Durch das weiche Obermaterial des S-Works Recon passt sich der Gravelschuh gut an den Fuß an. Keiner der Tester hatte Probleme damit, dass sich die Ferse aus dem Schuh hebt oder die Zunge verrutscht. Die Schuhe sind luftig und gut für warme Tage geeignet, für kühle oder nasse Tage dagegen weniger. In solchen Fällen können aber Überschuhe helfen. Weil es aber auch im Sommer mal schmutzig zugehen kann, ist es erfreulich, dass sich die fast 400 Euro teuren Fahrradschuhe leicht mit einem feuchten Tuch reinigen lassen.
Die Sohle des Recon ist extrem steif und bietet eine gute Passform, die nicht zu eng ist. Die Carbon-Außensohle ist jedoch empfindlich. Beim Gehen über unebenes Gelände oder beim Einrasten ins Pedal entstehen schnell viele Kratzer.
Vor- und Nachteile des S-Works Recon
Vorteile:
- Steife Sohle
- Angenehme Passform mit ergonomischer Unterstütztung des Vorfußes
- Sitzt fest am Fuß
Nachteile:
- In Schiebepassagen zu steif beim Gehen
- Carbon-Sohle verkratzt
- Schuh ist teuer
Zusammenfassung
Der S-Works Recon erfüllt seine Versprechen. Bereits beim Anziehen spürt man die Geschwindigkeit. Auch beim Gehen erinnert er mit seinem minimalistischen Profil und der steifen Sohle an einen Rennradschuh, bietet jedoch etwa mehr Grip. Der Gravelschuh kann auch als Alternative zu Rennradschuhen dienen und ist ideal für diejenigen, die lieber mit MTB-Pedalen (SPD-Cleats oder Crankbrothers) fahren. Auf dem Gravelbike oder Mountainbike eignet sich der Recon besonders gut für schnelle Touren ohne viele Schiebe- und Tragepassagen. Die Passform ist schmal bis mittelbreit und umschließt den Fuß rundherum fest.
Der Weg zum passenden Schuh
Brennende Fußsohlen, unangenehmer Druck und taube Zehen werden als erstes genannt, wenn es um die Schuhe geht. Fahrradschuhe sollen eng am Fuß sitzen. Damit ist aber nicht gemeint, dass der Schuh drückt und einengt, sondern dass er dem Fuß beim Treten festen Halt gibt. Der Halt im Schuh in Verbindung mit einer steifen Sohle trägt letztlich dazu bei, effizient zu treten.
Warum ist ein passender Fahrradschuh wichtig?
Wie oben erwähnt trägt ein gut passender Schuh dazu bei, effizient zu treten und er sollte keine Schmerzen verursachen. Oft sind die Schuhe zu eng. Probleme durch zu enge Schuhe sind vor allem Taubheitsgefühle, brennende Fußsohlen und Kribbeln. Auch viele Knieprobleme lassen sich auf den Fuß zurückführen, etwa wenn ein zu enger Schuh einfach eine Nummer größer gekauft wird. Die Schuhe werden zwar länger, aber kaum merklich breiter. Oft kann die Pedalplatte nicht mehr richtig eingestellt werden, was zu Knieproblemen führt.
In 3 Schritten zum passenden Gravelschuh
- Pedalsystem und Schuhverschluss
- Die richtige Passform
- Einsatzgebiete und Anforderungen
Pedalsystem und Schuhverschluss
Die meisten wählen für ihr Gravelbike MTB-Pedale mit Klicksystem. Die Cleats, also die Verbindung zwischen Schuh und Pedal, unterscheiden sich je nach Pedalhersteller. Allen gemeinsam ist, dass sie mit zwei Schrauben am Schuh befestigt werden (bei Rennradschuhen sind es drei Schrauben). Wer will, kann übrigens auch Gravel-Schuhe am Rennrad verwenden. Vorteile sind z. B. gleiches Pedalsystem an allen Rädern, bequemeres Gehen, die Cleats halten länger. Nachteilig ist, dass die meisten Offroad-Platten und -Pedale die Kontaktfläche zum Schuh verringern, was die Kraftübertragung verschlechtern und den punktuellen Druck auf die Fußsohle erhöhen kann.
Drehverschlüsse, Klettverschlüsse und der gute alte Schnürsenkel sind die wichtigsten Verschlusssysteme für Gravelschuhe - oder eine Kombination aus allem. Vorteil von Drehverschlüssen wie Boa: Die Schuhe lassen sich schnell öffnen und schließen und gut anpassen - auch während der Fahrt. Schnürsenkel lassen sich während der Fahrt nicht verstellen. Sind sie zu eng oder zu locker geschnürt, muss angehalten werden. Klettverschlüsse sind ebenfalls schnell zu bedienen und halten bei guter Qualität das Schuhleben lang.
Die richtige Passform
Viele Größentabellen fragen lediglich die Länge ab, die Fußbreite bleibt bei der Größenwahl unberücksichtigt. Manchmal gibt es Schuhe in wide - also in einer breiteren Version. Viele Hersteller nutzen Fußscans von zahllosen Menschen und entwickeln einen Allround-Leisten, der dem Großteil der Füße gerecht werden soll. Ein Schuh für Rennradrennen sitzt anders am Fuß als einer für entspannte Bikepacking-Touren, bei denen der Schuh auch an langen Tagen bequem sein soll.
Tipps für die richtige Passform
- Die richtige Größe: Barfuß oder mit Socken den Umriss beider Füße auf ein Blatt Papier malen und jeweils von Ferse bis zur längsten Zehenspitze messen. Fünf Millimeter addieren und dann in der Größentabelle des Herstellers nachschauen.
- Breite: Die Innensohle aus dem Schuh nehmen und draufstellen - passt die Breite?
- Fersensitz: Den Schuh anziehen und verschließen. Sitzt die Ferse gut im Schuh?
Einsatzgebiete und Anforderungen
Steif, abriebfest, atmungsaktiv, wasserdicht, griffig... das sind nur einige Adjektive, mit denen sich Fahrradschuhe beschreiben lassen. Je nach Einsatzgebiet muss ein Radschuh bestimmte Anforderungen erfüllen.
Gravelschuhe für Gravelrennen und Geschwindigkeit im Schnell-Check
In Rennen geht es um Geschwindigkeit. Und wenn es um Geschwindigkeit geht, spielt auch das Gewicht keine unwichtige Rolle. Für eine effiziente Kraftübertragung bedarf es einer steifen Sohle, häufig wird mit Carbonsohlen gearbeitet. Bei Gravelschuhen wie dem S-Works Recon liegt das Carbon frei.
- steife Sohle für gute Kraftübertragung
- gute Passform
- kein Druckschmerz im Schuh
Schuhe für Abenteuer & Bikepacking im Schnell-Check
Offenliegende Carbonsohlen sind nicht unbedingt die beste Idee für abenteuerliche Touren, bei denen das Rad auch mal geschoben oder getragen werden muss. Steine können der Carbonsohle ganz schön zusetzen - und das Material bietet wenig Halt. Quoc kombiniert beim Grand Tourer XC eine steife Carbonsohle mit einem griffigen TPU-Material. So ist der Schuh einerseits steif, andererseits griffig beim Gehen. Beim Recon ADV macht Specialized es ähnlich und überzieht die Carbonsohle teilweise. Für sogenannte Hike-A-Bike-Passagen, also Streckenabschnitte, die zu steil oder zu unwegsam sind, um zu fahren, ist der Recon ADV zusätzlich etwas flexibel im Zehenbereich - für ein besseres Laufgefühl.
- Griffige Sohle
- Passform
- angenehm auf dem Rad und beim Gehen
Vergleichstabelle ausgewählter Gravelschuhe
| Schuhmodell | Größen | Gewicht (Größe 39,5 mit Cleats) | Preis | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| S-Works Recon | 36 - 49 | 549 Gramm | 390 Euro | Extrem steife Carbonsohle, ergonomische Anpassung im Fußbett |
| Specialized Recon ADV | 36 - 49 | 613 Gramm | 220 Euro | Schnürsenkel, flexibel im Zehenbereich für Hike-A-Bike |
| Quoc Grand Tourer XC | 38 - 47 | 662 Gramm | 279 Euro | TPU-beschichtete Carbonsohle für Griffigkeit |
| Fizik Terra Powerstrap X4 | 36 - 48 | 688 Gramm | 159 Euro | Klettverschlüsse, eher für schmale Füße |
| Shimano SH-RX600 | 36 - 50 (je nach Modell und Breite) | Variiert | 189,95 Euro | Carbonverstärkte Sohle, Damenvariante für schmalere Füße |
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