Gibt es überhaupt noch einen Rennradfahrer auf Mallorca, der Sa Calobra nicht kennt? Der nie dieses straßenbauliche Gesamtkunstwerk unter die Räder genommen hat? Nie diesen Kurvenrausch, nie dieses unfassbare Panorama bei der Fahrt über den Coll dels Reis und durch den weltberühmten Krawattenknoten erleben durfte? Dann kann ich nur raten: machen! Es lohnt sich. Auch beim x-ten Mal noch.
Was macht Sa Calobra so besonders?
Alle sprechen von Sa Calobra, dabei ist das der tiefste Punkt der Strecke - der höchste Punkt ist der Coll dels Reis. Der Anstieg gehört nicht zu den schwersten, aber garantiert zu den schönsten der Welt. 710 Höhenmeter, verteilt auf 10,1 Kilometer, kann jeder Rennradfahrer schaffen und die meisten lassen sich gerne Zeit, weil es so viel zu sehen gibt.
Legendär ist der “Krawattenknoten” unterhalb der Passhöhe, wo die Straße in einer Schleife verläuft. Weil Mallorca seit Jahren ein beliebtes Trainingsziel ist, gibt es viele Strava-Fahrten und knackige Zeiten, bekannte Radprofis schmücken die Bestenliste. Zuletzt war der Anstieg auch fürs Everesting mit 8848 Höhenmetern am Stück beliebt. Größte mentale Hürde ist es, dass man die Sackstraße erst lange bergab fahren muss, bevor man bergauf klettern kann.
Die Strecke im Detail
Der Coll dels Reis ist allerdings eine Sackgasse, die sich per Rad nur durch die vorherige Abfahrt in das Örtchen Sa Calobra bewältigen lässt. Diese Abfahrt sollte man sich aber auch auf keinen Fall ersparen! Die Zufahrt nach Sa Calobra beginnt an einem Kiosk, der an der Küstenstraße zwischen dem Kloster Lluc (beim Coll de Sa Bataia) und Soller liegt. Zunächst geht es 2,5 km bergauf. Der Aufstieg endet 500 m vor der berühmten 270-Grad-Kurve am Coll dels Reis.
Eine alternative Anfahrt gibt es mit dem Ausflugsschiff aus Port de Soller in den Hafen von Sa Calobra. Der Coll dels Reis lässt sich hervorragend mit dem Puig Major (880 m) kombinieren, der ca 10 km von der Abzweigung nach Sa Calobra entfernt liegt.
Der Einstieg nach Sa Calobra beginnt nach der Abfahrt unmittelbar im Hafen des Örtchens. Zu Beginn führt die schmale Straße durch Oliven- und Orangenhaine. Nach 500 m tauchen die ersten Felsformationen auf, durch die sich die Straße schlängelt. Am „Felsentor” ist die erste Rampe mit rund 12 % Steigung. Im weiteren Verlauf liegt die Steigungsrate zwischen 6 und 8 %. Oberhalb der Bewaldung beginnen die Serpentinen, die einen fantastischen Ausblick über das Tal, den Straßenverlauf und bis hin zum Meer ermöglichen.
Als angenehme Nebenerscheinung befindet sich ca. 500 m unterhalb der 360-Grad-Kurve in einer Linkskurve eine Quelle, die insbesondere im Sommer eine Erfrischung ermöglicht. Hat man die 360-Grad-Kurve erreicht, bietet sich einem ein atemberaubender Blick auf die zurückgelegte Strecke.
Sa Calobra: Daten und Fakten
Sa Calobra | Spanien | 700 Hm | 10,27 Kilometer | QOM 31:09 Min.
Hier eine Übersicht relevanter Daten zur Strecke:
| Ort | Höhenmeter | Länge | QOM (Strava) |
|---|---|---|---|
| Sa Calobra, Spanien | 700 m | 10,27 km | 31:09 Min. |
Illi Gardner und der QOM
Die Britin Illi Gardner ist bekannt als talentierte Bergfahrerin - 2020 und 2021 fuhr sie für das UCI Women’s Continental Team CAMS-Basso. Sie hält unzählige QOM: “Ich mag lange und steile Anstiege sehr; Monte Zoncolan und Alpe d’Huez sind wahrscheinlich zwei meiner Lieblingsanstiege. Auch der Galibier, der Stelvio und der Teide waren aufgrund ihrer schieren Länge besondere Erlebnisse!”. Den QOM am Sa-Calobra-Anstieg hat sie eher zufällig geholt, als sie im Radurlaub war.
“Ich war nicht in Top-Form, da ich gerade die britische Bergsaison beendet hatte, aber ich wollte Sa Calobra ausprobieren, da es sich um einen legendären Anstieg handelt.” Erst lange bergab zu fahren, empfand sie als entmutigend, aber der untere Teil ging dann viel schneller als erwartet. Hingegen waren “die oberen Abschnitte sowohl steiler als auch exponierter, was die letzten paar Kilometer besonders anstrengend machte”.
Erfahrungsbericht eines Radurlaubers
Ein Radurlaub auf Mallorca ist für viele Radsportbegeisterte ein wahr gewordener Traum. Die malerische Insel bietet eine atemberaubende Kulisse, gute Straßenverhältnisse und eine Vielzahl von Routen für jedes Leistungsniveau.
Eines der anspruchsvollsten Abenteuer, das wir gemeinsam unternahmen, war die Fahrt zum Sa Calobra. Diese allbekannte Strecke gilt als eine der herausforderndsten und spektakulärsten auf der Insel. Mit ihren engen Serpentinen und atemberaubenden Ausblicken ist sie ein wahrer Test für die Kletterfähigkeiten eines jeden Radfahrers. Meine Zeit von 2019 habe ich deutlich unterboten, wobei ich an der Schleife noch etwas gewartet und danach verstanden habe, dass es noch ein Stückchen hochgeht.
Weitere Tipps und Informationen
Zehn Kilometer Asphaltband zwischen schroffen Felsen und Meer. Die bekannteste Serpentinen-Straße Mallorcas mit ihren 700 Höhenmetern möchte von jedem Kurven-Liebhaber einmal bezwungen werden. Doch schon die Anfahrt hat es in sich: Von Port Sóller aus muss vorerst der Pass unterhalb des Puig Major mit 900 Höhenmetern gemeistert werden. Deswegen ist die komplette Tour nur wirklich gut trainierten Rennradlern zu empfehlen.
Für Halbstarke haben wir einen Plan B: Mit dem Schiff von Port Soller nach Sa Calobra fahren, das Monster bezwingen und dann ganz gemütlich zurückrollen. Oder eben anders herum.
Streckenhinweise:
- Strecke hin und zurück: 38 Kilometer.
- Höchster Punkt: 930 Meter.
Heute bezwingst Du die Schlange, das Ungeheuer wartet auf Dich!
Die Westküstenstraße Richtung Pollensa führt Dich in die Bergwelt des Tramuntana Gebirges. Hier oben, wo im Winter Schnee liegt, Gänsegeier kreisen und keine Menschenseele mehr wohnt, passierst Du den höchsten Gipfel der Insel, die Trinkwasser-Stauseen Cuber und Gorg Blau und gelangst nach 15 Kilometern kräftezehrendem Aufstieg zum Start Deiner Träume.
Lass das Adrenalin durch Deinen Körper schießen, wenn Du die 12 spektakulären Haarnadelkurven von 180° und mehr nach unten düst. An der Krawattenkurve - hier führt die Straße in einem 270°-Winkel unter sich selber durch - erwartet Dich ein unglaublicher Ausblick auf das Meisterwerk der Straßenbaukunst.
Sa Calobra im Wandel der Zeit
Mallorca ist schon lange eine der wichtigsten Winter Tranings-Locations für Profi-Teams und auch die Coffee-Racer genießen das milde Klima, wenn es zuhause kalt und ungemütlich wird. Sa Calobra ist streng genommen nicht die korrekte Bezeichnung, denn so heißt das kleine Dorf in der Bucht. Hier beginnt der Anstieg und endet auf dem Gipfel des Colls del Reis. Über die Jahre hat sich allerdings die Bezeichnung ‘Sa Calobra’ etabliert.
Ihr dürft es nennen wie es euch beliebt, eines ist aber sicher: der Anstieg ist wohl einer der bekanntesten und besten Climbs auf der balearischen Insel und verdankt dies nicht nur seiner beeindruckenden Serpentinen. Mit 9,4 km Länge, einer durchschnittlichen Steigung von 7,1% sowie ein paar Abschnitten mit bis zu 11 % ist es die perfekte Möglichkeit seine Fitness zu testen. Mit ein bisschen Glück trifft man dort auch einige Profi-Teams bei ihren Trainingsausfahrten - und man kann direkt versuchen dran zu bleiben. Ansonsten bleibt immer noch der virtuelle Vergleich auf Strava.
"Kill The Hill" Event
Zehn Kilometer, etliche Serpentinen, 710 Höhenmeter - und traumhafte Ausblicke auf das Mittelmeer. Ein Bergzeitfahren auf einer Straße, von der viele träumen, auf der „Radfahrer-Insel“ schlechthin: Das ist das „Kill The Hill“ auf Mallorca. Die Platzierungen in den verschiedenen Klassen werden anhand der gemessenen Auffahrtszeiten ermittelt.
Am Renntag selbst werden die TeilnehmerInnen von Port de Soller aus mit dem Boot zum Hafen Sa Calobra gebracht. Dort warten ein Team von Helfern - und etliche bereitgestellte Rollen-Trainingsgeräte.
Persönliche Erfahrungen und Tipps
Jeder ambitionierte Rennradfahrer (und -fahrerin) sollte einmal die Serpentinenstraße hinunter zur Sa Calobra gefahren sein. Auch wir hatten das schon lange auf unserer ToDo-Liste.
Direkt mit dem Start geht es gleich knackig bergauf - ohne große Aufwärmphase. Die Bergstraße verläuft serpentinenartig mit einer Ø Steigung von ca. 6 Prozent. Wir sind total begeistert von der Strecke und genießen trotz Anstrengung den wunderbaren Blick auf die Berg- und Naturlandschaft. Nach knapp 8 km kommen wir zum „Coll de Sa Batalla“ auf 579m. Hier heißt es erst mal kurze Verschnaufpause und Foto machen 😉.
Nach insgesamt ca. 17 km kommen wir an eine Schlüsselstelle. Wir fahren durch einen hohen Natursteinbogen. Rechterhand ist ein Parkplatz, auf dem auch Pkws und Reisebusse kurz halt machen. Hier gibt es auch ein Café und einen kleinen Kiosk. Der Wegweiser zeigt nach rechts mit der Aufschrift „Sa Calobra“ und „Cala Tuent“. Wir halten uns also rechts, radeln am Kiosk vorbei und bleiben von hier an bis zum Schluß auf der Ma-2141.
Eine 10 km lange atemberaubende Abfahrt bis hinunter nach Sa Calobra ans Meer. Nach etwa 500 m folgt aber erst einmal ein weiterer Höhepunkt: wir durchfahren die berühmte 270 Grad Kehre - auch als „Kravattenknoten“ bekannt. Auf insgesamt 12 Haarnadelkurven geht es hinunter bis zur Cala Sa Calobra. Ich glaube es gibt nicht viele solcher aufregenden und beeindruckenden Passstraßen in Europa.
Der Rückweg führt über den gleichen Weg wie hinwärts. Wir strampeln zunächst 10 Kilometer lang bergauf und bewältigen knapp 700 Höhenmeter, bis wir oben am Coll dels Reis angekommen sind. Die Bergstraße lässt sich angenehmer fahren als erwartet und die Steigung ist trotz teilweiser 10 Prozent erträglich - durch die vielen Kehren hat man eine recht gute Ablenkung.
Am Coll dels Reis halten wir kurz an und genießen nochmals den fantastischen Blick auf eine der spektakulärsten Abfahrten auf den Balearen.
Weitere Tipps zur besten Reisezeit:
Die beste Jahreszeit ist sicherlich Ende Oktober bis Ende Januar oder März bzw. April - nicht nur wegen der Hitze, sondern auch wegen dem Verkehr. Wir sind die Tour tatsächlich im Hochsommer gefahren (August). In diesem Fall waren wir froh, dass wir sehr früh gestartet sind.
Und noch etwas: die Bars und Restaurants in Sa Calobra sind unserer Meinung sehr überteuert. Für ein Glas Wasser oder einen Café con Leche mit einem kleinen Stück Kuchen hat man schnell 10,- EUR bezahlt.
Neben der Bergfahrt zum Puig Major ist diese Tour mit den beiden Pässen Col de Sa Batalla und Coll dels Reis wohl mit die anstrengenste und aufregenste Rennradtour auf Mallorca. Die Serpentinenstraße hinunter zur Sa Calobra mit der 270 Grad Kehre ist absolut spektakulär. Diese Rennradtour mit über 1.500 Höhenmetern ist nur für geübte Rennradfahrer mit entsprechend guter Kondition geeignet!
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