Die besten Fahrradbrillen im Test: Schutz, Komfort und klare Sicht für Radfahrer

Bei allem Radlspaß sollte der Sicherheitsaspekt nicht außer Acht gelassen werden - vom Sonnenschutz ganz zu schweigen. Hierfür sind speziell auf die Bedürfnisse von Radfahrenden abgestimmte Sonnen- bzw. Fahrradbrillen unerlässlich. Dementsprechend haben sich die Hersteller jede Menge einfallen lassen, um bei der Konstruktion ihrer Brillenmodelle das eine wie das andere zu beachten. Um die am besten zum eigenen (Fahr-)Stil passende Brille zu finden, die nicht nur schützt, sondern auch perfekt auf die jeweilige Nase passt, wurden Fahrradbrillen getestet.

Warum eine Fahrradbrille unerlässlich ist

Jeder kennt das: Setzt man sich bei schönem Wetter auf’s Rad, dauert es nicht lange, und man hat die erste kleine Fliege im Auge kleben. Die Entfernung des Kleingetiers ist oft mühsam, nicht selten muss man dazu eigens anhalten. Dabei gibt es eine einfache Lösung, solchen unangenehmen Erfahrungen vorzubeugen - eine Fahrradbrille. An ihr bleiben nicht nur die lästigen Insekten kleben, sondern sie schützt auch vor Kleinstpartikeln wie Steinchen oder Staub.

Steigt die Sonne langsam in den Zenit, steigt auch die UV-Strahlung. Mit einer guten Sonnenbrille ist man als Radfahrer schlichtweg entspannter unterwegs, die Augen danken es einem. Ob überhaupt ein UV-Schutz vorhanden ist, sollte vor dem Kauf abgeklärt werden. Billighersteller statten ihre Modelle manchmal mit einer sehr niedrigen oder gar keiner Schutzklasse aus, also Achtung! Die in diesem Test unter die Lupe genommenen Brillen sind jedoch samt und sonders von (mehr oder weniger prominenten) Markenherstellern und verfügen daher auch über einen (mehr oder weniger hohen) UV-Schutz.

Die richtige Tönung für jede Situation

Da nicht jeder nur bei eitel Sonnenschein aufs Rad steigt und es auch Sportler gibt, die in der Dämmerung mit dem Rad unterwegs sind, stellt sich vor dem Kauf die Frage nach der Tönung der Brille - doch hier können wir beruhigen. Diese Frage haben wir indirekt bereits beantwortet - das hängt vom Einsatzbereich ab. Ist man Schönwetterfahrer und startet nur bei knalliger Sonne, sind der Tönung kaum Grenzen gesetzt und man braucht auch nicht zwangsläufig eine selbsttönende Brille.

Zählt man zu den Allwetterfahrern, fährt das ganze Jahr über und auch zu allen Tageszeiten Rad, sollte man zu einer selbsttönenden oder gar Klarsichtbrille greifen. Je nach Intensität der Sonneneinstrahlung bzw. der Bewölkung kann eine orange bzw. gelbliche Tönung den besten Kontrast ergeben. Fahrradbrillen mit solch einer Tönung können also ideal bei bewölkten bzw. wechselnd bewölkten Verhältnissen eingesetzt werden.

Viele Brillenmodelle sind oft mit einem getönten, fix verbauten Glas ausgestattet, das sich nicht wechseln lässt. Vielseitigere Fahrradbrillen verfügen hingegen oftmals über Wechselgläser und lassen sich so mit wenigen Handgriffen an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Den größten Komfort bieten selbsttönende Fahrradbrillen. Ihre photochromatischen Gläser tönen sich durch einen integrierten Filter je nach Intensität der UV-Strahlung von selbst.

Speziell bei einer Fahrradbrille sollte hinsichtlich des Tönungsgrads stets darauf geachtet werden, dass die Brille im Straßenverkehr auch eingesetzt werden darf. Papas verspiegelte Pilotensonnenbrille auf dem Fahrrad? Sieht zwar cool aus, ist aber gefährlich. Stürzt man, können Glassplitter ins Auge gelangen. Die Gläser von Radsonnenbrillen sind oftmals aus bruchfestem Polycarbonat, ebenso der Rahmen. Nicht zuletzt wiegen aus leichten Kunststoffen hergestellte Brillen sehr wenig - alle von uns getesteten Modelle gruppierten sich um die 30 Gramm-Marke.

Passform und Komfort

Was die Passform angeht, decken die meisten Radsonnenbrillen inzwischen ein sehr breites Spektrum an Gesichtsformen ab. Durch verbiegbare Bügel und Nasenstege lassen sich insbesondere teurere Brillen der eigenen Gesichtsform anpassen. Wenn man trotz Anpassung bereits nach kurzer Zeit Druckgefühle verspürt, hat man womöglich nicht die passende Größe bzw. das richtige Brillenmodell ausgewählt. Daher lohnt es sich auch, die Abmessungen der Brille im Auge zu behalten.

Damit die Brille nicht von der Nase rutschen kann, sollten die Brillenbügel im Idealfall gummiert sein - das gleiche gilt für den Nasensteg. Eine Belüftung sollte im Idealfall vorhanden sein. Das Beschlagen der Brille wird durch sie im Idealfall vermieden, ist jedoch eine individuelle Sache. Der eine schwitzt mehr, der andere weniger. Auch die Brillenform ist dafür verantwortlich, wie schnell die Brillengläser beschlagen.

Die richtige Pflege für lange Lebensdauer

Die Brillenpflege ist das A und O guter Brillenbehandlung. Dazu zählt zuallererst die sorgfältige Aufbewahrung im mitgelieferten Beutel oder gar dem Brillenetui, denn nichts hassen Fahrradbrillen mehr als den Kontakt mit harten Gegenständen wie Schlüsseln, Smartphones oder Lippenstiften. Für der Reinigung gilt: Mikrofasertuch bzw. -beutel schlägt T-Shirt. Das gleiche gilt für Küchenpapier oder Taschentücher, speziell erstere wirken oft wie feines Schmirgelpapier. Wasser und zur Not ein Schuss Spülmittel helfen in Kombination mit im Lieferumfang der Brille befindlichen Mikrofaserbeutel auch bei groben Verunreinigungen.

Ausgewählte Modelle im Test

Naked Optics The Volt

Individualisierbare Brille mit klarer Formsprache, gutem Halt und fairem Preis. Die The Volt von Naked Optics zeichnet hauptsächlich eines aus: Sie lässt sich so individuell gestalten wie keine andere Brille im Test. Die farbenfrohe Brille wird vom Hersteller als „multifunktional und perfekt für verschiedene Sportarten geeignet“ vorgestellt, was sie offensichtlich nicht als reine Fahrradbrille kategorisiert. Wer es poppig mag, wird diese Brille lieben!

Je nach Bedarf und Einsatzbereich kann die Brille individuell angepasst werden: Der untere Rahmen lässt sich abnehmen, stattdessen kann man den mitgelieferten Nasenflügel anbringen, um je nach Geschmack ein randloses Sichtfeld zu ermöglichen. Das Sichtfeld ist mit dem Fullframe uneingeschränkt gut, was an der großen Scheibe liegt. Mit ihrem Gewicht von 36 Gramm ist sie zwar eine der schwersten Brillen im Test, aber überraschenderweise tut das ihrem Tragekomfort keinen Abbruch. Sie sitzt sehr bequem, und die gummierten Bügelenden sorgen für einen perfekten Halt, sodass die Multifunktionsbrille auch bei anspruchsvollen Aktivitäten, bei denen es so richtig zur Sache geht, nicht verrutscht.

Das individuell einstellbare Nasenstück bietet zusätzlichen Komfort und verhindert, dass die Brille speziell bei langen Trainingseinheiten drückt. Da die Naked Optics The Volt nicht zu den selbsttönenden Fahrradbrillen gehört, ist es ein Pluspunkt, dass ihre Gläser wechselbar sind. Die Sportbrille besteht zu 50% aus der nachhaltigen Kunststoffmischung »CO2RE«, die laut Hersteller für „Langlebigkeit und Strapazierfähigkeit“ sorgt.

Bollé C-Shifter

Die Bollé C-Shifter hat uns insbesondere mit ihrer technischen Eleganz überzeugt. Mit dieser leichten, sehr geradlinigen Brille fällt man auf unauffällige Weise auf. Zwar hat sie keine Wechselgläser, dafür bietet Bollé sie in vielen Farb- und Glasvarianten an. Die Bollé C-Shifter ist die - Entschuldigung für die Ausdruck - coole Sau unter den Sonnenbrillen. Sie hat das wohl aufgeräumteste Design unter allen getesteten Brillen. Auf unserer Testfahrt fällt uns zunächst einmal die Unkompliziertheit der Brille auf - kein Anstoßen an den Augenbrauen, kein Enge-Gefühl und kein Anstoßen an den Schläfen - die Brille ist auch für »Breitkopferte« sehr gut geeignet. Auch was die Belüftung angeht, hat uns die C-Shifter gut gefallen.

Julbo Intensity Spectron HD

Die filigrane und sehr leichte Julbo Intensity Spectron HD deckt einen breiten Einsatzbereich ab. Egal ob sportlich orientierte Rennradler oder Langstreckenläufer: Julbo empfiehlt die Brille bewusst als Multisport-Modell. Begeistert haben uns die Gläser - auch aufgrund der ausgezeichneten Belüftung gehört die Brille zu den am spätesten beschlagenden im Test. Multisportler werden die Julbo Intensity Spectron HD lieben! Mit unter 20 Gramm Gewicht (!) ist sie die leichteste Brille im Test. Der französische Hersteller hat hier jedenfalls sein ganzes Know-How aus Jahrzehnten der Sportbrillen-Herstellung einfließen lassen.

Auffällig ist - wie sollte es anders sein - die gute Belüftung der Brille. Auch bei sehr schweißtreibenden, langen Anstiegen bringt man sie erst sehr spät zum Beschlagen. Das macht sie besonders für stark schwitzende Sportler attraktiv. Einziges Manko der luftigen Konstruktion: Die Brille wirkt recht filigran, zum Beispiel an den Bügeln. Daher auch der gut gemeinte Rat, auf diese Brille vielleicht etwas mehr Acht zu geben als auf die über 30 Gramm schwere Konkurrenz.

Evil Eye Roadsense

Die Evil Eye Roadsense kostet ein stolzes Sümmchen - doch die Glastechnologie sucht innerhalb des Testfelds ihresgleichen. Die Anpassungsfähigkeit der Gläser ist verblüffend, sie passen sich den unterschiedlichsten Lichtverhältnissen schnell an. Die Evil Eye Roadsense spielt preislich wie auch funktionell in einer eigenen Liga. Der Preis von rund 200 Euro ist stolz, doch muss man der Brille zugute halten, dass sie für unsere Begriffe mit einem der besten Brillengläser im Test punkten kann. Zwar beschreibt der Hersteller die Brille als »extrem leicht«, mit 33 Gramm reiht sie sich jedoch bestenfalls in der Mittelklasse ein.

Alpina Turbo HR

Günstige Brille für Einsteiger mit technischem Look, anständiger Belüftung und solider Bauweise. Wer nicht gleich an die hundert Euro oder mehr ausgeben will, findet in der Alpina Turbo HR eine kompetente Begleiterin. Die Vollrahmenbrille wiegt mit 30 Gramm angenehm wenig und geht für unter 60 Euro über den Ladentisch. Die Alpina Turbo HR bringt alles mit, was eine Fahrradbrille für Einsteiger braucht - und sieht dabei noch richtig cool aus. Ebenso gut hat uns die Belüftung gefallen - für die meisten Einsatzbereiche reicht sie aus, allein auf langen, hochsommerlichen Passfahrten dürfte sie an ihre Grenzen stoßen. Für Einsteiger bietet die preiswerte Alpina Turbo HR alles, was man auf kürzeren Tour braucht.

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